Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„Gelegenheit macht Diebe“
Bedeutung:

Eine günstige Gelegenheit verführt dazu, etwas Verbotenes oder nicht Erwünschtes zu tun. Menschen in bestimmten Situationen neigen eher zu Fehlverhalten, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Es weist darauf hin, dass Umstände und Verlockungen oft das Verhalten beeinflussen.

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Herkunft:
Der englische Philosoph Francis Bacon prägte schon um 1600 den oft, aber meist nicht namentlich zitierten Satz: „Die Gelegenheit macht den Dieb!“. Im Deutschen ist es seit mindestens 1559 in der frühneuhochdeutschen Form „Gelegenheit macht den Dieb“ bezeugt, hatte bereits im Mittelhochdeutschen Vorläufer wie unteranderem „state machet menegen diep“, „wan stunt und stat vil dieben macht“, „die stt lert den diep steln“ und „wann den dewb macht die stat“
 
„Für 'n Appel und 'n Ei“
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Bedeutung:
Sehr preisgünstig zu erstehen, für so gut wie umsonst zu haben.

Herkunft:
Diese Redewendung kommt aus dem niederdeutschen Dialekt und heißt auf Hochdeutsch: "Für einen Apfel und ein Ei". Aber seit wann kann man mit Äpfeln und Eiern bezahlen?
Sind Gegenstände in großen Mengen vorhanden, kosten sie meist nicht viel. Auf einem Bauernhof gibt es zum Beispiel viele Lebensmittel - wie Äpfel und Eier. Weil der Bauer davon ziemlich viele hat, kann er sie für einen geringen Preis verkaufen. Deshalb sagt man sprichwörtlich, wenn es irgendwo günstige Angebote gibt, daß sie für einen Apfel und ein Ei zu kaufen seien.
 
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Redewendungen aus anderen Ländern:
Mit den Redewendungen ist es so eine Sache: Man ist die deutschen Redewendungen gewöhnt – für uns ergeben sie einfach Sinn. Übersetzt man allerdings diese in andere Sprachen – dann ergibt es für andere Sprachen meist keinen Sinn. Als Beispiel: „Schwer auf Draht sein“ – auf englisch (Heavy on Wire) ergibt es für Engländer und Amerikaner überhaupt keinen Sinn. Fast jeder aus dem englisch sprechenden Raum wird einen nur fragend anschauen, wenn man diese Redewendung benutzt.
Genau so ergeht es wohl uns, wenn wir fremde Redewendungen hören.



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(Schweden)
"Glida in på en räkmacka"
(Auf einem Krabbenbrot daher gerutscht kommen)
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Wenn jemand "auf einem Krabbenbrot daherkommt", führt dieser ein sehr angenehmes Leben ohne viel Stress oder unliebsame Verpflichtungen.

Eine deutsche Redewendung, die das gleiche meint, ist zum Beispiel der Spruch "Leben wie Gott in Frankreich".

„Leben wie Gott in Frankreich“:
(Das Blaue "Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht" anklicken - und man kommt zum richtigen Beitrag)
 
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(Frankreich)
"Quand les poules auront des dents"
(Wenn Hühner Zähne hätten)
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Wenn Franzosen von etwas sprechen, daß sehr unwahrscheinlich ist und sie dieses zum Ausdruck bringen möchten, dann nutzen Sie den Spruch: "Wenn Hühner Zähne hätten..."
 
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(Polen)
"Musztarda po obiedzie"
(Senf nach dem Mittagessen)
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Jemand, der sich nach einem Missgeschick direkt mit anderen ganz Dingen beschäftigt und sich nicht weiter auf den Fehltritt konzentriert, bestellt sprichwörtlich "Senf nach dem Mittagessen".
 
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(Italien)
"Non tutte le ciambelle escono col buco"
(Nicht jeder Donut hat ein Loch)
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Diese Redewendung ist ein italienischer Ausspruch dafür, daß nicht alles immer so läuft wie es geplant war.
 
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(Island)
"Það er rúsínan í pylsuendanum"
(Die Rosine am Ende eines Hotdogs)
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Die Rosine am Ende des Brots erwartet wohl niemand, der einen Hotdog isst - und genau das ist auch mit der isländischen Redewendung "Die Rosine am Ende eines Hotdogs" gemeint: Etwas Überraschendes tritt auf. Im Deutschen sagen wir als Ausdruck der Überraschung "Da brat mir einer einen Storch!".
 
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(Norwegen)
"Å svelge noen kameler"
(Kamele verschlucken)
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Wenn ein Norweger "ein Kamel verschluckt", dann fügt er sich nicht ganz unfreiwillig einer unangenehmen Lage. Eine deutsche Redewendung dafür ist zum Beispiel der Spruch "In den sauren Apfel beißen".
 
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(Japan)
"ほっぺたが落ちる"
(Meine Wangen fallen ab)

Den Japanern fallen wortwörtlich "die Wangen ab", wenn sie etwas essen, dass ihnen so richtig gut schmeckt.
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Eine ähnliche Bedeutung hat das deutsche "dahin schmelzen". Dieses bedeutet im positiven Sinne, daß etwas in eine äußerst angenehme und befriedigende Richtung verläuft oder sich auflöst, oft in einem romantischen oder emotionalen Zusammenhang. Es kann auch beschreiben, dass jemand durch etwas Gutes überwältigt ist, beispielsweise durch positive Gefühle oder Emotionen. Man schmilzt z.B. dahin bei keinen Hunde-Welpen.
 
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(England)
„Beat about the bush“
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Angenommen, ein englischer Jugendlicher ist verliebt, will seinen Eltern aber (noch) nicht verraten, mit wem er verabredet ist. Dann macht er Ausflüchte, um nicht mit der Wahrheit herausrücken zu müssen – genauso wie sein deutscher Leidensgenosse. Im Englischen heißt ein solches Verhalten nicht etwa wie bei uns, nämlich "um den heißen Brei herum reden", sondern "to beat about the bush".

Diese Redewendung kommt aus der Vogeljagd und tauchte das erste Mal 1440 in geschriebener Form auf. Sie war früher tatsächlich wörtlich gemeint, denn einige Jäger schlugen in unübersichtlichem Gelände auf Büsche, um so die Vögel aufzuschrecken, die sich dort versteckt hielten. Dieses "auf den Busch schlagen" ging also dem eigentlichen Vogelfangen voraus, genauso wie der Verliebte erst herumdruckst, früher oder später aber doch mit der Wahrheit herausrückt. Spätestens, wenn seine Eltern "Lunte riechen".
 
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(England)
"As cool as a cucumber"
(So kalt wie eine Gurke)
Bedeutung:
Wer sich auch in heiklen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lässt, der ist sprichwörtlich "as cool as a cucumber", also so kalt wie eine Gurke.


Herkunft:
Dieses Idiom* tauchte erstmals in der Literatur des 18. Jahrhunderts auf. Der Schriftsteller hat vermutlich darauf angespielt, dass Gurken sich sehr kalt anfühlen – "cool" wurde also schon damals im übertragenen Sinne für gelassen oder ruhig verwandt. Im Deutschen sagen wir stattdessen etwas eindeutiger, jemand sei "die Ruhe selbst".

*1: Ein Idiom ist eine feste Wortverbindung oder Redewendung. Die Bedeutung eines Idioms kann man nicht einfach von der Bedeutung der einzelnen Wörter ableiten ("It's raining cats and dogs" heißt eben nicht "Es regnet Katzen und Hunde"), sondern man muss sie im übertragenen Sinne verstehen und deshalb lernen. Den Begriff Idiom gibt es übrigens sowohl im Englischen als auch im Deutschen.
 
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(England)
„As fit as a fiddle“
(So fit wie eine Geige)
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Bedeutung:
Wenn sich ein Engländer besonders gesund und gut in Form fühlt, heißt es mitunter, er sei "as fit as a fiddle".


Herkunft:
"Fiddle" bedeutet umgangssprachlich Violine, doch ist bis heute unklar, wie die Redewendung entstanden ist und was das Streichinstrument mit Fitness zu tun hat.

In der frühesten Form um 1600 hieß das Sprichwort noch "as fine as a fiddle" (also "so gut oder so schön wie eine Violine") – vermutlich weil die Violine als Meisterstück der Handwerkskunst angesehen war und das Spielen dem Violinisten einiges Können abverlangt. Nur einige Jahre später wurde "fine" durch "fit" ersetzt, wobei "fit" zu dieser Zeit aber nicht im heutigen Sinne, sondern eher im Sinne von "passend" oder "geeignet" verwandt wurde. Die Redewendung dürfte also zu dieser Zeit in ganz anderen Situationen verwendet worden sein.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich die heutige Bedeutung des Wortes "fit" (durchtrainiert, körperlich in Form) und veränderte dadurch auch die Bedeutung der Redewendung.

Wir Deutschen sagen stattdessen übrigens, jemand sei "fit wie ein Turnschuh" – hier ist der Zusammenhang eindeutig
 
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(USA)
„As cute as a button“
(So süß wie ein Knopf)
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Bedeutung:
Ziemlich hübsch, ziemlich süß.

Herkunft:
Die Redewendung ist in den USA sehr beliebt. Trotzdem herrscht Uneinigkeit darüber, woher sie stammt. Man kann schließlich nicht einfach davon ausgehen, daß alles, was klein wie ein Knopf ist, automatisch süß und goldig sein muß. Stattdessen ist es wahrscheinlicher, daß die Redewendung überhaupt nichts mit dem Knopf im Sinne eines Hemd- oder Hosenknopfs zu tun hat.
Manche vermuten, daß die vollständige Redewendung "cute as a button quail" lauten müßte. Der "button quail" ist nämlich ein kleines, flauschiges und äußerst knuffiges Vögelchen. Eine andere Erklärung ist, daß viele bekannte Blumen das Wort "button" in ihrem Namen enthalten. Demnach bezeichnet man mit "button" also die Blütenknospen dieser hübschen Blumen.

Übrigens verwendet man diese Redensart in Großbritannien nicht. Dort sagt man zwar "bright as a button", also "so hell wie ein (blitzblank polierter) Knopf". Damit meint man allerdings jemanden, der besonders schlau ist.
 
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(England)
An apple a day keeps the doctor away
Diese Redewendung ist tatsächlich ganz wörtlich gemeint: "Ein Apfel am Tag hält Dir den Arzt vom Leib". Zum ersten Mal tauchte diese Redewendung 1866 in einer walisischen Zeitschrift auf, damals hieß sie noch: "Eat an apple on going to bed, and you'll keep the doctor from earning his bread" (wörtlich: "Iss einen Apfel vorm Zubettgehen und Dein Arzt kann sich seine Brötchen nicht mehr verdienen"). Bekannt wurde die Redewendung im 20. Jahrhundert, als die gesundheitsfördernde Wirkung der Frucht zunehmend untersucht wurde.
Äpfel enthalten nicht nur jede Menge Vitamine und Spurenelemente, sie helfen auch, Bakterien im Mund abzutöten. Kürzlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ein Apfel täglich sogar die Gehirnzellen schützt und das Wachstum von Krebstumoren verlangsamt.
Eines solltet ihr allerdings nicht tun: Einen Apfel essen und direkt danach die Zähne putzen. Denn die Säure im Apfel löst den Zahnschmelz ein wenig an. Und mit einer Zahnbürste würdet ihr dann eine hauchdünne Schicht von euren Zähnen wegbürsten. Also lieber mit dem Zähneputzen noch eine Stunde warten.
Es gibt übrigens keine deutsche Redewendung mit der gleichen oder einer ähnlichen Bedeutung, aber die Redewendung ist selbst im Deutschen schon so bekannt, daß manchmal einfach das englische Original verwandt oder es wörtlich übersetzt wird.
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(England)
„A piece of cake“
(Ein Stück Kuchen)
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Wenn etwas ein "piece of cake" (= ein Stück Kuchen) ist, dann ist es wirklich leicht und problemlos zu bewältigen. So einfach eben, wie ein Stück Kuchen zu essen. Manchmal meint man damit auch, dass man etwas sogar gerne erledigt hat.
Natürlich hat der Ausdruck etwas damit zu tun, dass es für die meisten Menschen angenehm ist, ein Stück Kuchen zu essen. Doch der exakte Ursprung der Redewendung ist umstritten. Manche Sprachforscher behaupten, der Dichter Ogden Nash sei 1936 der Erste gewesen, der in einem Gedicht vom "Leben, das ein Stück Kuchen ist" sprach. Andere vermuten, dass der Ausdruck von britischen Soldaten im 2. Weltkrieg verbreitet wurde, die besonders einfache Missionen als "piece of cake" bezeichneten. Auf Deutsch sagen wir dazu übrigens "das ist ein Kinderspiel".
 
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(England)
!A friend in need is a friend indeed"
(Ein Freund, der uns in der Not beisteht, ist ein wahrer oder wirklicher Freund)
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Diese Redewendung darf zur Abwechslung einmal ganz wörtlich verstanden werden: Ein Freund, der uns in der Not beisteht, ist ein wahrer oder wirklicher Freund. Ihr Ursprung liegt vermutlich bei dem lateinischen Schriftsteller Quintus Ennius, im Englischen gibt es sie etwa seit dem 11. Jahrhundert.

Unsere deutsche Redewendung lautet übrigens ganz ähnlich, reimt sich aber dafür nicht so schön wie die englische. Wir sagen: "In der Not erkennt man seine Freunde." Oder besser bekannt: „Wärst du in England geboren, würdest Du stattdessen denken: "a friend in need is a friend indeed". Diese Redewendung darf zur Abwechslung einmal ganz wörtlich verstanden werden: Ein Freund, der uns in der Not beisteht, ist ein wahrer oder wirklicher Freund. Ihr Ursprung liegt vermutlich bei dem lateinischen Schriftsteller Quintus Ennius, im Englischen gibt es sie etwa seit dem 11. Jahrhundert.

Unsere deutsche Redewendung lautet übrigens ganz ähnlich. Wir sagen: „Freunde in der Not, gehen tausend auf ein Lot.“ Oder auch: "In der Not erkennt man seine Freunde."
 
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(England)
„Fight fire with fire“
(Feuer mit Feuer bekämpfen)
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Diese Redewendung hat die selbe Bedeutung wie im Deutschen.

Wir hatten bereits bei „Feuer mit Feuer bekämpfen“:
( ;) Einfach im Link das "Wissen, das man bestimmt im Leben nie braucht" anklicken - und man kommt zum richtigen Beitrag.)
 
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(England)
„It's all greek to me“
(Für mich klingt das alles griechisch)
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Wenn wir etwas nicht verstehen, sagen wir manchmal, "ich verstehe nur Bahnhof" oder derjenige, der verzweifelt versucht, uns etwas zu erklären, fragt uns: "Rede ich Chinesisch?" Sucht man im Englischen nach dieser Redewendung, findet man stattdessen den Ausdruck "It's all greek to me". Wörtlich übersetzt heißt das: "Für mich klingt das alles griechisch". Die Bedeutung ist natürlich die gleiche wie die unseres deutschen Sprichworts: Etwas ist uns so unverständlich wie eine fremde Sprache, die wir nicht beherrschen.
Dieses Idiom* wurde vermutlich von William Shakespeare geprägt, dessen Dramenfiguren üblicherweise Römer waren. Da es in der Antike ein starkes Konkurrenzdenken zwischen dem Alten Rom und Griechenland gab, weigerten sich die Shakespeare'schen Figuren mit dieser Redewendung, Griechisch zu lernen und zu sprechen.

* Was ist eigentlich ein Idiom?
Ein Idiom ist eine feste Wortverbindung oder Redewendung. Die Bedeutung eines Idioms kann man nicht einfach von der Bedeutung der einzelnen Wörter ableiten ("It's raining cats and dogs" heißt eben nicht "Es regnet Katzen und Hunde"), sondern man muss sie im übertragenen Sinne verstehen und deshalb lernen. Den Begriff Idiom gibt es übrigens sowohl im Englischen als auch im Deutschen.