Wärmepumpe sinnvoll mit Photovoltaik kombinieren? Eure Erfahrungen?

LordMartymor

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7 Oktober 2022
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Ich habe mich schon vor längerem bezüglich eines Wechsels zu einer Wärmepumpe informiert. Anfangs waren für mich die ökologischen Vorteile ausschlaggebend. Angesichts der Energiekrise und der derzeitigen Gaspreise, gibt es natürlich noch andere Gründe… Was ich erst vor kurzem gelesen habe, ist, dass man eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren kann. Das finde ich sehr spannend. Die Strompreise sind ja ebenfalls sehr hoch und man ist vielleicht etwas unabhängiger vom Markt. Betreibt jemand von euch bereits eine Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik und kann berichten? Würdet ihr diese Kombination empfehlen?
Ich lebe übrigens in Österreich.
Danke für eure Kommentare!
 
Grundsätzlich ist das erstmal eine Kostenfrage.
Also was dir bewusst sein muss, dass im Winter die Sonne deutlich weniger scheint. Und Strom braucht die Wärmepumpe im Winter meistens dann, wenn keine Sonne scheint (also früh und abends).
Wäre dann also ggf. zu empfehlen, einen Batteriespeicher mit zu installieren. Was aber auch interessant ist, Solarthermie, da du dann je nach Auslegung in den Sommermonaten die Wärmepumpe fast gar nicht benötigst.

Grundlegende Beratung durch min. 3 Heizungsfirmen würde ich auch empfehlen. Da erzählt nämlich jeder was anderes. Laß dir auch mal ausrechnen, wieviel Strom du für die Wärmepumpe verbrauchst, wenn du deinen aktuellen Gasverbrauch als Grundlage nimmst.

In Deutschland haben übrigens viele Stromanbieter auch extra Wärmepumpentarife. Keine Ahnung, ob es das in Österreich auch gibt.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/waermepumpe-109.html ist übrigens interessant, wenn es um ältere Gebäude geht.

anddie
 
Sinnvoll ist es dann wenn alles zusammenpasst. Heißt mal grundlegend, wie bei allen anderen heizungstypen auch, das Haus muss gut gedämmt sein. Wenn man dann eine Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage kombiniert, kommt es drauf an wie das Haus ausgerichtet ist, ob man auch im Winter viel Sonne abbekommt,...
Jeder Wärmepumpentyp braucht auch unterschiedlich viel Strom (ganz abgesehen jetzt von den unterschiedlichen Herstellern, Modellen und der Dimensionierung). Eine Wärmepumpe mit Erdsonde braucht weniger Strom als eine Luft/Wasser-Wärmepumpe.
Ich hab jetzt seit fast 4 Jahren eine Wärmepumpe in unserem Ferienhaus. Die wollen wir auch mit PV-Anlage ausstatten. Bis jetzt hat es noch nicht funktioniert (Corona, steigende Kosten, Lieferengpässe bei PH-Paneelen). Aber das stand schon immer auf unserer Agenda. Da haben wir schon beim Einbau der Wärmepumpe darauf geachtet - also alle Anschlüsse liegen schon.
Du solltest dich gut beraten lassen. Geh auf Baumessen und lass dir alles gut erklären, schreib dir ein paar Anbieter raus bzw. Modelle, die für dich in Frage kommen. Wir sind auch direkt zu Vaillant gegangen und haben uns beraten lassen. Weil die großen Hersteller alle Wärmepumpentypen anbieten, wenn du jetzt zu einem Heizungsbauer gehst, der nur (oder zumindest hauptsächlich) Luft/Wasser-Wärmepumpen einbaut, wird der dir auch nur diesen Typ empfehlen. Aber vielleicht bietet sich eher eine Erdbohrung an. Da würde ich alle Optionen offen halten wollen.
Im Sommer nutzen wir die Wärmepumpe um das Haus zu kühlen. Da es ein Ferienhaus ist, sind wir vorzugsweise im Sommer dort. Im Winter sind wir dank der Wärmepumpe aber auch öfter dort. Davor haben wir mit Strom geheizt, das ging ziemlich ins Geld. Mit der Wärmepumpe zahlt es sich auch aus im Winter über das Wochenende hinunter zu fahren.
 
Danke erstmals für eure Tipps. Ich habe mittlerweile einiges recherchiert und war auch bei der ersten Beratung durch einen Fachbetrieb. Erst da wurde mir klar wie individuell das Thema wirklich ist. Empfehlungen von anderen sind gut, aber jetzt denke ich, dass echt eine gute Beratung nötig ist, um die beste Lösung für das jeweilige Haus zu finden. In meinem Fall wird es wahrscheinlich auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik hinauslaufen. Erdbohrungen sind auf meinem Grundstück einfach nicht möglich, aber das Haus eignet sich gut um PV-Panele anzubringen – ich denke das werde ich gleich in einem machen. Bezüglich des konkreten Modells werde ich noch Angebote vergleichen.
 
Ja da gibt es viele verschiedene Lösungen - das muss man schauen welche Lösung die beste für einen ist. Das hängt einerseits vom Haus ab, andererseits von euren Ansprüchen und Vorstellungen.
Da sollte man halt ein wenig vorausdenken. Ist schwer und letztlich weiß man nicht ob das so eintreten wird aber man sollte sich Gedanken machen was in 5 oder 10 Jahren ist. Will man ein E-Auto, möchte man den Pool heizen, Sauna im Keller, baut man zu, Klimaanlage,... Da muss man ehrlich sein und wenn es geht sich einige Optionen offen lassen.
 
Jetzt zu wissen, was die Zukunft bringt, ist natürlich schwierig. Aber der Hinweis ist gut. Dass die PV gleich einen eventuellen Pool mitheizen kann, daran hätte ich jetzt gar nicht gedacht. Ich glaube in den nächsten Jahren wird sich bei dem Thema Heizen, Wärmepumpe, PV etc. einiges tun und noch viel weiterentwickelt, daher ist es sicher nicht schlecht alles so auszurichten, dass es die Möglichkeit zur Erweiterung gibt. Kommt auch darauf an wie viel finanziell auf einmal möglich ist, oder ob man das Projekt schrittweise angeht. Aber da werde ich sicher bei der Beratung mehr erfahren, ich habe mir bereits Termine ausgemacht.
 
Nicht nur den Status Quo abdecken sondern eben etwas vorausdenken. Wenn es dann eben kein Pool wird, man sich kein E-Auto kauft, keine Klimaanlage anschafft,... ist nicht viel verloren. Aber nachträglich dann in 5 oder 10 Jahren nochmal etwas zu ändern, ist nicht unmöglich aber mühsam.
Neuerungen wird es immer geben, man kann aber nicht immer auf die nächste Neuerung warten. Weil da gibts immer Weiterentwicklungen - da würde man immer warten können.

Die Sonne scheint 24/7 es ist der Anstrahlwinkel der die Sonnenstrahlungsstärke verändert.
Aber die Sonne scheint niemanden 24/7 aufs eigene Dach:) Die Sonne scheint immer, das ist richtig. Aber nur ~12 Std auf deiner Seite und nicht immer ist sie sichtbar. Auch der Winkel im Winter ist schlechter als im Sommer.
 
Aber die Sonne scheint niemanden 24/7 aufs eigene Dach:) Die Sonne scheint immer, das ist richtig. Aber nur ~12 Std auf deiner Seite und nicht immer ist sie sichtbar. Auch der Winkel im Winter ist schlechter als im Sommer.
Nun in D OK aber am Äquator sieht die Sache anders aus. Anstelle Dachziegeln nur noch Solar wäre spitze
 
@uli125 Ich bin aus Ö, da scheint mir die Sonne (leider) auch nicht 24/7 aufs Dach :p Aber ich danke lang genug, damit sich Photovoltaik auszahlt.

Ich muss sagen, ich bin von der Kombination Photovoltaik mit Wärmepumpe mittlerweile echt überzeugt. Zugegeben, einerseits ist es einfach meine Einstellung zur Energiegewinnung generell, dass ich das Projekt so interessant finde. Aber umso mehr ich in die Materie eintauche, desto mehr kommt auch die Faktenlage dazu, die für mich persönlich in meiner Situation einfach für die Kombi von Wärmepumpe und Photovoltaik als mein Zukunftsprojekt spricht. Da bin ich auch wirklich dankbar für den Input hier aus dem Forum!
 
Einfach als MIsch anlage Solar und Wind dann biste fien raus auch was die Technik angeht. Für Wind braucht man Höhe, Dächer eignen sich dafür.
 
Nun in D OK aber am Äquator sieht die Sache anders aus. Anstelle Dachziegeln nur noch Solar wäre spitze
Naja aber es geht ja hier eher um unsere Breitengrade. Wir können gerne (in einem anderen Thread) Diskutieren wie sehr das alles Sinn ergibt. Sonnenenergie aus der Sahara, Windenergie aus dem Norden,...
Aber ich danke lang genug, damit sich Photovoltaik auszahlt.
Da muss aber noch mehr passen, ist nicht nur davon abhängig wie lange die Sonne scheint. Es braucht die richtige Ausrichtung des Hauses bzw. des Daches, Nebengebäude sollten keinen Schatten werfen, auch gibt es ja Bäume in der Umgebung, die dasselbe machen können, Schnee darf nicht den ganzen Winter auf dem Dach/Modulen liegen,... Also das muss man dann auch alles berücksichtigen. Man braucht auch genug Platz auf dem Dach.
Einfach als MIsch anlage Solar und Wind dann biste fien raus auch was die Technik angeht. Für Wind braucht man Höhe, Dächer eignen sich dafür.
Ist es nicht schwer bis fast unmöglich eine Genehmigung für ein privates Windrad zu erhalten?
Ich habe schon in einigen Berichten kleine Windräder für den privaten Gebrauch gesehen aber da scheitert es an den Zulassungen. Sinn würde das natürlich machen aber wenn sich da nur ein Nachbar aufregt (und den einen speziellen Nachbarn hat wohl jeder) Dann kann man das schnell wieder vergessen.
Außerdem bringt es auch generell wenig, wenn mir der Strom von den Stromanbietern nicht abgenommen wird. Einerseits weil sie nicht wollen (oder zumindest zu minimalen Preisen), andererseits weil die Netze nicht darauf ausgelegt sind.
 
Also ein privates Windrad kann ich einmal ausschließen. Mit dem Haus wir die vorgeschriebene Bauhöhe schon ausgenutzt. Da bleib ich lieber bei Photovoltaik. Ich hatte schon den ersten Beratungstermin beim Fachbetrieb und bei mir wäre Photovoltaik sinnvoll und ich könnte sie mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kombinieren. Andere Typen von Wärmepumpen sind in meinem Fall leider nicht möglich, aber mir wurde auch genau erklärt, warum es in meinem Fall nicht sinnvoll ist. Ich hatte einen sehr positiven Eindruck von der Beratung. Der Mitarbeiter hat sich viel Zeit genommen und sich alle meine Unterlagen genau angeschaut und viel nachgefragt, um mich sehr individuell zu beraten. Das war sehr hilfreich. Daher an dieser Stelle auch danke für den Hinweis hier im Forum, dass eine Fachberatung so hilfreich ist.
 
Außerdem bringt es auch generell wenig, wenn mir der Strom von den Stromanbietern nicht abgenommen wird. Einerseits weil sie nicht wollen (oder zumindest zu minimalen Preisen), andererseits weil die Netze nicht darauf ausgelegt sind.
solange wie du weniger produzierst als wie du verbrauchst sind das Sorgen die man sich nicht machen braucht.
 
Also ein privates Windrad kann ich einmal ausschließen. Mit dem Haus wir die vorgeschriebene Bauhöhe schon ausgenutzt. Da bleib ich lieber bei Photovoltaik. Ich hatte schon den ersten Beratungstermin beim Fachbetrieb und bei mir wäre Photovoltaik sinnvoll und ich könnte sie mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kombinieren. Andere Typen von Wärmepumpen sind in meinem Fall leider nicht möglich, aber mir wurde auch genau erklärt, warum es in meinem Fall nicht sinnvoll ist. Ich hatte einen sehr positiven Eindruck von der Beratung. Der Mitarbeiter hat sich viel Zeit genommen und sich alle meine Unterlagen genau angeschaut und viel nachgefragt, um mich sehr individuell zu beraten. Das war sehr hilfreich. Daher an dieser Stelle auch danke für den Hinweis hier im Forum, dass eine Fachberatung so hilfreich ist.
So sollte eine Beratung auch ablaufen. Da muss man alles vom Haus berücksichtigen und auch das eigene Verhalten analysieren. Wenn man dann auch noch auf die Zukunft reagiert, sollte es passen. Bei Wärmepumpen ist die Dimensionierung wichtig. Da darf man nicht einfach sagen, viel hilft viel. Das ist bei Wärmepumpen nämlich nicht gut. Dann zahlt man im Endeffekt drauf und ist nicht zufrieden. Das liegt dann aber an den Berechnungen und nicht an der Wärmepumpe selbst.
solange wie du weniger produzierst als wie du verbrauchst sind das Sorgen die man sich nicht machen braucht.
Wenn du auf Geld nicht angewiesen bist, hast du recht.
Aber es geht ja wohl bei der Mehrzahl an Nutzern darum, dass sich das auch irgendwann amortisiert. Das ist schneller der Fall, wenn dir der nicht verbrauchte Strom abgenommen wird. Solange man da auch keinen teuren Speicher kauft, bringt einem der produzierte Strom auch nur dann was, wenn man den Strom gleich verbraucht. Und wer nicht durchgängig zu Hause ist und zur Arbeit muss, dem bringt die Sonne zu Mittag wenig wenn dann im Haus nur der Kühlschrank läuft.
Sicher könnte man das umgehen und sein Haus gleich Smart machen. Dann könnten die ganzen Geräte das selbst entscheiden wann sie sich einschalten (Geschirrspüler, Waschmaschine,...)
 
Also mir persönlich geht es derzeit bei der Photovoltaikanlage in erster Linie darum, dass ich meine Wärmepumpe davon betreiben kann und Warmwasser habe. Da beruhigt mich das Gefühl ein bisschen autarker zu sein. Aber natürlich mache ich die Investition in die Photovoltaik auch, damit es sich früher oder später finanziell lohnt. Daher werde ich mir auch weitere Möglichkeiten der Nutzung für die Zukunft offen zu lassen, soweit es geht. Was ich außerdem sehr angenehm finde, ist, dass ich die beiden „Großprojekte“ Wärmepumpe und Photovoltaik gleich zusammen von einem Anbieter machen lassen kann. Ich denke so ist alles am besten aufeinander abgestimmt… und für mich ist es organisatorisch auch viel einfacher.
 
Der größte Fehler der im System steckt ist alles in Großanlagen zu machen.
Mischproduktion ist am angebrachtesten.
 
Der größte Fehler der im System steckt ist alles in Großanlagen zu machen.
Nur kannst du so halt viel darauf auslegen. Wenn man das sinnvoll macht, habe ich ja nicht einmal etwas dagegen aber es müsste halt mal was weitergehen.
Wenn man dezentral arbeitet muss man sich ansehen wie viele Häuser/Dachflächen überhaupt für Photovoltaikanlagen geeignet sind (Ausrichtung, Sonneneinstrahlung, Größe,...). Da werden dann schon ziemlich viele Häuser/Dachflächen wegfallen.
Weiterer wichtiger Punkt sind dann die Stromnetze. Großprojekte kann ich in die Nähe von Stromtrassen legen, die mit dem erzeugten Strom klarkommen. Die Stromnetze kommen (noch) nicht mit dem erzeugten Strom der Häuser klar oder zumindest nicht in dem Umfang, in dem es angedacht ist.
Mit der eigenen PV-Anlage wird man auch weiterhin den eigenen Stromverbrauch abdecken, da braucht es dann eben noch andere PV-Anlagen für alle anderen Bereiche außerhalb des eigenen Haushaltes.
Die Stromerzeugung ist ja jetzt auch auf wenige größere Kraftwerke ausgelegt. OB man da so einfach alles umbauen kann/will, ist halt auch eine Frage.