Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„In Hülle und Fülle“
Bedeutung:

"Hülle und Fülle" bedeutet, daß von einer Sache jede Menge da ist - meist sogar zuviel.

Herkunft:
Diese Redewendung gibt es schon sehr lange, sie stammt nämlich aus dem 16. Jahrhundert. Damals war "Hülle" ein Wort für Kleidung; also eine Art Verhüllung des Körpers. "Fülle" stand für die Füllung des Magens, also die Nahrung. Kleidung und Nahrung sind die wichtigsten Dinge des Lebens. Waren im 16. Jahrhundert Hülle und Fülle vorhanden, konnten die Menschen überleben.
Kurze Zeit später hat sich dann aber auch die Bedeutung dieses Sprichwortes gewandelt: "Fülle" steht seit über 300 Jahren nämlich für den Überfluss. Ist heutzutage also etwas in "Hülle und Fülle" vorhanden, dann gibt es so viel davon, daß man gar nicht alles verbrauchen oder benutzen kann.
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„Schmiere stehen“
Bedeutung:

- 2.jpgDie Formulierung stammt aus der Gaunersprache und bedeutet: Bei einer verbotenen, illegalen Handlung dafür verantwortlich sein, aufzupassen und zu warnen, sobald Gefahr droht, entdeckt zu werden.

Herkunft:
Schmiere hat in diesem Zusammenhang nichts mit Fett zu tun, sondern kommt aus dem Jiddischen, wo "schimro" so viel heißt wie "Wache" oder "Bewachung". Mit dem Umweg über die Gaunersprache gelangte der Ausdruck ins Deutsche, wo es an das schon vorhandene Wort "Schmiere" angeglichen wurde.
 
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„Einen Toast aussprechen“
Bedeutung:

Die Redewendung "Einen Toast aussprechen" hat heute nichts mehr mit dem Brot zu tun: Spricht jemand einen Toast aus, dann heben alle ihre Sektgläser und stoßen an. Aber warum nennt man es "einen Toast aussprechen", wenn man eine Rede auf jemanden hält? Ein Toast hat schließlich nichts mit Gläsern oder Alkohol zu tun.

Herkunft:
Schon die Römer sollen Toasts ausgebracht haben. Angeblich haben sie mit einem Stück geröstetem Brot den Rest des Weines aus dem Weinglas aufgetunkt. Und damit den Feiernden zugeprostet.
Eine andere Antwort auf die Herkunft findet sich im England des 19. Jahrhunderts. Damals gab es unter den Lords die Sitte, ein Stück geröstetes Brot in den Wein zu geben, damit er besser schmeckt. Bis heute hat sich daher der Ausdruck gehalten, wenn man auf etwas anstoßen will.
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„Die Ohren steif halten“
Bedeutung:

Diesen Ausspruch hört man häufig, wenn man nicht den Mut verlieren soll - zum Beispiel bei Krankheiten oder schlechten Noten in der Schule. Wird dann nämlich geraten, die Ohren steif zu halten (oder auch die Ohren zu spitzen), dann bedeutet das, aufmerksam und munter zu sein und sich von nichts und niemandem unterkriegen zu lassen.

Herkunft:
Diese Redewendung kommt aus dem Tierreich. Wenn Pferde, Esel oder Hunde aufmerksam sind, dann halten sie ihre Ohren steif: Sie stellen die Lauscher auf und "spitzen" sie regelrecht. Lassen sie die Ohren aber herabhängen, sind sie müde oder geben keine besondere Acht.
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„Mit jemandem durch dick und dünn gehen“
Bedeutung:

Einem guten Freund kann man vertrauen. Ein guter Freund ist immer da, wenn's brenzlig wird. Kurzum: Ein guter Freund ist ein echter Freund, wenn er mit uns "durch dick und dünn" geht. Denn das bedeutet, daß er uns – ohne Wenn und Aber – in allen Lebenslagen beisteht.

Herkunft:
Der Ausdruck "durch dick und dünn" hat jedoch rein gar nichts mit Schlankheitswahn, Abspecken oder dem Körpergewicht zu tun. Er stammt aus einer Zeit, als man sich über Fettpölsterchen noch keine Gedanken machte, da man ohnehin noch zu Fuß von A nach B gehen mußte und sich genügend bewegte. Tatsächlich kommt diese Redewendung nämlich von "dick" in seiner alten Bedeutung "dicht".
Die Redewendung bedeutete also in Wirklichkeit "durch dicht und dünn bewaldetes Gelände gehen". Denn darin zeigte sich früher der wahre Freund: Nur, wer dazu bereit war, einen anderen durch unwegsames Gelände voller Bäume und dichter Sträucher zu begleiten, der war ein wahrer Freund – denn in den Büschen und Wäldern warteten die gefährlichen Strauchdiebe.
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„Sich aus dem Staub machen“
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Bedeutung:
Historisch gesehen bezeichnet die Redewendung “sich aus dem Staub(e) machen” sich eilig zu entfernen, oft auch zu entfliehen.


Herkunft:
Diese Redewendung ist in früheren militärischen Schlachten entstanden. Im Schlachtgetümmel wirbelten die Soldaten nämlich so viel Staub auf (… und später dann mit dem Schwarzpulver und den Feuerwaffen auch dem Pulverdampf), daß sich diejenigen, die an ihrem Leben hingen, unbemerkt verdrücken, oder eben aus dem Staub machen konnten. Das mußten sie heimlich tun, weil das Verweigern der Soldatenpflicht – die so genannte Fahnenflucht – natürlich mit der Todesstrafe verboten war.
 
„Etwas ausbaden müssen“
Bedeutung:

Die Konsequenzen für etwas tragen müssen, das man selbst oder auch jemand anderer verursacht hat.

Herkunft:
- 2.jpgDiese Redewendung geht auf einen alten Brauch zurück, der bis vor kürzer Zeit noch regelmäßig Anwendung fand: Die Menschen teilten sich das Badewasser. In Familien zum Beispiel dürfte als erstes der Vater, als Familienoberhaupt, ins saubere Wasser. Dann kamen, je nach Rangordnung, die anderen an die Reihe. Anschließend musste der Letzte auch noch das Wasser ausschütten und das Bad reinigen. Er hatte es also schlecht getroffen.
Und genau darum geht es auch bei der Redewendung: Das Badewasser der anderen muß „ausgebadet“ und die schlechten Konsequenzen ertragen werden.
 
„Jemandem das Handwerk legen“
Bedeutung:

die kriminelle Handlungen einer anderen Person beenden, ein schlechtes Treiben beenden.

Herkunft:
Früher mußten Handwerker Mitglied einer Zunft sein, um ihren Beruf ausüben zu dürfen. Verstießen sie gegen die Regeln der Zünfte, bekamen sie ein Berufsverbot erteilt.
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Einige Beispiele für die "Zünfte

Die heutigen Innungen sind die Nachfolger der Zünfte. Handwerker einer Branche schließen sich zusammen, um gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Allerdings ist die Mitgliedschaft freiwillig. Wenn ein Handwerks-Betrieb gegen bestimmte Vorschriften verstößt, muß er aber nach wie vor seinen Betrieb stilllegen (= "das Handwerk legen").
 
„In der Versenkung verschwinden“
Bedeutung:

Aus der Öffentlichkeit verschwinden, aus dem Blickfeld geraten.

Herkunft:
Ist etwas einfach verschwunden und nicht mehr wieder zu finden, sagt man dazu auch, es sei "in der Versenkung verschwungen". Es gibt zwei Möglichkeiten, woher diese Redewendung stammt:

Zum einen könnte die Redewendung ihren Ursprung im Theater haben. In einem Theater gibt es viele technische Hilfsmittel: Engel können über den Köpfen der anderen Darsteller schweben oder Schauspieler fallen in ein Loch - und verschwinden dann in der Versenkung. Diese Versenkung ist im Bühnenboden eingelassen; eine Art Plattform, die mit Hilfe der Bühnentechnik hoch- und heruntergefahren werden kann. So können Figuren im Theater dramatisch im Boden versinken oder auch "aus der Versenkung auftauchen".

Die Redewendung könnte aber auch aus der Schifffahrt kommen. Wenn ein Schiff kentert und Gegenstände oder die Besatzung ins Wasser fallen, dann verschwinden sie oft auch spurlos. Nicht schwimmbare Materialien gehen unter. Sie verschwinden, wortwörtlich, in der Versenkung.
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„Schwein haben“
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Bedeutung:

„Schwein haben“ bedeutet einfach nur Glück haben.

Herkunft:
Die Herkunft dieser Redensart ist nicht mit Sicherheit geklärt. Es wird vermutet, daß sie im Mittelalter entstanden ist. Damals bekam der Letzte oder Schlechteste bei sportlichen Wettkämpfen ein Schwein als Trostpreis. Man hatte eigentlich verloren - aber mit dem Schwein Glück gehabt.
Damit wurde man einerseits lächerlich gemacht, hatte aber andererseits auch etwas Wertvolles bekommen, denn Schweine galten damals als Wertobjekt.
Und - man kann es sich sicher schon denken - auf diesen Zusammenhang geht vermutlich auch der Begriff "Glücksschwein" zurück!
 
„Der Hahn im Korb“
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Ein "Hahn im Korb" ist ein Junge oder ein Mann, der von Mädchen oder Frauen umringt ist und ihre ungeteilte Aufmerksamkeit genießt. Es geht ihm also genauso, wie einem Gockel auf dem Hühnerhof: Umgeben von Hennen und weit und breit kein Nebenbuhler mit geschwollenem Kamm in Sicht. Mit dem Wort "Korb" ist in der Redewendung wahrscheinlich der aus Bast geflochtene Käfig gemeint, mit dem die Tiere früher auf den Markt getragen wurden.