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Alt 25.06.2020, 08:54:43   #76
raptor230961
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„verbrannte Erde“
Bedeutung: Dem Gegner nichts hinterlassen, was er noch bauchen könnte.

Herkunft: Die Redewendung „verbrannte Erde“ steht hinter der militärischen Taktik, dem Feind nichts zu hinterlassen, was er auch nur im Entferntesten noch gegen einen verwenden könnte: Gleise, Straßen, Brücken, liegengebliebene Fahrzeuge, Lebensmittelvorräte, Fabriken, Wohnhäuser und manchmal bis hin zur kompletten Zerstörung von Städten und Dörfern. Wohl am bekanntesten sind die Zerstörungen Rußlands bei dem Feldzug Napoleons - sogar Moskau wurde niedergebrannt. Vor allem aber durch den „Führerbefehl“ Hitlers, als er bei dem Rückzug aus Rußland „Verbrannte Erde“ befahl.
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Alt 26.06.2020, 07:01:17   #77
raptor230961
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„unter der Fuchtel stehen“/ „herumfuchteln“
Bedeutung:
„unter der Fuchtel stehen“: Man wird von jemandem dominiert, bevormundet, man wird beherrscht.
„herumfuchteln“: Eine unkoordinierte Bewegung ausführen.

Herkunft: Diese Redewendung "unter der Fuchtel stehen" kommt aus der Militärsprache. Die Fuchtel war ein Fechtdegen mit einer breiten Klinge. Zur Strafe bei der militärischen Ausbildung (vor allem im preußischem Heer) schlug der Vorgesetzte mit dieser Fuchtel (mit der flachen Klinge) auf den unachtsamen Soldaten ein. Mit dieser Strafe bekam „unter der Fuchtel stehen“ den Sinn, unter einer sehr strengen Herrschaft eines anderen zu leben.
Das Wort „Fuchtel“ kommt aus dem altdeutschen „fochtel“. (Man beachte die heutige Vergangenheitsform: „Er focht“.) Im 16. Jahrhundert wurde aus dem Wort „vehtan“ das „Vehten“ und schließlich zum „fechten“. Überbleibsel: Neben dem „unter der Fuchtel stehen“ existiert noch heute der Begriff mit dem Armen / den Händen / einer Waffe „herumfuchteln“.
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Alt 26.06.2020, 13:18:50   #78
raptor230961
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„Rosinenbomber“
Bedeutung: Flugzeuge, die während der Berlin-Blockader (1948-1949) durch die U.d.S.S.R. Lebensmittel und andere Versorgungsgüter nach Berlin einflogen.

Herkunft:
Der Name „Rosinenbomber“ kommt vor allem durch einen Mann: Gail Halverson. Während der „Luftbrücke“ war er einer der Piloten, die die benötigten Versorgungsgüter nach Berlin flogen. Natürlich wurden während der Blockade offiziell keine „Süßigkeiten“ nach Berlin geflogen. Wichtiger waren die Grund-Nahrungsmittel (wie Mehl, Kartoffeln, Milchpulver ...), Treibstoff, Kohle, wichtige Ersatzteile …

Der Grund für den Namen „Rosinenbomber“:
Man darf nicht vergessen, daß der zweite Weltkrieg gerade drei Jahre zuvor beendet wurde. Während für die Deutschen die Alliierten nur „der Feind“ waren - Leute, die während des Krieges die Wohnungen ausgebombt hatten - wandelte sich gerade durch den hohen Einsatz der Beteiligten der Luftbrücke langsam das Ansehen. Aus den gnadenlosen Siegern und Besatzern wurde durch den „Marshall-Plan“ und duch die „Operation Vittle“ (Luftbrücke) langsam Freunde – und später Verbündete.
Einen Namen aus der Luftbrücke werden die Berliner jedoch besonders im Gedächtnis behalten: Gail Halverson. Als der amerikanische Pilot „Gail Halverson“ während eines ausnahmsweise verlängerten Berlin-Aufenthaltes am Zaun des Berliner Flughafens die deutschen Kinder wahrnahm taten ihm die Nachkriegs-Kinder Leid. Er hatte jedoch nur noch einen Kaugummi in seinen Taschen, den er ihnen ohne recht zu Überlegen durch den Zaun gab. Das bereute er sofort, denn er ging davon aus, daß sich die Kinder nun um die ungewohnte kostbare Süßigkeit prügeln würden. Entgegen seinen Befürchtungen öffneten die Kinder friedlich und sehr ehrfürchtig die kostbare Gabe. Der Kaugummi wurde in kleine Stücke geteilt und unter den meisten Kinder verteilt. Die Verpackung wurde unter den restlichen Kindern verteilt. Während die glücklicheren Kinder ihre Stücke kauten schnüffelten die Anderen an den Verpackungsstücken. Der verblüffte Pilot, der bis dahin von den Deutschen eine ganz andere Meinung hatte versprach den Kindern, am nächsten Tag - bei dem Anflug für die Kinder weitere Süßigkeiten zu bringen.

Da ein Aufenthalt in Berlin für die Flugzeuge lediglich wenige Minuten dauerte - und die Flugzeuge nach der raschen Entladung der Lebensmittel direkt zurückflogen - war es für den Piloten unmöglich, zum Zaun zu kommen. Er versprach den Kindern, die Süßigkeiten vom Flugzeug abzuwerfen. Auf die Frage, wie die Kinder ihn erkennen würde antwortete er, daß die Kinder ihn an einem Signal erkennen könnten: Er würde beim Anflug zum Flughafen mit den Flügelspitzen wackeln.
Als er aus Berlin zurückflog - und in der Kaserne ankam meinten seine Kameraden, daß die Sache unmöglich wäre. Die Geschwindigkeit und die Höhe des anfliegenden Flugzeugs wäre einfach zu hoch. Die Kinder würden nur zerbröselte Reste in den Ruinen vorfinden.
Gail Halverson kam auf eine geniale Idee: Er sammelt überall bei seinen Kameraden und der Boden-Crew Taschentücher und Stoffreste. Aus diesen bastelte er in seiner knappen Freizeit Fallschirme, an denen er die Süßigkeiten band.
Von da an warf er bei jedem Anflug in Berlin bis zum Ende der Luftbrücke kurz vor dem Flughafen diese „Süßigkeiten-Bomben“ ab. Dies sprach sich natürlich herum, so daß die Kinder immer zahlreicher wurden.
In der Zivilbevölkerung wurden jedoch die westlichen Allierten gerade durch Gail Halverson immer beliebter - gerade die amerikanischen Flugzeuge wurden durch ihn „Rosinenbomber“ genannt.

Gail Halverson beim binden der Süßigkeiten an den Taschentuch-Fallschirmen

Richard Hallock (Clay-Mitarbeiter*): „… Ein kleines Mädchen ging zu Gail Halverson und gab ihm einen kleinen Teddy – ziemlich mitgenommen - und offensichtlich das Liebste, was dieses Mädchen besaß. Aber sie bestand darauf, dass er ihn nehmen sollte: `Nimm ihn – er wird Dir Glück bringen!` Der Teddy hat den Rest der Luftbrücke im Cockpit mitgemacht – und Gail hatte keine Probleme."
(*General Lucius D. Clay Organisator und Befehlshaber der "Operation Vittle" ("Luftbrücke")

Am 19. Juni 2010 legte ging der Stolz Berlins – der „Rosinenbomber“ – eine Bruchlandung mit 7 Verletzten hin. Die Traditions-Maschine , eine Douglas DC-3 „Dakota“, stürzte bei dem Flughafen Schönefeld ab, die Maschine geriet in Brand.
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Alt 27.06.2020, 07:42:10   #79
raptor230961
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„So schnell schießen die Preußen nicht“
Bedeutung: Die Redewendung fordert Geduld. Man sollte nichts überstürzen. Es ist nicht so schlimm, wie es zuerst aussieht.

Herkunft:
Für die Herkunft gibt es mehrere Begebenheiten.
Erstens war der Volksglaube verantwortlich: Man nahm an, daß der König schon nicht so schnell Krieg führen würde (erst als letzten Ausweg einen Krieg riskieren würde), da nach dem französischen Vorbild seit 1742 auf den Kanonen die Inschift „Ultima ratio regis“ (das letzte Mittel des Königs) prangte. Im Volksmund kam der Spruch auf: "So schnell schießen die Preußen nicht".

Ein weiterer Grund geht auf den preußischen „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) zurück. Dieser liebte seine „langen Kerls“ und bestrafte sie nach Vergehen auch aus Sparsamkeit nicht mit dem Tode. In anderen Armeen wurden Deserteure sofort erschossen. In Preußen wurden Deserteure zwar halbtot geprügelt – dann aber wieder gesund gepflegt, damit sie wieder als Soldaten dienen konnten. Für das Erschießen waren sie nach der teuren Ausbildung viel zu wertvoll.

Die dritte Begebenheit ist ein Irrtum: Die Feinde Preußens glaubten nicht, daß die preußischen Soldaten schneller nachladen und wieder schießen konnten, wie sie. In den Kriegen wurden sie mehrfach eines besseren belehrt. Zuerst wieder der preußischen „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. mit seinen „langen Kerls“. Der König war berüchtigt, daß er große Männer für sein Heer „sammelte“. Sowohl durch reguläre Anwerbung, als auch durch „shanghaien“ (damals international eine gängige Praxis, Bürger als zukünftige Soldaten oder Seemänner aus Kneipen zu entführen) oder durch das Ankaufen bei anderen Regenten. Das war jedoch nicht, weil diese Soldaten „schneidiger“ und gleicher aussahen. Der Grund war, daß zu jener Zeit die Gewehre nur Vorderlader waren. Zum Laden stellt man das Gewehr mit dem Schaft auf den Boden und lädt die Munition oben in den Lauf. Da sind größere Männer beim Laden bedeutend schneller, als kleine Soldaten. Zudem wurden preußische Soldaten mehr gedrillt, als andere Armeen. Die Schußfrequenz steigt durch größere Schützen und die durch den Drill „sitzenden Griffe“enorm an. Folglich schossen die Preußen doch schneller.

Eine ganze Weile später hatte das preußische Heer eine weitere „Geheimwaffe“. Wieder meinte der Feind „so schnell schießen die Preußen nicht“. Dieses Mal waren es die Österreicher. Am 03. Juli 1866 trafen in Königgrätz die Österreicher auf die Preußen. 400.000 Soldaten kämpften für ihr Land. Die Österreicher hatten ihre altbewährten Vorderlader. Zum Nachladen (Pulver, Kugel, Heftpflaster, stopfen) mußten sie stehen. In ihren hellen Uniformen waren sie gut sichtbar. Die Preußen hingegen hatten ihre neuen Gewehre. Durch das „Zündnadelgewehr“ war es möglich, die fertigen Patronen vom hinteren Ende zu laden. Die Gewehr konnte man im Liegen laden. Die Uniformen waren dunkelgehalten – und dadurch nicht so gut zu sehen. Natürlich trifft man das stehende Ziel besser, als ein liegendes Ziel.
Die Verluste der Preußen: 359 Offiziere, 8.794 Mann und 909 Pferde, davon 1.929 Gefallene, 6.948 Verwundete und 276 Vermisste. Die Österreicher verloren 1.313 Offiziere, 41.499 Mann und 6.010 Reiter, davon 5.658 Gefallene, 7.574 Verwundete, 7.410 Vermisste und 22.170 Gefangene.
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Alt 27.06.2020, 10:22:37   #80
raptor230961
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„sich am Riemen reißen“
Bedeutung: Man soll sich beherrschen, sich anstrengen, sich zusammennehmen.

Herkunft: Diese Redewendung kommt wieder vom Militär. Wenn die Uniform beim Morgenappell nicht vorschriftsmäßig angelegt war, wenn z.B. der Riemen (Koppel (Gürtel), Riemen der Patronentasche über der Brust, den Munitionsgürtel …) nicht richtig saß – dann mußte der Soldat „sich am Riemen reißen“, damit der Riemen wieder richtig saß.
Eine weitere Herkunft: Hier geht es um das Geschirr der Zugtiere an einem Wagen. Hier reißt man am Riemen, um die Fahrt-Richtung des Wagens zu verändern oder die Fahrt zu unterbrechen.
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Alt 28.06.2020, 08:52:42   #81
raptor230961
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„schweres Geschütz auffahren“
Bedeutung: Diese Redewendung wird heute in der Umgangssprache dafür verwendet, daß man sich jemandem heftig entgegenstellt, gewichtige (Gegen-)Argumente vorbringt.

Herkunft: Die Redewendung kommt aus dem militärischen Bereich und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Als „schweres Geschütz“ bezeichnet man Artillerie mit einem größeren Kaliber. "Schweres Geschütz auffahren" bedeutet, daß man diese Geschütze in Stellung bringt - für das Abfeuern aufstellt.
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Alt 28.06.2020, 17:40:46   #82
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„auf Tuchfühlung gehen“
Bedeutung: Heute wird diese Redewendung für alltägliche Situationen gebraucht. Sowohl bei der körperlichen – als auch bei der geistigen Annäherung. Generell ist aber gemeint: Wenn man eine Person kennenlernt, geht man mit dieser Person erst „auf Tuchfühlung", ob man sich überhaupt mag. (Ob als Freunde, Arbeitskollegen oder als Partner.)
Oder im romantischem Sinne, wenn man den engen Körperkontakt zu einer anderen Person sucht. "Auf Tuchfühlung gehen" gibt es auch beim Tanzen. Hier kommt man z.B. bei Standard-Tänzen (oder bei romantischer Musik bei einem "Schmusetanz" / "Stehblues") dem Tanz-Partner körperlich näher.

Herkunft: Beim Militär stehen die Soldaten beim Antreten oft so dicht nebeneinander, daß sich die Tücher der Ärmel berühren. Sie gehen – wenn auch nicht im romantischen Sinn - „auf Tuchfühlung“.
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Alt 29.06.2020, 08:44:28   #83
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„Quartier machen“
Bedeutung: Wenn sich eine Person oder eine Gruppe eine Unterkunft besorgt. Wenn man sich einmietet, ein Zimmer im Hotel nimmt oder in einem Ausnahmefall (Krieg, Katastrophe, Seuche …) eine Unterkunft beschlagnahmt.

Herkunft: Der Ursprung liegt im Latainischen: „quartarius“, dann „quartus“, „Quart“. Das Wort „Quartier“ im Deutschen wurde aus dem Französischen – der Sprache der Diplomatie - übernommen. Quartier ist ursprünglich ein Viertel von etwas. Zum Beispiel: der „Quarter“ ist ein viertel Dollar oder das „Viertel“ einer Stadt … („Armutsviertel“). Das „Quartier“ ist eigentlich auch ein Teil eines Heerlagers. „Quartier machen“ bedeutet, daß man für eine Person oder die Truppe eine Unterkunft für die Zeit der Anwesenheit fertig macht.
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Alt 30.06.2020, 09:47:29   #84
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„Karo einfach“
Bedeutung: „Karo Einfach“ bedeutet „einfache Speisen“. Essen mit wenigstem Aufwand und am billigsten herhestellt. Kann aber auch bedeuten, daß das Essen aus regionalen Produkten gemacht worden ist – ohne die Zutaten mit großem Aufwand importiert zu haben.

Herkunft: Diese Redewendung stammt aus der Soldatensprache des 1. Weltkrieges. Hier kam es durch die Blockade der Allierten in Deutschland zu einer Verknappung der Lebensmittel. Sowohl bei der Zivilbevölkerung zu Hause als auch bei den Soldaten an der Front wurden die Lebensmittel rationiert. Als die Soldaten teilweise als Tagesration nur eine trockene Scheibe Brot bekamen tauchte die Redewendung auf. Dabei wurde auf das Skatspiel angespielt: Ein "Karo einfach" ist das Spiel mit der geringsten Anzahl an Punkten (18 ).
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Alt 30.06.2020, 18:16:13   #85
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„das rote Telefon“
Bedeutung: Eine ständige Verbindung während des Kalten Krieges zwischen den USA und der U.d.S.S.R. um einen Atomkrieg zu verhindern.

Herkunft: Während des Kalten Krieges (ca. 1947 bis 1989) wurde aus Angst vor einem Atomkrieg nach der „Kuba-Krise 1962 eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml installiert. Aber im Gegensatz zu dem Namen „rotes Telefon“ (auch als „Heißer Draht“ [engl.: „Hotline“] war das „Telefon“ lediglich eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Über 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges richteten Russland und die NATO 2015 wieder eine direkte Verbindung zwischen ihren Generalstäben ein.
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Alt 01.07.2020, 11:09:05   #86
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„sturmfreie Bude“
Bedeutung: Ein Zimmer oder eine Wohnung, die nicht kontrolliert werden können. In denen man ungehindert Besuch empfangen kann.

Herkunft: Der Begriff "Sturmfreiheit" bezeichnete ursprünglich, dass eine Burg gegen einen Angriff abgesichert war. Frei nach dem Motto: Mit den Waffen der Zeit war die Burg nicht einzunehmen – der Feind konnte nicht eindringen.
Aber- wie immer: Bei jeder Modernisierung von Waffen oder einer Entwicklung von Defensiv-Systemen kommt immer eine Gegenentwicklung. Vereinfacht: Zuerst wurden um die Gebäude Mauern gebaut – worauf die Belagerer Leitern benutzte. Daraufhin wurden Wassergräben um die Burg geschaffen. Der Feind grub der Burg das Wasser ab (siehe „jemandem das Wasser abgraben) …
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Alt 01.07.2020, 16:45:26   #87
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„Gewehr bei Fuß“
Bedeutung: Wer „Gewehr bei Fuß“ steht ist bereit für eine sofortige Aufgabe – für was auch immer.

Herkunft: Diese Redensart ist der Militärsprache entnommen. Hier war früher „Gewehr bei Fuß“ ein Befehl aus dem „Formaldienst“ (das Exerzieren). Heute noch gibt es Befehle, wie „Gewehr über“, Präsentiert das Gewehr“ oder „Gewehr ab“.
Früher (bei den Vorderladern) war die Ausübung von „Gewehr bei Fuß“ aus dem Formaldienst auch im Gefecht üblich: Der Soldat, der mit dem Nachladen der Waffe fertig und wieder schußbereit war stellte sein Gewehr „bei Fuß“. Die Offiziere sahen so, wer für die nächste Feuersalve wieder bereit war.
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Alt 02.07.2020, 07:00:52   #88
raptor230961
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„gut in Schuß“
Bedeutung: Wenn etwas nicht abgenutzt oder verschlissen ist. Wenn man einen gepflegten Eindruck macht. Zudem auch für einen guten Gesundheitszustand und die körperliche Fitness.

Herkunft: „Gut in Schuß“ – da gibt es gleich zwei Ursprünge: Die Waffen – die Gewehre und die Kanonen – können nur dann richtig funktionieren, wenn sie auch gut gewartet und gepflegt sind – eben „gut in Schuß" gehalten werden.
Zudem gibt es noch die Waffe selber: Eine Waffe muß auch heute noch erst „eingeschossen“ werden. Das heißt, daß der „Haltepunkt“ der Waffe festgestellt werden muß. Auf der Waffe gibt es die Kimme und den Korn. Über diese beiden Zielpunkte richtet man die Waffe auf das Ziel aus. Da aber der wahre Haltepunkt nur selten genau über Kimme und Korn liegt stellt man fest, wie weit das Ziel „ausreißt“. Beispiel: Der wahre „Haltepunkt“ ist Links oben – die Waffe muß also weiter rechts unten zielen, um ein Ziel zu treffen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Die teurere und arbeitsaufwendige Lösung (z.B. „Luxuswaffen“ für die Jagd) ist, Kimme und Korn zu korrigieren. Das geht natürlich nicht bei „Massenwaffen“. Hier wird einem nur der Haltpunkt mitgeteilt. Mit dem richtigen Haltepunkt gilt die Waffe als „eingeschossen“. Man kann mit dieser Waffe auch wirklich treffen. Die Waffe ist „gut in Schuß“.
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Alt 02.07.2020, 18:08:17   #89
raptor230961
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„am Drücker sein“ / „am Drücker sitzen“
Bedeutung: „Am Drücker sein“ / „am Drücker sitzen“ bedeutet „die Macht haben“. Es sitzt der am Drücker, der bestimmt, was zu geschehen hat – wer „das Sagen“ hat.

Herkunft: Wieder gibt es gleich zwei Ursprünge: Zuerst die nicht militärische Quelle. Hier geht es um die für „Normalsterbliche verschlossene Tür: Es geht um die Person, die die Macht hat, eine wichtige Tür zu öffnen – oder für andere verschlossen zu halten. Gemeint ist z.B. eine Tresor-Tür, den Zutritt zu Königsschlössern, „Fort Knox“ …
Die militärische Quelle bezieht sich auf dem „Drücker“ – dem „Abzug“ - am Gewehr, durch dessen Betätigung der Schuß abgegeben wird. Wer zuerst „am Drücker sitzt“ ist klar im Vorteil (solange er trifft).
Besonders in der Zeit der atomaren Rüstung: Hier gilt: „Wer zuerst schießt stirbt als Zweiter“ (Damit ist gemeint, daß die Raketen des Zweiten später einschlagen als derjenige, der zuerst „am Drücker war“. Wobei es jedoch keine Sieger gibt. Einen Atomkrieg wird bei über 13.000 Atomwaffen keiner auf der Erde überleben!
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Alt 03.07.2020, 06:58:35   #90
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„aufs Korn Nehmen“ / „im Visier haben“
Bedeutung: Man hat eine Person unter einer besonders aufmerksamen und kritischen Beobachtung, ähnlich, wie „auf die Finger sehen“ oder „auf dem Kieker haben“. Auch in der Satire und im Kabarett werden Leute gern „aufs Korn genommen“. Verdächtige geraten „ins Visier“ der Polizei.

Herkunft: Beide Redewendungen kommen aus dem Bereich des Militärs und der Jägersprache. Für beide Sprüche und beide Ursprungsquellen gilt, daß man erst genau zielen muß, um erfolgreich einen Schuß auf ein Ziel abzugeben.
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