Das Kamishibai steht in der langen Tradition einer visuellen Erzählkunst in Japan. Vorläufer dieser besonderen Form des bildgestützten Erzählens lassen sich dort mindestens bis ins 12. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückverfolgen.
Von seiner zusammengesetzten Wortbedeutung her ist das Wort "Kamishibai" am besten mit "Papiertheater" (kami = Papier, shibai = Theater) zu übersetzen. Damit sind tatsächlich zwei wesentliche Eigenschaften benannt: Papier ist immer mit im Spiel, und zwar in Form von stabilen Bildkarten oder -streifen, mit denen die einzelnen Szenen eines Geschehens illustriert werden. Und der bühnenartige Kamishibai-Rahmen, in dem die szenischen Bilder in besonderer Weise zur Geltung kommen wie auch die engagierte Präsenz des Erzählers, lassen tatsächlich an eine Theatersituation denken. Das Wort "Papiertheater" findet in unserem Sprachgebrauch jedoch eher Verwendung für Spielformen mit beweglichen Papierfiguren. Diese aber bilden bei der Arbeit mit Kamishibais nur eine von vielen möglichen Varianten.
Das Kamishibai ist die japanische Form des Erzähltheaters, bei dem die Handlung in Form von Bildtafeln dargestellt wird