Arbeiten als freier Mitarbeiter

(...) und das Unternehmen sagt wir brauchen sie nicht mehr
das ist das eine große Problem von freien Mitarbeiter aus Deiner Sicht (keine großen Kündigungsfristen) - für den Arbeitgeber natürlich ein Vorteil. Doch anscheinend ist die Lösung deines bisherigen Arbeitgebers wohl nur Bilanzpolitisch zu sehen, auch wenn das etwas arg kurzfristig gedacht ist...
Habe aber dann keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder?
Nein. du hast damit keinen Anspruch. Denke jedoch dass man da freiwillig weiterzahlen kann. Frage dazu einfach mal bei der Arbeitsagentur nach. Mittlerweile sind die meisten dort wirklich freundlich. Oder aber du sorgst eben selbst vor.
 
Da fällt mir noch was ein.

Ein Bekannter von mir hat so etwas wie Unterstützungsgeld bekommen, als er sich als Arbeitsloser selbstständig gemacht hat.

Ist zwar schon Jahre her, aber nachfragen kostet ja nichts.
 
Bin ja nicht arbeitslos, sondern würde vom befristeten Vertrag übergangslos selbstständig werden. Man ist das alles kompliziert, aber ok ich bin einen Schritt weiter. Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer werden ja vom Gewinn bezahlt den man hat und ich glaube bei einem Einzelunternehmen war es so, dass man monatlich und nicht wie bei einem Kleinunternehmen jährlich die Einkommenssteuererklärung machen muss.

Nur bin ich mit meinem Stundensatz nicht weiter. Meine Eltern sagen die ganze Zeit das wird niemals reichen und ich meine das müsste reichen. Folgendes gerechnet. Derzeitiger Bruttoverdienst / monatliche Stunden = Stundenlohn

Stundenlohn * 2 = Stundenlohn als selbstständiger

Dazu kommen dann noch die 19% MwSt. zu. Jetzt kommt es drauf an wie viele Stunden ich pro Monat arbeite bzw. abrechne.

Stunden * netto Stundenlohn als selbständiger = Ergebnis

Das Ergebnis in ein Brutto Netto Rechner eingegeben. Bruttolohn - Sozialversicherungsbeiträge alle 100% (sogar Arbeitslosenversicherung einberechnet, aber ihr meintet ja gerade brauche ich nicht) gerechnet.

Diesen Betrag habe ich dann bei Elster im Formular G eingetragen als Gewinn. Sehr hoher Gewinn, da ja nicht mal Betriebsausgaben abgezogen worden ist. Und dann Gewinn - Rückzahlung ans Finanzamt. Alles mal jährlich gerechnet und das Ergebnis durch 12 geteilt. Betriebsausgaben werde ich nicht allzuviele haben. Somit weiß ich den durchschnittl. Nettoverdienst und habe insgesamt mehr als jetzt.

So und als Endergebnis langer Beitrag den kaum einer wahrscheinlich durchliest bzw. durchsteigt. Habe Kopfschmerzen und glaube da sind noch Fehler drinnen weil ich noch nicht ganz durchgestiegen bin.
 
Sorry,

ich habe mich nicht richtig bzw. nicht vollständig ausgedrückt.

Bei meinem Bekannten war das ähnlich.

Er wäre arbeitslos geworden, hat sich aber selbstständig gemacht und weiterhin Bezüge, evtl. auch soziale Absicherung?, erhalten.

Aber das ist mehr als 10 Jahre her, da kannst du dich erkundigen, ob die so etwas noch anbieten.

Bei deinen Berechnungen kann man nicht helfen, wenn man die Grundlage nicht kennt. (Stundensatz)

Lass die Mwst. ganz außen vor, die ist für dich ein durchlaufender Posten.
 
Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer werden ja vom Gewinn bezahlt den man hat
Richtig, Du machst einmal im Jahr ein Einnahmen- Überschuss-Rechnung, auf der Du alle Kosten (PC zu Hause, Arbeitszimmer, Telefon, Internet, Fahrtkosten etc.) auflistest und alle Einnahmen gegenüber stellst. Die Differenz ist der Gewinn und den musst Du versteuern.

nd ich glaube bei einem Einzelunternehmen war es so, dass man monatlich und nicht wie bei einem Kleinunternehmen jährlich die Einkommenssteuererklärung machen muss.
Nein, Du musst monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben, zumindest im ersten Jahr. Ist aber auch in 10 Minuten erledigt, wenn man es einmal gemacht hat. Du machst einmal im Jahr eine Steuererklärung für das Vorjahr.

Derzeitiger Bruttoverdienst / monatliche Stunden = Stundenlohn

Stundenlohn * 2 = Stundenlohn als selbstständiger
Sorry, da können wir nicht helfen, ohne zu wissen, wieviel Du derzeit verdienst. Und das Du das nicht unbedingt öffentlich machen möchtest, ist mir klar und verständlich. Kleiner Anhaltspunkt: Wenn bei der Rechnung so 30-40 Euro netto rauskommen, dann ist das schon mal ein Anfang. Für einen Starter reicht das.

Das Ergebnis in ein Brutto Netto Rechner eingegeben. Bruttolohn - Sozialversicherungsbeiträge alle 100% (sogar Arbeitslosenversicherung einberechnet, aber ihr meintet ja gerade brauche ich nicht) gerechnet.
Du zahlst als Selbstständiger keine Sozialversicherung wie bisher. Null. Keine Rentenversicherung, keine Krankenversicherung und keine Arbeitslosenversicherung. Du musst Dich krankenversichern, kannst das aber in einer Privatversicherung für bestimmt weniger als 200 Euro im Monat. Und für das Alter solltest Du auch was zurücklegen. Du musst aber nicht 20% rechnen zum Start.

Betriebsausgaben werde ich nicht allzuviele haben. Somit weiß ich den durchschnittl. Nettoverdienst und habe insgesamt mehr als jetzt.
Diese Rechnung ist nonsens. Das bringt so nichts. Lass Dich von einem Steuerberater beraten. Und was die Kosten angeht: Du kannst Autofahrten zum Kunden, Internet, Telefon, Handy, Computer, Notebook, Software etc. angeben, da kommt schon was zusammen.

Du kannst mit 30-40 Euro pro Stunde + MwSt gut über die Runden kommen, wenn Du wirklich gut ausgelastest bist. Dazu solltest Du Dir dann auch andere Kunden und Aufträge suchen, damit Du nicht von einem abhängig bist.

Und: Niemand zwingt Dich, jetzt für den Rest deines Lebens selbstständig zu sein. Du kannst Dir währenddessen einen Job suchen, wo Du wieder festangestellt bist. Das Schöne ist, Du bist bei Deinem Auftraggeber auch nicht mit Kündigungsfristen etc. gebunden, gell...

Marty
 
Genau diese 30-40 Euro pro Stunde habe ich mir auch vorgestellt. Also die goldene Mitte eher als Anfänger.

Aber mein Vorgesetzter sagte ich sollte bloss weiterhin in die gesetzl. Rentenversicherung einbezahlen. Habe nebenbei noch eine Art Riesterrente, eine Fond Rente, eine Lebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung (wobei ob ich die benötige?) laufen. Wer weiß was später mal ist wenn ich dann 70 bin. 1. ob ich das überlebe und 2. wie viel ich dann bekomme bzw. ob die nicht irgendwann in 50 Jahren mal abgeschafft wird was auch immer.

Was ich gelesen habe ist aber folgendes. Bin derzeit in der gesetzl. Krankenversicherung also AOK. Wenn ich dann in die private gehe komme ich nicht mehr so schnell in die gesetzl. stimmt das?

Andere Auftraggeber brauche ich auch das stimmt. Derzeit weiß ich zwar nicht so richtig wie, aber ich kann für mich ja selber auch Seiten machen und damit verdiene ich wieder durch Werbung oder Verkauf der Seiten.

Könnte man so grob sagen was übrig bleibt von einem 35 Euro netto Verdienst pro Monat wenn ich 150 Stunden arbeite bzw. berechne. Klar werde mehr Arbeiten wegen Verwaltung, Kundengespräche, Leerlauf. Wie viel würde mir wohl da übrig bleiben?
 
Du kannst als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben - mit oder ohne Anspruch auf Krankengeld. Wie das geht, erklärt Dir die Krankenversicherung auf Nachfrage liebend gern.

Auch als Selbständiger zahlt man in der gesetzlichen KV den Beitrag nach seinem Einkommen, allerdings zu 100 % selbst. Die Berufunfähigkeit kannst du für nen Appel und n Ei bei der Berufsgenossenschaft absichern.

Soweit ich das bisher gelesen habe, handelt es sich hier aber garantiert um eine Scheinselbständigkeit, weil Du den Arbeitsplatz vom Unternehmen gestellt kriegst. Kannst Du Dir die Arbeitszeit frei aussuchen?
 
Könnte man so grob sagen was übrig bleibt von einem 35 Euro netto Verdienst pro Monat wenn ich 150 Stunden arbeite bzw. berechne. Klar werde mehr Arbeiten wegen Verwaltung, Kundengespräche, Leerlauf. Wie viel würde mir wohl da übrig bleiben?

da gibt es soviele wenn und aber das Dir das doch keiner sagen kann, ich persönlich hab das Gefühl nachdem sie Dich mit nen befristeten Arbeitsvertrag hätten billiger einkaufen können werden sie mit relativ großer Wahrscheinlichkeit nicht mal die 35 Euro pro Stunde*150 im Monat dauerhaft bezahlen wollen, also entweder sie mosern gleich am Stundenlohn oder Du wirst nicht regelmäßig auf 150 Stunden/Monat kommen

Du bist jung und sie werden dich billig einkaufen wollen denk ich, ich würd erstmal klären ob sie 35 Euro überhaupt bezahlen würden
 
Aber mein Vorgesetzter sagte ich sollte bloss weiterhin in die gesetzl. Rentenversicherung einbezahlen.
Warum solltest Du das? Die zu erwartende Rendite ist negativ.

Habe nebenbei noch eine Art Riesterrente, eine Fond Rente, eine Lebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Und einen guten Freund, der Versicherungsvertreter ist und jetzt reich? Wieviele Frauen/Kinder müssen denn im Todesfall versorgt werden? Oder wofür hast Du eine Lebensversicherung?

Wenn ich dann in die private gehe komme ich nicht mehr so schnell in die gesetzl. stimmt das?
Ich zitiere mal, was Google sofort ausspucken würde:
Eine Wiederaufnahme in die Gesetzliche ist nur möglich, wenn Ihr Einkommen wieder dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt. Sie müssen als Rückkehrwilliger also nachweisen, dass Ihr Einkommen mindestens ein Jahr lang weniger als 3900 Euro monatlich betragen hat.

Könnte man so grob sagen was übrig bleibt von einem 35 Euro netto Verdienst pro Monat wenn ich 150 Stunden arbeite bzw. berechne.
Wenn die 5.250 Euro Dein Gewinn sind, würde ich sagen, nach Abzug von Steuern, einer vernünftigen Krankenversicherung und ausreichend Altersvorsorge: 3.000 Euro... 1.450 Euro Steuern und 800 Euro für Krankenversicherung und Altersvorsorge.

Du hast aber deine Kosten noch nicht miteingerechnet.

Marty