Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Castor-Zug rollt nach langem Stopp wieder

Folgende News wurde am 27.11.2011 um 13:24:52 Uhr veröffentlicht:
Castor-Zug rollt nach langem Stopp wieder
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Gorleben (dpa) - Der Castor-Transport hat seine Fahrt nach einem 18-stündigen Halt in Maschen bei Hamburg Richtung Gorleben fortgesetzt. Die Polizei teilte am Sonntag in Lüneburg mit, dass der Zug wieder rolle. Atomkraftgegner versuchen im niedersächsischen Wendland aber nach wie vor, mit Gleisblockaden die Schienenstrecke zu blockieren und den Zug so lange wie möglich aufzuhalten. Die Polizei ist im Dauereinsatz. Der Atommüll-Zug wird länger unterwegs sein als je zuvor. Nach dem Start am Mittwochnachmittag in Frankreich hat der 13. Castor-Transport bis zum Sonntagmittag bereits fast 93 Stunden gedauert. Im vergangenen Jahr war er nach rund 92 Stunden Fahrt im Zwischenlager Gorleben angekommen. Die elf Atommüll-Behälter müssen noch rund 100 Kilometer bis ins Zwischenlager Gorleben zurücklegen. Bei den Protesten im Wendland kam es auch am Sonntag zu Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei. Ein Sprecher der Polizei in Lüneburg sagte, in einem Waldstück seien Steine und Böller auf Einsatzkräfte geworfen worden. Mehrere Polizisten seien verletzt worden.
 
Ich stehe voll hinter den Aktivisten. Ohne deren Einsatz wäre es nie zum Atomausstieg gekommen. Sie haben den Weg dazu geebnet und nicht die Politik. Ich trauere auch nicht um die Kosten die durch diese Blockaden entstehen, das gibt es größere Baustellen.

Ich finde es nur schade, dass die Atomwirtschaft nicht für alle Transportkosten samt Polizeieinsatz aufkommen muss. Im Gegensatz zu einem Überfallopfer sind das Täter, die ein Heidengeld mit Produktion von dem Müll verdient haben.
 
Ich interessiere mich vielmehr dafür, was die Castorgegner mit den Protesten bezwecken. Ich kann verstehen, dass niemand im Wendland das Endlager will, aber Fakt ist nun mal, dass wir unseren Dreck nicht in Frankreich stehen lassen können.

Welche Alternative schwebt den den Castor-Protestlern vor?
 
Ich interessiere mich vielmehr dafür, was die Castorgegner mit den Protesten bezwecken. Ich kann verstehen, dass niemand im Wendland das Endlager will, aber Fakt ist nun mal, dass wir unseren Dreck nicht in Frankreich stehen lassen können.

Welche Alternative schwebt den den Castor-Protestlern vor?

Das der Dreck solange am Ort der "Ursache" bleibt bis ein sicheres Endlager gefunden und gebaut ist. Jeder Transport bedeutet Risiko.
Und zum Thema "Dreck in Frankreich stehen lassen" - man hätte ihn niemals dorthin bringen dürfen. Müll bleibt Müll!
 
Ich bin Gegner der Kernkraft, aber ich sehe ein, daß der Müll, der bereits angefallen ist und der, der bis zum Abschalten des letzten AKW noch anfallen wird, irgendwie für verdammt lange Zeit gelagert werden muß. Das Zeug unverpackt auf dem Gelände des AKW stehen zu lassen erscheint mir gefährlicher als das Zeug in Frankreich in Glas eingießen zu lassen. Wir haben keine enstprechende Anlage, Wackersdorf wurde ja gottlob erfolgreich verhindert.

Insoweit sehe ich die Transporte ein. Ich hätte mir gewünscht, daß man sich auf einen Kompromiss einigt: Die Bundesregierung verpflichtet sich, künftig keinen Atommüll in Gorleben "für immer" einzulagern, sondern den Atommüll dort (oder meinetwegen auch an anderen geeigneten Orten) zwischenzulagern, bis ein oder auch mehrere Endlager gefunden sind und entsprechende Infrastruktur dort geschaffen ist. Dann mögen die Castoren an das oder die jeweiligen Endlager verbracht werden.

Die Demonstrationen könnten dann so ablaufen, daß der Zug nur Schrittgeschwindigkeit fährt und von den Demonstranten protestierend begleitet wird, egal ob rechts und links des Gleises oder direkt darauf vor oder hinter dem Zug.

Der Protest war ein wichtiger Beitrag den Ausstieg herbeizuführen, aber inzwischen ist der beschlossen. Insoweit sollte der Protest eigentlich etwas weniger radikal ausfallen.
 
Ich kann verstehen, dass niemand im Wendland das Endlager will, aber Fakt ist nun mal, dass wir unseren Dreck nicht in Frankreich stehen lassen können.

Dazu noch die Anmerkung, dass unser Dreck aus "unserem" Karlsruhe unbedingt in "unser" Lubmin chauffiert werden musste. Sinn und Zweck der Aktion?!

Warum fährt der Transport eigentlich nicht unangekündigt nachts von A nach B?

Unangekündigt?! :biggrin: Von offizieller Seite wird der auch nicht "angekündigt sonder lediglich eine Transporterlaubnis erteilt. Diese hat die unangenehme Eigenschaft, an einem bestimmten Tag abzulaufen. Und da 1+1=2 ist ... ;)
 
Und zum Thema "Dreck in Frankreich stehen lassen" - man hätte ihn niemals dorthin bringen dürfen. Müll bleibt Müll!
Da hätten die lieben Froschfutternden Nachbarn aber was dagegen gehabt, denn bei ihnen wurde der ATOMWAFFENFÄHIGE Teil abgetrennt. Den hätten sie uns wirklich ungern überlassen, glaub mir :mrgreen:
 
Ich interessiere mich vielmehr dafür, was die Castorgegner mit den Protesten bezwecken. Ich kann verstehen, dass niemand im Wendland das Endlager will, aber Fakt ist nun mal, dass wir unseren Dreck nicht in Frankreich stehen lassen können.

Welche Alternative schwebt den den Castor-Protestlern vor?
Eine wirklich ergebnisoffene Suche nach einem Endlager möglicherweise.
Auch ich halte angesichts 3 Millionen bundesweit, 73 Millionen für Gorleben das für nicht allzu ergebnisoffen. Aber was ergebnisoffen wirklich ist, steht ja schon hier: https://neusprech.org/beratung-ergebnisoffene/ / https://neusprech.org/forschungsbergwerk/

@Klamm: Jeder solcher Transporte braucht eine Genehmigung, und selbst wenn nicht kannst du Gift nehmen, dass irgenderwer das mitkriegt, wenn von La Hague ein Zug losrollt ;) Ist ja auch nicht so, als würden die Castoren einem normalen Schüttgutwaggon zum Verwechseln ähnlich sehen.
 
@Komerzhasi. Das der Dreck erst gar nicht nach Frankreich gebraucht werden sollte - Full Acc! Das der Müll bis zur Endlagerung möglichst wenig transportiert werden sollte - Full Acc!

War was nutzt es, wenn das Kind schon jahrelang im Brunnen liegt, das Steuersäckel mit Millionenkosten zu belasten, wo doch jedem klar sein sollte, dass die Verursacher des Atommülls NICHT für die Kosten aufkommen? :think:

@LennStar: Auch hier hat das eine wenig mit dem anderen zu tun. Im Gegenteil: gesetzt den Fall, das Gorleben NICHT das Endlager wird, stehen WIEDER x-dutzend Castor-Transporte an.

Ein bisschen Pragmatismus stünde der Anti-AKW-Bewegung hier gut zu Gesicht, oder? Der Ausstieg ist da, jetzt müssen wir auch die Folgen davon akzeptieren. Dazu gehört ein Endlager (wo auch immer), und die Transporte des Abfalls dorthin. Es geht nicht nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass".

Dabei ist es reichlich egal, wann, warum, und wer ist verantwortlich. Der heutige IST-zustand muss abgearbeitet werden, ob uns das nun passt oder nicht!
 
Schon komisch: Die Castor-Gegner haben anscheinend panische Angst vor Atommüll und trotzdem suchen sie ständig die Nähe dazu... ^^

Wär ich König von Deutschland gäbe ich den ausdrücklichen Befehl, dass der Zug nicht gestoppt werden darf... :mrgreen:
 
So... Mitte Dezember wird die Energy Road Map 2050 für die EU vorgestellt... Geplant ist der Neubau von 40 AKW alleine bis 2030 (natürlich mit bedeutend größerer Leistung)... Wie schön, dass Deutschland meint gerade in der Energiepolitik sein eigenes Süppchen kochen zu können... ^^

Naja, für ein bisschen Symbolpolitik kann man schon mal ein paar hundert Milliarden versenken... Ich finds gut... ^^
 
Scheiß doch drauf, was der Oettinger labert. Der meint ja auch, daß es in Paris nur einen einzigen Bahnhof, und daß es westlich von Paris keine Menschen, sondern nur Kühe und Wiesen gäbe. Inkompetenz hat einen Namen.
 
...tjaja, die vielen hundert Milliarden, die die EU da in die Kernkraft versenkt ... die geben in den kommenden heissen Sommern sicher nette Symbole ab, das stimmt ...

... aber im Winter lohnen die sich dann doppelt :biggrin::ugly:
Ist ja auch besser mit Strom zu heizen. :wall:

:edit:

Geplant ist der Neubau von 40 AKW alleine bis 2030 (natürlich mit bedeutend größerer Leistung)... Wie schön, dass Deutschland meint gerade in der Energiepolitik sein eigenes Süppchen kochen zu können... ^^

... und die Japaner beweisen gerade, dass man allein durch simples Energiesparen die Mär von der unverzichtbaren Atomkraft widerlegen kann. :biggrin:
Und wie gern lässt sich der "gebildete" Mitteleuropäer doch weiterhin von der Atommafia belügen ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich frag mich sowieso, wo die viel beschworenen Stromengpässe geblieben sind, die uns angedroht prophezeit wurden, wenn die 8 jetzt stillgelegten KKWs vom Netz bleiben... Vielleicht stehen sie auf der A3 im Stau? Da ist immerhin immer Stau... :think: