Arbeiten als freier Mitarbeiter

MisterSimpson

Simpsons Fan
ID: 50883
L
20 April 2006
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Hallo,

hatte hier schon mal einen Beitrag aufgemacht, jedoch hat sich die ganze Sachlage geändert. Firma sagte Ausbildung gemacht, befristeter Vertrag bekommen, noch mal befristen geht nicht. Das Argument habe ich erfolgreich zerschlagen. Jetzt sagen sie einfach keinen weiteren befristeten Vertrag, sondern ich soll als externer Dienstleister bzw. freier Mitarbeiter arbeiten.

Nur was muss ich dabei beachten? Ich muss doch dann 100% Sozialversicherungsbeiträge zahlen, statt 50% oder? Kleinunternehmer bin ich bereits. Das Gehalt muss dann auch wieder versteuert werden oder? Soviel wie ich gelesen habe, habe ich bei Krankheit Pech und werde wie jetzt nicht weiter bezahlt, sondern gehe 0 aus. Zudem habe ich gehört, dass die AOK z.B. sich bei dem Thema anstellt und wie ist das mit Arbeitslosenversicherung? Das muss ich ja nicht unbedingt weiter zahlen oder? Fragen über Fragen.

Kann mir jemand ein paar Tipps gehen und das dunkle Loch erhellen. Möchte mich halt mit dem Thema befassen und das ich vorher informiert bin und weiß was ggf. auf mich zukommen würde.
 
Der Arbeitgeber spart sich bei freien Mitarbeiter die Sozial- und Rentenversicherungsbeiträge. Daraus schließe ich dass Du also selbst dafür aufkommen musst. (Mein Rückschluss ist nicht wissen!)
Ich kenne das alte Thema nicht, aber vielleicht kommt für dich ja die Künstlersozialkasse in Betrach, die sind günstig. Mein Bruder ist dort als Musiker.

Der Vertrag eines freien Mitarbeiters muss ja so gestaltet sein, dass du dir Zeit selbst einteilen kannst und du nur für "abgegebene" Arbeit bezahlt wirst. Bist du also krank und kannst nicht arbeiten, verdienst du natürlich auch nichts.
Wenn dem nicht so ist, wird 4 Jahre rückblickend dein "Arbeitgeber" für alle Beiträge zahlungspflichtig! Von daher schon wird er den Vertrag auch so leben.

Was den Verdienst daraus angeht - ja muss auch versteuert werden.

Ansonsten hau ich Dir hier noch 2 Links mit rein:
foerderland.de
gruenderleitfaden
 
Du liegst erstmal in sofern richtig, dass Du, wenn Du auf eigene Rechnung arbeitest, für Sozial- und Krankenversicherung selbst aufkommen musst und Du, da Du ja Dein eigener Chef bist, auch Deinen Urlaub/Krankheitstage selbst regeln und natürlich auch finanzieren musst. Dies hat natürlich Vor- und Nachteile. Einkommensteuer zahlst Du genauso wie bei einer Festanstellung auch. Der eigentliche Punkt ist daher einfach der, dass Du all diese Faktoren in die Kalkulation Deines Stundensatzes mit einfließen lassen musst! Und dann musst Du hoffen, dass dieser Stundensatz für deinen potentiellen Arbeit- (bzw Auftrag-)geber noch attraktiv ist! Und dann musst Du noch drauf achten, dass Du nicht in die Scheinselbständigkeit gerätst: ausschließlich für einen Kunden zu arbeiten ist tabu! Ich kenn die aktuellen Vorgaben nicht, aber zu meiner Zeit musste ich zumindest 15% meines Umsatzes durch andere als meine Hauptauftraggeber erwirtschaften.
Ich für mich hab das mittlerweile ganz anders gelöst, mit natürlich anderen Vor- und Nachteilen: Ich bin bei einer Leasingfirma angestellt (sowas wie Zeitarbeit, nur ein etwas gehobeneres Niveau. Ich verdien dadurch natürlich bei weitem nicht so viel, wie ich's als Freiberufler vielleicht könnte, hab dafür aber die komplette soziale Absicherung und Anspruch auf Urlaub und Krankheitsgeld! Jüngst hab ich sogar das zweite mal ein halbes Jahr Erziehungsurlaub genossen, welches mir voll finanziert wurde...
 
Danke für die Antwort habe auch gerade noch ein paar Seiten gelesen. Das ist also eine ganze Menge Arbeit die auf mich zukommen würde um noch versichert zu sein so wie ich das verstehe.
Auch habe ich gelesen, dass ich keinen festen Arbeitsplatz hätte bzw. im Unternehmen. Dem wäre nicht so. Ich soll ja im Unternehmen arbeiten, damit die die Zeiten erfassen können.

Urlaub habe ich dann nicht bzw. wird nicht bezahlt, wenn ich Krank bin kein Geld, also Vorteile hat das ja nicht gerade alles ;-)

Was mir Ungeheuer bzw. suspekt ist, ist halt das Problem das ich am Ende des Monats nicht weiß wie viel ich in der Tasche habe. Ist schon ein Problem wie ich finde. Das einfachste für mich als Arbeitnehmer wäre also doch ein befristeter Vertrag nur stellen die sich quer warum auch immer und wollen mich wenn überhaupt als freien Mitarbeiter einstellen.

Hat sonst vllt. jemand noch Infos hierzu?
 
Sorry muss noch mal Posten.

@joey76 Hast du das mit diesen 15% evtl. schriftlich bzw. weißt du wo das steht? Schaue natürlich parallel auch. Falls ich als freier Mitarbeiter arbeiten würde, könnte ich das als Kleinunternehmer machen bzw. zählt mein Verdienst dazu? Meine jetzt wegen den 15%. Weil ich würde eigentlich ausschließlich nur für den Arbeitgeber arbeiten. Mache natürlich aber auch Umsatz mit meinem Kleinunternehmern, aber das ist eigentlich mehr so als Hobby gedacht.
 
Naja, die "Scheinselbständigkeit" ist ja an sich nicht schlimm/verboten...

Das bedeutet afaik im schlimmsten Fall nur, daß du freiwillig in die Gesetzliche Renten- und Krankenversicherung musst, was halt i.d.R. teurer ist als privat.

Aber im Endeffekt musst du dir im klaren sein, daß du dich selbständig machst, mit allen Vor- und Nachteilen. Das solltest du dir halt überlegen ob du das willst/kannst.

Gruß Aru
 
Das Du das nicht selbst gefunden hast!?

Dürfte also vor allem für deinen Arbeitgeber interessant werden, da er unter Umständen trotzdem Deine Sozialabgaben zahlen muss ;-) Aber lies selbst...
 
Ja und mit dem Nachteil für das Unternehmen das sie bis maximal 30 Jahre die Sozialversicherungsbeiträge für mich zurückzahlen müssen. So habe ich das zumindestens gelesen.

Viele könnten mich jetzt an den Pranger stellen, aber ich möchte mir erst mal auch anhören, was der Arbeitgeber denkt wie viele Stunden ich pro Monat dann arbeiten soll. Weiß ja ungefähr was ich als Arbeitslosengeld bekommen würde + ca. 170 Euro die man zusätzlich einnehmen darf. Alles was über den 170 Euro ist wird halt verrechnet. Dann möchte ich wenn schon darüber kommen und das netto. Möchte dann ja nicht weniger in der Tasche haben als wenn ich arbeitslos wäre. Bewerbungen schreibe ich auf jeden Fall jetzt schon und hoffe was anderes zu finden.
 
Das wollte ich auch gerade schreiben, wenn du Freier Mitarbeiter bist und nur für eine Firma arbeitest, schißet sich dein Arbeitgeber / Auftragsgeber selbst ins Bein weil du dann automatisch als bei Ihm angestellt angesehen wirst und somit Kündigungsrecht und sowas hast. Das zählt natürlich cniht sofort, aber ich glaube nach 3 Monaten beschäftigung oder so und du an mehr als einem Projekt mitarbeitest und eben wie ein Mitarbeiter mit Anwesenheitspflicht und so behandelt wirst.
 
Was Du berücksichtigen solltest bei den Überlegungen: Freie Mitarbeiter bekommen in der Regel ein paar Euro mehr die Stunde. Wenn ich mir so die Tagessätze im IT-Bereich für solche "Berater" anschaue, dann liegen die schon mal bei 100-200 Euro pro Stunde.

Nicht, dass die auf die Idee kommen, statt Festanstellung jetzt freier Mitarbeiter, aber trotzdem denselben Stundenlohn. Mach ihnen klar, dass Du dafür, dass Du jetzt das unternehmerische Risiko trägst, auch deutlich mehr verlangst.

Was ich nicht verstehe: Anscheinend brauchen die dich, sonst würden die das alles nicht machen. Dann solltest Du ihnen auch einen vernünftigen Vertrag wert sein.

Marty
 
Bei uns ist das so, dass unsere Firma eine Tochter von einem größeren Unternehmen ist.

Also Firma 1 zu Firma 1 gehören 3 verschiedene Töchter. Jede Tochter hat noch viele andere Werke.

Geschäftsinhaber von Firma 1 sagt, dass die Personalkosten in seiner Tochter (uns) zu hoch sind. Deswegen soll jetzt so ein Vertrag aufgesetzt werden.

Genau ich soll weiterhin im IT Bereich arbeiten. So ein Vertrag wird jetzt aufgesetzt, aber ist eher so ein Mustervertrag wie dieser aussehen könnte. Jetzt habe ich mal gerade überlegt was ich verlangen könnte. Bekomme derzeit eine X Summe direkt nach der Ausbildung. Das habe ich im Brutto Netto Rechner eingegeben. Jetzt weiß ich ja wie viel Euro ich Netto bekommen würde. Nicht vergessen 50/50 bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Wie das mit der Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer ist da bin ich mir nicht ganz sicher.

Habe jetzt mal folgendes gerechnet:

Netto + 100% gesetzl. Rentenversicherung + 100% gesetzt. Krankenversicherung (jaja ich weiß 9% trägt der Arbeitnehmer selber, aber ich habe einfach * 2 gerechnet) + 100% Arbeitslosenversicherung + Pflegeversicherung + Kirchensteuer + Soli + Lohnsteuer = Gesamt

Gesamt * 12 das ich auf das Jahr komme
154 Stunden pro Monat * 10,5 bzw. 11 weil 1,5 bzw. 1 Monat Urlaub
Und dann komme ich auf den Bruttostundenlohn, aber ob das alles richtig ist weiß ich nicht.

Und dann die Frage kommt da die MwSt. drauf oder nicht. Eigentlich ja nicht, weil ich jetzt ja auch Kleinunternehmer bin und keine USt. ausgebe.
 
Habe jetzt mal folgendes gerechnet:

Netto + 100% gesetzl. Rentenversicherung + 100% gesetzt. Krankenversicherung (jaja ich weiß 9% trägt der Arbeitnehmer selber, aber ich habe einfach * 2 gerechnet) + 100% Arbeitslosenversicherung + Pflegeversicherung + Kirchensteuer + Soli + Lohnsteuer = Gesamt
Tolle Rechnung, und wovon lebst Du, wenn Du mal nicht für die arbeitest? Wer bezahlt die Zeit, die Du mit der Verwaltung der Selbstständigkeit vertust? Wo die Bezahlung für das Risiko, morgen nicht mehr von denen angefordert zu werden?

Und dann die Frage kommt da die MwSt. drauf oder nicht. Eigentlich ja nicht, weil ich jetzt ja auch Kleinunternehmer bin und keine USt. ausgebe.
Kleinunternehmer? Was möchtest Du denn da verdienen?

Ein Fachinformatiker Systemintegration z.B., der als Festangestellter 3.000 Euro hat, sollte als Selbstständiger bei Vollauslastung auf mindestens 6.000-7000 Euro pro Monat kommen, also Stundelohn von der Festanstellung mal 2 rechnen.

Krankenversichern könntest Du Dich privat, deutlich billiger als gesetzlich. Rentenversichern ebenfalls. Trotzdem mein guter Rat: verkaufe Dich nicht zu billig. Diese Firma zahlt anderen externen IT-Beratern sicher 1.000 Euro pro Tag.

Marty
 
Wenn du als "freier MA" nicht mehrwertsteuerpflichtig bist, hast du den falschen Stundensatz. ;)

also Stundelohn von der Festanstellung mal 2 rechnen.

Das haut grob gerechnet hin, unter den Faktor 1,5 solltest du auf gar keinen Fall auch nur diskutieren.

Du solltest auch durchaus mal mit einem Berater vom Arbeitsamt reden.

Die wollen dich hier eindeutig in eine Scheinselbstständigkeit drängen.

Das kann man mal machen, habe ich auch schon gemacht, aber auf Dauer ist das nicht ideal.

Auch wenn man es nicht gerne macht, immer mal mit einem Krankheitsfall rechnen und nach Versicherungen erkundigen.

Eine gern verkaufte Krankenhaustagegeldversicherung bringt dir hier überhaupt nichts.

Selbstständige brauchen eine Krankentagegeldversicherung, die sind nicht billig.

Da muss man sehen, ob man. z.B. erst nach einer Woche gezahlt wird, spart einiges an Beiträgen, ist aber meist ausreichend, hier kommt es auf die pers. Situation an.
 
Ok also am besten noch ein Einzelnunternehmen aufmachen oder wie? Kann ich dann beides behalten also Kleinunternehmen + Einzelunternehmen? Oder lieber beides in einem? Ich weiß ja auch nicht ob das ganze dann auf Dauer ist. Ist ja auch ein großes Problem

Also IT-Berater bin ich nicht, sondern erstelle und pflege das Intranet + Internetseiten die auf Typo3 basieren.

Edit: Achso und ich habe gerade mal gegen gerechnet. Also das was ich jetzt verdiene / 154 = Ergebnis und das wiederrum * 2. Würde passen was ich mir vorgestellt hatte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber kann man das nicht so machen:

Kleinunternehmen für die Webseiten so wie jetzt

Und Einzelunternehmer ja für die Tätigkeit dann hier in der Firma.
 
Aber kann man das nicht so machen:

Kleinunternehmen für die Webseiten so wie jetzt

Und Einzelunternehmer ja für die Tätigkeit dann hier in der Firma.

Es gibt diese Begriffe nicht als eigenständige Unternehmensform. Du bist selbstständig tätitg, also bist Du Einzelunternehmer. Du kannst diese Einzelunternehmung als Kleinunternehmen führen, wenn Du gewisse Umsatzgrenzen unterschreitest.

Aber Du kannst nicht mehrere Einzelunternehmungen gründen.

Marty
 
Der olle Marty war wieder schneller. 8O

Ja, das solltest du beachten, d.h. du musst dann für alles Umsatzsteuer berechnen.

Wenn du dieses Jahr anfängst, kannst du das für 09 noch umgehen, für 2010 nicht mehr.

Vielleicht solltest du dich auch mal mit einem Steuerberater zusammensetzen, Erstberatungen sind durchaus bei einigen kostenlos, vorher fragen.

Wenn dir die Mehrwertsteuerpflicht in deinem anderen "Nebengewerbe" nur Nachteile bringt, kann man das evtl. "gestalten."
 
Wie ist das eigentlich wenn ich jetzt freier Mitarbeiter bin. Muss ich dann auch Arbeitslosengeld bezahlen oder nicht? Wenn ich das bezahlen würde, dann hätte ich auch ein Jahr Anspruch auf Arbeitslosengeld oder stimmt das nicht? Ist mir nämlich gerade mal so eingefallen. Weil wenn ich jetzt nichts bekomme, dann erhalte ich ja Arbeitslosengeld + 165 Euro die ich zusätzlich verdienen darf (noch mal nachgelesen). Würde ich als freier Mitarbeiter arbeiten, arbeite ich ja und gut. Aber wenn das wegbricht und das Unternehmen sagt wir brauchen sie nicht mehr und ich keine großen anderen Arbeitgeber habe, dann wäre ich ja eigentlich arbeitslos sobald ich mein Unternehmen kündige. Habe aber dann keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder?