Deutschland: ShortNews ist der deutschen Grammatik egal

Denen Checker bei ShortNews ist die Anwend von das deutsche Grammatik aus die Duden nicht mehr so wichtig wie früher. Dank die viele Klicks auf sinnlos Titten-News ist Mann nicht mehr auf andere Meldunge an Gewissen. Zudem, so die Checkä: "Wenn nich, gehe die Gramm-Mathematik ihre weg und wir unsere." Zudem teilen Sie die gleiche Meinung von die Top Autotür Crushial, das nun Vagina und Vulva nicht so sein die Unterschied.

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Dann unterschreiben wir am besten alle ganz schnell das die Türkei nie der EU beitreten kann wenn beide Seiten dies möchten.

Früher oder später wird dies nämlich wieder anders sein...
 
Türkei: Ministerpräsident Erdogan - "EU hat keinen Respekt vor der Demokratie"

Folgende News wurde am 17.06.2013 um 21:33:00 Uhr veröffentlicht:
Türkei: Ministerpräsident Erdogan - "EU hat keinen Respekt vor der Demokratie"
Shortnews

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist der Ansicht, dass die Türkei und die EU differenzierte Ansichten über die Demokratie haben. Ferner beschuldigte Erdogan die EU, über ähnliche Demonstrationen, die unter anderem in Frankreich und England stattgefunden haben, geschwiegen zu haben. Erdogan verteidigte die Arbeit der Sicherheitskräfte, die ihrer Pflicht nachgekommen sind."Die EU respektiert die Demokratie nicht und hat eine andere Auffassung von Freiheit", so Erdogan.
 
Claudia Roth: "Ich habe das Recht, in die Türkei zu kommen und zu demonstrieren"

Folgende News wurde am 19.06.2013 um 10:24:00 Uhr veröffentlicht:
Claudia Roth: "Ich habe das Recht, in die Türkei zu kommen und zu demonstrieren"
Shortnews

Nachdem die Grünen-Chefin Claudia Roth jüngst in Istanbul sich an Protesten beteiligt hat, möchte sie nun den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Deutschland einladen."Ich habe das Recht, in die Türkei zu kommen und zu demonstrieren. Wenn Erdogan an einem Protest teilnehmen oder eine Kundgebung in Deutschland abhalten will, dann würden wir ihn begrüßen", so Roth. Laut Roth wurde Erdogan auf demokratischem Weg gewählt. Doch dies bedeute nicht, dass es keine Oppositionsbewegung geben dürfe. Ferner möchte Roth sich dafür einsetzen, dass der EU-Beitrittsprozess der Türkei weiter geht. Auch diesbezüglich solle Erdogan zum Verhandeln kommen.
 
Gewalt in der Türkei bremst EU-Beitrittsverhandlungen nicht

Folgende News wurde am 24.06.2013 um 20:27:40 Uhr veröffentlicht:
Gewalt in der Türkei bremst EU-Beitrittsverhandlungen nicht
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Luxemburg (dpa) - Für die Türkei rückt ein Neubeginn bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt näher. Trotz des gewaltsamen Vorgehens der türkischen Polizei gegen Demonstranten soll erstmals seit drei Jahren wieder ein neuer Themenbereich für Verhandlungen geöffnet werden.
Dies schlug Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Montag bei einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg vor. Nach diesem politischen Beschluss würden dann die Verhandlungen tatsächlich erst im Herbst beginnen, «im Licht des nächsten Fortschrittsberichts der EU-Kommission», sagten deutsche Diplomaten. Dieser Jahresbericht wird üblicherweise im Oktober vorgelegt.
Allerdings war zunächst noch unklar, ob mit diesem Vorgehen auch die Niederlande und Österreich einverstanden sein würden. Sie hatten ähnlich wie Deutschland Bedenken, angesichts der Spannungen in der Türkei mit neuen Verhandlungen zu beginnen. EU-Diplomaten sagten, der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu habe die irische EU-Ratspräsidentschaft wissen lassen, er sei mit diesem Vorschlag überhaupt nicht einverstanden.
Seit mehreren Wochen demonstrieren in Istanbul und anderen türkischen Städten Zehntausende gegen die konservativ-islamische Regierung. Die Proteste entzündeten sich ursprünglich an Plänen, einen Park in Istanbul zu bebauen. Die Polizeigewalt gegen die Demonstranten war international kritisiert worden.
«Einerseits können wir nicht so tun, als würden die Beratungen hier in einem luftleeren Raum stattfinden und als hätte es die letzten Tage nicht gegeben», sagte Westerwelle. «Andererseits aber müssen wir auch sehen, dass unsere gemeinsamen, allseitigen strategischen, langfristigen Interessen gewahrt werden.» Man müsse jetzt sehen, ob das «eine tragfähige Lösung» sei: «Ob der Vorschlag fliegt, kann man jetzt noch nicht sagen», formulierte Westerwelle.
«Das ist eine Möglichkeit, um einen Bruch zu vermeiden», sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn. «Ich hoffe, dass man es schafft, nicht die Brücken abzubrechen.» Der Gedanke, zunächst ein politisches Ja zu sagen, den Beginn der Verhandlungen aber «auf Herbst oder Winter» zu verschieben, sei noch keineswegs von allen EU-Regierungen akzeptiert.
Diplomaten erwarteten, dass sich die Europaminister der EU an diesem Dienstag mit dem möglichen Verhandlungsangebot an die Türkei beschäftigen würden. Eine Entscheidung wird am Dienstag erwartet, da der Beginn neuer Verhandlungen ursprünglich für Mittwoch geplant war.
Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger sagte, man brauche einen «Bewährungszeitraum», in dem man sehe, «dass die Türkei es ernst meint mit Grundrechten, und dann kann man eine solche Kapiteleröffnung vorsehen». Zu Beginn der Gespräche in Luxemburg hatte er gesagt: «Ich denke im Moment, dass es eine Bewegung vonseiten der Türkei geben muss, bevor wir ein neues Kapitel aufmachen.»
Bisher sind von insgesamt 35 «Kapiteln» erst 13 eröffnet worden, eines wurde schon geschlossen. Die Eröffnung von acht Bereichen wurde von der EU wegen des Streits mit der Türkei um die Beziehungen Ankaras zu Zypern blockiert, Zypern blockierte sechs andere «Kapitel» in eigener Verantwortung. Entscheidungen über die Eröffnung einzelner Kapitel können nur einstimmig getroffen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin bei einer Veranstaltung der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer: «Die Gespräche jetzt über das nächste Kapitel laufen, aber meine herzliche Bitte ist: Wir müssen vorankommen, insbesondere in der Frage des Ankara-Protokolls.» Dieses Zusatzprotokoll verlangt als Bedingung für einen EU-Beitritt der Türkei die Öffnung ihrer Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge auch aus dem EU-Land Zypern. Dies verweigert die Türkei.
Schwedens Außenminister Carl Bildt sagte, die EU verfolge mit ihrer Politik strategische Ziele: «Das ist nichts, was hier oder dort Gegenstand kurzfristiger Launen sein sollte.» Man könne «die Strategie der EU nicht ändern, weil es da oder dort Nervosität gibt»: «So kann man keine verantwortungsvolle europäische Politik betreiben. In unterschiedlichen Ländern passieren alle möglichen Dinge.»
 
Das Verhalten der türkischen Regierung - ein Vorbild für die EU?

In der EU brodelt es. In den Pleite-Staaten gehen die Menschen gegen Sparmaßnahmen auf die Strassen. Korrupte Politiker, Zockerbanken, mafiöse Unternehmen kassieren weiter ab - der normale Mensch soll auf Lohn, Gehalt, Rente, Pension etc. verzichten. Kein Wunder, wenn es den Bürgern reicht und sie ihren Protest gegen die einseitigen "Sparmaßnahmen" auf den Strassen lautstark hinaus schreien.

Da wäre die Türkei doch eine echte Bereicherung für die EU: Nach türkischem Vorbild die Demonstrationen gewaltsam zu zerschlagen, erspart den Regierungen der Pleitestaaten die Verhandlungen mit den "reaktionären Kräften". Hau drauf - und Ruhe ist. Danke Erdogan ....

Nein, wenn "Vorbild Türkei" dann die Menschen in der Türkei, die gegen die drohende Islamisierung von Erdogan und seinen Spießgesellen auf die Strasse gehen. Menschen mit Mut, die ihre Meinung offen sagen und demonstrieren. Diese Menschen haben einen Platz in der EU verdient - doch leider wird die Türkei noch von islamistischen Dummköpfen wie Erdogan regiert (wird sich das nach der nächsten Wahl wirklich ändern?), und wenn die Türkei in die EU mit dieser Art Regierung aufgenommen werden würde, würden wir Islamisten in die EU aufnehmen und nicht die mutigen türkischen Bürger, die für ihr Recht auf Freiheit eintreten.

Unsere EU-Regierungen stehen schon vor dem machtgeilen Moloch USA stramm, der die Bürgerrechte mit Füssen tritt. Das islamistische Gegenstück brauchen wir nicht in der EU.

So lange islamistische und anti-demokratische Kräfte die Macht in der Türkei haben, darf die Türkei nicht in die EU aufgenommen werden.
 
[...] So lange islamistische und anti-demokratische Kräfte die Macht in der Türkei haben, darf die Türkei nicht in die EU aufgenommen werden.
Weil sie den Bürgern in der EU erzählt haben und noch immer erzählen, die EU wäre eine tolle Sache: Weitestgehend offene Grenzen, billige Pauschalreisen, kein Umtausch der Währung, ... und Frieden. "Dauerhafter und sicherer Frieden in Europa" - damit hat man doch die Völker geködert. Es soll ja noch heute Leute geben, die das alles glauben :D

Realistisch geht und ging es den Machern der EU nur und Geld und Macht(erhalt). Die EU nutzt nur den Reichen. Ausschließlich den Reichen. Keine Zölle, kein Währungsschwankungsrisiko, liberaler Finanzmarkt und so weiter. Alles Dinge, die den Normalbürger überhaupt gar nicht tangieren. Dass nun durch Aufstände ringsum in der EU der Frieden in Europa eher gefährdet als gesichert ist, davon redet kein Schwanz mehr. Man will ja nicht noch mehr Unmut, als ohnehin schon ist.

Und wenn man weiß, dass es in der EU nur um wirtschaftliche Stärke und Geld geht, dann weiß man auch, warum die Macher der EU die Türkei gern dabei hätten. Scheißegal ob dort ein Erdogan, Ahmadinedschad oder Caligula regiert. Ich halte jede Wette, dass irgendwann auch irgendwer entdeckt, dass ein kleines Zipfelchen Russlands noch zu Europa zählt (notfalls muss man sich nochmal die Plattentektonik der letzten 3 Milliarden Jahre genauer anschauen). Und dass China eigentlich glasklar zu Europa gehört, wie auch Japan und Thailand. Indien und Burma hingegen sind ganz deutlich Asien :D

Erdogan ist exakt so "böse", wie die wirtschaftliche Stärke der Türkei ist. Steigt die Wirtschaftsleistung der Türkei weiter, bringt er erfrischende Duschen für die demokratischen Demonstranten; sinkt sie, ist es ein brutales Vorgehen mit Wasserwerfen gegen Andersdenkende :) So wird Politik gemacht und das schon seit Jahrtausenden.

Genau das Gleiche mit China. Hat eigentlich noch irgendwer Tibet auf dem Plan? Das Land ist (trotz jüngster Lockerungen in den Gesetzen) nach wie vor besetzt und brutal unterdrückt. Wie auch Nordzypern von der Türkei. Wer redet davon? Aber wenn der Iran von seinem international anerkanntem Recht Gebrauch macht und Uran zu friedlichen Zwecken anreichern will (und schließlich Atomkraftwerke baut), dann drohen die USA und dessen Schoßhündchen gleich mit einem vernichtenden Präventivschlag. Kein Mensch regt sich wegen Diktatoren wie Putin und seinen ethnischen Säuberungen auf (die Merkel hatte wohl mal böse geguckt, aber die nimmt ja sowieso niemand für voll), in Italien regiert de facto die Mafia und trotz offenkundigem "Fehlverhalten" bekommt ein Berlusconi noch so viele Stimmen, dass man hier mal überlegen müsste, ob man die Spaghettifresser überhaupt noch in der EU dulden kann. Aber Italien zahlt ja gut ein, da ist es nicht so schlimm wie im genauso korrupten Griechenland - aber hier werden immer mehr Stimmen laut, dass man Griechenland aus der EU drängen sollte...

Mein Tipp: Scheffelt Geld, wo immer es geht, legt es möglichst werterhaltend an und sucht euch im Alter ein säkulares Land, das sich aus allem raus hält, liberal ist und weitestgehend autark agieren kann - wie vielleicht derzeit die Schweiz.
 
So lange islamistische und anti-demokratische Kräfte die Macht in der Türkei haben, darf die Türkei nicht in die EU aufgenommen werden.

Mit der Wahrheit nimmst es wohl nicht so genau, oder?

Bei der Parlamentswahl 2011 erhielt die regierende AKP knapp 50% der abgegebenen Stimmen.
Was ist daran undemokratisch?

Und eine islamistische Regierung gibt es dort auch nicht, vielleicht islamisch-konservativ, wie wir aktuell eine christlich-konservative Regierung haben.

gruss kelle!
 
So lange islamistische und anti-demokratische Kräfte die Macht in der Türkei haben, darf die Türkei nicht in die EU aufgenommen werden.
Sie darf es auch so nicht. Vielleicht sollten wir erstmal Staaten den Vorzug geben, die auch wirklich in Europa liegen. 8)

Abgesehen davon werden eine EU-Außengrenze mit Iran & Konsorten sowie 70+ Millionen Moslems sicherlich sehr förderlich für den Integrationsprozess des europäischen Projekts sein. (Lassen wir die Okkupation Zyperns, den Islamistenmob und die Armenierfrage einfach mal ganz außen vor)

EDIT: Nun, letztlich werden wohl so oder so kleinere Mitglieder eine Aufnahme blockieren. So lange wie Malteser und Griechen unsere Freunde sind, können wir Beitrittsperspektiven der Links-Grünen in den übrigen Staaten entspannt belächeln.
 
@ (Bier)Kelle
Die Demokratie endet nicht mit einem Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Auch Demonstrationen sind Teil der Demokratie. Wenn man aber mit Gewalt gegen Demonstranten vorgeht, weil einem deren Meinung nicht passt, ist das anti-demokratisch.

Kann ja sein, dass Du nur alle paar Jahre Dein Kreuzchen auf dem Wahlzettel machst und Dir dann sagst, Du hast Deine Pflicht und Schuldigkeit getan und brauchst Dich um nichts mehr zu kümmern. Eine ziemlich faule Ansicht von Demokratie, aber wenn es Dir Spaß macht - bitte.
 
Auch Demonstrationen sind Teil der Demokratie. Wenn man aber mit Gewalt gegen Demonstranten vorgeht, weil einem deren Meinung nicht passt, ist das anti-demokratisch.

Frage:
Sind Blockaden demokratisch?

Ist es demokratisch sich auf einen Platz zu stellen und zu sagen: Wir gehen erst, wenn der MP zurückgetreten ist, der allerdings beid er letzten Wahl über 50% der Stimmen erhielt? Ist also Erpressung demokratisch?

gruss kelle!
 
Die EU, die ja ein Imperium ist wie Barosso selbst gesagt hat, muss sich ausdehnen darum müssen neue Länder unter die Knechschaft gestellt werden. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Türkei zur hälfte durch Asien läuft, hauptsache das Imperium dehnt sich aus, das hält den Laden länger am laufen, bevor er allen um die Ohren fliegt.
 
@ (Bier)Kelle:

Die Frage sollte eher lauten: Sind gewählte Politiker unantastbar, auch wenn sie Entscheidungen treffen, die eventuell diametral gegen den Willen des Volkes sind? Hochbrisant würde ich sagen.

Die Demonstrationen (und ja, Demonstrationen gehen meist mit Blockaden einher) für den Gezi-Park haben als Protest gegen ein einfaches Bebauungsprotest begonnen. Gleichzeitig setzte Herr Erdogan Gesetze durch, nach denen immer strengere islamische Regeln für den Alltag in der Türkei gelten sollen, z.B. das öffentliche Kußverbot. Den Protesten gegen das Bauvorhaben schlossen sich Proteste gegen die religiösen Regeln an. Immerhin gilt die Türkei noch als ein Land, in dem Religion und Staat getrennt sein sollen. Unter Erdogan und seiner Islam-Partei wird das seit Jahren immer weiter aufgeweicht.

Nachdem sich der Protest auf die Religionspolitik Erdogans ausweitete, schlug Erdogan mit Polizeigewalt gegen die Demonstranten zurück, was die Proteste weiter anheizte.

Sicher, 50 % der abgegebenen Stimmen der letzten Wahl konnten Erdogan und seine Islampartei auf sich vereinigen, doch ist durch die Wahl legitimiert, dass das alte Staatskonzept (Trennung von Staat und Religion) ohne Volksabstimmung über den Haufen geworfen wird und der Staat gleichzeitig gewaltsam gegen (zu Beginn) gewaltlose Demonstranten massive Polizeigewalt einsetzt?

"Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", d.h. sei ein braver Untertan bis zu nächsten Wahl - oder dürfen oder sollen sich die Menschen sogar erheben, wenn ein gewählter Staatschef seine Befugnisse übertritt?

Interessante Frage, finde ich. Wie denkst Du darüber?
 
"Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", d.h. sei ein braver Untertan bis zu nächsten Wahl - oder dürfen oder sollen sich die Menschen sogar erheben, wenn ein gewählter Staatschef seine Befugnisse übertritt?

Hat er denn seine Befugnisse übertreten nach geltendem Recht? Wieso konnte er Gesetze, etc. denn ändern, wenn dies nicht zu seinen Befugnissen gehört? Und Bedenke immer, in Deutschland kann die Souverenität des Staates zu teilen an die EU verschenkt werden ohne Volksbefragungen. Änderungen werden als Demokratisch angesehen, da diese von den gewählten Vertretern umgesetzt werden...

Ich denke kaum ein Land ist heute noch wirklich demokratisch. Aber das Mittel gegen die Korruption der Politik muss in den Wahlen zu finden sein. Die Menschen haben aber einfach zu viel zu verlieren um etwas ändern zu wollen, selbst wenn es schleichend bergab geht.

Aber solange es so ist hat doch eine Mehrheit der Menschen diese Politik von Herrn Erdogan gewünscht. Und möchtest du nun wirklich das eine Minderheit über die Mehrheit gebieten darf, wie man in der Türkei zu leben hat. Wenn die Mehrheit wünscht, dass auf der Straße nicht geküsst wird, dann stört sich mehr als die Hälfte daran. Anders ist es, wenn die Mehrheit wünscht, dass eine Minderheit gegeißelt wird.
 
Wannabe, wieso glauben Du und (Bier)Kelle eigentlich, dass diese Demonstranten nur eine Minderheit repräsentieren? Könnte es nicht sein, dass sich in der Türkei generell ein Stimmungswandel ergeben hat? Oder seid Ihr der Meinung, dass Demonstranten generell nur eine Minderheit repräsentieren und sie daher nicht die Erlaubnis haben, einen politischen Wandel zu bewirken?

Bei der letzten "Wahl" der DDR erhielt die SED wie immer die Mehrheit der Stimmen. Trotzdem erreichten die Montagsdemonstranten 1989, dass das SED-Regime aufgeben mußte. Hat damals eine Minderheit der Mehrheit der DDR-Bürger ihren Willen "aufgezwungen"? Wäre es Eurer Meinung nach besser gewesen, die Demonstrationen gewaltsam zu zerschlagen, damit dem Willen der Mehrheit Genüge getan wurde?
 
Die Frage sollte eher lauten: Sind gewählte Politiker unantastbar, auch wenn sie Entscheidungen treffen, die eventuell diametral gegen den Willen des Volkes sind? Hochbrisant würde ich sagen.

1.) Gewählte Politiker sind nicht per se unantastbar.
2.) Reagiere ich grundsätzlich allergisch, wenn jeder meint "das Volk" für sich beanspruchen zu können.
Man denke nur an Stuttgart 21. Da meinte die Demonstranten auch "Das Volk will den neuen Bahnhof nicht.". Dann gabs nen Volksentscheid, und oh schau, das Volk, welches den Bahnhof nicht wollte, war irgendwie in der Minderheit.

Und wo Du die DDR weiter unten erwähnst. Dort ging der Protest von Friedensgebeten in der Nikolaikirsche aus und erfasst von Leipzig aus das ganze Land. Demos gab es dann in jeder Kreisstadt.

Die Demonstrationen (und ja, Demonstrationen gehen meist mit Blockaden einher) für den Gezi-Park haben als Protest gegen ein einfaches Bebauungsprotest begonnen.

Jetzt musst Du mir erstmal erklären, warum Demonstrationen mit Blockaden einhergehen. (Mal Straßensperrungen außen vorgelassen)
Imho ist es doch so, dass durch Blockaden Polizeieinsätze provoziert werden, um dann je nach Schärfe des Einsatzes über den Polizeistaat schwadronieren zu können.

Gleichzeitig setzte Herr Erdogan Gesetze durch, nach denen immer strengere islamische Regeln für den Alltag in der Türkei gelten sollen, z.B. das öffentliche Kußverbot. Den Protesten gegen das Bauvorhaben schlossen sich Proteste gegen die religiösen Regeln an. Immerhin gilt die Türkei noch als ein Land, in dem Religion und Staat getrennt sein sollen. Unter Erdogan und seiner Islam-Partei wird das seit Jahren immer weiter aufgeweicht.

Dass überwiegend jüngere/jugendliche Bevölkerungsschichten Probleme mit konservativer Politik haben, ist erstmal nichts ungewöhnliches.
Gibt es hier auch.
Da kann man gegen demonstrieren, das gute Recht eines jeden Bürgers.
Nur wenn man es mit den Mitteln der Demokratie, auch Wahlen genannt, nicht schafft, seine Vorstellung von Politik oder gesellschaftlichen Regeln/Miteinander zu realisieren, muss man dann blockieren?

Nachdem sich der Protest auf die Religionspolitik Erdogans ausweitete, schlug Erdogan mit Polizeigewalt gegen die Demonstranten zurück, was die Proteste weiter anheizte.

Nöp.
Die ersten Polizeieinsätze kamen wegen der Blockade der Baustelle.

Sicher, 50 % der abgegebenen Stimmen der letzten Wahl konnten Erdogan und seine Islampartei auf sich vereinigen, doch ist durch die Wahl legitimiert, dass das alte Staatskonzept (Trennung von Staat und Religion) ohne Volksabstimmung über den Haufen geworfen wird und der Staat gleichzeitig gewaltsam gegen (zu Beginn) gewaltlose Demonstranten massive Polizeigewalt einsetzt?

Wo wird Trennung von Staat und Religion über den Haufen geworfen?

"Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", d.h. sei ein braver Untertan bis zu nächsten Wahl - oder dürfen oder sollen sich die Menschen sogar erheben, wenn ein gewählter Staatschef seine Befugnisse übertritt?

Interessante Frage, finde ich. Wie denkst Du darüber?

Bürgerpflicht ist entweder, sich politisch zu engagieren, im kleinsten Format durch aktive Wahl, oder die Klappe zu halten.
Bürgerpflicht in einer Demokratie ist auch, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren.

gruss kelle!