Wirtschaft Wirtschaftswunder

Moment, du darfst aber nicht durchgehend von 5% Zinsen ausgehen
Soll ich vom langjährigen Schnitt ausgehen? Der dürfte für 10-jährige Kredite bei 6-7% liegen, also noch teurer.

so ein Konjunkturhoch haben wir nicht immer, jedoch ändern sich die Mieten nicht negativ, im Gegenteil, sie steigen regelmäßig.
Und manchmal kommt keine Miete oder der Mieter kürzt sie, weil ihm irgendwas nicht gefällt. Und bis die Miete mal so gestiegen ist, dass sie mit den Zinsen gleichgezogen hat, hat man genug gespart um das locker auszugleichen.

Marty
 
Ehm... wo nehmt ihr denn eure Kredite auf? Wenn ich eine Immobilie als Pfand gebe, also eine Hypothek aufnehme, dann zahl ich keine 5 % mehr.

Ja, die Tilgung kommt drauf, dadurch sinken jedoch die absoluten Zinsen mit der Zeit, die Miete steigt hingegen ständig, also entsteht eine Zinsschere. Desweiteren hat man am Ende der Abzahlung ja immerhin Eigentum am Haus, am Ende der Miete hat man nichts, folglich musst du noch den Wert des Hauses als "Rendite" in deine Rechnung packen (bzw. am Ende der Abzahlung für den Mieter weiter die Miete rechnen, während der Eigentümer keine Zinsen mehr zahlt, und das solange er noch in dem Haus lebt), dann sieht's schon ganz anders aus. Der Vermieter kann durch absetzbare Aufwendungen nur Steuern sparen, die der Käufer erst gar nicht zahlen muss.
 
Ehm... wo nehmt ihr denn eure Kredite auf? Wenn ich eine Immobilie als Pfand gebe, also eine Hypothek aufnehme, dann zahl ich keine 5 % mehr.
Angebot der Sparkasse lag sogar bei 5,15% effektiv bei 10 Jahren fest, 1% Tilgung und ausreichend Eigenkapital. Abgeschlossen habe ich günstiger. Aber wir müssen hier ja auch langfristig denken, und 30 Jahre Zinsbindung sind zur Zeit bei 5,7%.

Ja, die Tilgung kommt drauf, dadurch sinken jedoch die absoluten Zinsen mit der Zeit
Das, was der Käufer in die Tilgung steckt, kann der Mieter aber zur Seite legen und ansparen. Durch die Guthabenzinsen senkt er seine Kosten.

Desweiteren hat man am Ende der Abzahlung ja immerhin Eigentum am Haus, am Ende der Miete hat man nichts, folglich musst du noch den Wert des Hauses als "Rendite" in deine Rechnung packen
Nein, denn ich habe die Tilgung rausgelassen. Wenn Du die reinrechnest, dann rechne das für den Mieter zusätzlich als Anlagebetrag, den er zurücklegt. Damit kann er soviel ansparen, dass er, wenn der Eigentümer fertig getilgt hat, seine Miete aus Zinsen zahlen kann.

Der Vermieter kann durch absetzbare Aufwendungen nur Steuern sparen, die der Käufer erst gar nicht zahlen muss.
Falsch, der Vermieter spart Einkommenssteuer, die zahlt wohl ein Eigennutzer genauso, zumindest dann, wenn er arbeiten geht.

Und ich kann gerne eine Beispielrechnung machen, wenn das nicht verständlich ist.

Marty
 
Du hast recht, ich hab einen Teil nicht ganz zu Ende gedacht.

Jedoch beim letzten Punkt bin ich immernoch anderer Meinung, die Einkommenssteuer der Arbeit des Mieters hat nichts damit zu tun, da es um den reinen Kapitalertrag des Mietobjekts geht. Der Vermieter muss auf seinen Kapitalertrag den er durch das Gebäude hat, da es sich um Gewinn handelt, Steuern zahlen, von denen kann er Aufwendungen abziehen, jedoch nie mehr als er Steuern zahlen würde. Der Käufer hat theoretisch das selbe Einkommen aufgrund seines Kaufs, da er ja keine Miete zahlen muss, also spart er sich die volle Miete, jedoch muss er darauf überhaupt keine Steuern zahlen, also spart er sich 100% der Steuern, während sich der Vermieter nur spart, was er auch abziehen kann. Könnte der Vermieter 100% abziehen, würde das heissen, er habe keinen Gewinn. Vermieten kann sich nicht aufgrund der Möglichkeit Aufwendungen von der Steuer abzuziehen lohnen.
Würde eine Diskrepanz zwischen Mietertrag und Wert des Mietobjekts in dieser Hinsicht entstehen, wäre es doch die logische Konsequenz jedes Vermieters das Objekt zu verkaufen und das Geld fest zu verzinsen, ist risikofrei und ohne so grossen Aufwand.

Um deiner Theorie zu folgen: Vermieten lohnt sich, also auch der Kauf um zu vermieten. Kaufen um selbst darin zu wohnen lohnt sich hingegen nicht, mieten schon. => Ich verkaufe also meinem Nachbar mein Haus und miete es, er verkauft mir seins und mietet es. Theoretisch müsste diese Konstellation dann vorteilhaft sein. Jeder wohnt in seinem Haus, und obwohl der Staat Steuern aus Mieteinnahmen kassiert, müssten wir Geld sparen, wie?
 
Jedoch beim letzten Punkt bin ich immernoch anderer Meinung, die Einkommenssteuer der Arbeit des Mieters hat nichts damit zu tun, da es um den reinen Kapitalertrag des Mietobjekts geht.
Nein, im Regelfall eben nicht. Und zwar dann, wenn es um reine Vermietung geht.

Beispiel: DU verdienst als Angestellter 20.000 Euro. Die 20.000 versteuerst Du. Ein Vermieter verdient auch 20.000 in seinem Job. Er vermietet eine Wohnung für 6.000 Euro im Jahr. Er kann aber Zinsen, Abschreibung und Instandhaltung von 8.000 nachweisen. Macht 2.000 Euro Verlust aus Vermietung und Verpachtung. Beliben 18.000 Euro zu versteuern.

Der Vermieter muss auf seinen Kapitalertrag den er durch das Gebäude hat, da es sich um Gewinn handelt, Steuern zahlen, von denen kann er Aufwendungen abziehen, jedoch nie mehr als er Steuern zahlen würde.
Ja, aber komplette Steuern, auch die auf sein Einkommen. Es ist hier nicht so, dass Verluste nicht auf andere Einkommensarten übertragen werden können.

während sich der Vermieter nur spart, was er auch abziehen kann.
Der Standardfall ist ein Verlust.

Könnte der Vermieter 100% abziehen, würde das heissen, er habe keinen Gewinn. Vermieten kann sich nicht aufgrund der Möglichkeit Aufwendungen von der Steuer abzuziehen lohnen.
Natürlich, damit finanzieren Grossverdiener einen Grossteil ihrer Steuererparnis.
Würde eine Diskrepanz zwischen Mietertrag und Wert des Mietobjekts in
dieser Hinsicht entstehen, wäre es doch die logische Konsequenz jedes Vermieters das Objekt zu verkaufen und das Geld fest zu verzinsen, ist risikofrei und ohne so grossen Aufwand.
Nein, Du vermutest anscheinend, dass die Kosten für eine Mietwohnung nur max. gegen die Einkünfte aus derselben Wohnung gerechnet werden dürfen. Das ist aber nicht so.

Um deiner Theorie zu folgen: Vermieten lohnt sich, also auch der Kauf um zu vermieten. Kaufen um selbst darin zu wohnen lohnt sich hingegen nicht, mieten schon. => Ich verkaufe also meinem Nachbar mein Haus und miete es, er verkauft mir seins und mietet es. Theoretisch müsste diese Konstellation dann vorteilhaft sein. Jeder wohnt in seinem Haus, und obwohl der Staat Steuern aus Mieteinnahmen kassiert, müssten wir Geld sparen, wie?
So ist das mehr oder weniger schon korrekt. Ihr nehmt beide ein Darlehen über 100% bei der Bank auf. Die Zinsen sind komplett steuerlich absetzbar. Statt einer Tilgung nimmt man häufig eine Kapitallebensversicherung (mittlerweile auf Fondsbasis). Kosten für Instandhaltung, Abschreibung und sonstige Kosten sind auch absetzbar. Im Normalfall sollte daraus ein Verlust entstehen, der steuerlich vom Einkommen abgesetzt wird. Es entsteht eine Steuerersparnis.

Wenn Du selber drin wohnen bleibst, musst Du Abschreibung, Instandhaltung etc. fast komplett selber tragen und kannst nichts steuerlich absetzen. Diese Kosten dürften höher liegen als die zu vereinbarende Miete.

Ihr beide macht ein Plus dabei in Höhe der Steuerersparnis.

Lies mal ein bsischen hier nach und schau Dir die Beispiel an im ersten Punkt Immobilien-Abschreibung: https://www.immowelt.de/finanzieren/Steuern/index.aspx

Marty
 
Gut, ich wusste nicht, dass man das auf die sonstige Einkommenssteuer anrechnen darf. Was macht es aber für eine Gesellschaft, die ausschliesslich Objekte zur Vermietung hält, so interessant? Gibt's ja wie Sand am Meer. Gibt auch Leute die sich Häuser zum Vermieten kaufen auch wenn sie sonst kein Einkommen haben.

Wenn man Verlust macht, spart man sich zwar Steuern, aber nicht in der Höhe des Verlusts (logischerweise nur Anteilsmässig nach Steuersatz). Der einzige Verlust, den man nicht sofort tragen muss, ist die Abschreibung. Angenommen die Immobilie verliert nicht so viel an Wert (was idR auch der Fall ist) wie man abschreiben kann, muss man die gesparten Steuern spätestens beim Verkauf wieder nachzahlen.
 
Mal angenommen dein Vorschlag (den ich übrigens recht gut finde) würde den Politkern vorgesetzt werden.

Dann würde erstmal 1 Jahr dadrüber dissktuiert werden, dass machen die Politiker ja eh sehr gerne. Dann wird es entweder abgelehnt, dann wird nochmal´s drüber disskutiert warum eigentlich, oder er wird angenommen.

Sollte er angenommen werden wird ebenfalls nochmal disskutiert, dann dauert es noch ca. 1 Jahr bis die ersten Planungen vorliegen und dann nochmal 1-3 Jahre bis endlich angefangen wird zu bauen.

Im großen und ganzen würde das ca. 4-8 Jahre dauern bis es umgesetzt werden würde...
 
Das beste an dem ganzen Plan ist ja, dass Volkswirtschaftliche Grundregeln komplett ausser Acht gelassen werden. Würden alle Menschen in Einfamilienhäusern wohnen statt in Wohnungen, dann würde die Nachfrage an Grundstücken rapide steigen. Würde die Nachfrage an Grundstücken steigen, so steigt auch der Preis. Es entsteht also eine Preisspirale nach oben... :roll:
 
... Und Spekulaten würden sich mehr Hände reiben, als sie von Natur aus haben :ugly:

Joa.... ich glaub da würd sogar ich mir ein paar Äcker, die man im Landkreis München so findet, kaufen... schließlich brauchen 81.000.000 / 3 Mitglieder je Familie = 27.000.000 Einfamilienhäuser viel Platz. ;)
 
Was macht es aber für eine Gesellschaft, die ausschliesslich Objekte zur Vermietung hält, so interessant?
Die schaffen sich so Verlustvorträge. Übrigens muss jede Gesellschaft ja auch jemandem gehören. So wie Immobilienfonds und Schifffonds nur auf solchen Verlustmodellen basieren.

Gibt auch Leute die sich Häuser zum Vermieten kaufen auch wenn sie sonst kein Einkommen haben.
Natürlich. Die gleichen mit diesen Verlusten ihr Einkommen aus Kapitalerträgen aus, weil sie ja den Kredit nicht tilgen, sondern die Tilgung anlegen und dort Erträge schaffen.

Wenn man Verlust macht, spart man sich zwar Steuern, aber nicht in der Höhe des Verlusts (logischerweise nur Anteilsmässig nach Steuersatz). Der einzige Verlust, den man nicht sofort tragen muss, ist die Abschreibung.
Korrekt. Deshalb lohnt sich das Modell ja nicht für eine Friseuse mit 18% Steuersatz, aber für den Manager mit 40%.

Angenommen die Immobilie verliert nicht so viel an Wert (was idR auch der Fall ist) wie man abschreiben kann, muss man die gesparten Steuern spätestens beim Verkauf wieder nachzahlen.
Nein, Spekulationsgewinne bei nicht selbst bewohnten Immobilien sind nach 10 Jahren steuerfrei... Jetzt den Trick verstanden? Kaufen, 10 Jahre toll abschreiben, danach mit Wertsteiegerung verkaufen und den Gewinn steuerfrei kassieren.

Marty
 
Da mag ich doch Martys Ausführungen noch etwas verfeinern.

Die schaffen sich so Verlustvorträge. Übrigens muss jede Gesellschaft ja auch jemandem gehören. So wie Immobilienfonds und Schifffonds nur auf solchen Verlustmodellen basieren.

Stimmt, Verlustvorträge. Von daher ist es auch möglich, das manche Investoren ihre Anteile am "Zweitmarkt" später verkaufen, da sie keinen Bedarf auf zu erwartende Gewinne haben. Passt in deren Konzept der GSE einfach nicht rein.....

Natürlich. Die gleichen mit diesen Verlusten ihr Einkommen aus Kapitalerträgen aus, weil sie ja den Kredit nicht tilgen, sondern die Tilgung anlegen und dort Erträge schaffen.

Dem soll aber ein Riegel vorgeschoben werden soweit ich weiss.

Nein, Spekulationsgewinne bei nicht selbst bewohnten Immobilien sind nach 10 Jahren steuerfrei... Jetzt den Trick verstanden? Kaufen, 10 Jahre toll abschreiben, danach mit Wertsteiegerung verkaufen und den Gewinn steuerfrei kassieren.

Marty

Grade für diese Art der Anleger empfiehlt sich die Denkmalimmo, da dort über 12 Jahre abgeschrieben wird und nicht wie üblich bei den Immos über 50 Jahre