Islamismus... Oder "Der dritte Weltkrieg"

Ich denke da gerade mal an den Iran, und die verschiedenen politischen Richtungen, die durch Wahlen dort in den letzten 15 Jahren vorhanden waren.
Mal so, mal so, das zeigt, der Wille der Mehrheit wird berücksichtigt.

:ugly:

Dann informiere Dich mal, wie die politische Landschaft dort organisiert ist. Stichwort "Wächterrat". Das letzte Wort dort haben immer die Mullahs.

Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātemīs 1997 etablierte sich die politische Bewegung der Reformer im iranischen Parlament. Sie stehen dem religiösen Machtmonopol kritisch gegenüber und versuchen, die republikanischen Elemente des Staates zu stärken. So gelang es Chatemi zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen.

Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte allerdings nicht sehr lange an. Der Wächterrat macht die Gesetze mit Verweis auf Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments.


Kelle schrieb:
Und was bitte schön heißt, sich mit Unterdrückten, sofern vorhanden, zu solidarisieren?

Ohne Worte. Solche Äußerungen sind eine Demütigung für die Millionen Opfer des iranischen Islamisten-Regimes. Ich finds wirklich bedrückend, wenn Menschen wie Du, die eigentlich nicht zu den Deppen hier gehören, ein solches Land verteidigen, nur um damit ihren Anti-Globalisierungs- oder Anti-Amerika-Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finds wirklich bedrückend, wenn Menschen wie Du, die eigentlich nicht zu den Deppen hier gehören, ein solches Land verteidigen, nur um damit ihren Anti-Globalisierungs- oder Anti-Amerika-Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Ich find es nett, was mir so unterstellt wird.

Anti-Globalisierungsgefühle - dass ich nicht lache. Wie kommst Du denn auf den Trichter?
Such mal hier im Forum auch nur einen Beitrag, wo ich mich gegen Globalisierung wende.

Anti-Amerikanismus... Das ist doch so ein StandardTodschlagsargument, wenn Schmalspurdenker nicht weiterkommen.

Klar mag ich ne andere Meinung vom Demokratie, Selbstbestimmung der Staaten und Toleranz haben als die derzeitige USA Administration, das hat doch aber nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun...

gruss kelle!
 
Aber es ist schon sehr absurd im Falle Iran von Demokratie zu sprechen, wenn ein Wächterrat immer das letzte Wort hat... Das ist dann eher eine Autokratie...
 
Das ist dann eher eine Autokratie...

Jo, und wenn das Volk echte Demokratie haben will, dann können Sie diese ja per friedlicher Revolution durchsetzen, natürlich nur, wenn es die Mehrheit will, sonst würde ja eine Minderheit die Mehrheit ganz demokratisch unterdrücken...

gruss kelle!
 
Wohl eher eine Theokratie...

Cya Nightfire

Nach eigenem Verständnis vielleicht... Für mich ist es eine Autokratie...

Im Übrigen finde ich es naiv zu denken, dass sich ein solches politisches System bei Unzufriedenheit der Mehrheit von alleine durch den Druck der Straße ändert.

Sind die Menschen in Nordkorea wirklich zufrieden... Ich kann es mir nicht vorstellen...
 
Im Übrigen finde ich es naiv zu denken, dass sich ein solches politisches System bei Unzufriedenheit der Mehrheit von alleine durch den Druck der Straße ändert.

Jo, 89 in der DDR war nur ne Fiktion, und alle die diese Geschichte glauben sehr naiv...

Hey, leg mal die Scheuklappen ab, soll helfen.

gruss kelle!
 
Klar mag ich ne andere Meinung vom Demokratie, Selbstbestimmung der Staaten und Toleranz haben als die derzeitige USA Administration, das hat doch aber nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun...

Dann ist Deine Verharmlosung des Iran-Regimes halt einfach so zum Kotzen und für mich dann auch noch weniger durchsichtig.

Jo, 89 in der DDR war nur ne Fiktion, und alle die diese Geschichte glauben sehr naiv...

Der Vergleich hinkt wieder heftig. Das DDR-Regime mag brutal gewesen sein, aber das Ausmaß der Unterdrückung oder Dinge wie öffentliche Hinrichtungen wurde in der DDR wohl kaum erreicht, so wie es im Iran derzeit an der Tagesordnung ist. Was glaubst Du wohl, was das Iran-Regime mit den "Montags-Demonstranten" gemacht hätte?
 
Dann ist Deine Verharmlosung des Iran-Regimes halt einfach so zum Kotzen und für mich dann auch noch weniger durchsichtig.

Hab ich irgendwo das Iran "Regime" verharmlost?

Nein.

Ich führte den Iran nur als Beispiel an, wo durch Wahlen in den letzten X Jahren verschiedene politische Richtungen mit der Regierungsbildung beauftragt waren.

Dann kam eine leere Zeile, sprich ein neuer Absatz fing an, wo ich mich zu Solidarisierungsmöglichkeiten eventuell vorhandener Unterdrückter äußerte.

Zeig mir bitte die Verharmlosung.

Aber wo Du mir schon Verharmlosung vorwirfst.

Ich könnte ja evtl. Dir, ganz sicher aber anderen Threadteilnehmer locker Übertreibung nicht nur vorwerfen, sondern argumentativ begründen.

gruss kelle!
 
Hab ich irgendwo das Iran "Regime" verharmlost?

Nein.

Och komm hör doch auf. Du vergleichst die Pädophilenpartei in Holland mit den Zwangs-Ehen im Iran und stellst - ob nun polemisch oder ernsthaft - in Frage, ob es überhaupt Verfolgte im Iran gibt. Sowas lieb ich immer, so fette Klöpse raushauen und dann nachher die missverstandene Unschuld spielen.
 
... und stellst - ob nun polemisch oder ernsthaft - in Frage, ob es überhaupt Verfolgte im Iran gibt.

Nochmal zum Mitmeißeln...
Es ging mir um die Frage, wie man sich mit eventuell Verfolgten solidarisieren kann.
Ob man deren Missstand ohne Rücksicht auf Verluste, Geschichte und Kultur mit dem Panzer behebt, oder ab man denen Zuflucht an einem besseren ort gibt.

Dass Du Dich jetzt daran aufgeilst, dass in dem gleichen Beitrag auch noch das Wort Iran fiel, Dein Bier, nicht meins.

Aber verrenn Dich ruhig in die Metaebene, um ja nicht weiterdiskutieren zu müssen.

gruss kelle, der kein mädchen ist, also genau das meint, was er schreibt.
 
Wer geht denn hier nicht auf seine falschen Infos zum Iran ein? Schwach echt.

Welche falschen Infos?

Die dass dort Wahlen stattfanden, die unterschiedliche Ausgänge hatten?

Die stimmen.

Der Wächterrat war mir nicht bekannt, ändert an den Wahlen auch nichts.

Und auch nicht daran, dass das Volk diesen bei Bedarf auch loswerden könnte, wenn sie denn wollten.

Aber da es Ihn noch gibt, scheint die Mehrheit der in Iran lebenden Personen mit dem System zufrieden sein.

gruss kelle!
 
Kelle ... der Vergleich der Revolution in der DDR mit einem möglichen Volksaufstand im Iran hinkt aber gewaltig.

Das Volk in der DDR ist auch nicht einfach so auf die Strasse gegangen - dafür gab es genügend Auslöser (Massenflucht über Ungarn & Tschechoslowakei, Gründung Neues Forum usw.)

Viele befürchteten eine "chinesische Lösung" seitens der Betonköpfe in der SED.
Religion spielte aber keine Rolle !

Und genau das ist der feine Unterschied zum Iran !
 
Der Wächterrat war mir nicht bekannt, ändert an den Wahlen auch nichts.

Und auch nicht daran, dass das Volk diesen bei Bedarf auch loswerden könnte, wenn sie denn wollten.

Aber da es Ihn noch gibt, scheint die Mehrheit der in Iran lebenden Personen mit dem System zufrieden sein.

Diese Argumentation ist so unfassbar sorry.

1. Der Wächterrat hat Deine viel gelobten freien Wahlen ad absurdum geführt, weil die Reformanstrengungen einfach ausgesetzt wurden. Dieser Wächterrat, den die Mullahs kontrollieren, ist de faco das kontrollierende Regime, die Regierung entweder geduldet oder manipuliert.

2. Wenn ein Volk sich durch ein streng-religiöses Regime einmal komplett beherrschen lässt, ist es ungleich schwerer, sich daraus zu lösen, denn die geistigen Führer geisseln die Menschen ja mit dem Glauben, den sie benutzen, um das Volk zu kontrollieren.

3. Wenn eine Mehrheit zufrieden WÄRE, legitimiert das die Tatsache, dass Minderheiten diskriminiert und getötet werden oder was? Was ist das denn für ein kaputtes Verständnis von Demokratie?

https://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4969240_REF1_NAV_BAB,00.html
 
[...]
2. Wenn ein Volk sich durch ein streng-religiöses Regime einmal komplett beherrschen lässt, ist es ungleich schwerer, sich daraus zu lösen, denn die geistigen Führer geisseln die Menschen ja mit dem Glauben, den sie benutzen, um das Volk zu kontrollieren.
Wie in Mitteleuropa zu Zeiten des Mittelalters. Es gab Revolutionen, Volksbegehren, etliche Bürgerkriege und viel Blut, aber die meisten Länder Europas haben sich die Demokratie hart erkämpft und damit auch verdient.

Und Du bist der Ansicht, dass wir (also der Westen) das den Iranern ersparen sollten, sie mit Bombenteppichen zudecken sollten, damit sie auch in den Genuss unserer Demokratie kommen, ja? :LOL:

Wenn man etwas will, muss man dafür kämpfen. Das muss auch die Minderheit im Iran. Und wenn sie nicht dafür kämpft (notfalls auch ihr Leben dafür einsetzt), dann behalten sie genau das, was sie haben.

3. Wenn eine Mehrheit zufrieden WÄRE, legitimiert das die Tatsache, dass Minderheiten diskriminiert und getötet werden oder was? Was ist das denn für ein kaputtes Verständnis von Demokratie?
Na wenn die Mehrheit zufrieden ist, dann ist das EXAKT Demokratie. Es mag dann noch immer gegen unsere westlichen Werte, wie das Menschenrecht oder dergleichen verstoßen. Aber wenn der Wille der Mehrheit in der Politik Ausdruck findet, ist es Demokratie. Demokratie hat auch absolut nichts mit Freiheit, Rechtsstaatlichkeit oder anderen Werten zu tun, die wir uns auf die Fahnen geschrieben haben. Lediglich die Freiheit, zu wählen und seine Interessen damit durchzudrücken. Wenn jedoch die Mehrheit des Landes andere Interessen verfolgt, dann kann man sich nur noch an die USA wenden, die dann hoffentlich schlagkräftig die Mehrheit tötet, um der Minderheit zu gefallen :(

Gruß,
Photon
 
Na wenn die Mehrheit zufrieden ist, dann ist das EXAKT Demokratie. Es mag dann noch immer gegen unsere westlichen Werte, wie das Menschenrecht oder dergleichen verstoßen. Aber wenn der Wille der Mehrheit in der Politik Ausdruck findet, ist es Demokratie. Demokratie hat auch absolut nichts mit Freiheit, Rechtsstaatlichkeit oder anderen Werten zu tun, die wir uns auf die Fahnen geschrieben haben. Lediglich die Freiheit, zu wählen und seine Interessen damit durchzudrücken.

Ich gebe zu, dass der Wille der Mehrheit des Volkes rein theoretisch nichts mit Idealen und Werten zu tun hat. Rein praktisch aber schon. Denn das Ur-Interesse jedes Menschen ist das Überleben und die Freiheit, deshalb wird die Demokratie auch häufig als das Konzept des Naturrechts angesehen, da dass Interesse des Volkes die gemeinschaftliche Stimme des Einzelnen ist, während zB eine Diktatur die einzelne Stimme für die Gesamtheit darstellt.

Das ist aber nur ein Gedankenspiel. Fakt ist, dass in der Regel die Einhaltung von Menschenrechten proportional zu dem Einhalten von politischer Meinungsfreiheit steigt und fällt. Eine Mehrheit, die auf Kosten einer Minderheit zufrieden ist, erreicht dies eben nur durch Unterdrückung und Zensur. Deshalb ist das eben nicht Demokratie, so wie wir sie verstehen. Denn hier gehören Oppositionen notwendig zu einem demokratischen Entscheidungsprozess dazu.

Und jetzt mal ganz abgesehen davon: Eine Mehrheit im Iran zu finden, die glücklich ist mit den Mullahs, ist absolut utopisch. Allein weil auch im Iran die Hälfte der Menschen Frauen sind.