Elten ist dicht.
Vollgestopft mit Butter und Eiern, mit Kaffeesäcken, Konserven, Tiefkühlgeflügel, Mais, Gerste, Gouda.
In den Kellern und Wohnhäusern, Hotelzimmern und Scheunen, Gärten und Schuppen, Treppenhäusern, Garagen und Fluren, sogar im örtlichen Kolpinghaus unter der Bühne: Überall stapeln sich niederländische Lebensmittel, aber auch Teppiche und Fenster. Kurz: alles, was billig ist.
Als gar nichts mehr geht, bleiben rund 400 voll beladene Lastwagen mit ihren Anhängern einfach auf den Wiesen, Parkplätzen, Straßen des Grenzörtchens am Niederrhein stehen. Dort warten sie auf den 1. August 1963.
Es ist der Tag, an dem die Niederlande Elten zurück an Deutschland gibt. Um Punkt Mitternacht verschiebt sich die Grenze – wie von Geisterhand sind Tausende Tonnen eingelagerter Güter auf einen Schlag importiert: unversteuert, unverzollt, unfassbar.