Ptomain (oder Ptomaïn; von gr. πτώμα ptōma ‚Leiche‘, mit dem Suffix -in; Plural: Ptomaine) – Leichengift, Leichenbase, Leichenalkaloid, Kadaveralkaloid oder auch seltener Septizin (Septicin) – ist eine im deutschen Sprachraum eher altertümliche Bezeichnung unter anderem für die bei der Fäulnis von Proteinen infolge mikrobieller Zersetzung von Lysin und Ornithin durch Decarboxylierung entstehenden, relativ ungiftigen biogenen Amine Cadaverin und Putrescin,[1] die ein Grund für den Verwesungsgeruch von Leichen sind.
Lediglich das durch Dehydratation von Cholin entstehende Neurin besitzt eine gewisse akute Toxizität. Daneben spielen auch Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff eine Rolle, die zwar an sich giftig sind, aber nicht in hoher Konzentration vorliegen.
Die verschiedenen Begriffe für „Leichengift“, speziell Ptomain, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Ptomain-Forschung ihren Höhepunkt erreichte, im deutschen Sprachraum geprägt[2] und der Begriff erschien mit Verzögerung in der englischen Literatur.[3] Mit Zunahme des Wissenstandes durch die chemische und biochemische Analytik wurden ab dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mehr und mehr die Fachbegriffe für die identifizierten Substanzen verwendet und die Gruppenbezeichnung „Ptomain“ (oder „Leichengift“) verschwand aus der naturwissenschaftlichen Literatur, da es so gesehen keine „Substanz namens Leichengift“ gibt.
Leichengifte oder Ptomaine sind basische Stoffe, die bei der Eiweißfäulnis auftreten.
giftiger Stoff, der bei der Verwesung von Leichen entsteht
Bakterientoxine (-gifte)
Altertümliche Bezeichnung für einen giftiger Stoff, der bei der Verwesung von Leichen entsteht.