Unter einem Eselsbegräbnis verstand man im Mittelalter, in der frühen Neuzeit und bis ins 19. Jahrhundert die unehrenhafte Bestattung einer gesellschaftlich marginalisierten Person, meistens eines Suizidenten. Der Begriff leitet sich von Jer 22,19 LUT ab: „Er [der Verfluchte, Jojakim, König von Juda] soll wie ein Esel begraben werden, fortgeschleift und hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems.“ Dieses prophetische Wort bezog sich auf die Prunkliebe und Arroganz des Königs Jojakim, der − im schroffen Gegensatz zu seiner hohen gesellschaftlichen Stellung – nach seinem Tode wie ein Arbeitstier behandelt werden sollte.