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Star Wars Battlefront 2 im Test

Star Wars Battlefront 2 im Test

Wieder einmal zeitlich quasi fast perfekt erscheint ein neuer Ableger von Star Wars Battlefront. Mit Star Wars Die letzten Jedi läuft nun seit einigen Wochen Episode 8, beziehungsweise die zweite Episode der aktuellen Trilogie in den Kinos. Und EA möchte natürlich an dem aktuellen Hype um den Film teilhaben und veröffentlicht ein neues Star Wars Spiel. Und diesmal soll man sogar aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben. Es gibt nun eine Kampagne, ihr könnt in allen Episoden der Star Wars Historie spielen und einen gefestigten Singleplayer-Modus gibt es auch noch! Das klingt fast zu schön um wahr zu sein…

Do not underestimate the power of EA

Und um nicht zu viel vorweg zu nehmen, ist es leider auch. Aber fangen wir bei den guten Punkten an. Denn es gibt tatsächlich eine Singleplayer-Kampagne. Battlefront bleibt sich dabei seiner Linie treu. In Star Wars Battlefront 2 aus dem Jahre 2005 habt ihr die komplette Kampagne auf der Seite der Bösen gespielt. Nämlich der 501. Legion, die später Vaders Faust genannt wurde. Eine der besten Klontruppen-Legionen überhaupt. In dieser Kampagne erlebt ihr die Order 66, den ikonischen Moment in dem Klontruppler die Jedi-Hüter vernichten. Habe ich übrigens schon die Spoiler-Warnung erwähnt? Im neuen Star Wars Battlefront 2 spielt ihr dagegen keine Geschichte mit Film-Hintergrund, sondern eine komplett eigenständige Geschichte die sich zwischen Episode 6 und 7 ansiedelt. Protagonistin ist Iden Versio, eine Elite-Soldatin des Imperiums, die die Zerstörung des Todessterns miterlebt. Aus dieser für imperiale Soldaten doofe Situation entwickelt sich die Story. Diese ist zwar nur ein Lückenfüller, hat also keine wichtigen Punkte für den Kanon parat, aber schmückt einige Hintergrundinfos aus. Außerdem trefft ihr auf alle möglichen Bekanntheiten aus den alten und den neuen Star Wars Filmen und auf Lando Calrissian, den die Schöpfer der neuen Star Wars Trilogie wohl vollkommen vergessen haben? Insgesamt spielt sich diese Kampagne schnell und intensiv und bringt einige coole Momente mit sich, die einem in Gedächtnis bleiben. Eine Kampagne in der Tradition eines Call of Duty oder Battlefield: Nichts was einen wirklich glücklich macht oder auf den Multiplayer vorbereitet, aber auch nichts, was den Kaufpreis für die Solo-Erfahrung rechtfertigen würde.

Die Solo-Spielmodi sind eher gezwungen. Im Arcade-Modus spielt ihr lediglich simple Challenges, nach dem Motto „Töte X Soldaten des Imperiums“ oder „Töte X Droiden der Separatisten“. Keine große Überraschung also. Zudem hat man nun die Möglichkeit alle Maps im Singleplayer in zwei einfachen Spielmodi zu spielen. Raumkämpfe und die erweiterten Spielmodi sind nicht mit von der Partie. Leider fehlt weiterhin der beliebteste Spielmodus aus dem 2005er Vorgänger. Die Galaxis-Eroberung. Hier konntet ihr auf Seiten der Rebellen oder des Imperiums, beziehungsweise der Klonkrieger und der Separatisten die gesamte Galaxie erobern. Für jeden Sieg habt ihr Punkte freigeschaltet, die ihr in die Verbesserung euer Einheiten stecken konntet. Trafen zwei Trägerschiffe aufeinander, gab es einen Raumkampf und der Verlierer musste bei seinem Startplaneten anfangen. Wirklich cool gemacht und für Star Wars Fans ein wahrer Traummodus, zumal ja jetzt mit der letzten Ordnung und des Widerstands noch eine neue Fraktionsgruppe dazukommen würde.

Gemeinsam besser?

Aber wer in Star Wars Battlefront 2 nun ein Fest für Solo-Spieler erwartet, der wird hart enttäuscht. Denn das war nie die Absicht eines Battlefront 2. Primär geht es um den Multiplayer. Und der ist im Grunde genommen nicht schlecht, lässt aber spielerische Tiefe vollends vermissen. Statt neun Spielmodi gibt es auch im neuen Battlefront lediglich 5: Angriff, ein aufgabenbasierter Team-Deathmatch, Helden gegen Schurken, wo die Helden und Schurken der Star Wars Saga gegeneinander antreten, Galaktischer Angriff, der neue Walker-Modus mit Massenschlachten, Galaktischer Angriff, eine Art Walker-Modus im Weltall, sowie Gefecht, der Standard-Deathmatch-Modus. Wenige Spielmodi zwar, aber genau die, die unterschiedliche Spielweisen fördern und taktische Unterschiede zulassen. Leider ist das reine Gameplay dann komplett frei von Taktik. Es gibt keinen Spawn bei Mitspielern, euer Squad existiert nur um mehr Punkte abzusahnen und haushalten mit Munition oder Gesundheit gibt es nicht, denn beides ist mit entsprechender Wartezeit unendlich. Auch die nun unterschiedlichen Klassen unterscheiden sich lediglich in den Waffenarten und den Grundfähigkeiten. In der Kampagne habt ihr die Chance auf alle Waffentypen einzugehen und die Arcade-Modi mögen euch zuweilen dabei helfen, euch für eine bis zwei Klassen zu entscheiden, die ihr dann spielen wollt. Aber in einem schnellen Spiel, das wenig Taktik mit sich bringt, erwarte ich eigentlich einen freien Klasseneditor, um eure ganz eigene Kombination zu erstellen. Außerdem kommen wir an dieser Stelle nicht drum rum, über das Lootsystem zu reden.

Denn das Lootsystem ist ein Hund der sich selber in den Schwanz beißt und sich dann stundenlang im Kreis dreht. Zur Verbesserung von Fähigkeiten benötigt ihr sogenannte Sternenkarten, dieser verbessern die Attribute oder Fähigkeiten eines bestimmten Typs. Diese Karten findet ihr in erster Linie aber in den Lootboxen die für Echtgeld gekauft werden. EA nahm diese Kritik schon zur Beta auf und schwächte dann ab. Fortan sollten die besonders starken Sternenkarten nur hergestellt werden können. Blöd nur, wenn die dafür benötigten seltenen Materialien nur in den kostenpflichtigen Lootboxen stecken. Auch die Credits, mit denen ihr Helden oder andere Dinge freischalten könnt, sind an sich sinnfrei. Denn diese sind nicht wie in anderen Multiplayer-Spielen eine Belohnung für besonders gute Leistung. Nein, ihr bekommt immer die gleiche Anzahl nach einem gewonnen oder verlorenen Match. Das brachte Spieler schnell dazu, ihren Controller über Nacht festzuklemmen und so Credits zu farmen. Traurig, aber wahr. Mit diesen Credits könnte man theoretisch auch Lootboxen kaufen, allerdings bekommt ihr für gewonnene Matches 200-300 Stück und müsst für eine gute Lootbox über 4000 Credits einkalkulieren. Inzwischen wurde das Loot-System aber vorerst gänzlich auf Eis gelegt. Das heißt nicht, dass EA darauf verzichten will, dieses System weiterhin anzubieten, man will aber vorerst genau überlegen, wie man das System aufstellt, damit man allen Fans gerecht wird. Angeblich, aber das ist nur ein Gerücht, soll sogar Disney selber gefordert haben, dieses Loot-System zu entfernen um den guten Star Wars Markennamen nicht zu verunstalten.

Das Star Wars Feeling

Aber die spannenste Frage ist und bleibt: Wie steht es um das Star Wars Feeling. Was uns Star Wars Fans am wichtigsten ist, ist dass es das Feeling der Filme und des Universums aufgreift, coole Action bietet und der Serie treu bleibt. Und das schafft Star Wars Battlefront 2 erstaunlicherweise sogar. Besonders der Spielmodus Galaktischer Angriff ist dabei Nostalgiefeeling pur, wenn ihr mit einem X-Wing einer Staffel Tie-Fighter hinterherjagt, von hinten von herannahenden Abfangjägern beschossen werdet, euch Chewbacca und Han Solo dann aber im Rasenden Falken retten, da fühlt man sich wirklich an Hans Rückkehr nach Yavin am Ende von Episode 4. Auch die Bodenkämpfe wirken cool, wenn vor euch ein rotes Lichtschwert angeschmissen wird und ihr euch versucht zu retten. So fühlt sich also ein Rebellensoldat vor Darth Vader?

Die Grafik und der Sound, der perfekt den Filmen nachempfunden ist, tun dazu ihr übriges. Denn an diesen beiden Punkten gibt es wirklich nichts zu bemängeln.

Und so bleibt man am Ende des Tages mit gemischten Gefühlen vor dem Bildschirm sitzen. Einerseits ist Star Wars Battlefront 2 ein solides Star Wars Erlebnis mit cooler Aufarbeitung noch perfekter Technik, auf der anderen Seite lässt der Multiplayer sämtliche spielerisch interessante Komponente vermissen, auch wenn ein stimmiges Star Wars Feeling geboten wird. Die Singleplayer-Kampagne hingegen lässt sowohl storytechnisch als auch spielerisch viel zu viel liegen. Das ursprüngliche Loot-System war eine reine Frechheit für ein Vollpreisspiel (weshalb Battlefront II es [unter anderem] derzeit auch schon ab 31,44 € für PC und wenige Euro mehr für Konsole zu haben ist). Fraglich bleibt wie dieses System in Zukunft aussehen wird. Und somit bleibt mir dann am Ende zu sagen, dass Star Wars Battlefront 2 ein ideales Spiel für den Star Wars Liebhaber, also nicht den Star Wars Geek, Freak, Nerd oder ähnliches, ein wirklich gutes Spiel ist. Wer enstpannt ein wenig Star Wars Feeling abkriegen möchte und keine allzugroßen Erwartungen an Multiplayer-Shooter stellt, der hat hier ein wirklich astreines Spiel. Wer ein cooles Spiel für Star Wars Freaks erwartet, der wird eher enttäuscht sein, denn auch die gute Aufbereitung können nicht über die Schwächen des Spiels hinwegtäuschen.

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Gaming
[next-gamer.de] · 28.12.2017 · 13:26 Uhr
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