Eintrag #72, 14.10.2009, 18:24 Uhr

Blaue oder Rote Pille?

Das 24-Billionen-US-Dollar-Bailout-Desaster

Artur P. Schmidt
12.10.2009  

Billionen US-Dollar im Schwarzen Fed-Loch verschwunden?

Gemäß dem Generalinspekteur des TARP-Programmes Neil Barofsky könnte sich die Gesamtsumme des US-Bailouts von 2007 bis jetzt auf unglaubliche 23.7 Billionen US-Dollar belaufen. Als die Finanzkrise im Herbst 2008 zu einer Systemkrise zu werden drohte, wurde das Troubled Asset Relief Programm (TARP) vom damaligen Finanzminister
Henry Paulson ins Leben gerufen. TARP bestand zunächst aus einem Rettungspaket von 700 Milliarden US-Dollar und erlaubte dem Finanzministerium notleidende Wertpapiere ("troubledassets") aufzukaufen. Diese schwer bewertbaren Papiere sind auch heute noch der Hauptgrund dafür, warum sich die Banken bei der Kreditvergabeimmer noch stark zurückhalten.

Die Funktion von TARP ist, dass die angeschlagenen Geldinstitute ihre Wertpapiere an das Finanzministerium verkaufen können. Gleichzeitig geben sie diesem Aktienoptionsscheine, Aktien oder sonstige vorrangige Schuldverschreiben, wobei vorwiegend Vorzugsaktien bzw. Optionsscheine für stimmrechtslose Aktien gegeben wurden.

Zwar haben diese Maßnahmen die Aktienmärkte wieder auf Erholungskurs geschickt, jedoch ist die Realwirtschaft aufgrund der immensen Verschuldung immer noch nicht in eine nachhaltige Erholung übergegangen. Trotz eines potentiellen 24-Billionen-Bailout, der etwa 50 Initiativen und Programme der Bush- und Obama-Regierung umfasst, kommt der Schulden-Junkie USA nicht auf die Beine. Wie sollte er auch, wird doch der gesamte Bailout nicht durch Sanierung, sondern durch die Aufnahme neuer Schulden finanziert?

Es wird deshalb Zeit, dass die Ursachen der Finanzkrise verstanden werden. Senator Byron Dorgan aus Nord-Dakota erhob am 13. April 2009 in einem Interwiev mit Newsweek zu Recht die Forderung nach einer Untersuchung im Stile der Pecora-Kommission der dreißiger Jahre, die nach den Gründen für den Wallstreet-Crash von 1929 forschte. Bereits 1999 hatte Dorgan nachdrücklich vor der (von Larry Summers betriebenen) Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes (Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken) gewarnt.

Agent Obama Smith

Selbst für Barofsky, der das TARP zu überwachen hat, sind viele Dinge intransparent und die Steuerzahler werden im Unklaren gelassen, wer das Geld überhaupt bekommen hat und was sie damit anstellen. Bereits im Herbst 2008 sind auf unerklärliche Weise sage und schreibe 2 Billionen USD in einem Schwarzen Loch verschwunden. Eine Befragung der Generalinspektorin der Fed Elizabeth Coleman durch den Republikaner Alan Grayson ergab, dass diese insgesamt 9 Billionen US-Dollar an außerbilanziellen Transaktionen nicht erklären konnte (US-Notenbank agiert völlig ohne Kontrolle). Den Preis dieser Versenkungsorgie an US-Dollars werden die amerikanischen Steuerzahler zu bezahlen haben.

Der ehemalige CEO von Goldman Sachs Paulson hatte sich in seiner Funktion als Finanzminister zu einem Bankster aller erster Güte gemausert, der ihm ehemaligen New Yorker Notenbankpräsident einen würdigen Nachfolger gefunden hat. Jetzt wirkt die Bankster-Riege der zweiten Generation in Kooperation mit der Fed, um den Mittelstand in den USA restlos über eine Bailoutorgie zu ruinieren.

Wohl deshalb sagte Obama in einem Interview in Anlehnung an den Spielfilm "Die Matrix", dass es für die USA besser sei, die blaue Pille zu nehmen. Nun steht die blaue Pille in diesem Film für die Lüge und nicht für die Wahrheit. Es dürfte kaum überraschen, wenn sich die Bailout-Summe in den nächsten Monaten noch weiter erhöhen sollte. Spätestens bei 100 Billionen US-Dollar dürfte dann endgültig der Grundstein für eine Hyperinflation in den USA gelegt sein.

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