Was legt man als Erstes unter die Linse, wenn man ein Mikroskop geschenkt bekommt? Meistens ist es ein Haar vom eigenen Kopf. Erstens, weil es leicht verfügbar ist, zweitens, weil die Betrachtung körpereigener Substanzen unter dem Vergrößerungsglas immer etwas Magisches hat. So ging es auch den zwei namenlosen Lehrlingen in der Brillenschleiferwerkstatt des Hans Janssen im holländischen Städtchen Middelburg. Um den Schleifvorgang zu kontrollieren, benutzten sie Lupen. Sie betrachteten also eine Linse durch eine andere. Wenn der Abstand zufällig der richtige ist, kann man, je nach Linse, entweder weit entfernte Dinge ganz nahe sehen oder winzig kleine Dinge vergrößern. Die zwei Jungs, die damit herumalberten, erfanden am 30. August 1590 gleich zwei Instrumente: das Fernrohr und das Mikroskop. Namenlos sind sie deshalb geblieben, weil Galileo Galilei, der so ein Fernrohr bald in die Hand bekam, der Erste war, der die optische Theorie dazu liefern konnte und somit als Erfinder desselben auftreten konnte, und das tat er auch ganz ungeniert.
Am 30. August 1590 präsentierte der Brillenmacher Hans Janssen das erste Mikroskop, das er gemeinsam mit seinem Sohn Zacharias gebastelt hatte. Ihr Gerät sah aus wie das Fernrohr eines Piraten in alten Filmen und war aus einer Sammel- und einer Zerstreuungslinse zusammengesetzt.
angeblich zwischen 1590 und 1595