Sammelthread Gewalttätige Proteste nach Mohammed-Video

Du nimmst Dir das extremste Beispiel heraus. In diesem Punkt stimme ich Dir auch zu.
Bengasi halt. Aber da du die extremsten Bilder heraussuchst ist das nur fair. ;)
Aber ...! Der normale Familienvater geht nicht nur in einem islamischen Land vor die Tür und "protestiert". Wie der Protest bspw. in Sydney aussah und welche Parolen dort selbst von Kindern auf Transparenten in die Höhe gehalten wurden, bedarf eigentlich keines Kommentars.
Und die stehen jetzt repräsentativ für die Familienväter unter den Muslimen?
Hmmm. Bei dieser Unterscheidung stellt sich mir zwangsläufig die Frage, ob nur die "Fundamentalisten" sich provoziert fühlen oder ob es die Muslime an sich sind. Fakt ist - Du definierst "Randalierer = Fundamentalist". Korrigiere mich falls ich das falsch verstanden haben sollte.
Ich traue mir gar nicht zu den Steinewerfer, den Plakatträger, den, der zu Hause geblieben ist, den Gegendemonstranten oder den mit der Panzerfaust zu definieren.

Ich schätze, dass sich ziemlich viele Muslime aller Strömungen mehr oder weniger provoziert fühlen, aber die wenigsten töten deshalb Botschafter oder rufen dazu auf. An der Debatte stört mich, dass es uns unverständlich ist, warum radikale Moslems derart gewalttätig reagieren (wobei du bewusst oder unbewusst auf Adjektive verzichtest) und dabei völlig vergessen zu Fragen wieso die überhaupt radikal sind.

Ist es nachvollziehbar, wenn jemand gewalttätig wird, weil man ihm ein dämliches Video zeigt? Natürlich nicht. Ist es nachvollziehbar, wenn jemand gewalttätig wird, wenn man seine Hochzeit bombardiert und ihm dann ein dämliches Video zeigt? Natürlich.
Ist es nachvollziehbar, wenn jemand, dessen Hochzeit man bombardiert hat, jemand anderen mit seinem Hass ansteckt, der wiederum gewalttätig wird, wenn man ihm ein dämliches Video zeigt? Kompliziert, aber ich finde schon.

Hier fällt eine Respektlosigkeit auf ~60-70 Jahre westlicher Respektlosigkeitspolitik, dann explodiert der Dampfkochtopf und wir schütteln unverständlich den Kopf, weil wir fortgeschritten und moralisch überlegen sind.
 
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...weil wir fortgeschritten und moralisch überlegen sind.

Überheblich. Du hast überheblich vergessen. In meinen Augen wohl die Respektlosigkeit, die im Nahen Osten wohl am schwersten wiegt. Allein seit 2001 die USA in Afghanistan einmarschiert sind, hat sich die ganze westliche (ich sage hier bewusst nicht christliche) Welt dermaßen viele moralische Entgleisungen geleistet - und das unter der Überschrift "Frieden und Demokratie".

Ich meine, wenn man sich heute die Ergebnisse anschaut, dann kommt man sich doch sogar als Teil der westlichen Kultur verarscht vor, oder?
 
Allein seit 2001 die USA in Afghanistan einmarschiert sind ...

Dir ist aber der Grund dafür schon noch bekannt, oder?

Wenn Du schon in Vergangenheit reist um Gründe für aktuelle Entwicklungen zu finden, dann schau Dir bitte auch die Ereignisse vor 2001 an. Hass auf den Westen und alles Nicht-Muslimische gab es nicht erst seit 2001 und dem Afghanistan-Feldzug. Die Ergebnisse kennt man:

1989 Todes-Fatwa gegen Rushdie
1993 Anschlag auf das WTC
1998 Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalaam
2000 Anschlag auf die USS Cole

Von der 2. Intifada und 65 Selbstmordattentaten [1990-2001] von palarabischen Terroristen in Israel spreche ich erst gar nicht.

In einem Punkt aber gebe ich Dir Recht. "Überheblich" ist es wenn der Westen meint, dass man tief verwurzeltem Glauben und religiösen Traditionen durch das "Geschenk" der Demokratie das Potential des Fundamentalismus entziehen kann.
 
Du vergisst

- Einmarsch der SU in Afghanistan 1979
- Unterstützung des korrupten Schahs im Iran bis 1979
- Einflussnahme auf die Politik im nahen Osten des Öls wegen seit den 1950ern, beispielsweise Unterstützung des korrupten Schahs.
- für die Araber als selbstherrlich empfundene Grenzziehungen nach dem zweiten Weltkrieg
- Suezkrise
- Algerienkrieg
- Kolonialismus
...

Seit über hundert Jahren zeigt "der Westen" (im Sinne von "nicht muslimisch"), was ihn die Kultur und die Gesellschaft juckt - nichts.

Und Vorfälle wie Abu Gureib und die Permanenten Kollateralschäden der Drohnenangriffe? Ist das moralisch leichter vertretbar, weil die Verursacher Kombatantenstatus haben?

Ich kann mir Vorstellen, das ein einfacher Afghane oder Iraker nicht mehr unterscheidet zwischen billiger Inkaufnahme und Vorsatz...
 
- Einmarsch der SU in Afghanistan 1979

Seit wann zählen denn die Russen zum "Westen"?

Seit über hundert Jahren zeigt "der Westen" (im Sinne von "nicht muslimisch"), was ihn die Kultur und die Gesellschaft juckt - nichts.

Warum gehen wir nicht noch weiter zurück bis zu den Kreuzzügen und ihren Auslösern? Sinnvoll wäre das denn nicht umsonst bezeichnen Muslime den Westen als "Crusaders".

Und Vorfälle wie Abu Gureib und die Permanenten Kollateralschäden der Drohnenangriffe? Ist das moralisch leichter vertretbar, weil die Verursacher Kombatantenstatus haben?

Ich verstehe nicht worauf Du hinaus willst.
Einerseits führst Du Ereignisse auf, die zeitlich einen begrenzten Zusammenhang haben. Andererseits sollen diese Ereignisse Teil der aktuell sich entladenden Aggressionen sein?
 
Seit wann zählen denn die Russen zum "Westen"?
Da du so freundlich warst, den dazu relevanten Teil meines Postings mit zu zitieren, brauche ich darauf ja nicht einzugehen :yawn:



Warum gehen wir nicht noch weiter zurück bis zu den Kreuzzügen und ihren Auslösern? Sinnvoll wäre das denn nicht umsonst bezeichnen Muslime den Westen als "Crusaders".
Stimmt, die gegenseitige Ignoranz bzw. Das nicht verstehen wollen reicht bis dorthin zurück. Es macht die Sache nur so unübersichtlich.

Ich verstehe nicht worauf Du hinaus willst.
Einerseits führst Du Ereignisse auf, die zeitlich einen begrenzten Zusammenhang haben. Andererseits sollen diese Ereignisse Teil der aktuell sich entladenden Aggressionen sein?
Nicht Teil, aber (Mit)Ursache. Weder gehen die Muslime tolerant mit uns um, noch wir mit ihnen. Die Agressionen sind folge vieler bewusster oder unbewusster oder sogar vorsätzlicher Provokationen.

Deshalb fehlt mir in der Diskussion die Selbstreflektion: werden wir unseren eigenen moralischen Ansprüchen gerecht? Ich denke eben: nein
 
Stimmt, die gegenseitige Ignoranz bzw. Das nicht verstehen wollen reicht bis dorthin zurück. Es macht die Sache nur so unübersichtlich.

Nicht Teil, aber (Mit)Ursache. Weder gehen die Muslime tolerant mit uns um, noch wir mit ihnen. Die Agressionen sind folge vieler bewusster oder unbewusster oder sogar vorsätzlicher Provokationen.

Deshalb fehlt mir in der Diskussion die Selbstreflektion: werden wir unseren eigenen moralischen Ansprüchen gerecht? Ich denke eben: nein

Irgendwie braucht es einen Nullpunkt, an dem man sich orientiert denn Aktion und Reaktion auf bestimmte Ereignisse waren nun einmal wie sie waren.

Vor allem bei parallelen Ereignisse (Russen in Afghanistan und Unterstützung der Mujaheddin durch den Westen vs. iranische Revolution und Sturz des Schahs) stellt sich die Frage: wie bewertet man diese aus Sicht der Moslems? Sieg über den Westen im Iran vs. regional bezogene Allianz mit dem eigentlichen Todfeind.

Du verstehst was ich meine? Irgendwo muss man anfangen. Ich glaube daher, der Anfang liegt im Jahr 1948 im UN-Teilungsplan. Zumindest eint dieser die Araber (respektive Muslime) in einer Haltung gegenüber dem Westen, sprich Nicht-Muslimen. Dieser Zustand besteht bis heute in allen islamischen Staaten, egal ob Friedensvertragspartner oder nicht.
 
ich hab neulich so ein Video mit einem Typen von AlQuaida gesehen der grossmütig erzählt hat das sie nur auf solche Sachen warten um einen Aufstand anzuzetteln nicht nur Videos oder Karikaturen sondern auch einen Islamischen Gottesstaat wolle man in der Zukunft errichten um die Muslime im Westen die gegen das böse kämpfen zu unterstützen.

Bei diesen ganzen Demonstrationen in islamischen Wüstenstaaten bin ich immer erstaunt wo die schon 24 Stunden später unsere Flaggen her bekommen haben um sie öffentlich zu verbrennen.
Wir vergessen auch immer das nicht die die uns als Kinderschänder und Mutterficker bezeichnen sich als die bösen sehen sondern wir alle sind Gottlos und so muss man uns behandeln.

Das Video hab ich mir mal auszugsweise angesehen fand es aber nicht so schlimm ,aber ich bin ja ohnehin ein Teil des bösen Westens der Muslime in der ganzen Welt unterdrückt.
 
Frankreich verbietet Demonstration gegen Mohammed-Video

Folgende News wurde am 19.09.2012 um 09:21:05 Uhr veröffentlicht:
Frankreich verbietet Demonstration gegen Mohammed-Video
Top-Themen

Paris (dpa) - Die französische Regierung verbietet eine in Paris geplante Demonstration gegen das islamfeindliche Mohammed-Video aus den USA. Es gebe keinen Grund, Konflikte zuzulassen, die mit dem eigenen Land nichts zu tun hätten, sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault im Radiosender RTL. Der eingereichte Protestantrag für diesen Samstag werde zurückgewiesen. Am vergangenen Wochenende waren bei einer nicht angemeldeten Demonstration nahe der US-Botschaft in Paris rund 150 Personen festgenommen worden.
 
Das ist ja wohl nur dämlich. Man kann nicht einerseits argumentieren, das Video unterliege der Meinungsfreiheit, und andererseits öffentlichen Protest dagegen verbieten.

Gießt ruhig noch ein bisschen mehr Öl aufs Feuer. Vielleicht könnte der französische Premierminister den Regisseur zum Essen einladen?
 
Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte ...

momessde689.gif


Gaza, 19.09.2012 - Mitglieder der Izzedin Al Qassam Brigaden [Hamas]
 

Du siehst wieder nur den vordergründigen Aspekt.
Das Mohammed der "Friedensprophet" sein soll war mir bisher angesichts solcher Slogans seinerseits nicht klar. Das nun ausgerechnet diese maskierten "Herren" diese Botschaft des Friedenspropheten in die Welt tragen, gleichzeitig Menschen aus Rache für den Propheten sterben, macht mich etwas verwirrt.

Ein Friedensprophet den man nicht abbilden darf, für den Gläubige morden und brandschatzen?
Vielleicht sind es wirklich die knapp 400 Jahre Unterschied, die die Differenz in der Entwicklung der Religion und ihrer Anhänger zu anderen Religionen ausmachen.
Rational ist das zumindest alles nicht mehr zu erklären.
 
Ich will auch nichts erklären, nur werden auch tausend Fotos von Muslimen mit Waffen und Kindern mit Hassbotschaften mich nicht dazu bringen, die Gesamtheit aller Muslime als gewalttätige Monster zu sehen, oder eine Religion als Quelle allen Hasses.

Nur bedeutet das im Gegenzug nicht, dass ich verwerfliche Taten relativieren wollte.
 
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... nur werden auch tausend Fotos von Muslimen mit Waffen und Kindern mit Hassbotschaften mich dazu bringen, die Gesamtheit aller Muslime als gewalttätige Monster zu sehen, oder eine Religion als Quelle allen Hasses.
....

Ich sehe nicht Muslime automatisch als Monster. Den Islam aktuell als eine Quelle für Gewalt, da bin ich der Ansicht, dass das zutrifft. Aber das bedeutet nicht! dass alle Muslime gewalttätig sind. Ich wage mich da nicht an Quoten oder Prognosen. Aber ich sehe und lese und höre von sehr viel Gewalttaten, die von Muslimen unter Bezugnahme auf ihre Religion ausgeübt werden. ALso ist das für mich eine naheliegende Schlussfolgerung.
 
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Ich meine, wenn man sich heute die Ergebnisse anschaut, dann kommt man sich doch sogar als Teil der westlichen Kultur verarscht vor, oder?
Ist gar nicht so einfach sich die Ergebnisse anzuschauen. Die möglichst abstrakt gehaltenen Artikel à la "x Tote, y Verletzte" mit nem sonnigen Foto aus dem Drohnenversandkatalog, oder die Talkrunden wo statt Afghanistanveteranen nur Frau Roth (o.ä.) eingeladen werden, oder die durchchoreographierten Afghanistanreportagen wo nur gesagt werden darf, was vorher abgesegnet wurde, können doch kaum distanzierter sein.

~10 Jahre nach Einsatzbeginn darf dann mal ein deutscher Journalist länger als 2 Wochen die Bundeswehr in Afghanistan begleiten und ungeschminkt berichten. Die Doku läuft dann einmal Dienstag-Nacht und schafft es in keine Mediathek. :roll:

Naja, obwohl man jetzt Angst vor den afghanischen Polizisten hat, haben wir ja bald gewonnen und dann können alle nach Hause fahren. Alles wird gut.
 
Niebel fordert Verbot des Mohammed-Videos in Deutschland

Folgende News wurde am 22.09.2012 um 08:40:00 Uhr veröffentlicht:
Niebel fordert Verbot des Mohammed-Videos in Deutschland
Top-Themen

Berlin (dpa) - Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) fordert ein Verbot der Ausstrahlung des islamfeindlichen Mohammed-Videos in Deutschland. «So einen Film darf man nicht zeigen. Wir sollten nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen», sagte er der «Bild»-Zeitung. Er sei zwar ein Freund der Meinungsfreiheit, wisse aber, dass diese Grenzen habe. «Derjenige, der sich in dieser Frage auf grenzenlose Meinungsfreiheit beruft, hat keine Ahnung, welche Konflikte dadurch noch provoziert werden können.» Zwei rechte Splitterparteien haben angekündigt, das Schmähvideo in Deutschland zu zeigen.