Deutschland als moderner Nationalstaat wurde am 18. Januar 1871 gegründet. An diesem Tag wurde im Spiegelsaal von Versailles das Deutsche Kaiserreich proklamiert, nachdem die deutschen Fürstentümer unter preußischer Führung im Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) siegreich waren. Wilhelm I. von Preußen wurde zum Deutschen Kaiser ausgerufen.
Vor dieser Gründung gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands zahlreiche unabhängige Fürstentümer, Königreiche und Stadtstaaten, die Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren, das 1806 aufgelöst wurde. Nach der napoleonischen Zeit folgte die Gründung des Deutschen Bundes (1815), einer lockeren Vereinigung deutscher Staaten, die jedoch keinen einheitlichen Nationalstaat darstellte.
Die Gründung 1871 markiert also den Beginn des modernen, vereinten Deutschlands als Nationalstaat.
Im Grunde 1848
Mit der Revolution von 1848 entstand erstmals ein deutscher Nationalstaat. Zuvor zeichnete sich der deutschsprachige Raum durch Vielstaatlichkeit und föderative Staatenbünde aus. Im Jahr 1848 entstand erstmals eine deutsche Staatsnation. Bis dahin blieb die deutsche Nation eine imaginierte Gemeinschaft ohne Staat.
Am 18. Januar 1871