Das Gerücht, dass Adolf Eichmann Hebraist war, entstand in den späten 1930er Jahren. Es wurde angenommen, dass Eichmann besondere Kenntnisse der jüdischen Kultur und Sprache hatte und in der Nähe von Tel Aviv geboren wurde. Seine Eltern waren Deutsche, die in der von der Tempelgesellschaft unterhaltenen deutschen Kolonie Sarona lebten. Es ist jedoch unklar, ob Eichmann tatsächlich Hebraist war oder nicht.
Forscher gehen heute davon aus, dass Eichmann die Gerüchte um seine Person gezielt verbreitete oder von seinem Mitarbeiter Dieter Wisliceny verbreiten ließ
Er stand unter dem Ruf (etwa 1930) Kenntnisse zu der jüdischen Kultur und Sprache zu besitzen. Das wurde mit der Annahme begründet, das seine Eltern als Deutsche in einer Tempelgesellschaft gelebt hätte. Was aber nicht stimmte. Ebenso beherrschte er nicht die Hebräische Sprache oder Schrift.
Diese Gerüchte wurden vermehrt seit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs in deutsch-jüdischen Exil-Zeitungen veröffentlicht, darunter im New Yorker Aufbau oder in der Pariser Tageszeitung. Der Aufbau bezeichnete Eichmann im Dezember 1940 als „perfekten Hebraisten“. Auch unter den in Deutschland lebenden Juden waren diese Gerüchte verbreitet. Sie hielten sich noch über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus; 1947 äußerten mehrere jüdische Tageszeitungen die Vermutung, es sei Eichmann aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten gelungen, unerkannt nach Palästina einzuwandern, wo er versteckt unter Juden lebe.