Photon schrieb:
Gepflegter Streit ist aber der Job eines Politikers
Richtig! Gepflegter Streit! Das ist allerdings relativ. Für mich war das, sicher auch verursacht durch den Zwischenruf, keine besonders gute Grundlage für einen gepflegten Streit.


Photon schrieb:
Hat sie ja gar nicht. Sie bekennt sich ja zur Verfassung, schlägt lediglich "Änderungen" vor.
Hat sie nicht? Es steht aber zum Beispiel bei Wikipedia so:
Wikipedia schrieb:
Die NPD ist streng nationalistisch, selbsterklärt verfassungsfeindlich und rassistisch ausgerichtet, wobei sie nach außen ein sogenanntes ethnopluralistisches Weltbild vertritt.


Photon schrieb:
Naja, in anderen Parteien sitzen und saßen auch mehr als fragwürdige Gestalten - Terroristenanwälte, Steinewerfer, etc.
Auf wen spielst du da bloß an? :think: ;)

Für mich besteht allerdings noch ein kleiner Unterschied zwischen einem kleinen Steinewerfer und einem Rechtsradikalen!
 
hfkb schrieb:
Richtig! Gepflegter Streit! Das ist allerdings relativ. Für mich war das, sicher auch verursacht durch den Zwischenruf, keine besonders gute Grundlage für einen gepflegten Streit.
Nein, war es ja auch nicht. Das war einfach nur ein Spruch "wie im der Schnabel gewachsen war". Bei den Leuten der NPD (früher auch der PDS und anderen) achtet man eben doppelt auf das, was sie sagen und "drückt eben kein Auge zu". Das ist aber Kindergarten-Niveau. Genauso (wie in einer Sitzung des Bundestages) ein Politiker dafür kritisiert wurde, dass er nur von "Bürgern" statt von "Bürgern und Bürgerinnen" sprach. Sowas ist einfach Kinderkram...

hfkb schrieb:
Hat sie nicht? Es steht aber zum Beispiel bei Wikipedia so: [WIKIPEDIA-ERKLÄRUNG]
Ja, das ist ja auch Definitionssache. Eine Partei, die sich öffentlich verfassungsfeindlich stellt, darf gar nicht zur Wahl antreten. Wikipedia scheint in diesem Bezug auch nicht so ganz unparteiisch zu sein oder da wird wohl ob dieses Themas schon der eine oder andere heftige Streit zwischen den Benutzern stattgefunden haben.

Da gab es mal diverse Zwischenfälle, aber mittlerweile bekennt sich die NPD öffentlich zur deutschen Verfassung (mit Einschränkungen). Ob das nur ein Lippenbekenntnis ist, ist herauszufinden und aus meiner Sicht wahrscheinlich. Trotzdem kann man Rechtsradikalismus nicht mit Kindergarten-Spielchen begegnen.

hfkb schrieb:
Für mich besteht allerdings noch ein kleiner Unterschied zwischen einem kleinen Steinewerfer und einem Rechtsradikalen!
Oder anders gesagt: Einem Linksradikalen und Rechtsradikalen? Welcher Unterschied? Zumal sich der Steinewerfer gar nicht schlecht gemacht hat. Auch die "Alt-Nazis" in einer großen deutschen Volkspartei haben sich gut profiliert und eingebracht. Und der Terroristenanwalt hat auch einen relativ guten Job gemacht (mit Abstrichen). Und von diversen Staasi-Vergangenheiten merkt man auch nicht mehr viel. Von daher scheint wohl kein Mensch wirklich lernresistent zu sein ;)

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Bei den Leuten der NPD achtet man eben doppelt auf das, was sie sagen und "drückt eben kein Auge zu". Das ist aber Kindergarten-Niveau.
Das ist wohl Ansichtssache und wird es auch bleiben! Niemand kann sagen ob es richtig oder falsch ist konsequent durchzugreifen oder es bei einer Ermahnung zu belassen! Da steht Meinung gegen Meinung!


Photon schrieb:
Da gab es mal diverse Zwischenfälle, aber mittlerweile bekennt sich die NPD öffentlich zur deutschen Verfassung (mit Einschränkungen). Ob das nur ein Lippenbekenntnis ist, ist herauszufinden und aus meiner Sicht wahrscheinlich.
Na super! Man darf also Einschränkungen in dem Bekenntnis zur Verfassung machen und wird trotzdem zur Wahl zugelassen! Da kann ja theoretisch jede Organisation kommen!

Erschreckend ist nur, dass die NPD dann auch noch von deutschen Bürgern gewählt wird, auch wenn das damals wohl meist Frustwähler waren, die mit der Politik der großen Parteien nicht einverstanden waren! Deswegen muss man aber nicht gleich eine rechtsradikale Partei wählen!


Photon schrieb:
Einem Linksradikalen und Rechtsradikalen? Welcher Unterschied? Zumal sich der Steinewerfer gar nicht schlecht gemacht hat.
Richtig, der Steinewerfer hat sich gemausert! Aber er hat auch gezeigt, dass er anders kann, sich gebessert und hat eine Partei von Grund auf mit aufgebaut! Die Mitglieder der NPD hingegen stehen bis heute zu ihren Grundsätzen!
 
hfkb schrieb:
[...]
Na super! Man darf also Einschränkungen in dem Bekenntnis zur Verfassung machen und wird trotzdem zur Wahl zugelassen! Da kann ja theoretisch jede Organisation kommen!
Kommen ja auch. Nur verstehen andere, sich anders (in dem Fall: besser und politisch korrekter) auszudrücken. Wichtig war für mich aber nie wie etwas gesagt wird, sondern was gesagt wird. Und da kann ich beim besten Willen kein Verbot für die NPD erkennen. Jedenfalls noch nicht.

hfkb schrieb:
Erschreckend ist nur, dass die NPD dann auch noch von deutschen Bürgern gewählt wird, auch wenn das damals wohl meist Frustwähler waren, die mit der Politik der großen Parteien nicht einverstanden waren! Deswegen muss man aber nicht gleich eine rechtsradikale Partei wählen!
Na welche anderen Alternativen gab es denn für Frustwähler? Gibt doch keine Alternativen auf der rechten Seite. Links veranstalten alle einen Wettstreit, wer wohl am weitesten links stehen kann und rechts ist es ziemlich öde und leer. Es gibt in Deutschland faktisch keine Mitte-Rechts Partei mehr, dazu ist die CSU viel zu weit in die Mitte gerückt.

Wer also von den Linken die Schnauze voll hat, von der Mitte keine Besserung erwartet, dem bleibt nicht mehr viel. Außer die zu weit rechts angesiedelte NPD. Wer nun also seine Stimme nicht verschenken wollte und den etablierten eine Ohrfeige verpassen wollte, dazu noch etwas einfach im Geist war, hat nunmal NPD gewählt. Dazu noch ein paar Querolanten und ein paar echt radikale und Partei steht.

hfkb schrieb:
Richtig, der Steinewerfer hat sich gemausert! Aber er hat auch gezeigt, dass er anders kann, sich gebessert und hat eine Partei von Grund auf mit aufgebaut! Die Mitglieder der NPD hingegen stehen bis heute zu ihren Grundsätzen!
Ach, die sind einfach nur älter, damit ruhiger und vernünftiger geworden. Und das passiert auch mit den Jungs der NPD. Der Ton wird sich mäßigen, sie werden den Umgang mit den Medien lernen und dann erst zum Problem werden, weil sie dann auch ein viel breiteres Publikum ansprechen. Im Augenblick kann ich nur den Kopf schütteln, mit welchen billigen Mitteln die Medien versuchen, diese Partei zu denunzieren. Ich sagte doch: Damit wird die Partei nur populärer und wer diesen Satz gelesen hat, der hat sich bestimmt gesagt "Ups, das habe ich aber auch schonmal rausgehauen! - Und was soll daran so schlimm sein? Die spinnen doch da oben!"

Über sowas hätte es nicht mal eine einzige Schlagzeile geben müssen...

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Wichtig war für mich aber nie wie etwas gesagt wird, sondern was gesagt wird. Und da kann ich beim besten Willen kein Verbot für die NPD erkennen. Jedenfalls noch nicht.
Falls es einen Grund für ein Verbot gibt, dann wird da sicher ganz schnell durchgegriffen!


Photon schrieb:
Na welche anderen Alternativen gab es denn für Frustwähler?
Frage: Was ist besser? NPD wählen oder gar nicht zur Urne laufen?


Photon schrieb:
Ach, die sind einfach nur älter, damit ruhiger und vernünftiger geworden. Und das passiert auch mit den Jungs der NPD. Der Ton wird sich mäßigen, sie werden den Umgang mit den Medien lernen und dann erst zum Problem werden, weil sie dann auch ein viel breiteres Publikum ansprechen.
Meinst du dieser Effekt tritt tatsächlich ein?

Nehmen wir als aktuelles Beispiel die Linkspartei. Die hat sich neu zusammengeschlossen und hat völlig unrealistische Aussagen gemacht, wie man die Situation jedes einzelnen Bürgers in Deutschland verbessern konnte. Bei der Bundestagswahl wurden sie dann recht zahlreich gewählt. Aber jetzt setzt so ein bisschen der Effekt ein, dass die Deutschen zu erkennen scheinen, dass die Aussagen niemals Realität werden können! Die Herren Lafontaine und Gysi verlieren wieder zunehmend Wählerstimmen!

Eventuell wird es bei der NPD ähnlich verlaufen! Und überhaupt ist die Zahl der rechten Wähler von der bundespolitischen Situation abhängig. Sollte bei den nächsten Landtagswahl im Osten die bundespolitische Stimmung wieder besser sein, werden auch die rechten Parteien weniger Stimmen bekommen!


Photon schrieb:
Damit wird die Partei nur populärer und wer diesen Satz gelesen hat, der hat sich bestimmt gesagt "Ups, das habe ich aber auch schonmal rausgehauen! - Und was soll daran so schlimm sein? Die spinnen doch da oben!"
Wie schon geschrieben kommt es dann aber doch auf den Zusammenhang an! Hat man das öffentlich vor einem ganzen Landtag oder nur zu Hause im Wohnzimmer gemacht!?
 
Photon schrieb:
Kommen ja auch. Nur verstehen andere, sich anders (in dem Fall: besser und politisch korrekter) auszudrücken. Wichtig war für mich aber nie wie etwas gesagt wird, sondern was gesagt wird. Und da kann ich beim besten Willen kein Verbot für die NPD erkennen. Jedenfalls noch nicht.

Auf der politischen Bühne ist beides immens wichtig!
 
hfkb schrieb:
Falls es einen Grund für ein Verbot gibt, dann wird da sicher ganz schnell durchgegriffen!
Das muss dann aber auch ein Gericht entscheiden. Ich habe es aber auch schon mehrfach geschrieben: Damit wird man das Problem nicht los. Wenn ein großer Teil der Deutschen das Urteil nicht nachvollziehen kann (also der Ansicht sind, dass hier die NPD ungerecht behandelt wurde), bekommt die NPD noch viel mehr Zulauf. Mit einem Verbot der NPD würde man einmal mehr nur das Kraut an der Oberfläche abschneiden, aber nicht das eigentliche Problem bekämpfen. Es wird eine neue Partei mit neuem Namen geben und alles geht wieder von vorne los. Ein endloser Kreislauf.

Stattdessen muss man den Menschen beibringen, dass die NPD keine Lösung ist und dass die Parteien der Mitte (wenn überhaupt) noch am allermeisten bewegen können. Was die nicht schaffen, schaft erstrecht keine NPD. Und wenn doch, dann zu einem Preis, den niemand wirklich zahlen möchte. Erst wenn niemand mehr den Wunsch hat, die NPD zu wählen, dann hat man gewonnen. Alles andere ist nur Kosmetik.

hfkb schrieb:
Frage: Was ist besser? NPD wählen oder gar nicht zur Urne laufen?
Also Frustwählen oder Stimme verschenken? Ganz ehrlich? Frustwählen!

Das ist nämlich lebendige Demokratie. Die Leute, die zur Wahl rennen, übernehmen wenigstens ein kleines Stück politische Verantwortung und mit denen kann man reden. Die kann man auch zum Sinn oder Unsinn ihrer Wahlentscheidung befragen. Die anderen sagen einfach: "Mir doch egal, sind doch eh alle gleich!". Da ist Hopfen und Malz verloren (erstmal).

hfkb schrieb:
Meinst du dieser Effekt tritt tatsächlich ein?
Ganz sicher. Die NPD will (und muss) sich profilieren. Sie wollen schließlich noch mehr Menschen auf ihre Seite ziehen. Irgendwann werden sie begreifen, dass es dazu nur einen Weg gibt: Über die Medien. Und die sind ein harter Gegner. Wenn sie irgendwann verstehen, diese Medien geschickt zu "handlen", haben sie bessere Aussichten auf Erfolg. Sie werden es lernen müssen...

hfkb schrieb:
[...]
Die Herren Lafontaine und Gysi verlieren wieder zunehmend Wählerstimmen!
Vergiss aber mal eins nicht: Die Wahlentscheidung wird von den allermeisten Menschen etwa zur Hälfte emotional, zur anderen Hälfte logisch-rational gefällt. Ohne die Person Gysi hätte die PDS nicht mal die Hälfte der Stimmen. Und ohne Lafontaine wäre die WASG nicht mal über 0,5% gekommen. Wenn die NPD erstmal einen solchen Menschen aufstellt, mit dem gleichen Charisma wie Gysi und der Beliebtheit von Lafontaine, dann wird es erst ernst. Oder besser gleich noch 2 oder 3 derartiger Leute, die es verstehen, den Menschen einen Knoten in den Kopf zu quatschen...

Vielen stehen die beiden parteien auch viel zu weit links (da, wo die Konkurrenz am größten ist *g*). Stell' Dir diese beiden mal auf der rechten Seite vor, wo es relativ konkurrenzlos zugeht. Während man 7% bei der PDS belächelt, wären 7% auf der rechten Seite ein Eklat...

Darkkurt schrieb:
Auf der politischen Bühne ist beides immens wichtig!
Stimmt. Aber auch nur, weil der einfache Geist es nicht versteht, zwischen den Zeilen zu lesen. Aber ich denke, die meisten, die wir hier sind, können das ganz gut. Und wenn man einen Satz Stück für Stück auseinander nimmt, die ganze rhetorische Kosmetik abschminkt, etwaige Sympathievorbehalte außen vor lässt, dann bleibt im Idealfall nur noch der Extrakt. Und der war für mich persönlich immer alleinentscheidend.

Dann kann man auch die Aussagen sämtlicher Politiker relativ vorbehaltsfrei auf eine Waage legen und beurteilen. Ich bin ganz ehrlich: Trotz des miserablen Rufs der NPD hätte ich grundsätzlich kein Problem damit, auch diese Partei zu wählen. Wenn ich von der Art, wie sie die Dinge anpacken will, überzeugt wäre und diesen Weg für den richtigen hielte. Eine politische Wahlentscheidung sollte man eben nicht aus dem Bauch heraus treffen - nach meiner Ansicht. Wenn alle nur logisch entscheiden würden - wie viele Stimmen hätte wohl die PDS/WASG oder die NPD bekommen?

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Nur verstehen andere, sich anders (in dem Fall: besser und politisch korrekter) auszudrücken.

Also ich bitte dich, eine politisch korrekte Formulierung, sich Deportationszüge zurückzuwünschen muss wohl noch erfunden werden. Dieser respektlose Umgang mit dem Thema lässt in diesem Fall ganz klare Rückschlüsse darauf zu, wie die Zeit im dritten Reich von diesen sogenannten Abgeordneten der NPD bewertet wird.

Allerdings glaube ich ebenfalls nicht, dass ein Verbot hilfreich wäre, im Gegenteil. Die Parteien der rechten Szene, die es immer mal wieder schaffen, durch Mobilisierung von Unzufriedenen in einen Landtag einzuziehen, können dort allen zeigen, was für destruktive Anti-Demokraten und Volksverhetzer sie wirklich sind und zur nächsten Wahl dann von geschockten Bürgern abgewählt werden, wie kürzlich die Republikaner in Ba-Wü. Und selbst wenn nicht, halte ich es immernoch für besser, die Rechtsextremen sich öffentlich selbst schaden zu lassen, als sie durch ein Verbot zu Märtyrern zu machen.
 
bennsenson schrieb:
Also ich bitte dich, eine politisch korrekte Formulierung, sich Deportationszüge zurückzuwünschen muss wohl noch erfunden werden.
[...]
Genau. Eine "politisch korrekte" Formulierung wäre gewesen, sich auf die Zunge zu beißen und entweder gar nix zu sagen, oder (in dem vorliegenden Fall) eine freundliche Parallele zwischen PDS zur SED zu ziehen (oder noch härter - gleich zu Stalin).

Aber das werden die eben noch lernen. Im Augenblick sind es eben noch impulsiv reagierende ungeschliffene Politiker. Und was aus einem etwas unbedacht geäußerten Satz seitens der Medien gemacht wird, musste schon Stöbele, Möllemann und viele andere erfahren.

Wie gesagt: Alles kein Grund von "Volksverhetzung" zu sprechen.

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Stattdessen muss man den Menschen beibringen, dass die NPD keine Lösung ist und dass die Parteien der Mitte (wenn überhaupt) noch am allermeisten bewegen können. Was die nicht schaffen, schaft erstrecht keine NPD.
Genau da liegt der Hase begraben! Doch den Leuten das vor Augen zu führen ist ziemlich schwierig. Wer einmal von der Politik enttäuscht wurde, wird für immer oder zumindest für einen langen Zeitraum misstrauisch bleiben!

Einige Frustwähler sind aber wahrscheinlich auch einfach nicht richtig informiert. Die bekommen nur das mit, worüber täglich die Medien und besonders eine große deutsche Zeitung herziehen! Wenn man sich einseitig informiert, wird teilweise auch einfalsches Bild gezeigt!


Photon schrieb:
Die Leute, die zur Wahl rennen, übernehmen wenigstens ein kleines Stück politische Verantwortung und mit denen kann man reden. Die kann man auch zum Sinn oder Unsinn ihrer Wahlentscheidung befragen.
Wie schon angedeutet weiß ich nicht, ob das immer der Fall ist! Einige wissen sicher überhaupt nicht was und wen sie da wählen!


Photon schrieb:
Wenn die NPD erstmal einen solchen Menschen aufstellt, mit dem gleichen Charisma wie Gysi und der Beliebtheit von Lafontaine, dann wird es erst ernst.
So einer steht bei der NPD zum Glück nicht in Aussicht! Ich glaube auch nicht, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein wird!

Ihre Botschaft über die Medien zu verbreiten dürfte für die NPD ohnehin nicht ganz einfach werden! Schließlich werden sie in Interviews ständig unterbrochen, sobald sie auch nur ein Stück von der Frage abweichen!


Photon schrieb:
Wenn ich von der Art, wie sie die Dinge anpacken will, überzeugt wäre und diesen Weg für den richtigen hielte. Eine politische Wahlentscheidung sollte man eben nicht aus dem Bauch heraus treffen - nach meiner Ansicht.
Also die NPD kann noch so tolle Vorschläge bringen, aber eine Partei mit rechtsradikalem Hintergrund bekommt von mir garantiert kein Kreuzchen!
 
Photon schrieb:
Eine "politisch korrekte" Formulierung wäre gewesen, sich auf die Zunge zu beißen

Ich sehe das etwas anders. Wenn sie in Deutschland Politik machen sollen, muss vefassungsfeindliches Denken raus aus den Köpfen, denn erst dann können sie ehrliche Politik machen und keine Politik der Hetze. Ob nun verkniffen, umschrieben oder wie in diesem Fall offen ausgesprochen: Es ist eine Schande.
 
hfkb schrieb:
[...]
Wie schon angedeutet weiß ich nicht, ob das immer der Fall ist! Einige wissen sicher überhaupt nicht was und wen sie da wählen!
Das ist sehr gut möglich. Aber ich denke, dass wenn Du sie davon überzeugt hast, dass die Wahlentscheidung - wie heißt es so schön: suboptimal war, dann werden sie auch in ihrem Freundeskreis entsprechend argumentieren. Damit vielleicht auch andere Sympathisanten der NPD überzeugen können, dass die Wahl nicht die beste ist.

Verbietet man aber die NPD ruft es Unmut hervor - schließlich lässt sich niemand gern was verbieten - schon gar nicht die eigene Meinung (richtig oder falsch)! Und die Frustwähler werden noch viel frustrierter und wählen im ungünstigsten Fall immer radikaler...

hfkb schrieb:
[...]
Ihre Botschaft über die Medien zu verbreiten dürfte für die NPD ohnehin nicht ganz einfach werden! Schließlich werden sie in Interviews ständig unterbrochen, sobald sie auch nur ein Stück von der Frage abweichen!
Ja, finde ich genauso unmöglich. Vielleicht lernen sie noch den Umgang mit Medien, Gysi konnte sich auch durchsetzen. Mit ihm haben sie das gleiche Spiel probiert, aber er ist nunmal ein ganz fantastischer Redner und Rhetoriker. Hat zwar etwas gedauert, aber er hat es geschafft.

hfkb schrieb:
Also die NPD kann noch so tolle Vorschläge bringen, aber eine Partei mit rechtsradikalem Hintergrund bekommt von mir garantiert kein Kreuzchen!
Schreckt Dich das Wort "rechts(radikal)" ab, oder dias Parteiprogramm? Du kannst nicht die NPD mit der NSDAP gleichsetzen, dann würde auch PDS=SED=Stalinismus bedeuten. Stimmt aber nicht. Man muss die NPD als ganz normale Partei betrachten, die eigene Ziele und Wege dahin hat. Mit denen muss man sich auseinander setzen und urteilen, unabhängig davon, welchen Ruf eine Partei bei den Medien hat.

Und wenn in der NPD noch so viele "Altnazis" säßen oder verurteilte Straftäter Mitglied sind, wäre mir das völlig wurscht. Wie gesagt: Steinewerfer und Terroristenanwälte haben sich auch gemausert. Einigen PDSlern wirft auch niemand mehr die Staasi-Vergangenheit vor.

Gruß,
Photon
 
darkkurt schrieb:

Die NPD ist aber keine normale Partei, da ihr Bekenntnis zur Verfassung nur nur auf dem Papier steht. Wenn man sich hingegen mal das ein oder andere Mitglied anguckt und was für Äußerungen die von sich geben (von Straftaten mal ganz abgesehen), dann sind die Ziele der Partei u.a. Ende der Demokratie und Ende der Meinungsfreiheit. Also verfassungsfeindlich.

Zudem frage ich mich warum als Reflex gegen NPD feindliche Aussagen immer der Verweis nach Links kommt?? Darüber können wir ja gerne auch diskutieren, aber hier geht es um die NPD. Das gleiche Verhalten stelle ich übrigens immer bei CDU Politikern fest, wenn die z.B. gegen rechte Gewalt "aussagen müssen". Ohne Hieb nach Links geht es nicht. Peinlich.
Mir ist auch schleierhaft, wie du darauf kommst, dass die Stasi Vergangenheit vieler PDSler keine Rolle mehr spielt, aber wie gesagt; hier geht es um die NPD.

mfg kaos
 
kaos schrieb:
[...]
Zudem frage ich mich warum als Reflex gegen NPD feindliche Aussagen immer der Verweis nach Links kommt?? [...]
Ganz einfach: Um die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Wenn es um das Thema NPD geht, geht es fast immer auch ganz schnell um Nazis, NSDAP, Judenvernichtung, Gewalttaten und so weiter. Nichts von dem hat wirklich was mit der NPD zu tun, trotzdem wird hier der Bogen immer überspannt.

Die NPD ist nunmal (solange sie nicht verboten wird oder gegenteiliges nachgewiesen wird) eine Partei, die sich zur Verfassung bekennt, wählbar ist und ein Parteiprogramm hat. Durch flache Polemik und Bezüge zum dritten Reich ist niemandem geholfen, außer vielleicht der NPD selbst, die sich dann als unverstanden und von der Demokratie diskrimminiert profilieren kann. Im Gegenteil hilft nur eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Sinn und Unsinn des NPD-Parteiprogramms.

Außerdem ist es wohl eher der Reflex der stupiden Linken, bei jedem noch so kleinen Vorfall sofort den Bezug zum dritten Reich zu suchen. Bei jeder Auseinandersetzung mit Ausländern wird sogleich der rassistische Hintergrund unterstellt. Vielleicht sollten wir alle mal unsere "Reflexe" im Zaum halten ;)

Gruß,
Photon
 
Da kommen wir nicht zusammen:-?

- Verhältnismäßigkeit wahren? Warum?
Nur ein Beispiel ;) Wenn ich über die Verbrechen des Hitlerstaates rede, dann muss auch über die Verbrechen Stalins gesprochen werden? Das ist Gleichmacherei und aus meiner Sicht völlig daneben. Aus meiner Sicht führt dieser Hieb nach Links zudem zu einer Verharmlosung.

- Beim Thema Reflex sind wir allerdings einer Meinung:)

mfg kaos
 
kaos schrieb:
[...]
- Verhältnismäßigkeit wahren? Warum?
[...]
Aus meiner Sicht ist es doch so: Ein Sänger, der nix taugt, singt ein Lied "Gegen Rechts" und steigert dadurch seine Umsätze. Eine Zeitung (die stets und ständig unter massivem Konkurrenzdruck steht) macht aus einem gestürzten besoffenen Ausländer einen brutalen rassistischen Übergriff. Ein Historiker verdient nur dann Geld, wenn er sich wenigstens einmal mit dem Dritten Reich beschäftigt hat und erneut das feststellt, was schon hunderte vor ihm feststellten. Und ein Politiker, der nicht "massiv gegen Rechts" vorgeht, ist schon morgen ein "Nazi".

Was damals war, ist lang vorbei und wird sich niemals wiederholen - jedenfalls nicht auf deutschem Boden. Trotzdem wird bei jeder kleinen Mücke sofort die "H****r-Keule" herausgeholt (innen- und außenpolitisch). Das steht in den allermeisten Fällen in keinem Verhältnis zum eigentlichen Vorfall (wie auch in diesem Fall des NPD-Abgeordneten). Am lautesten schreit dann aber nicht die politische Mitte, die dieserlei Vorfälle meist ungläubig belächelt. Vielmehr tönt es umso lauter, je weiter man nach links schaut. Doch gerade da sitzen die - wie sage ich es, ohne das Wort "Linksfaschisten" zu benutzen - ehm - etwas "linksgestörten Blagen". Deren Vergangenheit nimmt sich nicht viel zu denen ihrer rechten Kollegen und ich möchte gar nicht wissen, wie sich das Rad der Geschichte wohl gedreht hätte, wenn nicht H****r, sondern vielleicht die KPD die Macht ergriffen hätte? Wenn die den Pakt mit Stalin geschlossen hätten und ehrlich: So abwegig ist der Gedanke nicht.

Geblieben ist aber die "H****r-Keule", die mittlerweile wohl eine Art Antwort auf alles zu sein scheint. Vielleicht ist "Keule" auch der falsche Begriff, besser wäre "Kompressor". Denn mit Hilfe des "H****r-Kompressors" wird nur zu gern und von allen Seiten eine Mücke auf die Größe eines Elefanten aufgeblasen.

Es geht hier nicht um Relativierung, Verdrängung oder sogar Leumdung der Geschehnisse '33 bis '45. Es geht darum, dass die Antwort auf die Probleme unserer Tage nicht von denen gegeben werden kann, die mit dem H****r-Kompressor in der Hand nach Opfern (oder besser gesagt: nach Tätern) suchen. Und die NPD wird nicht dadurch mundtot gemacht, indem sie nach Antrag von den Leuten verboten wird, die im Grunde kein Stück besser sind.

Und da haben wir das Verhältnis: Antifa bei PDS-Veranstaltungen versus Kameradschaften bei NPD-Veranstaltungen. Parteiprogramm der PDS versus Parteiprogramm der NPD (nüchtern betrachtet, ohne Keulen und ohne Kompressoren): Der Andreas Wagner hat es im Grunde richtig erkannt - es sind fast deckungsgleiche Organisationen. Gewissermaßen nur "spiegelverkehrt"...

Gruß,
Photon
 
Nur in Deutschland hat es der linke Rattenfänger leichter als der Rechte... Weil der gebildete Deutsche will ja etwas aus der Geschichte gelernt haben... :roll: