(Bier)Kelle
BackRoad Fahrer
- 28 April 2006
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... auch wenn ich diese Aktion ausnahmsweise mal geil finde.
Nicht alles was die Antifa macht, endet in brennenden Barrikaden.
Es ist allerdings sehr besorgniserregend, dass die Polizei oft hilflos neuen Anforderungen gegenüber steht. Sei es aus Personalmangel oder weil sie mit veränderten Situationen nicht umzugehen wissen.
Sie ist weder an neuen Anforderungen gescheitert, noch am Personalmangel, noch an veränderten Situationen.
Sowohl von Braunschweig als auch Frankfurt bin ich es gewohnt, das, basierend auf Teilnehmerprognosen, ausreichend Einsatzkräfte vor Ort sind, die so bemessen sind, dass sie auch auf unvorhergesehenes reagieren können.
Ich sehe, was das sächsische Innenministerium auffährt, wenn Legida durch die Straßen zieht.
Letzte Woche wurden Teilnehmer, die am Flüchtlingsheim standen, auf dem Heimweg tätlich angegriffen, es gab zerstochene Autoreifen.
Trotzdem standen am Freitag nichtmal 100 Polizisten vor Ort, wenn es 70 waren, waren es viel.
Um den Heimweg zu sichern, mussten Einsatzkräfte nachgefordert werden, und auch dann ging die Abreise nur gruppenweise.
Am Ende des Abends blieben 10 - 12 Polizisten zur Sicherung der Unterkunft zurück, wohlwissend, dass 50 bis 70 besoffene gewaltbereite "Bürger" unterwegs waren.
Das in Vergleich zu Legida, was ~100 km entfernt stattfindet, ist entweder pure Blödheit, oder der politische Unwille, dort durchzugreifen.
Zwei Hundertschaften, ein Zug BFE, dazu bemächtigt, H****r-Grüßer aus der Menge zu ziehen und das Ding würde ganz anders laufen.
Klar, würde das die NPD ausnutzen, "Sachsen prügeln gegen Sachsen, weil Frankfurter da waren." aber drauf geschissen, rechtlich ist sowas möglich.
Auf Grund der personell falschen Entscheidung mussten die Polizisten eh gegen Freitaler pfeffern, da hätte man auch nen richtigen Einsatz draus machen können.
Ob das eben objektiv war oder nicht, sei dahingestellt, Fakt ist, bei den am Freitag herrschenden Mengenverhältnissen von ~ 4:1, wäre es ein einfaches gewesen, die Polizei zu überrennen, und es den "besorgten Bürgern" mal richtig zu besorgen.
Gut, darauf war keiner erpicht, fähig dazu waren mehr als genug.
Und das kann, egal wer sich welchem Lager zurechnet, nicht sein.
Das ist grob-fahrlässiges Handeln der Polizeiführung.
Wenn andere wegen ihrer Meinung ihrer Rechte und Freiheiten beraubt werden und zu Straftaten aufgerufen wird, dann zählt das für mich schon zu Extremismus.
Ich mag diese Verbissenheit.
Seit wie vielen Jahren ist es eine sportliche Herausforderung, dem anderen Fanclub das Banner zu klauen?
Klar ist das Diebstahl/Sachbeschädigung, aber alles halb so wild.
Sind die Polizei/Ordnungsamt dann auch Pegida-Anhänger, weil sie die Demos erlauben?
Nööö, aber wenn die Polizei zur Räumung einer Sitzblockade mit 30 Leuten 90 Minuten braucht, dann kann man denen schon unterstellen, dass sie nix dagegen haben, wenn man ne *gida blockiert.
Jeder der nicht meiner Meinung ist, muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Gabs das nicht schonmal?
"Mit allen Mitteln" - meinst Du nicht, dass Du Dich gerade etwas lächerlich machst?
Schau Dir mal auf Demos wie letztens in Frankfurt den autonomen Block an, dann kämst Du in die Nähe von "mit allen Mitteln".
Mir geht diese ganze Flüchtlingsdebatte so am Arsch vorbei! Warum?
Weil ich habe kein Bock in irgendeins dieser Lager geschoben zu werden, wie es genau jetzt geschehen ist, nur weil ich etwas gegen Straftaten schrieb
Und dann wundern sich die Beteiligten, warum der Großteil der Bürger tatenlos zuschaut bzw. wegschaut.![]()
Wenn Leute wie Du sich ja mal ein bissl für Politik und jüngere Geschichte interessieren würden und dann nicht mit dem Arsch auf dem Sofa kleben würden, dann hätten beide extremen/radikalen Gruppen nix zu melden.
Die ganze Scheiße läuft aktiv seit nem dreiviertel Jahr.
Alles was man bisher von "den Bürgern" gehört hat war:
- Das sind nur ein paar.
- Das verläuft sich.
- Das ist regional begrenzt.
- Das sind besorgte Bürger, die tun nix.
- Wenn man die ignoriert, hört das auf.
Und wohin hat uns das bürgerliche Desinteresse gebracht?
Am Wochenende brannten in Lübeck und Meißen zwei zukünftige Flüchtlingsheime, in Freital stehen "besorgte Bürger" Hoyerswerda-like vor nem Flüchtlingsheim und brüllen "Ausländer raus!".
Ist es denn so schwer, auf die Straße zu gehen und zu sagen "In unserem Grundgesetz ist das Recht auf Asyl verankert und ich bin dafür, dass jeder Flüchtling das Asylverfahren ungehindert und ergebnisoffen durchläuft!"?
Wenn das auch nur jeder zehnte Bürger gemacht hätte, gäbe es diesen ganzen Scheiß nicht.
Ich kenn genau gar keinen Antifa, dem das, was hier grad läuft, auch nur noch ansatzweise Spaß macht.
Da ist so ein Video echt was erheiterndes.
Mal offen und ehrlich von Alt-Klammer zu Alt-Klammer:
Entweder das Bürgertum, also auch Du, setzt sich für das Grundgesetz und dessen Umsetzung ein was Flüchtlinge anbelangt, dann haben wir mehr Freizeit.
Oder das Bürgertum lässt es bleiben, dann machen wir den Job, aber dann hat auch das Bürgertum kein Anrecht auf Kritik.
Ich brauch kein Bürgertum, was in nem halben Jahr Lichterketten für verbrannte Flüchtlinge baut, weil die brennenden Flüchtlinge kann man jetzt noch verhindern.
gruss kelle!
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