Was das Geschlecht von Flussnamen betrifft, ist die wichtigste Regel im Deutschen, dass es keine Regel gibt – anders als zum Beispiel im Lateinischen, wo die Flüsse grundsätzlich männlich sind, wo auch die Donau „Danuvius“ heißt.
Im Deutschen hängt das Geschlecht von mehreren Dingen ab. Einmal, ob in dem Flussnamen vielleicht ein anderes Wort steckt.
Dann kommen die Namen unserer Flüsse aus ganz unterschiedlichen Epochen. Kelten, Römer, Germanen – alle waren sie hier, und je nachdem, wer einem Fluss den Namen gab, dessen Spuren haben sich gehalten. Die Germanen haben den Flüssen meist weibliche Namen gegeben, die Römer eher männliche, weil zumindest die großen Flüsse gern mit Göttern in Verbindung gebracht wurden.
Letzendlich: Bei uns sind die meisten Flüsse weiblich, einige männlich, aber es gibt keine klare Regel, und vieles hängt an den historischen Umständen der Namensgebung.
Dass Flussnamen meist weiblich sind, mag in Süd- und Südwestdeutschland sowie in Österreich auch daran liegen, dass viele Flüsse den Wortbestandteil „ach“ (althochdeutsch „aha“ für Fließgewässer) in sich tragen, der mit dem lateinischen „aqua“ verwandt ist und jeden Fluss quasi zur Frau macht, so etwa die Salzach, die Schwarzach oder die wilde Ötztaler Ache.
.Auch wenn männliche Namen durchweg in der Minderheit sind – bei den Flüssen mit mehr als 100 Kilometern Länge finden sich immerhin acht: Rhein, Neckar, Main, Kocher, Inn, Lech, Regen sowie Rhin, ein Nebenfluss der Havel.
Da gibt es keine Regel.
Es gibt keine klare Regel, und vieles hängt an den historischen Umständen der Namensgebung.