Der Duden definiert die heutige bildungssprachliche Verwendung von lasziv in den Bedeutungen: „durch gekünstelte Schläfrigkeit Sinnlichkeit“ verbreiten, die bei „anderen sexuelle Begierde“ auslösen könne, sowie zweideutig für „anstößig, unanständig, schlüpfrig“.
Das Laszive war auch Gegenstand in der Kunstgeschichte und Kunstkritik. So schrieben etwa die Kunsthistoriker Wilhelm Lübke und Max Semrau in ihrem Werk Die Kunst in der Renaissance:
„Die Herrlichkeit des menschlichen Leibes, vor welchem die mönchisch beeinflusste Kunst des Mittelalters ihre Augen zumeist verschlossen hatte, enthüllte sich jetzt unter den Anregungen der Antike; sie wurde in den guten Zeiten der Renaissance ernst und streng, als ein Spiegel der Seele, aufgefaßt, und erst die spätere Epoche sah die Ausartung ins Üppige und Laszive.“
Vereinfacht gesagt, versteht man darunter jemanden, der durch gekünstelte Schläfrigkeit Sinnlichkeit ausstrahlt, und bei anderen dadurch sexuelle Begierde auslösen kann. In zweideutiger Weise verbindet man damit auch Begriffe wie unanständig, anstößig oder schlüpfrig.