Laut Sprachforscher Hermann Wax entstamme
das geläufige „kuhnacht“ dem niederländischen Wort „cue“, was so viel wie „ein finsteres Loch ohne Licht“ bedeute.
„Kuhnacht“ - Gauklersprache - finster wie im Kerker
aus der Gauklersprache
Der Titel „Kuhnacht“ stammt aus der Gauklersprache und bedeutete ursprünglich: finster wie im Kerker.
Die Kuh mit Nacht in Beziehung zu bringen dürfte Volksetymologie sein; das heißt eine Deutung, die sich aus den beiden Worten aufgrund fehlender anderer Erklärungen eben ergibt. In seinem Buch "Etymologie des Schwäbischen" bezieht sich Hermann Wax auf das Buch "Deutsche Gaunersprache" von Siegmund Wolf. Dort wird dargelegt, dass im Rotwelsch, der Sprache der fahrenden Händler in den zurückliegenden Jahrhunderten, "Kau" Gefängnis bedeutete. Kau selbst geht zurück auf "Koje", worunter man ursprünglich neben "enger Schlafstätte" auch "enges Loch und Gefängnis" verstand. In Oberdeutschland wurde Kau (Gefängnis) später nicht mehr verstanden, sondern als "Kuh" aufgefasst. So wurde das niederdeutsche Kaulok umgewandelt zu Kühloch, worunter man "Gefängnis für Geistliche" verstand. Später wurde im Bayrischen "Kühloch" verkürzt zu Kuh, Kuå (Gefängnis). Demgemäß bedeutet "kuhnacht, kuhfinster" dunkel wie im Kühloch, also im Gefängnis.