Sammelthread "Wikipedia.de" - Affäre

News-Bot

klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 15.11.2008 um 13:01:00 Uhr veröffentlicht:
Verfügung: Wikipedia.de abgeschaltet
IT-News

Das wohl beliebteste Online-Lexikon, die freie Enzyklopädie Wikipedia, ist nicht mehr zu erreichen. Zumindest dann nicht, wenn Internetsurfer über die Seite www. wikipedia. de auf das Angebot zugreifen möchten. Die Weiterleitung auf de. wikipedia. org wurde aufgrund einer einstweiligen Verfügung deaktiviert. Weiterleitung abgeschaltetDie Sperre geht demnach auf eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck vom vergangenen Donnerstag zurück. Auf Betreiben des Bundestagsabgeordneten Lutz Heilmann (Die Linke) werde es dem Verein Wikimedia Deutschland untersagt, "die Internetadresse wikipedia. de auf die Internetadresse de. wikipedia. org weiterzuleiten", solange "unter der Internet-Adresse de. wikipedia. org" bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Zwar will Wikimedia Deutschland gegen den Beschluss Widerspruch einlegen, bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia. de in seiner gewohnten Form jedoch eingestellt werden. Wikimedia Deutschland macht in einer Stellungnahme darauf aufmerksam, dass für die Inhalte unter de. wikipedia. org, wo die angeblich nicht korrekten Inhalte über Lutz Heilmann zu finden sind, die Wikimedia Foundation auf Florida verantwortlich ist. Der Wikimedia Deutschland sei ein gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens, der lediglich über die Anwendung der Wikipedia aufklärt. Auch Heilmann-Homepage war offlineAuch interessant: während unter www. wikipedia. de derzeit keine Inhalte abgerufen werden können, war auch die Homepage Heilmanns am Samstag offline. Die Domain lutz-heilmann. info wurde zwischenzeitlich auf dem Webserver deaktiviert. Ob dies mit der Wikipedia-Sperre zusammenhing oder auf einen Umzug auf einen anderen Webserver schließen lässt, ist unklar.
 
es gibt wohl derzeit kein besseres beispiel für ein klassisches eigentor. :LOL: sehr schlaue aktion, durch die sperrung eines beliebten onlinediestes die ganze republik auf sich und seine vergangenheit aufmerksam zu machen. :clap:

für alle die mit der personalie lutz heilmann bisher ebenso wenig anfangen konnten wie ich, hier mal 2 artikel des spiegel. artikel 1 und artikel 2.

auf den wiki-link verzichte ich an dieser stelle mal. ;)
 
damit hat er die Linkspartei klassisch ausgekontert, super Herr Heilmann, ein bisschen Intelligenz hätte ich sogar ihnen zugetraut!
 
..naja, - als bewährter "Mielke-Scherge" weiß Herr Heilmann natürlich, wie man mit Meinungs- und Informationsfreiheit umzugehen hat... traurig ist halt nur, dass sich bundesdeutsche Gerichte mittlerweile dergleichen Methoden bedienen, bzw. diese Art der Zensur rechtl. unterstützen... ;)
 
Naja, er hat ja schon wieder einen Rückzieher gemacht.

Wikipedia ist ja immer noch erreichbar unter de. wikipedia. org (zusammengeschrieben).

Ich habe in einem Artikel gelesen dass es ihm nicht um Zensur geht !!
Wie witzig, was erwartet man von einem ehemaligen Stasikollegen ??
Die alten Methoden funktionieren hier nicht, jedenfalls nicht mit einem Medium wie Wikipedia.
Immer schön die Füsse still halten meine lieben Herren vom Bundestag, schön dass es Plattformen gibt in denen man Wissen weitergeben darf. Wenn auch die Weitergabe von Wissen nicht mehr so gerne gesehen ist in unserer schönen Republik.

Und nun zum Abschluss meines kurzen Kommentars :
Ich hatte nicht vor die Linken zu wählen, aber selbst wenn ich einen schwachen Moment gehabt hätte so würde ich jetzt nicht mal mehr darüber nachdenken. Ein Eigentor für seine ganze Liga.
 
[N] Wikipedia nach Sperrung stärker als vorher - Spendenrekord

Folgende News wurde am 16.11.2008 um 21:49:00 Uhr veröffentlicht:
Wikipedia nach Sperrung stärker als vorher - Spendenrekord
Shortnews

Der frühere Stasi-Mitarbeiter und jetzige Linken-Politiker Lutz Heilmann hat mit seiner teilweise erfolgreichen Sperrung des Online-Lexikons seinem Kontrahenten sogar einen Gefallen getan. Eine Spendenflut traf nämlich bei dem deutschen Förderverein "Wikimedia" ein. Von den normalerweise durchschnittlich 3. 000 Euro täglich schnellte die Spendensumme am Samstag auf 16. 000 Euro in die Höhe. Inzwischen betrachtet Heilmann seinen Zwist mit Wikipedia als erledigt, da Wikipedia die vermeintlichen kontroversen Artikel größtenteils entfernt habe, die seine Persönlichkeitsrechte verletzt haben sollen.
 
Moin.

Ich vermute mal der Mann weiß gar nichts von den Möglichkeiten frühere Versionen einsehen zu können. :ugly:

Würde ich nicht pauschal unterschreiben wollen. Zumindest wurden über die IT-Kenntnisse des Herrn Heilmann in anderen Foren schon die unterschiedlichsten Angaben gemacht...

Den Aufstand an sich hätte ich mir in der Form aber auch gespart. Entsprechende Verfügungen / Klagen an die jeweiligen Urheber der verleumderischen Texte (sofern wirklich ehrabschneidend) und gut... Auf Weise, in der in den letzten Tagen agiert wurde, hat er wahrscheinlich weder sich selbst noch seiner Partei einen Gefallen getan.

Grüße,
Markus
 
[N] Linke-Politiker Heilmann bereut Wikipedia-Sperrung

Folgende News wurde am 17.11.2008 um 18:39:01 Uhr veröffentlicht:
Linke-Politiker Heilmann bereut Wikipedia-Sperrung
DPA-News

Hamburg/Lübeck (dpa) - Die Sperrung der Website wikipedia. de auf Veranlassung eines Linke-Politikers ist vom Landgericht Lübeck wieder aufgehoben worden. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann zog am Montag seinen Sperrantrag bei Gericht zurück. Damit verliere auch die Einstweilige Verfügung ihre Gültigkeit, sagte Richterin Gesine Brunkow. Der Verein Wikimedia Deutschland dürfe auf seiner Website wikipedia. de wieder auf die deutschsprachige Wikipedia (de. wikipedia. org) verlinken, sagte die Gerichtssprecherin. Der Verein stellte daraufhin seine Website wieder auf das Wikipedia-Angebot um. Heilmann hatte am Donnerstag die Sperrung der Weiterleitung von wikipedia. de auf das in den USA beheimatete Angebot von Wikipedia beantragt. Seiner Ansicht nach enthielt der Wikipedia-Artikel unwahre Behauptungen über ihn. Der 42-Jährige kam 2005*über die Landesliste der Linkspartei Schleswig-Holstein in den Bundestag. In den Jahren 1985 bis 1990 war er als Personen- und Objektschützer bei der Stasi beschäftigt. Heilmann bedauerte sein Vorgehen gegen Wikipedia. de. «Ich habe zu kurz gedacht und die Folgen nicht überschaut», sagte Heilmann der «taz» (tageszeitung/ Dienstag). Er sei aktiv geworden, nachdem «immer wieder Falsches über mich» in dem Wikipedia-Eintrag geschrieben worden sei und seine Beschwerden bei dem Betreiber erfolglos geblieben seien. Auch in der Zeit der Sperre war das deutschsprachige Internet- Lexikon Wikipedia weiterhin über die Adresse https://de. wikipedia. org zu erreichen. In den vergangenen Tagen soll der Artikel über Heilmann mehr als eine halbe Million Mal angeklickt worden sein - in der Zeit vor seinem Sperrantrag nur ein paar hundert Mal. Sebastian Moleski, der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, sagte, Heilmann sei schlecht beraten gewesen, überhaupt vor Gericht gegen den Verein vorzugehen. «Wir sind für die Inhalte der deutschsprachigen Wikipedia nicht verantwortlich. » Wenn Personen mit Inhalten der Wikipedia über sich selbst nicht einverstanden seien, gebe es andere Wege, um zum Ziel zu kommen. Die überwiegende Mehrzahl von Problemen werde einvernehmlich intern gelöst, ohne dass Gerichte bemüht werden müssten. Die Heilmann-Affäre hat nach Angaben von Moleski zu einer merkbaren Unterstützung der Wikipedia-Bewegung in Deutschland geführt. «Die Anzahl von Solidaritätsbekundungen, E-Mails, Telefonanten und nicht zuletzt Spenden war enorm. » Moleski räumte ein, dass der Artikel über Heilmann inzwischen besser sei als vor dem Gerichtsbeschluss. «Seit Freitag wurde der Artikel hundertfach überarbeitet und dabei auch einige unbewiesene Behauptungen über Heilmann entfernt. » Den Wikipedia-Machern sei Quellengenauigkeit und Glaubwürdigkeit sehr wichtig. «Man kann nicht einfach Behauptungen übernehmen, nur weil sie irgendwo gestanden haben. »Heilmann erklärte auf seiner eigenen Website, der juristische Weg habe sich für diese Auseinandersetzung «insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden». Das sei nicht seine Absicht gewesen. Er «bedaure außerordentlich», dass durch die von ihm beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck «die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten».

https://de. wikipedia. org/wiki/Lutz_Heilmann
 
Kurz: Es geht gar nicht (direkt) um seine Stasi-Vergangenheit sondern um seine politische Karriere ("LV-" bzw. "KV-Hopping") und Privatkrams!? :roll:

um die Stasi Vergangenheit kann es dabei nicht gehen, da
bekommt er in der neuen Version nur kosmetische Operationen z.B. soll also das Wort Stasi nicht auftauchen sondern stattdessen "Ministerium für Staatssicherheit" oder gleich MfS,

also nur die negativ besetzten Wörter fliegen halt möglichst raus...werden gegen netter klingende ersetzt



wichtiger für ihn dürfte z.B. die schmutzige Wäsche sein und die politischen Niederlagen die bei Wikipedia verbreitet wurden/werden:

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-Der Immunitätsausschuss im Bundestag hob am 17. Oktober 2008 die [[Politische Immunität|Immunität]] Heilmanns in Bezug auf ein Ermittlungsfahren wegen Bedrohung auf. Heilmann soll einem ehemaligen Lebensgefährten nach der Trennung gedroht haben.

- Seitdem herrscht ein tiefes Verwürfnis zwischen den Lübecker Linken und Lutz Heilmann, das 2008 in einer wechselseitigen Schmutzkampagne gipfelte. Heilmann warf den Lübeckern Stalinismus vor und lancierte Fotos von einer obskuren "Stalin-Party" der Lübecker Linken an die Presse. Diese revanchierten sich mit Enthüllungen über einen von Heilmann mitbetriebenen Online-Sexartikel-Versand und eine Anzeige wegen Nötigung gegen ihn.


-Er wurde 2004 Mitglied der PDS in [[Schleswig-Holstein]] und zog 2005 als einziger Schleswig-Holsteiner Linker in den Bundestag ein. Kurz darauf wurde seine Stasi-Vergangenheit publik. Der Lübecker Kreisverband der Linken entzog Heilmann noch während der ersten hundert Tage seiner Amtszeit das Vertrauen und forderte ihn zum Rücktritt auf. Heilmann verließ daraufhin den Kreisverband.

-Heilmann wechselte nach den Stasi-Vorwürfen vom Kreisverband Lübeck in den Kreisverband Neumünster der Linken, da der Lübecker Kreisverband nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will.
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