Hier mal ein interessanter Bericht für alle, die reflexartig mit "und wieviele Flüchtlinge hast du schon aufgenommen?" auf jedes sachliche Argument in der Asyldebatte reagieren.

Gehasst, weil er hilft
Er wollte zeigen, wie das Zusammenleben mit Flüchtlingen funktionieren kann und nahm zwei junge Asylbewerber bei sich und seiner Familie in Briesen (Oder-Spree) auf. Seither bekommt der CDU-Politiker Martin Patzelt täglich Hass-Mails - darunter sogar Morddrohungen.
[...]
Das Zusammenleben mit den beiden jungen Männern funktioniere gut, sagte Patzelt.
Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber der Fall zeigt zumindest mir deutlich: die Gefahr geht nicht von Asylanten aus, sondern von Deutschen, die Asylanten hassen.
 
Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber der Fall zeigt zumindest mir deutlich: die Gefahr geht nicht von Asylanten aus, sondern von Deutschen, die Asylanten hassen.
Ach Mone :) Das Beispiel zeigt exakt gar nix.

Oder doch. Es zeigt, dass 2 junge Männer aus Eritrea integrationswillig sind und nicht kriminell. Es zeigt, dass es mindestens einen Deutschen gibt, der privat bei sich Flüchtlinge ohne Vorurteile aufnimmt. Er bekommt dafür Zuspruch und Ablehnung via Email (wohl anonym von fremden - wobei ich mich frage, warum es überhaupt eine einzige Hassmail gibt, denn es könnte den Leuten ja völlig wurscht sein sein, wen oder was der Patzelt da in sein Haus einlädt). Aber die Reaktion auf sein Handeln ist ja nun beileibe alles andere als repräsentativ.

Und vielleicht noch eine Sache. Meine Frau sucht seit fast 3 Jahren eine Arbeit, aber immer scheitert es in Berlin an ihren Deutschkenntnissen. Das gleiche Bild bei Praktikumsplätzen. 2 junge Männer aus Eritrea, die aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls kein Wort deutsch sprechen, bekommen Praktikumsplätze (eventuell Ausbildung und Arbiet?). Zeigt mir folglich: Vitamin B muss man haben und es wäre alles viel einfacher, wäre ich ein Lokalpolitiker. Aber nein, auch mein Fall ist ebenso wenig repräsentativ.
 
Ach Mone :) Das Beispiel zeigt exakt gar nix.

Doch. In dem Artikel steht auch, dass dies absolut selten vorkommt, dass Menschen selbst aktiv so etwas machen. Die meisten Landkreise kennen keinen einzigen Fall. Der Artikel zeigt recht deutlich, dass kaum ein Mensch selbst helfen will. Es sind eher Ausnahmen. Sicherlich gibt es eine nicht kleine Anzahl an Menschen, die ihre Mitmenschen (über Steuern, etc.) über die Regierungen zwingen wollen zu helfen. Aber das dient doch nur der Beruhigung des eignen Gewissens. Solange man nicht betroffen ist, kann es ja nicht schaden...
 
Also ich fasse mal zusammen. Dein Vorschlag, den Flüchtlingsstrom (weil Du -flut nicht magst) zu stoppen und die Rückwanderung/-führung wieder attraktiv zu machen ist, die bestehenden Verträge für Waffenlieferungen ordnungsgemäß auslaufen zu lassen und keine neuen zu unterschreiben, ja? Ist ein Witz, oder?
Nicht nur. Nur was ich bei Dir sehe ist das Du grosse Komplexe Sachverhalten versuchst in wenigen Tagen beenden zu wollen. No way. Nehmen wir in Anlehnung an 70 Jahre Atombombenabwurf folgendes Beispiel um das zu erläutern. du möchtest kurz nachdem Atombombenabwurf (im Vergleich sind es die Kriege im Nahen/Mittleren Osten und Afrika) innerhalb von wenigen Woche die Anzahl an Opfer eindämmen. Die Frage ist was kannst Du machen, nur als kleiner Hinweis noch heute gibt es Atombombenopfer die immer noch leben aber mit den Folgen daraus. Und genauso kannst Du eine Politik der Rohstoffausbeutung und -aneignung, nicht in wenigen Wochen umkrempeln. Du wirst einen extremen aufgebauten, aufgerüstet ISIS, der noch stärker vom "Westen" aufgebaut wurde als die Al-CIAda nicht in Wochenfrist den Erdboden gleichmachen. Auch wenn Du 1-2 Millionen Soldaten (von mir aus auch Blauhelme) nach Syrien, Irak, Libyen und weiteren Anrainerstaaten schickst. Denn genau das ist es was die "westl. Staaten" plus den Emiraten aufgebaut haben, ein multinationale "Rebellengruppe" die eben nciht nur im Irak/Syrien aktiv ist, sondern nur dort vorwiegend ihr Domizil hat. Diese Terrorgruppe ist selbst in der Türkei mehr als aktiv, Soldaten werden dort nach Kämpfen verpflegt. Jene Soldaten die u.a. auch wir mit Patriot-Raketen schützen.
Und btw. wir führen Krieg, Krieg gegen die Taliban im Afghanistan, gegen "Rebellen" am Horn von Afrika und viele weitere. Nur weil unsere Regierungen nicht Manns oder Frau genug ist dies zu bezeichnen, was auch an der rechtlichen Situation scheitert weil Angriffskriege dann doch böse aufstossen, heisst es nicht das wir keine Kriege führen.

Ich meine ja - das ist auch ein ganz wichtiger Punkt auf der Agenda, wie man überhaupt mit Ländern des mittleren Ostens verfährt. Es wäre sicherlich auch mal interessant zu hinterfragen, ob Deutschland überhaupt Waffen produzieren und in die Welt schicken muss, wo unsere eigenen Soldaten fast nur noch mit Knüppeln bewaffnet werden. Aber das sind langfristige Ziele. Kurzfristig bewirken die überhaupt gar nichts. Nicht mal, wenn wir sofort sämtliche Lieferungen stoppen und ein strenges Embargo verhängen. Aber wir brauchen ja eine kurzfristige Lösung, damit der Zustrom schnellstmöglich gestoppt, im Idealfall die ersten Leute wieder zurück kehren und nötigenfalls beim Wiederaufbau helfen können.
Wie gesagt den Krieg wirst Du innerhalb weniger Wochen nicht einstellen können, und schon gar nicht nach amerik. Muster es einfach nur zu behaupten aber gleichzeitig jahrelang im Irak, in Afghanistan noch weiter Krieg führen.
Bei den Wirtschafts/Armutsflüchtlingen schaut es schon anders aus, da sind beide Seiten gefragt. Z.B. Aufbau/Entwicklunghilfe. Ich kenn die Proteste allein dazu, was weniger as 1% für Entwicklungshilfe, tzz die sollen erstmal unseren Einwohnern helfen blabla...Dazu kommen dann noch die Staaten die für den Aufbau in frage kommen würden. Z.B. wenn man die Situation der Sinti und Roma verbessern will, reicht es z.B. nicht Geld nach Ungarn, Rumänien und Co. zu schicken, weil die Sinti und Roma davon nie was in die Tasche bekommen würden (siehe auch Griechenland ;) ). Dort gehört gleichzeitig Druck auf die Regierungen und nein nicht immer gleich Krieg, die Diskriminierungen etc. abzubauen, aber auch das ist nicht in Wochenfrist zu schaffen umzusetzen.

Entschuldigung, wer ist denn bitte schonwieder dieser "wir"?
Da Deutschland quasi den Bückling macht, Hilfe, Logistik etc. vor allen USA immer wieder hilft, sind wir natürlich genauso dabei, ob in/direkt bei Kriegen siehe oben. Das Du persönlich den Quatsch nicht unterschrieben oder gar legitimierst ist dabei ja erstmal uninteressant, da haben wir eh eine ähnliche Auffassung. Aber wir sind nun mal dabei, auch wenn wir vielleicht nicht gerade mit Bodentruppen in den Staaten für einen "regime change" kämpfen.

Ich führe gegen niemanden Krieg. Deutschland führt gegen niemanden Krieg. Europa befindet sich nicht im Krieg mit irgendwem. Wenn überhaupt mal jemand aus "dem Westen" Krieg führt, dann ist es die USA - und die ist sicherlich nicht "wir". Selbst Waffenverkäufe sehe ich nicht als Einmischung in einen Krieg, auch wenn ich da kein Fan von bin. Und ganz normaler Handel mit Rohstoffen ist für ich auch noch weit weg von einem Krieg.
1. Teil siehe Verlauf im Kommentar.
2. Also die NATO ist meines Erachtens auch in der Ukraine aktiv, natürlich nur diplomatisch, warum dann eine NATO-Mitglied, die Bewaffnung einer Seite vornimmt nun gut. ;)
3. "ganz normaler Handel mit Rohstoffen" was verstehst Du darunter? Glaubst Blutdiamanten sind "ganz normaler Handel mit Rohstoffen", glaubst Du Kriege führen für einen "regime change" "ganz normaler Handel mit Rohstoffen", Staaten unter Druck setzen die ihre Rohstoffe teurer verkaufen wollen ist "ganz normaler Handel mit Rohstoffen". Würde der Westen die Rohstoffe, vor allen Dingen in Afrika, Asien für das Kaufen was sie wert sind, gerade wenn Du die Abbau/Herstellungsprozesse anschaust, gebe es m.E. weit weniger arme Staaten. Aber solange der "Westen" und somit auch wir, ultrabillig versucht die Rohstoffe und Produkte zu erstehen, um es diplomatisch auszudrücken, solange wird es Widerstandsgruppen geben, solange wird es Kriege geben etc. etc. und das ist eben btw. nichts was Du in Wochenfrist ändenr wirst können.

Im Grunde könnte es mir ja egal sein, was die Leute in ihren Ländern veranstalten. Aber da unsere Kapazitäten für humanitäre Hilfe auf absehbare Zeit erschöpft sein werden, wir unmöglich jedem Ali und jeder Samira eine neue Heimstatt, Arbeit und neues Leben geben können, müssen wir uns wohl auch ein wenig um die Ursachenbekämpfung kümmern, sofern wir nicht am Flüchtlingsstrom ersticken wollen. Und selbst wenn die erstmal nur symptomatisch mit dem IS beginnt (weil Du ja der Ansicht bist, dass die militanten Fundamentalisten nur Symptom sein sollen, was ich persönlich allerdings anders sehe).


Auch ein interessanter Punkt. Und wenn wir es heute täten, könnten wir mit sichtbaren Erfolgen in puncto Flüchtlingsstrom wann etwa rechnen?
Das ist leider diese unsoziale Denkweise die ich nicht so gern hab. Klar kannst Du froh sein in einem so fortschrittlichen Land aufgewachsen zu sein. Du kannst froh sein das die Ländergemeinschaft alles tut damit das Leben hier nett ist, ach egal wieviele da in Südamerika, Afrika, Asien etc. draufgehen. Nur wie gesagt würden die Produkte das kosten was sie in der Produktion/Herstellung/Beschaffung kosten und gleichzeitig auch das Geld zu grossen Teil bei den Menschen dort ankommen, wäre auch die Situation hier eine andere, z.B. KIK dürfte dann wohl aus dem Spiel sein etc.. Für mich ist Ausbeutung von anderen Staaten, Personen kein Mittel um für mich ein schönes Leben zuhaben.
 
@Photon, ich hatte nicht nach diesen Informationen gesucht, sie liefen mir einfach über den Weg. ;) Mit der ganzen Thematik habe ich mich auch nicht ausführlicher beschäftigt, deshalb kann ich noch keine Position beziehen.

Was ich dagegen mitbekomme, sind die Newskommentare, und da wurde regelmäßig die Schlussfolgerung "einer kriminell = alle kriminell" vorgenommen. Vielleicht mag durch die teilweisen Hasstiraden mein Eindruck falsch sein, aber ich fand es einfach mal wichtig, die andere Seite zu zeigen. In den News steht nämlich nichts von den "normalen" Flüchtlingen. Die SN-Schreiberlinge durchforsten doch anscheinend jedes noch so kleine lokale Käseblättchen, um "seht her, alle kriminell" zu beweisen. Mir wäre auch nicht in den Sinn gekommen, dass irgendwer so richtig angepisst ist, wenn einzelne Flüchtlinge untergebracht sind. Da sind sie doch "unter Kontrolle", also warum regt sich dann einer auf?

wohl anonym von fremden - wobei ich mich frage, warum es überhaupt eine einzige Hassmail gibt, denn es könnte den Leuten ja völlig wurscht sein sein, wen oder was der Patzelt da in sein Haus einlädt

Ach, da wüsste ich schon was, wenn ich so darüber nachdenke. Newskommentar-Denke sozusagen. Soll ich mal?

Wenn sich einer da einnistet, dann holen die später garantiert die ganze Familie und das ganze Dorf nach. Dann werden es immer mehr und vergiften unser schönes Deutschland. Die sind doch wie Ungeziefer, die breiten sich ungestört aus, wenn man sie nicht rechtzeitig ausrottet.

Dazu kommt vermutlich, was du auch angesprochen hast: da bekommen 2 Menschen Hilfe. Und zwar mehr Hilfe als andere, die schon länger da sind, die es eigentlich viel mehr verdient haben.
 
Komisch. Anders 'rum zeigt jeder Einzelfall, dass Flüchtlinge in Masse faul und/oder kriminell sind. Zumindest für den Internet-Pöbel. :think:
...zu dem wir ja hoffentlich beide nicht gehören.

Ich glaube auch, dass das mit der Kriminalität eventuell falsch verstanden wird. Je mehr Menschen (also völlig egal ob Flüchtlinge, Asylanten oder Einheimische) auf einem Fleck zusammen kommen, desto höher ist auch das Risiko für Auseinandersetzungen und Kriminalität. Je größer die sozialen Unterschiede innerhalb dieser "Gruppe" ist, desto höher das Risiko für Auseinandersetzungen und Kriminalität. Je größer die kulturellen Unterschiede, desto eher entstehen Reibungspunkte, aus denen auch Auseinandersetzungen und Kriminalität entstehen können. Das können ganz banale Dinge sein, wie etwa Kleidung, aber auch schlimmeres, wie Auffassung von Hygiene. Vielleicht solltest Du mal ein Asylheim besuchen um besser zu verstehen, was vor allem mit dem letzten Punkt gemeint ist. Sind wir uns in diesen Punkten aber erstmal einig?

Falls ja, dann ist doch eigentlich klar, dass mit einem Flüchtlingslager früher oder später vollautomatisch Probleme entstehen werden, wenn man da nicht aktiv dagegen steuert. Das bedeutet doch nicht, dass überhaupt irgendwer denkt, dass jeder Bewohner kriminell wäre! Wieviele Leute möchten denn ein Obdachlosenheim am anderen Ende ihres Rasens haben? Manche Leute laufen ja schon Sturm, wenn ein Zirkus in ihren Ort kommt - wegen dem Geruch und dem Lärm und erst das Kindergekreische...

So sehe ich das zumindest. Deswegen reagiere ich auf Äußerungen und Bedenken auch weit weniger hysterisch allergisch, als der Durchschnittsklammling...
 
So sehe ich das zumindest.
Sehe ich doch ganz genauso. Ich interessiere mich für Kommunikation und Psychologie (und noch ein paar Themen) und sehe auch die Problematik, wenn so viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen. Und nicht arbeiten dürfen. Die hocken also den ganzen Tag aufeinander, haben nichts zu tun und leben zudem in der Ungewissheit, was den Asylantrag angeht. Das muss Probleme geben.
 
Was ich dagegen mitbekomme, sind die Newskommentare, und da wurde regelmäßig die Schlussfolgerung "einer kriminell = alle kriminell" vorgenommen.
Ok, da lese ich nun zu wenig mit (oder überlese das meiste), um für andere Leute bei Klamm eine Lanze brechen zu können. Aber ich halte trotzdem jede Wette, dass wenn man sich mit jedem Einzelnen unterhalten würde, auch ganz schnell die Erkenntnis einsetzen würde, dass nicht alle kriminell sein können. Geht schon rein mathematisch und statistisch nicht.

Aber dass sonst gute Menschen eventuell durch drehen, kann ich mir vorstellen. Und wenn man zugrunde legt, dass vielleicht ein gleich hoher Anteil der Flüchtlinge kriminell sind, wie es in etwa auch bei den Einheimischen der Fall ist (also um die 3%), dann gibt es eben bei 1000 Flüchtlingen auf relativ kleinem Raum schon 30 Kriminelle mehr als vorher. Und damit steigt insgesamt auch die Kriminalitätsrate, ist doch logisch. Und ich denke, dass genau das auch ausgedrückt werden soll. Aber wie gesagt - das ist nur meine Interpretation.

Vielleicht mag durch die teilweisen Hasstiraden mein Eindruck falsch sein, aber ich fand es einfach mal wichtig, die andere Seite zu zeigen.
Ist ja auch richtig und gut. Nur Deine Beweisführung oder besser gesagt Schlussfolgerung, dass es aufgrund dieses Artikels wohl (immer?) an den Deutschen liegt, fand ich - naja, fragwürdig :)

Ach, da wüsste ich schon was, wenn ich so darüber nachdenke. Newskommentar-Denke sozusagen. Soll ich mal?

Wenn sich einer da einnistet, dann holen die später garantiert die ganze Familie und das ganze Dorf nach. Dann werden es immer mehr und vergiften unser schönes Deutschland. Die sind doch wie Ungeziefer, die breiten sich ungestört aus, wenn man sie nicht rechtzeitig ausrottet.
Naja gut, aber auf so einem Niveau ist es natürlich auch schon beinahe unmöglich, eine sachliche Diskussion zu führen. Das ist ja ähnlich stumpf wie zu behaupten, dass alle bei Pegida Nazis sind.

Dazu kommt vermutlich, was du auch angesprochen hast: da bekommen 2 Menschen Hilfe. Und zwar mehr Hilfe als andere, die schon länger da sind, die es eigentlich viel mehr verdient haben.
Verdient hin oder her. Es geht mir auch in erster Linie nicht unbedingt um die Gerechtigkeit dahinter. Mich ärgert einfach nur die Tatsache, dass dieser Patzelt es medienwirksam verkauft, was aber auf die breite Masse der Menschen gar nicht zutrifft oder anwendbar ist. Selbst hoch gebildete, gesuchte Leute (wie ein Kollege von mir aus China) können Dir ein Lied davon singen, wie schwer es ist, in Deutschland Fuß zu fassen. Teilweise wegen dämlicher Ressentiments in der Gesellschaft, aber eben vor allem weil sein CV und seine Kenntnisse alle doppelt und dreifach geprüft werden, wo man jeden Deutschen längst eingestellt hätte. Und wenn alles passt, dann kommt nicht selten noch das "Problem", dass er eben nicht jede Redewendung und jeden Witz versteht oder falsch versteht und dass es deswegen zu "Bedenken" ob seiner Teamfähigkeit kommt. Kein Einzelfall, habe ich mehrfach aus verschiedenen Ecken gehört. Im Falle meines Chinesen kann ich sagen, dass er einen Master in theoretischer Informatik hat (in Deutschland studiert) und in den ersten 2 Jahren seiner Karriere Teller in einer Hotelküche gespült hat. Das aber auch nur, weil er bereits auf C2-Level war. C1 braucht man, um in Deutschland zu studieren. C2 um Teller zu spülen. Super.

Nicht nur. Nur was ich bei Dir sehe ist das Du grosse Komplexe Sachverhalten versuchst in wenigen Tagen beenden zu wollen.
Am liebsten ja. Aber selbst wenn nicht - willst Du als Erste Hilfe wirklich den Waffenhandel angehen? Du, das dauert unter Umständen Jahrzehnte, bis das irgendwelche Auswirkungen hat. So lange funktionieren deutsche Waffen ganz einwandfrei...

Wie gesagt den Krieg wirst Du innerhalb weniger Wochen nicht einstellen können, und schon gar nicht nach amerik. Muster es einfach nur zu behaupten aber gleichzeitig jahrelang im Irak, in Afghanistan noch weiter Krieg führen.
Leider wirst Du damit recht haben. Aber das bedeutet ja nicht, dass man den IS sang- und klanglos weiter wilde Sau spielen lassen kann. Nicht nur, weil jeder, der vor dem IS flüchtet, nach Europa kommt, sondern schon aus moralischen Gründen. In anderen Ländern hat man viel früher wegen weit weniger interveniert. Und vor allem mal die örtliche Bevölkerung dafür senisbilisieren, dass der IS nicht das kleinere Übel ist, sondern überhaupt das Größte, das die Welt derzeit hat. Sogar noch schlimmer als USA und Israel zusammen.

Bei den Wirtschafts/Armutsflüchtlingen schaut es schon anders aus, da sind beide Seiten gefragt. Z.B. Aufbau/Entwicklunghilfe.
Nun sehe ich aber auch nicht die Notwendigkeit, Wirtschaftsflüchtlinge überhaupt aufnehmen zu müssen. Armut und durch Hungertod bedrohte Menschen schon noch. Aber nur weil die heimischen Regale keine Kartoffelknödel in zig-facher Geschmacksrichtung bieten, muss man diese Leute hier verwöhnen. Im Gegenteil bin ich sogar der Ansicht, dass wr uns mal ein wenig den Leuten annähern und unsere Konsumgewohnheiten überlegen sollten. Ein wenig mehr DDR könnte da nicht schaden...

3. "ganz normaler Handel mit Rohstoffen" was verstehst Du darunter? Glaubst Blutdiamanten sind "ganz normaler Handel mit Rohstoffen", glaubst Du Kriege führen für einen "regime change" "ganz normaler Handel mit Rohstoffen", Staaten unter Druck setzen die ihre Rohstoffe teurer verkaufen wollen ist "ganz normaler Handel mit Rohstoffen".
Jetzt sind wir wieder bei Kapitalismuskritik angekommen. Ja, Kapitalismus ist scheiße, aber das sind exakt die Regeln, nach denen er spielt. Wäre China nur halb so sozialistisch, wie sie von sich selbst behaupten zu sein, würden sie mit diesen Staaten Verträge machen und ihnen die Rohstoffe zu anständigen Preisen abkaufen. Aber das wäre auch nur die halbe Wahrheit. Denn was passieren würde wäre, dass der einzelne Bergarbeiter noch immer nicht mehr Geld bekäme - nur die Geldsäcke würden schneller reich werden. Und was sagt uns das? Dass sich die Leute in ihren eigenen Ländern dagegen wehren müssen. Nicht "wir" und schon gar nicht ich, der auch nur jeden Tag zur Arbeit schlappt und seine Steuern vollumfänglich abführt.

Das ist leider diese unsoziale Denkweise die ich nicht so gern hab.
Das liegt daran, dass ich mich als ein Mensch der politischen Mitte verstehe und nicht dem linken Lager zuordne. In meiner Brust schlägt ein nationales und ein internationales Herz. Ein wirtschaftsvernünftiges und ein soziales. Ich bin ebenso Geschäftsmann, wie auch Angesteller und ich betrachte die Dinge nunmal nicht nur vom sozialen Standpunkt, sondern denke auch noch weiter über Realisier- und vor allem Finanzierbarkeit nach. Das bedeutet halt, dass ein Mensch in meiner Welt immer 2 Perspektiven hat: Ein menschliches Wesen mit eigenen Sorgen, Problemen und Bedürfnissen. Und andererseits eine "Human Resource" mit einem bezifferbaren Wert, was seine Kenntnisse und Fertigkeiten betrifft, mit denen er Wert schaffen kann. Aber wir kommen vom Thema ab...

Von mir aus soll jeder das verdienen, was ihm zu steht. Aber ich sehe mich da nicht in der Verantwortung und schon gar nicht in der Rolle des Schuldigen. Denn auch ich lasse mich Tag für Tag ausbeuten. Oder glaubst Du, dass ich genauso viel erwirtschafte, wie ich Gehalt bekomme? Geht doch gar nicht, dann würde die Firma ja nicht wachsen. Ich werde auch ausgebeutet, nur in kleinerem Maßstab. Und wenn die Leute, die die Klamotten für KIK fertigen, mehr Geld fordern würden, könnte ich es sehr gut verstehen. Aber es ist nicht meine Aufgabe, es für sie zu tun. In der Folge sehe ich auch nicht ein, weswegen ich KIK boykottieren sollte. Übrigens: KIK nur exemplarisch, weil Du es ins Gespräch gebracht hast. Trifft vermutlich auf so ziemlich jeden internationalen Konzern zu.
 
Ursache für den Krieg und die direkt aus ihm resultierenden Flüchtlingsströme? Also ich mache den IS dafür verantwortlich.
Aber reicht das oder muss man auch fragen welche Ursache der IS hat? Es gilt ja nicht nur möglichst viele Kämpfer zu töten, sondern eine Idee zu verdrängen, die sich inzwischen von Nordafrika über den mittleren Osten, bis in den Pazifik erstreckt.

Die USA haben ~8 Jahre lang Kämpfer im Irak getötet. Gewonnen wurde aber nichts. Die Idee ist dagegen nur noch radikaler geworden.
Beginnend sich auf türkische Unterstützung verlassend an der türkisch-syrischen Grenze. Von dort aus den IS halt zurück drängen, was allerdings wohl nur mit Bodentruppen machbar sein wird. Aus dem Flugzeug oder allein am Tactic Table wird der Krieg nicht zu gewinnen sein.
Nur wie verhindert man, dass daraus ein weiteres Somalia, oder Vietnam oder Irak wird und sich das Ergebnis mehr nach dem Vorbild der Befreiung Europas entwickelt?
Rückführung der Flüchtlinge. Bestandsaufnahme und humanitäre Hilfe vor Ort, Wiederaufbauhilfe. Sicherheitskräfte vor Ort ausbilden und Wahlen abhalten.
Hatten wir schon. Ende vom Lied: Der IS mit erbeutetem amerikanischem Gerät.
Wer sagt eigentlich, dass Wahlen im mittleren Osten zu stabilen Systemen führen?

Aber vor allem muss der Wille, den IS zu bekämpfen, vor Ort da sein und wachsen. Es darf kein Ziel sein, das die EU oder (noch schlimmer) die USA ausgibt.
Mit militärischen Mitteln lässt sich das kaum vermeiden. Mit irgendwem muss man sich verbünden und damit stützt man auch automatisch wieder jemanden. Irgendwie muss man im Anschluss einen ungehinderten Selbstfindungsprozess anstoßen und vermeiden, dass er allzusehr eskaliert.
Ich sage allzusehr, weil der Selbstfindungsprozess wahrscheinlich bedeutet, dass Regierungen kommen und gehen, womöglich neue Grenzen gezogen, Staaten vielleicht zerfallen und entstehen und Menschen flüchten werden, bis erstmal ein gewisses natürliches Gleichgewicht entsteht. Das wird nicht völlig Gewaltfrei ablaufen und nicht alles was dabei heraus kommt wird uns gefallen, bzw. mit unseren Grundsätzen vereinbar sein.

Ich will an dieser Stelle mal einen Gedanken zulassen, der mir selbst nicht gefällt. Europa hat seine Grenzen und Systeme auch nicht gewaltfrei gefunden, vielleicht ist es das was der Region nach dem Neokolonialismus fehlt und vielleicht ist der IS schon Teil des Selbstfindungsprozesses. Ein schrecklicher Irrläufer, der erst eine Dimension erreichen muss in der jedem klar wird, dass Sie soetwas nie wieder haben wollen...
 
Aber reicht das oder muss man auch fragen welche Ursache der IS hat? Es gilt ja nicht nur möglichst viele Kämpfer zu töten, sondern eine Idee zu verdrängen, die sich inzwischen von Nordafrika über den mittleren Osten, bis in den Pazifik erstreckt.
Völlig richtig. Eigentlich geht es nur um die Idee. Nur welchen Vorschlag hast Du?

Vielleicht sollten wir mal allgemein dazu über gehen, immer auch einen diskutablen Gegenvorschlag zu bringen, wenn wir etwas bei einem anderen als "nicht realisierbar" oder "nicht ausreichend" abtun. Ist gar nicht böse gemeint, sondern vielmehr ehrlich konstruktiv. Denn es ist immer einfacher, die Fehler in einem System zu finden, als ein eigenes, funktionierendes vorzustellen.

Wer sagt eigentlich, dass Wahlen im mittleren Osten zu stabilen Systemen führen?
Du willst einen Garantieschein? Wird es nicht geben. Nie und nirgends.

Aber auch wenn ich mir mit meiner nun folgenden Aussage wieder keine Freunde mache, muss ich es dennoch bringen: Als im Irak noch Hussein regiert hat, gab es keine AlKaida und keinen IS. Auch hatte jeder zu Essen und zu Trinken, es gab sogar rationiert (Trocken-) Milch für Mütter. Nach dem Krieg hat es vor allem an genau diesen Dingen gefehlt. Mag ja Hussein ein Arschloch gewesen sein, aber mit ihm war die Region bedeutend stabiler.

Eigentlich wurden Regionen ja erst nach militärischer Intervention destabilisiert. Wenn sie aber schon destabilisiert sind, dann kann eine militärische Intervention eben auch wieder ein wenig Ruhe in der Region erzwingen (Kosovo), wenn das natürlich auch sehr teuer ist.

Auf der anderen Seite ist es eigentlich noch nie gut gegangen, wenn von außen ein Präsident/Führer/wasauchimmer installiert wird (Chile::pinochet), wobei "gut gehen" sicherlich eine Frage der Interpretation ist.

Also welche andere Alternative gibt es noch?

Irgendwie muss man im Anschluss einen ungehinderten Selbstfindungsprozess anstoßen und vermeiden, dass er allzusehr eskaliert.
Ganz Deiner Meinung. Das nächste Oberhaupt muss von der Mehrheit des Volkes akzeptiert werden. Terrorismus muss vom überwältigenden Teil der Bevölkerung abgelehnt werden. Es muss Gesetze geben, die mit den Menschenrechten vereinbar sind.

Bleibt noch immer die Frage: Wie? "Irgendwie" reicht leider nicht :)

Ich will an dieser Stelle mal einen Gedanken zulassen, der mir selbst nicht gefällt. Europa hat seine Grenzen und Systeme auch nicht gewaltfrei gefunden, vielleicht ist es das was der Region nach dem Neokolonialismus fehlt und vielleicht ist der IS schon Teil des Selbstfindungsprozesses. Ein schrecklicher Irrläufer, der erst eine Dimension erreichen muss in der jedem klar wird, dass Sie soetwas nie wieder haben wollen...
Naja, kann gut sein. Aber bis den Leuten da unten klar wird, dass der IS scheiße ist, leidet die ganze Welt unter der Geißel des Terrorismus. Heißt: Wir können uns leider nicht den Luxus leisten, passiv aus der Ferne dem Treiben zuzuschauen und drauf zu warten, dass den Leuten im arabischen Raum ein Licht aufgeht (oder auch nicht).
 
Mhmm, finde die Überschrift sollte "Mit Abschreckungskampagnen will man Wirtschaftsflüchtlinge aus Europa heraushalten" heißen ...

Warum ? Ich bezweifel mal das der "normale" Flüchtling, also der der wirklich aus einem Land kommt wo ihm die Schrappnelle nur so um die Ohren fliegen, wirklich die Zeit hat sich gemütlich irgendwas in der Flimmerkiste anzusehen ...

Und die "anderen" ? kA, aber ich glaub jeder weiß dass im TV auch viel Quatsch gezeigt wird, da kommts glaub ich nicht drauf an ob ich mir hier in DE was anschaue, oder sonstwo auf der Erde ...

In meinen Augen irgendwie mal wieder rausgeworfenes Geld für irgendwas, was sowieso nichts bringt. Und schon garnicht löst man somit die Probleme die die Leute in ihren Ländern haben, was eigentlich an erster Stelle stehen sollte wenn man sich der Flüchtlingsthematik irgendwie widmet ...

Ich frag mich auch wie am immer auf so gloreiche Ideen überhaupt kommt. Also wenn ich mir jez vorstelle da sitzen echte Politiker an einem Tisch, und der eine sagt bzw fragt in die Runde: Was unternehmen wir wegen den ganzen Flüchtlingen ? Und dann sagt ein anderer: TV Spots, wir schalten TV Spots! ... das ist so hirnrissig xD
 
In meinen Augen irgendwie mal wieder rausgeworfenes Geld für irgendwas, was sowieso nichts bringt. Und schon garnicht löst man somit die Probleme die die Leute in ihren Ländern haben, was eigentlich an erster Stelle stehen sollte wenn man sich der Flüchtlingsthematik irgendwie widmet ...

Nein, es macht Sinn, Wenn die Leute von vornherein wissen, dass sie keine Chance auf Politisches Asyl oder den Status des Kriegsflüchtlings haben. Sie geben evtl. kein Geld mehr für Schleuser aus und in Ländern wie Deutschland sinkt der Ansturm auf die Bürokratie.

Allerdings werden es viele trotzdem probieren und sich halt im schlimmsten Fall nicht mehr registrieren lassen und einfach illegal hier bleiben. Es verschiebt das Problem nur, lösen tut es nichts.

Im übrigen ist das mal wieder eine typische Shortnews-Meldung. Der Balkan GEHÖRT zu Europa! Flüchtlinge aus dem Kosovo, Montenegro, Albanien usw. SIND schon in Europa, die kann man nicht mehr 'raus halten.
 
Vielleicht sollten wir mal allgemein dazu über gehen, immer auch einen diskutablen Gegenvorschlag zu bringen, wenn wir etwas bei einem anderen als "nicht realisierbar" oder "nicht ausreichend" abtun. Ist gar nicht böse gemeint, sondern vielmehr ehrlich konstruktiv. Denn es ist immer einfacher, die Fehler in einem System zu finden, als ein eigenes, funktionierendes vorzustellen.
Das ist für mich kein Wettbewerb bei dem es ständig darum geht den "Diskussionsgegner" zu wiederlegen und das bessere Argument zu haben.
Gelegentlich streue ich auch Bedenken, Fragen oder Thesen ein, um (m)einen Gedanken weiter zu entwickeln, zu hinterfragen oder eine festgefahrene Diskussion wieder zu öffnen.
Versteh das bitte nicht als Ablehnung eines Arguments, sondern mehr als Impuls. ;)

Du willst einen Garantieschein? Wird es nicht geben. Nie und nirgends.
Ich will erstmal die Methoden hinterfragen. Die übliche Vorgehensweise ist doch eine Übergangsregierung anzuerkennen, sie zu stützen und Wahlen abzuhalten, um ein demokratisches System zu etablieren.
Fakt ist aber doch, dass das in der Region nie so richtig funktioniert hat und demokratische Systeme in der Ecke auch nicht besonders verbreitet sind oder gut funktionieren würden. In Saudi-Arabien und Kuwait haben wir z.B. ne Monarchie, im Iran einen Gottesstaat. Auch nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin stabil.
Jetzt kann ich mir absolut nicht vorstellen wie die Bevölkerung im Irak so drauf ist und wie der Wind weht, aber ich denke das muss man erstmal verstehen, wenn man ihnen zum passenden System verhelfen will. Vielleicht muss man auch völlig neue Grenzen ziehen, wenn nicht alle Gruppen unter ein gemeinsames Dach passen.

Ich will so ein bisschen weg von der Idee einfach ohne nachzudenken direkt wieder zum Standardverfahren zu greifen und nochmal 10, 20, 30 Jahre im asymmetrischen Krieg festzustecken.

Aber auch wenn ich mir mit meiner nun folgenden Aussage wieder keine Freunde mache, muss ich es dennoch bringen: Als im Irak noch Hussein regiert hat, gab es keine AlKaida und keinen IS. Auch hatte jeder zu Essen und zu Trinken, es gab sogar rationiert (Trocken-) Milch für Mütter. Nach dem Krieg hat es vor allem an genau diesen Dingen gefehlt. Mag ja Hussein ein Arschloch gewesen sein, aber mit ihm war die Region bedeutend stabiler.
Wichtiger Punkt wie ich finde. Das sind so die Gedanken, die ich manchmal provozieren will. Bisschen unkonventionell denken. Weg von dem was wir für uns in Europa als Ideal definiert haben.
Eigentlich wurden Regionen ja erst nach militärischer Intervention destabilisiert. Wenn sie aber schon destabilisiert sind, dann kann eine militärische Intervention eben auch wieder ein wenig Ruhe in der Region erzwingen (Kosovo), wenn das natürlich auch sehr teuer ist.
Es gibt so viele unterschiedliche Akteure über Landesgrenzen hinaus. Sunniten, Schiiten, der IS, Assad, die syrischen Rebellen, die irakische Regierung, irakische Kurden, die PKK und Co und bald auch wieder die Taliban (da hats ja gestern erst so heftig gekracht). Wenn man da rein geht müsste es wirklich schon ein sehr massives Aufgebot sein um diese Gruppen zu trennen und ich glaube kaum, dass sich der IS von Blauhelmen beeindrucken lässt.
Ganz Deiner Meinung. Das nächste Oberhaupt muss von der Mehrheit des Volkes akzeptiert werden.
Und wir müssen dann bereit sein es Anzuerkennen. Auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht unserem demokratischen Ideal entsprechen mag.

Naja, kann gut sein. Aber bis den Leuten da unten klar wird, dass der IS scheiße ist, leidet die ganze Welt unter der Geißel des Terrorismus. Heißt: Wir können uns leider nicht den Luxus leisten, passiv aus der Ferne dem Treiben zuzuschauen und drauf zu warten, dass den Leuten im arabischen Raum ein Licht aufgeht (oder auch nicht).
Zur Zeit leisten wir uns den Luxus mehr oder weniger. Vielleicht ist das ja auch momentan die Strategie dahinter, den IS nicht zu groß werden lassen und abwarten wer sich da unten am Ende durchsetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist für mich kein Wettbewerb bei dem es ständig darum geht den "Diskussionsgegner" zu wiederlegen und das bessere Argument zu haben. Gelegentlich streue ich auch Bedenken, Fragen oder Thesen ein, um (m)einen Gedanken weiter zu entwickeln, zu hinterfragen oder eine festgefahrene Diskussion wieder zu öffnen. Versteh das bitte nicht als Ablehnung eines Arguments, sondern mehr als Impuls. ;)
Ich wusste nicht, wie ich es besser formulieren sollte. Was ich aber sagen will ist, dass ich ja selbst auch noch nach einer brauchbaren Lösung suche. Mir selbst ja auch klar ist, dass nicht der gesamte arabische Raum vor einer deutschen Panzerdivision erzittert und sich zurückzieht auf nimmer Wiedersehen. Die Frage ist halt: Wie sonst?

Fakt ist aber doch, dass das in der Region nie so richtig funktioniert hat und demokratische Systeme in der Ecke auch nicht besonders verbreitet sind oder gut funktionieren würden. In Saudi-Arabien und Kuwait haben wir z.B. ne Monarchie, im Iran einen Gottesstaat. Auch nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin stabil.
Also ich für meinen Teil bin der festen Überzeugung, dass man eine Demokratie niemals von außen installieren kann. Einem Volk Macht aufzuzwingen, das es gar nicht will, läuft nicht. Demokratie kann nur von innen entstehen und niemals anders.

Aber muss ja auch von mir aus keine Demokratie sein. Von mir aus sollen sie auch ein Kalifat gründen (!). Ja, hab nix dagegen. Aber was passiert mit den Menschen, die eben nicht Wahhabiten sind? Ich meine, der IS schlachtet ja bekanntermaßen schon gemäßigte und moderne Moslems als Ungläubige ab, was denken die wohl erst über mich? Was mir eigentlich auch egal ist, denn wenn die erst vor meiner Tür stehen, ist es ohnehin alles zu spät. Aber nehmen wir an, sie finden irgendwann ihre Grenzen. Kann man mit einem derart intoleranten, militanten und gefährlichem Pack überhaupt Handel treiben oder irgendwelche (freundschaftlichen) Beziehungen pflegen? Zumindest offiziell...?

Und außerdem können wir auch nicht warten bis womöglich der IS irgendwann den Hals voll genug hat.

Jetzt kann ich mir absolut nicht vorstellen wie die Bevölkerung im Irak so drauf ist und wie der Wind weht, aber ich denke das muss man erstmal verstehen, wenn man ihnen zum passenden System verhelfen will. Vielleicht muss man auch völlig neue Grenzen ziehen, wenn nicht alle Gruppen unter ein gemeinsames Dach passen.
Ja, haste recht und ich war auch noch nicht da. Muss ich aber auch nicht, weil ich so weit gar nicht gehen will. Sie können sich von mir aus wählen wen oder was sie wollen. Was ich von jedem Staat der Welt einfach nur erwarte ist, dass er innerhalb seiner Grenzen bleibt und für diplomatische Beziehungen offen ist. Alles andere interessiert mich erstmal nicht.

Zur Zeit leisten wir uns den Luxus mehr oder weniger. Vielleicht ist das ja auch momentan die Strategie dahinter, den IS nicht zu groß werden lassen und abwarten wer sich da unten am Ende durchsetzt.
Naja, das ist ja der bekannte und typische Merkel-Kurs: Nix tun und abwarten. Nur wird vielleicht auch der Frau Doktor irgendwann auffallen, dass sich eben nicht alle Probleme von allein lösen, auch nicht wenn man noch so lange und doof aus dem Pullover guckt.

Aber der IS ist doch dafür, dass er eigentlich nur eine Terrororganisation ist, längst "groß". Der hat doch schon riesige Gebiete unter Kontrolle, zum Teil mit Zustimmung der dort ansässigen sunnitischen Bevölkerung. Ich weiß nicht mal, ob den Leuten überhaupt klar ist, was für Menschen (sofern diese Bezeichnung auf diese Terroristen überhaupt zutreffend ist) sie da unterstützen. Es gibt ja kein einziges abscheuliches Verbrechen, was die noch nicht massenhaft begangen haben...
 
Mich kotzt diese ganze Asyldebatte nur noch an. Ich habe in den 90er Jahren viele nette,freundliche Kriegsflüchtlinge vom Balkan auf einer Hauptschule in Niedersachen kennen gelernt. Einige haben sogar bei mir im Dorf gewohnt und wir wurden die besten Freunde. 2 davon sind mit mir in Deutschland aufgewachsen und haben sich hier sozialisiert, Schulabschlüsse und Ausbildungen gemacht und als sie fertigausgerlernte tatkräftige Junge Erwachsenen waren wurden sie vom deutschen Staat in ihre Heimat abgeschoben. Einer meiner Jugendfreunde ist serbischer Molsem und wohnt jetzt in einem Dorf neben einem per internationalenhaftbefehl gesuchten Kriegsverbrecher und seinen -Schergen die es geschafft haben alle Muslime aus ihrer Stadt zu vertreiben bzw zu beseitigen und jeden Abend über ihre tolle Zeit im Balkankrieg schwadronieren und ihm erzählen wieviel spass sie dort hatten. Er serviert ihnen jeden Abend für einen Stundenlohn von 1,50 Euro Bier.
Vor 3 Jahren hat er versucht legal nach Deutschland einzureisen und ein Visum beantragt. Die Deutsche Botschaft hat ihn dann erklärt das er als Serbe beweisen müsse das er der deutschen sprache mächtig sei.
10 Jahre in Deutschland zu leben,zur Schule zu gehen und zu arbeiten sei kein hinreichender Beweis auch nicht das es in Deutschland einen Arbeitgeber gibt der mehrfach bei der Botschaft bescheid sagt "Wir stellen den sofort ein" und das man die Anträge ohne Dolmetscher in perfekten deutsch stelle sei zwar löblich aber kein Beweis.
Wenn er ein Zertifikat eines Deutschlehrers vorzuweisen habe das er mindestens den Deutschkurs für Anfänger besucht habe könne er sich gerne wieder bei der Botschaft um ein Visum bewerben. Dieses Zertifikat kostet aber leider schlappe 2000 Euro und mit einem Einkommen von rund 300 Euro ist das nicht bezahlbar. Aus diesem Grund ist er illegal als Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland eingereist und hat Asyl beantragt mit dem Ergebnis das er nach 8 Monaten in einem 6 Bett zimmer aus Deutschland wieder abgeschoben wurde und pünkltich zur Sommersaison in seiner Bar als Kellner wieder angefangen hat zu arbeiten.
Sein Bruder hat das selbe versucht sich das aber mit der Asylunterkunft gespart und arbeitet jetzt auf der sogenannten "Black Route" als Schleuser und transportiert andere künftige EUneubürger in Richtung Österreich.

Mein Nachbar Tunjay hingegen seines Zeichen Deutschtürke in 5. Generation der die deutsche Sprache,Kultur usw komplett ablehnt hat kürzlich eine Frau aus der Türkei geheiratet die überhaupt keine deutschkenntnisse vorweisen musste und im Rahmen der Familienzusammenführung ohne Probleme einreisen durfte um das Erfolgsmodell der Integrationsverweigerer mit deutschen Pass auch noch ein Paar Generationen weiter fortführen zu können.

Auf der einen Seite schotten wir uns ab als wäre jeder arbeitfähig und willige Bewerber eine Bedrohung für Deutschland,auf der anderen Seite gibts aber keine oder nur schwache Vorraussetzungen für die anderen.
und zwischendrin fackeln besorgte Bürger künftige Flüchtlingsunterkünfte und skandieren "WEG MIT DEM DRECK!" vor Asylbewerberheimen wo man denkt schade das mann deutsche nicht abschieben kann.
 
Mich kotzt diese ganze Asyldebatte nur noch an. Ich habe in den 90er Jahren viele nette,freundliche Kriegsflüchtlinge vom Balkan auf einer Hauptschule in Niedersachen kennen gelernt. [...].
Genau deswegen muss es andere Wege geben. Weil es sonst bei allen Flüchtlingen darauf hinaus läuft, dass sie, aber vor allem ihre Kinder im Grunde in Deutschland aufwachsen, sich selbst natürlich schon eher als Deutsche verstehen und dann raus müssen, wenn sich die Lage im Heimatland entspannt hat.

Schnellere Asylverfahren sind da aber nur ein kleiner Teil. Vielmehr braucht es dringend eines Plans, die Leute erst gar nicht so lange hier im Land zu halten. Vor allem ist die Abschiebung ja schon verantwortungslos. In der alten Heimat kommt doch ein Kind, das hier in Deutschland behütet und in Wohlstand groß geworden ist, oft gar nicht mehr klar.

Eigentlich gibt es nur 2 Möglichkeiten der Lösung: Die erste Lösung kann sein, dass Asyl maximal für die Zeit von X Monaten gewährt wird. Danach muss derjenige ausreisen und kann erst nach Ablauf von X Wochen oder Monaten einen neuen Antrag stellen.

Die zweite Lösung wäre, vor der Abschiebung jedem die Möglichkeit zu geben, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Wer also bereits integriert ist, deutsch quasi muttersprachlich spricht, der sollte die Möglichkeit von Hause aus bekommen.

Nichts desto trotz ist es einfach untragbar, jemanden jahrelang oder womöglich jahrzehntelang im Status "Asylant" zu belassen und durchzufüttern. Das ist scheiße für unser Land und scheiße auch für den Betroffenen.

Wenn er ein Zertifikat eines Deutschlehrers vorzuweisen habe das er mindestens den Deutschkurs für Anfänger besucht habe könne er sich gerne wieder bei der Botschaft um ein Visum bewerben. Dieses Zertifikat kostet aber leider schlappe 2000 Euro und mit einem Einkommen von rund 300 Euro ist das nicht bezahlbar.
Um eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland zu bekommen, reicht der Sprachlevel B1 (den er wohl locker hat). Ein ganzer Kurs im Goethe-Institut kostet hier 180 Euro (Goethe-Institut, gibt es in fast jedem Land eins). Die Prüfung ohne Kurs 120 Euro. Selbst der Einbürgerungstest (danach kann er deutscher Staatsbürger werden) kostet nur 25 Euro pro Versuch, zuzüglich 100 Euro für den Sprachtest, falls nötig. Sag mal, bei welcher Mafia hat er sich denn nach den Preisen erkundigt, hm?

Mein Nachbar Tunjay hingegen seines Zeichen Deutschtürke in 5. Generation der die deutsche Sprache,Kultur usw komplett ablehnt hat kürzlich eine Frau aus der Türkei geheiratet die überhaupt keine deutschkenntnisse vorweisen musste und im Rahmen der Familienzusammenführung ohne Probleme einreisen durfte um das Erfolgsmodell der Integrationsverweigerer mit deutschen Pass auch noch ein Paar Generationen weiter fortführen zu können.
Das trifft aber auch nur auf Türken zu. Obwohl ich mit meiner Frau schon verheiratet war und die Ehe in Deutschland anerkannt war, brauchte sie zur Einreise mindestens A1 und wurde verpflichtet, hier A2 und B1 abzulegen. Warum die Türkei den Arsch gepudert bekommt, kann ich nur raten, aber an der Stelle spüre ich gerade, dass es besser ist dazu zu schweigen und die eigenen Vermutungen für mich zu behalten.
 
@Stohs

"Schöne" Geschichte, die in der Tat typisch ist für den Blödsinn dem sich die Leute und im Endeffekt auch wir ausgesetzt sehen. Ich könnte da um unzählige Einzeilbeispiele erweitern.
Bei mir sitzen auch häufig junge Männer auf der Arbeit die vollkommen akzentfrei deutsch sprechen, hier einen Schulabschluss und zum Teil auch eine Ausbildung gemacht haben. Trotzdem sind sie offiziell abgeschoben und betteln alle drei Monate um weitere drei Monate Duldung. Arbeitgeber sagen laufend "Klar, wir würden Dich nehmen! Aber da Du ja in drei Monaten weg sein musst geht das leider nicht!".
Auf der anderen Seite habe ich da ständig Leute sitzen die praktisch garkein deutsch können obwohl sie schon zum Teil seit 10 Jahren hier sind und selbst mit Übersetzer in ihre Muttersprache die einfachsten Zusammenhänge nicht verstehen. Alles was diese Leute "besser" gemacht haben als die ersteren ist, dass sie jemanden mit nem deutschen Pass oder nem Aufenthaltstitel geheiratet haben. Weil viele dieser Menschen auch nicht sonderlich Weise sind bin ich auch nicht erst einmal gefragt worden ob ich nicht jemanden kennen würde der wen kennt der wen "besorgen" kann den man heiraten kann.

Von dem ganzen unsäglichen Wiggel um die Anerkenneung ausländischer Abschlüsse mal ganz zu schweigen. Letzte Woche hatte ich eine syrische Dame bei mir sitzen die war in Syrien Dozentin für Archeologie und Geschichte, gut 50 Jahre als und gut 30 Jahre Berufserfahrung. Nachdem ihr Asylgesuch nach 7 Monaten (in denen sie fast fließend deutsch gelernt hat) in einem 8 Bettzimmer und Dusche für im Schnitt 50 Personen gleichzeitig (nachdem sie 5 mal von Mitbewohnern ausgeraubt und 2 mal verdroschen wurde weil sie als Muslima kein Kopftuch trägt und geschieden ist) nun endlich anerkannt wurde hat hat sie nun auch Post bzgl. der Anerkennung ihrer Abschlüsse bekommen. In etwa stand da folgendes drin:
"Sehr geehrte Frau ***
Nach Prüfung Ihrer eingereichten Unterlagen freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass folgender Bildungsgrad anerkannt wird:

Fachhochschulreife (ohne Studienerlaubnis)

MFG"

Halleluja sage ich da nur!
 
Das trifft aber auch nur auf Türken zu. Obwohl ich mit meiner Frau schon verheiratet war und die Ehe in Deutschland anerkannt war, brauchte sie zur Einreise mindestens A1 und wurde verpflichtet, hier A2 und B1 abzulegen. Warum die Türkei den Arsch gepudert bekommt, kann ich nur raten, aber an der Stelle spüre ich gerade, dass es besser ist dazu zu schweigen und die eigenen Vermutungen für mich zu behalten.

Das ist leider Geschichte. Seit etwa einem Jahr gibt es dank eines "schönen" Urteils keine verpflichtenden Deutschkurse mehr in Zusammenhang mit Familienzusammenführung VOR der Einreise.
Nach der Einreise gibts die zwar mehr oder weniger praktisch noch, aber wegen völliger Konsequenzenabsens bei Nichterscheinen ist das ein ziemlich theoretischer Zwang.