Dass den Asylbewerbern die Abschiebung in Rechnung gestellt wird, wusste ich gar nicht. Finde ich allerdings auch eine Sauerei, wenn ich ehrlich bin. Das sollte schon noch der deutsche Staat stemmen können.

Mit welcher Begründung möchtest du den deutschen Steuerzahler, der für sein Geld teilweise hart arbeiten muss mit den Kosten von Menschen belasten, die ohne triftigen Grund (wenn man wirklich auf der Flucht von Krieg ist, wird man ja scheinbar aufgenommen) aus eigenem Antrieb nach Deutschland kommen und dann zu recht abgeschoben werden? Nicht der deutsche Staat stemmt diese Kosten sondern der deutsche Bürger, von denen einige gucken müssen, wie sie über die Runden kommen.
 
Es geht um ein Politikum Unternehmer machen ihre Angestellten für zu hohen Steuern verantwortlich. Arbeitnehmer und Rentner machen für ihre Lebenssituation HartzIV und Sozialhilfeempfänger verantwortlich und Diese suchen sich immer den nächst besten Sündenbock der noch schwächer ist und noch weniger Rechte hat und am Ende profitiert wieder die Politik davon die von ihrer eigenen Unfähigkeit ablenken kann und sozialeeinschnitte usw scheinbar ohne Widerstand durchführen kann. So war das aber schon immer. Ich bin gerne bereit das mit dem Hartzi in "besorgte Bürger" Zu ändern.

Die Flüchtlinge sind oft junge Männer die ein teures Smartphone und Markenkleidung haben,dass implementiert den Eindruck das es den Leuten dort wo Sie herkommen viel besser geht als dem kapitalschwachen Amazonmitarbeiter der nur 8,50 die Stunde verdient. in der Logik ist dann der Asylbewerber schuld das derjenige nur den Mindestlohn verdient und das die einem noch was wegnehmen könnten.Mein Nachbar aus Syrien war dort vor Ort angestellter in einer Computerfirma und hat viel Geld verdient.
Der islamische Staat bzw die Kämpfer von Daesh so nennen Sie sich dort in der Region haben die Städte erobert und junge Männer werden von den Kämpfern zum Kriegsdienst eingezogen,als Mann hat man dann nur 2 möglichkeiten. Entweder man tritt dem islamischen Staat bei und wird Moslem sofern man keiner ist und kämpft an der Seite der Eroberer oder man wird hingerichtet,oder man flieht.

Ausser Handys uns Bargeld kann man nicht viel mitnehmen,ausserdem sind die für Flüchtlinge die über die halbe Welt vertreut sind eine reine Notwendigkeit um mit Freunden oder der Familie in Kontakt zu bleiben.
 
Es geht um ein Politikum Unternehmer machen ihre Angestellten für zu hohen Steuern verantwortlich. Arbeitnehmer und Rentner machen für ihre Lebenssituation HartzIV und Sozialhilfeempfänger verantwortlich und Diese suchen sich immer den nächst besten Sündenbock der noch schwächer ist und noch weniger Rechte hat und am Ende profitiert wieder die Politik davon die von ihrer eigenen Unfähigkeit ablenken kann und sozialeeinschnitte usw scheinbar ohne Widerstand durchführen kann. So war das aber schon immer. Ich bin gerne bereit das mit dem Hartzi in "besorgte Bürger" Zu ändern.

Du hast die Gruppe derer Vergessen, die die Politik verantwortlich machen um selbst aktiv nicht bei sich selbst anzusetzen um etwas zu verbessern... Immerhin ist ja alles sinnbefreit, was man macht, denn die Politik ist verantwortlich

Ausser Handys uns Bargeld kann man nicht viel mitnehmen,ausserdem sind die für Flüchtlinge die über die halbe Welt vertreut sind eine reine Notwendigkeit um mit Freunden oder der Familie in Kontakt zu bleiben.

Und wir sollen Menschen in Deutschland brauchen, die ihr Statussymbol (teures Handy) nicht aufgeben wollen? Oder kann man mit günstigen Smartphones oder einfachen Handys keinen Kontakt zur Familie halten? Klingt alles sehr schlüssig.

Ich fasse kurz zusammen. Alle deutschen Hartzies sind faul und etliche davon sind Nazis. Ändern kann man daran nichts, weil diese Leute eh nur nörgeln. Alle Menschen, die gegen Multikulti sind, sind ebenfalls Nazis, Hartzer und haben zudem ein niedriges Bildungsniveau. Asylanten benötigen ihre teuren Handys, da günstige Handys keine Kommunikation zur Familie ermöglichen. Ansonsten sind sie sehr gebildet und waren vorher Computerfachleute? Korrekt zusammengefasst? Alles von dir empirisch belegt, bewiesen und geprüft.
 
Mit welcher Begründung möchtest du den deutschen Steuerzahler, [...] mit den Kosten von Menschen belasten, die ohne triftigen Grund [...] nach Deutschland kommen und dann zu recht abgeschoben werden? [...]
Ich sehe es so: Die Leute kommen hier her und bitten um Asyl, stellen den Antrag. Dieser wird so gründlich wie nötig geprüft und eine Entscheidung getroffen. Die Abschiebung erfolgt ja jetzt schon auf Kosten des Staates und der stellt es denjenigen in Rechnung. Wieviele werden davon die Kosten zurück zahlen?

Über wieviel Kosten reden wir hier? Es wird vermutlich eine Bahnfahrkarte werden und kein FirstClass-Direktflug. Oder ein Bus, warum denn auch nicht. Nehmen wir mal nur den Corporate-Tarif der Bahn, obwohl ich glaube, dass der Staat bei der Masse von Leuten auch noch ganz andere Rabatte bekommt. Beim Fernbus das Gleiche. Nach Ungarn kommt man pro Person mit der Bahn für ab 39 Euro, nach Rumänien ab 130 Euro (Preis auf Anfrage erhalten). Beim Fernbus kosten die Tickets sogar noch weniger.

Meinst Du nicht, dass allein die deutsche Bürokratie (Mahnungen schreiben, womöglich Gericht etc) im Nachgang teurer ist, um das Geld wieder einzutreiben, als würde man gleich das Ticket bezahlen und Einreiseverbot erteilen, sodass sie beim nächsten Mal gleich an der Grenze gestoppt werden und es erst gar nicht zur Prüfung kommt?

[...] Mein Nachbar aus Syrien war dort vor Ort angestellter in einer Computerfirma und hat viel Geld verdient. Der islamische Staat [...] haben die Städte erobert und junge Männer werden von den Kämpfern zum Kriegsdienst eingezogen,als Mann hat man dann nur 2 möglichkeiten. Entweder man tritt dem islamischen Staat bei und wird Moslem sofern man keiner ist und kämpft an der Seite der Eroberer oder man wird hingerichtet,oder man flieht.

Ausser Handys uns Bargeld kann man nicht viel mitnehmen,ausserdem sind die für Flüchtlinge die über die halbe Welt vertreut sind eine reine Notwendigkeit um mit Freunden oder der Familie in Kontakt zu bleiben.
Also ich persönlich störe mich nicht so sehr an den Smartphones, zumal die Dinger nicht so teuer sind - sofern man nicht das allerneueste Modell besitzt.

Kommen wir mal zu Deinem Nachbarn. Also jeder wird wohl wissen, dass nicht alle Flüchtlinge ungelernte Kuhhirten sind. Wird schon rein mathematisch nicht gehen, weil es ja leider schon inzwischen mehr Flüchtlinge als Kühe in ganz Syrien gibt. Natürlich gibt es unter den Flüchtlingen auch Akademiker. Es wird unter den Akademikern auch Leute geben, die wir dringend in Deutschland benötigen. Ebenso wird es gelernte Arbeiter geben, die ebenso eine gute Chance haben, in Deutschland eine Arbeit zu finden und so ein neues Leben beginnen können (sofern sie es wollen).

Aber das ist nicht die Masse. Man sollte und müsste dringend darüber nachdenken, ob man nicht die Flüchtlinge etwas aussieben sollte, sodass man den Perlen unter ihnen ein gutes Angebot für einen Neuanfang in Deutschland machen kann. Natürlich samt Familie. Hier lohnt sich der Aufwand für Integration, Sprachschule und dergleichen.

Aber das löst natürlich nicht das Problem der Masse. Wie wir ja festgestellt haben (ich glaube, es war sogar hier im Thread), sind 75% der Flüchtlinge sogar entweder ohne Ausbildung oder nach deutschen Standards nicht ausreichender Ausbildung. Ein Teil davon sind sogar Analphabeten. Und je niedriger der soziale Stand und damit die Zukunftsaussichten sind, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass wir über Kriminelle reden.

Im Grunde sind also 75% der Flüchtlinge etwa auf dem Niveau unserer Hartzies. Die Hälfte von denen hat nämlich einen Schulabschluss, aber keinen oder ungenügenden Berufsabschluss. Nur sind unsere Hartzies wenigstens noch muttersprachlich deutsch, was ihnen den Weg zum Arbeitsmarkt deutlich erleichtert. Da wir nicht wissen, wie viele da nun noch kommen werden: Was sollen wir mit ein paar Millionen Hartzies aus aller Welt mehr im Land, die noch schlechtere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben als unsere einheimischen?

Nach wie vor gibt es aber keinen Plan, was mit all denen passieren soll. Hast Du / habt ihr vielleicht irgendeine wirtschaftlich tragbare Idee vorliegen? Oder einfach nur "mein linkes Gewissen befiehlt, ich folge ihm"? :D
 
Meinst Du nicht, dass allein die deutsche Bürokratie (Mahnungen schreiben, womöglich Gericht etc) im Nachgang teurer ist, um das Geld wieder einzutreiben, als würde man gleich das Ticket bezahlen und Einreiseverbot erteilen, sodass sie beim nächsten Mal gleich an der Grenze gestoppt werden und es erst gar nicht zur Prüfung kommt?

Kenne ich keine Zahlen zu. Aber pauschal zu sagen, dass man generell das zahlt finde ich persönlich befremdlich. Wenn eine Berechnung feststellt, dass der Steuerzahler so stärker entlastet wird, als wenn man es versucht einzutreiben, dann sollte man aus Effektivitätsgründen ggfs. darauf verzichten. Sofern aber unterm Strich ein Plus herauskommt finde ich es nicht sozialverträglich und fair.
 
Ich will jetzt die Diskussion nicht zu sachlich werden lassen, aber kann mir einer erklären, wie die Einteilung nach asylberechtigt und nach Flüchtlingsschutz erfolgt? Also warum hier manche (genauer sehr sehr wenige) Asyl nach Art. 16a des Grundgesetzes bekommt, und viele andere nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes? Erschließt sich mir nicht, da in beiden Fällen politische Verfolgung als Grund genannt wird.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html
https://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/Fluechtlingsschutz/fluechtlingsschutz-node.html
 
Die Begrifflichkeiten findest Du eigentlich auf der Seite des BAMF, die Du ja selbst verlinkt hast. :think:

Für eine noch genauere Unterscheidung (bzw. Erklärung) müsste man wohl einen Kommentar zum Asylverfahrensgesetz wälzen. Beide Schutzrechte werden ja über das Gesetz geregelt. Zusätzlich noch der subsidiäre Schutz.

Solche Kommentare findet man auch in gut sortierten Stadtbüchereien. ;)
 
Die Begrifflichkeiten findest Du eigentlich auf der Seite des BAMF, die Du ja selbst verlinkt hast. :think:

Ich versteh sie aber nicht. Das Grundgesetz sagt "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." Das Asylrecht sagt, man wird als Flüchtling anerkannt, wenn er "sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner ... politischen Überzeugung" das beantragt. Was ist der Unterschied?

Für eine noch genauere Unterscheidung (bzw. Erklärung) müsste man wohl einen Kommentar zum Asylverfahrensgesetz wälzen. Beide Schutzrechte werden ja über das Gesetz geregelt. Zusätzlich noch der subsidiäre Schutz. Solche Kommentare findet man auch in gut sortierten Stadtbüchereien. ;)
Ich beführchte, dass ich auch das nicht verstehen werde.

Gibt's dazu eine Erklärung auf Deutsch? ;)

Gänzlich Off-Topic: Sind Behörden nicht dem BITV 2.0 verpflichtet? Gehört Leichte Sprache nicht dazu? Ich mein, Hinz und Kunz erwähnen immer wieder die Bedeutung des Grundgesetzes. Aber die Absätze 2 bis 5 muss ich mehrmals lesen um zu vermuten, was sie meinen können. Oder fassen wir mal den Teil beim Asylrecht in einen Satz zusammen.

Nach § 3 Abs. 1 AsylVfG wird ein Ausländer als Flüchtling anerkannt, wenn er sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen seiner politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe außerhalb seines Herkunftslandes befindet, dessen Schutz er nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht nicht in Anspruch nehmen will.
 
Ich habe es mir jetzt nochmal genauer angesehen.

Unterschiede gibt es in den Voraussetzungen und den Rechtsgrundlagen.

Dem Flüchtlingsschutz liegt danach Die EMRK zugrunde, dem Asylrecht Art. 16 GG.

Das Asylrecht nach dem GG gewährt auf den ersten Blick umfassenderen Schutz, da es bereits bei Einschränkungen der Menschenrechte greift, die geeignet sind, den Betreffenden aus seiner staatlichen Gemeinschaft auszugrenzen.

Der Flüchtlingsschutz nach EMRK greift dagegen "erst" bei schwerwiegenden Eingriffen in die Menschenwürde.

Das im Einzelnen zu unterscheiden (um es auch verständlich zu erklären) wird ohne Kommentar aber wohl wirklich nicht gehen.

Wenn man aber etwas weiter guckt und sich die Rechtsfolgen ansieht, stellt man fest, dass das jedenfalls für den außenstehenden Beobachter auch egal ist, weil die Rechtsfolgen gleich sind. ;) (Erster Absatz, Erster Satz des verlinkten Textes)
 
Danke. Interessant. Also eine Unterscheidung nach Menschenrechte und Menschenwürde. Ist nicht die Menschenwürde das oberste Menschenrecht?

So ganz verstehe ich es scheinbar noch nicht. Vielleicht stell ich mich zu blöd an, die Zahlen sind ja eindeutig (1,8% zu 24% im letzten Jahr). Aber mir sind halt die Kriterien nicht klar, nach denen entschieden wird. Ich glaube, ich brauch ein Beispiel um den Unterschied zwischen asylberechtigt (GG) und Flüchtlingsschutz zu verstehen. Also den Unterschied, warum einer den und der andere einen anderen Status bekommt.
 
Flüchtlingsschutz -> Personen aus (Bürger)Kriegsländern
Asyl -> Personen mit dem falschen Parteibuch, wo im Land kein Krieg herrscht

Etwas sehr vereinfacht, aber trifft so grob ins Ziel.
 
Flüchtlingsschutz -> Personen aus (Bürger)Kriegsländern
Asyl -> Personen mit dem falschen Parteibuch, wo im Land kein Krieg herrscht

Etwas sehr vereinfacht, aber trifft so grob ins Ziel.
Dann hätten aber Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge gar keinen Grund, aufgenommen zu werden. Was ja dann auf die meisten Länder Afrikas zutreffen dürfte, aus denen uns Flüchtlinge erreichen. Trotzdem scheint es ja hier eine Gesetzeslücke zu geben, nach der sie dennoch aufgenommen werden.
 
Du kannst in jedem Land politisch verfolgt werden - denk mal an einen gewissen Herrn Snowden. In einem normalen, nicht durch öffentliche Meinung und politischer Einflussnahme Meinungsäußerung belasteten Asylverfahren hätte er in Deutschland gute Chancen auf politisches Asyl. Und Flüchtling aufgrund von Verfolgung ist auch Janusköpfig - ein Albane aus Montenegro oder ein Sinti aus Serbien kann dort durchaus Verfolgung und körperlicher Bedrohung ausgesetzt sein.

Die Frage "Flüchtling oder nicht" wird, um "Wirtschaftsflüchtlinge" zu vermeiden, am grünen Tisch entschieden. Da wird Bosnien ganz schnell zum sicheren Herkunftsland, oder der Kosovo, oder Albanien. Trotzdem kann es dort zu Verfolgungen kommen.
 
Die Frage "Flüchtling oder nicht" wird, um "Wirtschaftsflüchtlinge" zu vermeiden, am grünen Tisch entschieden. Da wird Bosnien ganz schnell zum sicheren Herkunftsland, oder der Kosovo, oder Albanien. Trotzdem kann es dort zu Verfolgungen kommen. [...] Du kannst in jedem Land politisch verfolgt werden
Dann könnte man aber auch die meisten Herkunftsländer der Flüchtlinge zu sicheren Ländern erklären. Im Sudan herrscht kein Krieg. Nur lebt es sich selbst in einem brandenburgischen Zeltlager besser als dort. Eritrea ist kein Krieg. Das Leben dort ist wohl auch nicht so prall, was man hört von dem Willkürregime. Aber gleiches oder wenigstens ähnliches sagt man ja auch laufend über Russland und China.

Theoretisch dürften wir eigentlich nur noch Leute aus Syrien und dem Irak aufnehmen und müssten bei allen anderen ganz genau prüfen, ob sie wirklich verfolgt sind und warum. Bleibt natürlich die Frage, wer das machen soll...
 
Dann hätten aber Armuts- und Wirtschaftsflüchtlinge gar keinen Grund, aufgenommen zu werden. Was ja dann auf die meisten Länder Afrikas zutreffen dürfte, aus denen uns Flüchtlinge erreichen. Trotzdem scheint es ja hier eine Gesetzeslücke zu geben, nach der sie dennoch aufgenommen werden.
Status als Flüchtling gibt es ja auch noch für Verfolgung wegen

  • Rasse,
  • Religion,
  • Nationalität,
  • Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe

Dürfte auch auf die meisten Länder, aus denen Menschen kommen, zutreffen. Wo du die Gestzeslücke siehts, ist mir nicht klar.

Flüchtlingsschutz -> Personen aus (Bürger)Kriegsländern
Asyl -> Personen mit dem falschen Parteibuch, wo im Land kein Krieg herrscht

Etwas sehr vereinfacht, aber trifft so grob ins Ziel.
Danke, ich glaube ich habs begriffen.
 
Wenn Sie den Bericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ansehen, dann haben nach dem im Grundgesetz verankerten Asylrecht 1,8 Prozent eine Anerkennung gefunden. Ein Drittel insgesamt hat ein Bleiberecht, weil es ein Abschiebehindernis gibt, aber zwei Drittel haben überhaupt keinen solchen Grund. Im letzten Jahr sind 202.000 Menschen gekommen, 140.000 hätten also zurückgeführt werden müssen. Die reine Zahl waren 10.800.

Aus dem Interview des Deutschlandfunks mit dem Landrat von Deggendorf auf die Frage "Würden Sie also die meisten der Flüchtlinge in Deggendorf am liebsten wieder nachhause schicken, ausweisen?".

Entspricht im Prinzip den Fakten, ist aber doch schreckliche Meinungsmache.
 
Status als Flüchtling gibt es ja auch noch für Verfolgung wegen

  • Rasse,
  • Religion,
  • Nationalität,
  • Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe

Dürfte auch auf die meisten Länder, aus denen Menschen kommen, zutreffen. Wo du die Gestzeslücke siehts, ist mir nicht klar.
Na vielleicht ist das ja genau die Lücke. Ich meine, de facto kann man in jedem Land der Welt schnell politisch verfolgt sein, wenn man nicht mit den Strom schwimmt und seine Meinung öffentlich äußert, die womöglich sogar verboten ist. Das haben Leute überall auf der Welt schon zu spüren bekommen, auch in Deutschland.

Wenn mir nun also zuhause meine Wurst zu kurz und mein Brot zu hart ist, dann kann ich schnell mal anführen, politisch verfolgt zu sein aufgrund einer Äußerung. Oder dass mich keiner leiden kann, weil ich ziemlich dunkel bin. Wie will man da das Gegenteil beweisen?
 
[...] Wenn mir nun also zuhause meine Wurst zu kurz und mein Brot zu hart ist, dann kann ich schnell mal anführen, politisch verfolgt zu sein aufgrund einer Äußerung. Oder dass mich keiner leiden kann, weil ich ziemlich dunkel bin. Wie will man da das Gegenteil beweisen?

Warum glaubst Du, gibt es Asylverfahren? Denkst Du, die Akte liegt fünfeineinhalb von sechs Monaten im Schrank und dann fragt mal einer den Antragsteller, was denn los war und entscheidet dann aus dem Bauch heraus?

Ohne die genauen Procedere zu kennen, bin ich mir doch bewußt, dass sowohl staatliche (Botschaften u.ä.), sowie nichtstaatliche Stellen (etwa amnesty international, IKRK) detaillierte Informationen über die politische Situation einzelner Länder und die staatlichen Maßnahmen gegen deren Bürger sammeln und auswerten. Anhand dessen kann man sicherlich auch einigermaßen objektiv beurteilen, ob die vom Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen für einen Schutz im konkreten Fall zutreffen (können).
 
Wie will man da das Gegenteil beweisen?

Als Asylbewerber hat man genau einen Termin mit dem Entscheider, wo man ihm die Gründe für den Asylantrag darlegen kann und muss.

Da es für die Schilderungen meist recht wenig Zeugen gibt, muss der Entscheider halt schauen, wie plausibel ist das ganze.
Da geht es halt dann basierend auf der Nachrichtenlage los, passen örtliche und zeitliche Zusammenhänge etc.

Wenn Du jetzt in Polen Asyl beantragst, mit der Begründung Du hättest im letzten Oktober in Köln von der Polizei Prügel bezogen und wärst dann in drei Tagen zu Fuß von Köln nach Berlin geflüchtet, dann würde Dein Antrag einfach in der Luft zerrissen.

gruss kelle!

Nachtrag:
Da Photon ja immer für reden ist, hier ein Paradebeispiel: https://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/asyl-befuerworter-ausgebuht,20690952,31466488.html
 
Zuletzt bearbeitet: