Flüchtlingsbus in Sachsen mit Steinen und Böllern attackiert

11. Dezember 2015, 17:18 Uhr · Quelle: dpa

Jahnsdorf (dpa) - In Sachsen ist es erneut zu schweren Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft gekommen. Im Erzgebirgsort Jahnsdorf wurde ein Bus mit neu ankommenden Asylsuchenden angegriffen.

Aus einer Gruppe von 30 Menschen heraus warfen sechs Täter Steine und zündeten Böller, wie das Operative Abwehrzentrum der Polizei (OAZ) in Leipzig mitteilte.

Der Busfahrer erlitt durch einen Böller eine Fußverletzung. Auch ein Wachmann wurde getroffen, konnte aber den Feuerwerkskörper vor der Explosion noch wegschießen. Eine Fensterscheibe des Busses wurde zerstört. Die Flüchtlinge wurden nach den Polizeiangaben so in Angst und Schrecken versetzt, dass sie das Lager mit Wohncontainern nicht mehr beziehen wollten und in ein anderes Quartier gebracht werden mussten.

Nach Angaben einer Sprecherin griff die Polizei rasch ein und stellte auch die Identität von Beteiligten fest. Das OAZ ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

In Sachsen ist es in diesem Jahr immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen vor Asylbewerberheimen gekommen, darunter in Freiberg, Freital und Meerane. Besonders heftige Krawalle gab es in Heidenau bei Dresden: Dort versuchte ein rechter Mob im Sommer, den Einzug von Flüchtlingen in einen früheren Baumarkt zu verhindern, und lieferte sich eine Straßenschlacht mit der Polizei.

Nach Angaben der Informationsplattform «Mediendienst Integration» führt Sachsen 2015 mit großem Abstand die Liste ausländerfeindlicher Übergriffe und Aktionen in Deutschland an. Erst am Donnerstag war ein Fall bekanntgeworden, der Abscheu auslöste: In einer Schule in Wurzen wurden mehrere Flüchtlingskinder von Mitschülern angegriffen und verletzt.

Bis Ende November wurde fast ein Viertel aller 2015 registrierten Brandanschläge auf Asylunterkünfte in Sachsen verübt. Insgesamt wurden demnach 459 Angriffe auf solche Einrichtungen registriert. Sachsen liegt auch hier mit 126 Vorfällen an der Spitze. Die Daten stammen aus Zahlen der Polizei und von Opferberatungen, hieß es.

In der Politik löste der neuerliche Vorfall Entsetzen aus. «Wir werden den Verantwortlichen für diesen feigen Gewaltexzess den Prozess machen und sie zur Rechenschaft ziehen», sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen, dass sie fremdenfeindliche Täter zügig entlarvten.

«Eine kleine radikale und hochgefährliche Minderheit versetzt das ganze Land in Schrecken», sagte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Hier helfe auch kein Dialog mehr, hier müsse konsequent verfolgt und bestraft werden.

Die Gemeinde Jahnsdorf mit rund 5600 Einwohnern distanzierte sich von den Ausschreitungen und geht davon aus, dass die Krawallmacher von auswärts kamen. Das lasse sich aus ersten Informationen der Polizei ableiten, sagte Verwaltungsleiter Albrecht Spindler auf Anfrage. Zuletzt habe es wiederholt Proteste gegen das Containerdorf gegeben, allerdings sei alles friedlich geblieben.

Migration / Flüchtlinge / Kriminalität / Sachsen
11.12.2015 · 17:18 Uhr
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