Auf der ISS muss die Luft künstlich bewegt werden. Das ist interessanter als es zunächst klingt. Klar, auf der Erde zirkuliert Luft immer - auch in geschlossenen Räumen. Warme Luft steigt wegen ihrer geringeren Dichte nach oben und schon ist ein Luftaustausch angestoßen. Auch in der Raumstation ist warme Luft "leichter", aber da sie "schwerelos" ist, hat das keinerlei Konsequenz. Sie bleibt, wo sie ist.
Das ist in mindestens zwei Zusammenhängen problematisch: Sollte es irgendwo zu Rauchentwicklung kommen, würden die Rauchmelder nichts merken, weil der Rauch lokal ist und bleibt. Auch die Atemluft eines schlafenden Astronauten wird ohne künstliche Luftzirkulation nicht abtransportiert - Sauerstoffmangel wäre die Konsequenz. Um dem entgegenzuwirken, sagt das Flight-Rule-Buch, dass immer Ventilatoren, die sogenannten "Cabin Fans", laufen müssen.
Die Schlafplätze befinden sich stets in der Nähe eines Ventilators, denn warme Luft steigt im All nicht nach oben. Ohne Lüfter würden die schlafenden Astronauten in einer Blase aus ausgeatmetem Kohlendioxid ersticken.