Die Bulle „Unam Sanctam“ ist ein päpstliches Schreiben von Papst Bonifatius VIII. aus dem Jahr 1302. Sie gilt als eine der radikalsten Bekundungen der päpstlichen Macht im Mittelalter. In der Bulle wird betont, dass die römisch-katholische Kirche unter der Führung des Papstes die einzige wahre Kirche Christi sei und dass das Heil der Seele nur durch die Unterwerfung unter diese Kirche möglich sei. Bonifatius VIII. erklärt, dass die geistliche Macht der weltlichen Macht überlegen ist und fordert von allen Christen, auch Königen und Fürsten, Gehorsam gegenüber dem Papst. Diese Bulle entstand im Kontext eines Machtkampfes zwischen dem Papst und dem französischen König Philipp IV. Sie markiert einen Höhepunkt im mittelalterlichen Konflikt zwischen Kirche und Staat und zeigt die Ansprüche des Papsttums auf absolute Autorität. Der berühmte Satz „Es ist notwendig für das Heil, dass jede Kreatur dem römischen Papst unterworfen ist“ verdeutlicht diese Position. Die Unam Sanctam hatte weitreichende politische und kirchenrechtliche Folgen.
Die Bulle Unam Sanctam („Eine heilige [Kirche]“) ist ein am 18. November 1302 von Papst Bonifatius VIII. erlassenes Dokument, das als radikalste Formulierung päpstlicher Machtansprüche im Mittelalter gilt.