Was versteht man bei den Bundestagswahlen unter einem Überhangsmandat?

sibelkes · 22. September 2017

Wie kommt eigentlich ein Überhangsmandat zustande?

 

Antworten

Husky09 · 22. September 2017 · 0x hilfreich

Überhangmandate können bei Wahlen entstehen, wenn die Wähler eine Erststimme auf Kandidaten und eine Zweitstimme auf Wahllisten abgeben. Mit den Zweitstimmen der Wahlliste wird das Verhältnis der Sitzzuteilung in einem Gremium entschieden. Werden mit der Direktwahl mehr Kandidaten gewählt, als der Wahlliste durch die Zweitstimme an Sitzen zusteht, handelt es sich um Überhangmandate. 

tastenkoenig · 22. September 2017 · 0x hilfreich

Das hängt mit unserem gemischten Wahlsystem zusammen. Wir haben ja einerseits Direktwahl (Erststimme, der Wahlkreiskandidat - nur der Sieger zieht ins Parlament ein) und andererseits Verhältniswahl (Zweitstimme, die Landesliste, die Parteien ziehen entsprechend ihrer Stimmenzahl ins Parlament ein).

 

Erreicht nun eine Partei mehr Direktmandate als ihr über die Zweitstimmen zustehen würden, so spricht man von Überhangsmandaten.

 

Damit das Verhältnis gewahrt bleibt, werden diese Überhangsmandate bei uns ausgeglichen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Die vorletzte wurde für verfassungswidrig erklärt. Weil sich die Parteien von verschiedenen Methoden jeweils Vor- oder Nachteile erwarten, konnten sie sich zuletzt nur auf eine einigen, die nach der anstehenden Wahl ein sehr großes Parlament erwarten lässt.

 

Der scheidende Bundestagspräsident Lammert hat mehrfach versucht, eine Neuregelung anzustoßen, aber er ist damit leider gescheitert.

 
 
 
 
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