Wie erkennt man Depressionen?

Grasfalter

Member
29 September 2006
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kennt sich von euch jemand vieleicht mit depressionen aus? wie merkt man denn das man sowas hat? bin seit ein paar monaten bei meiner hausärztin in behandlung wegen starken schlafproblemen, und wenn ich denn mal schlaf plagen mich alpträume. zittere auch sehr viel, also so wie man des bei alten leuten kennt... heute wurde ich denn zu nem psychologen überwiesen, aber was soll ich denn dort, hab ich vieleicht irgendwas mit der psyche un bekomms selber nicht mit? soll auch seit 2 wochen so tabletten einnehmen, un hab mir jetzt ma die packungsbeilage durchgelesen...da steht was von antidepressiva...aber bis jetzt hat meine ärztin zu mir noch nich gesagt ich hätte depressionen... weis nicht was ich jetzt davon halten soll...nja vieleicht könnt ihr mir ja helfen...
 
Man muss es selbst nichtmal bewusst merken wenn man Depressionen hat.
Einschlafprobleme oder generelle Schlafprobleme sowie zittern und Unruhe sind aber ein Indikator dafür.

Ich vermute mal das deine Hausärztin mit den Antidepressiva und der Überweisung zum Psychodoc eine psychische Ursache für deine Schlafstörung und dein Zittern entweder belegen oder ausschließen möchte. ;)

Helfen kann dir hier aber eigentlich niemand, denn ich glaube wir sind alle keine Ärzte. Ich würd dir empfehlen das verschriebene Mittelchen mal brav zu schlucken und den Psychodoc erstmal seine Arbeit machen lassen, evtl. findet er ja etwas das du garnicht bewusst wahrnimmst.
 
Also meiner Meinung nach äussert sich eine Depression schon anders. Ich war lange Zeit in einer gesteckt und hab mich nur schwer da rausziehen können.

Da gehörte bei mir extreme Antriebslosigkeit dazu, zu nix hab ich den Arsch hochbekommen...eine tiefe Traurigkeit, nah am Wasser gebaut sein oder dann noch schlimmer: Apathie, Teilnahmslosigkeit...man möchte sich den ganzen Tag verkriechen, erledigt nur mit viel Mühe oder gar nicht mehr seine Alltagsangelegenheiten, zieht sich immer mehr zurück.

Aber wie gesagt, so wars bei mir...möglicherweise gibts da noch viele andere Ausdrucksformen von Depression, bin ja kein Arzt.

Aber dass die Ärztin ohne weiteren Kommentar ma eben Antideppressiva verschreibt finde ich schon derb. Als obs ne Salbe wär, oder ein Hausmittelchen :roll:
"Brav schlucken" ohne zu hinterfragen würde ich persönlich das Zeug nicht.
Habs selbst ma welche bekommen, eine genommen und mich hats so dermassen zusammengewürfelt, dass ich die nie mehr angerührt hab 8O


An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall nochma nen anderen Arzt aufsuchen, nach deiner Beschreibung würd ich eher mal nem Neurologen einen Besuch abstatten. Vielleicht sowas wie ne Nervenentzündung?
 
bei Alpträume heißt es nicht direkt das du Depressionen hast sondern mit was in deinen Alltag nicht klar kommst (das kann vieles sein).

Es gibt viele Formen von Depressionen und es ist oft so das man es Jahre lang haben kann und es nicht mehr.

Das du eine Überweisung bekommen hast zum Psychodoc ist nicht schlimm viele gehen da hin nur keiner spricht da drüber.
Un wenn du Depressionen hast bist du am richtigen Ort.
 
Hallo,

es gibt viele verschiedenen Arten von Depressionen, die auch mit unterschiedlichen Sypthomen auftreten.
Eine Überweisung zum Phsychodoc ist nicht schlimm und kann auch sehr helfen.
Wenn Du anfängst diese Antidepressiva zu nehmen, warte nicht gleich das sich der Erfolg sofort einstellt. Es dauert bis zu 14 Tagen, ehe diese Tabletten Wirkung zeigen.
Ich bin selbst wegen einer Angststörung beim Phsychodoc und muss sagen, er hat mir sehr geholfen. Der erste Weg dahin ist zwar schwer, doch heute weiß ich das es eine Krankheit ist, wie jede andere auch die behandelt werden kann.
Ich bin dort jetzt seit 3 Monaten in Behandlung und nehme auch seit 3 Monaten diese Antidepressiva.
Nach jeder Sitzung wurde es bei mir besser aber das geht nicht von jetzt auf gleich sondern dauert alles seine Zeit. Depressionen bauen sich über Jahre auf und es dauert wohl auch so lange bis Sie wieder verschwunden sind.

LG Gothicman1
 
Ein besuch beim Neurologen schadet gewiß nicht. Du mußt dann ja auch noch rausfinden, was für Depressionen du hast, unipolare, bipolare, rezivierende, posttraumatische...

Das ist ein Riesengebiet und nicht leicht zu diagnostizieren. Übrigens kann es bis zu 4 Wochen dauern, bis die AD´s wirken. Was bekommst du denn? Antideprissiva ist ja nur der Oberbegriff, es gibt dann ja noch die Untergruppen: Triyzkliische, Tetrazyklische, MAO-Hemmer, SSRI.

Hast du denn bei einem Psychologen schon einen Termin? Es dauert oftmals sehr lange, bis man einen bekommt. Die sind oftmals ziemlich überlaufen. Was steht denn auf der Überweisung? Je nach Überweisungsgrund geht´s manchmal schneller, manchmal langsamer.

Für meinen Sohn hab ich beim Neurologen innerhlab 10 Tagen einen Termin bekommen, Verdacht auf Epilepsie. Das war also recht schnell. Ich selber bekam für mich einen erst 10 Wochen nach Erhalt der Überweisung, da ich sagte, es ging um eine ambulante Therapie. Hätte ich denen meine Diagnose gesagt, wär es schneller gegangen.

Wenn du evtl. mehr wissen möchtest, kannst du mich auch per PN anschreiben.

lg
Tattoo-Mum
 
okay, mein erster Kommentar hat nur bedingt was mit dem Thema zu:
Eine Freundin von mir war der festen Überzeugung unter einer Depression zu leiden. Sie hat dann das Internet durchforstet und ist auf einer Seite gelandet, wo man nen Test machen konnte, ob man depressiv sei oder eben nicht. Das Ergebnis war natürlich das sie "hochgradig" depressiv sei, und ist dann zum Arzt gegangen, um diesem dann mitzuteilen das sie depressiv sei. Das Ende vom Lied: Sie hatte zwar in dieser Lebensphase nen Hänger (ob es ne Depression war kann und will ich nicht beurteieln) und hat sich von diesem Hänger wieder erholt. Ich selber und eine andere Freundin haben diesen ominösen Test dann auch gemacht, mit dem Ergebnis, dass wir auch depressiv sind....Mein Rat, Finger weg von solchen Tests.
Mein zweiter Kommentar:
Keine Angst vorm Psychologen! Ich selber hatte eine Phase, in der es mir sehr "dreckig" ging. Allein das erste Beratungsgespräch in einer Psychosozialen Beratungsstelle hat mir sehr geholfen.

Ich denke, "die Depression" gibt es nicht. Bei jedem sieht so eine Phase anders aus, und jeder hat unterschiedliche Symptome. Professionelle Hilfe ist wohl da das beste. Als erstes muss man erst einmal herausfinden, was die Ursachen sind. (hier kann ein Psychologe helfen) Und wenn man sich unsicher ist, was die Diagnose eines Arztes angeht, dann hol dir eine zweite Meinung ein.
 
Da gehörte bei mir extreme Antriebslosigkeit dazu, zu nix hab ich den Arsch hochbekommen...eine tiefe Traurigkeit, nah am Wasser gebaut sein oder dann noch schlimmer: Apathie, Teilnahmslosigkeit...man möchte sich den ganzen Tag verkriechen, erledigt nur mit viel Mühe oder gar nicht mehr seine Alltagsangelegenheiten, zieht sich immer mehr zurück.
Dito! Antidepressiva darf ich gar nicht nehmen.

Aber Schlaflosigkeit mit Depressionen zu begründen und dann gleich Pillen verschreiben ohne was zu erklären, das finde ich schon arg grenzwertig. Aber nen Psychodoc kann nie schaden.
 
Mein Vater ist zufällig "Psychodoc" (Psychiater) ^^
Hier findest du eine gute Infobroschüre ("Depressionen verstehen - bei der Bewältigung helfen"), umfangreich aber verständlich erklärt :) Hatte das auch für meine Facharbeit über Depression in Bio benutzt.
 
danke für die ganzen antworten... also auf der überweisung steht nur schlafstörun, angstgefühle und unruhe...deprissive Episode besteht (kann es nicht richtig entziffern ^^)
die adresse, die ich bekommen habe ist eine neurologin, aber zur zeit leider im urlaub, deshalb weis ich noch nicht wann mein termin ist..
und zu meiner hausärztin, bin erst seit 3 monaten bei ihr in behandlung, weil ich erst umgezogen bin und so ist sie schon ganz nett, aber fand ihre auskünfte sehr spärlich...
an tabletten nehm ich opipramol, falls es euch was sagt...

Da gehörte bei mir extreme Antriebslosigkeit dazu, zu nix hab ich den Arsch hochbekommen...eine tiefe Traurigkeit, nah am Wasser gebaut sein oder dann noch schlimmer: Apathie, Teilnahmslosigkeit...man möchte sich den ganzen Tag verkriechen, erledigt nur mit viel Mühe oder gar nicht mehr seine Alltagsangelegenheiten, zieht sich immer mehr zurück.

dies ist bei mir auch...hab in absprache mit meiner sozialarbeiterin, meine Zweitausbildung erst einmal abbrechen müssen, da ich es nicht mehr hinbekomme dort aufzutauchen, habe keine kraft mehr irgendetwas zu erledigen, selbst wohnung putzen strengt mich so sehr an...

ich werde erstmal abwarten, was so demnächst passiert...finde eigntl auch nicht das es mir schlecht geht, bin glücklich, nur im unterbewusstsein scheint es nicht ganz rund zu laufen...nja ein sehr komplexes und schwieriges thema...

danke hotwave für die broschüre...
 
Ich kann mich meinen Vorgängern in vielen Punkten anschließen. Ich selber hänge seit 3 Jahren mit Depressionen rum und ich denke auch oft "hey, so schlecht geht es mir doch gar nicht". Trotzdem komme ich nicht auf die Füße. Ich habe viel mit psychosomatischen Dingen zu tun und auch Schlafproblemen. Damit hat alles angefangen, lange bevor die wirklich spürbaren Psychoprobleme dazukamen. Das was du schreibst hört sich schon nach Depr. an, das solltest du am Ende aber wirklich mit einem Facharzt klären. Ich finde es dabei nur wichtig, für voll genommen und mit einbezogen zu werden. Wenn ein Arzt einfach über mich entscheidet, dann stellen sich mir die Nackenhaare quer. Insofern würde ich mir ganz schnell einen anderen Hausarzt suchen! Wobei es schon mal nicht schlecht ist, dass sie das überhaupt erkannt hat, ist wohl auch nicht immer so. Aber ich denke, beim Psychiater bist du schon erstmal richtig. Der kann dann auch die Diagnose stellen und mit dir zusammen die richtigen Tabletten finden. AD's muss man ausprobieren, was dem einen gut hilft, macht dem anderen nur Probleme. Kann schon sein, dass du ein paar Medikamente durchprobieren musst, bevor du das richtige für dich gefunden hast. Aber nur Tabletten nehmen ist auch nicht das Gelbe. Die können zwar eine gute Stütze sein, aber du musst schon an die Dinge ran, die dich krank gemacht haben, also Therapie machen. Aber keine Angst, wie heißt es so schön "Depressionen sind heilbar", wobei das sicherlich auch nicht immer stimmt. Aber man kann dabei schon jede Menge Hilfe bekommen, zumindest ist es als Erkrankung anerkannt. Das ist schon ein schwieriges Thema, weil es so individuell ist. Da muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden. Ich kann dir aber eine echt gute Seite empfehlen, wenn du dich austauschen willst, Fragen hast etc. Gerade bei Depr. kann es richtig gut tun, mit Leuten zu reden, die wissen, was man meint. Außenstehende können das oft nicht nachvollziehen. Sprüche wie "reiß dich mal zusammen" helfen jedenfalls nicht ein bißchen weiter und wenn du echte Depr. hast, solltest du auch nicht von dir erwarten, das alleine zu schaffen. Auf imedo.de habe ich supernette Leute gefunden und man kann dort hemmungslos über alles Quatschen, was Gesundheit/Krankheit betrifft. Hat mir oft sehr gut getan.

Ich drück dich einfach mal - lass den Kopf nicht zu sehr hängen :p !

LG - Inka
 
an tabletten nehm ich opipramol, falls es euch was sagt......

Hallo,

ja genau die selben Tabletten nehme ich auch, meiner Erfahrung nach sind diese sehr gut. Bei mir hat es 14 Tage gedauert bis Sie gewirkt haben, aber es geht einen wirklich besser. Man sollte Sie aber nicht über sehr lange Zeit einnehmen, mein Arzt hat gesagt, das Opipramol bzw. Insidon das ist das selbe,abhängig machen kann.
Ich nehme Sie jetzt 3 Monate und bin dabei Sie langsam herunter zu fahren. Man darf diese Tabletten nicht aprubt absetzen sondern auschleichen, das heisst die Dosis später langsam verkleinern. Setzt man Opipramil abprubt ab, kann es zu Nebenwirkungen wie Schweißausbrüchen etc. kommen.
Ich wünsch Dir auf jeden Fall gute Besserung, nur eins verstehe ich nicht warum Du gleich zum Neurologen sollst, bei mir hat es eine Überweisung zum Phsychologen auch getan.

LG Gothicman1
 
an tabletten nehm ich opipramol, falls es euch was sagt...
Na dann wirf einen Blick in die Wikipedia [1] und sag mir, ob die Indikationen Angst, Unruhe und Schlafstörungen komplett abwegig sind. Vielleicht solltest du die Sache mal von der anderen Seite angehen; Schlafstörungen können durchaus der Auslöser für Depressionen sein [2]. Während meines Studiums habe ich (zur Prüfungszeit) eine Woche nicht geschlafen und am Ende u.a. weisse Mäuse herumrennen gesehen; Schlafentzug kann echt übel (oder z.T. auch recht lustig) sein.

ich werde erstmal abwarten, was so demnächst passiert...finde eigntl auch nicht das es mir schlecht geht, bin glücklich, nur im unterbewusstsein scheint es nicht ganz rund zu laufen...nja ein sehr komplexes und schwieriges thema...
Zum Einen gibt es Unterschiede zwischen Psychologen, Psychiatern und Neurologen und zum Anderen merkt man nicht unbedingt selbst, dass es einem schlecht geht. Wenn du jeden Morgen Probleme damit hast, aus dem Bett zukommen, dann ist das für dich doch irgendwie das normale Leben, oder? Also geht's dir doch gar nicht schlecht sondern es ist einfach alles normal? Es ist sehr schwierig, sowas selbst zu beurteilen, da die eigene Perspektive nicht objektiv ist. Was mich immer zum Nachdenken bring ist, wenn ich plotzlich merke, dass ich mich genau so verhalte, wie irgendein Charakter aus 'nem Buch oder Film, den ich eindeutig als depressiv bezeichnen würde. Und jemand, der seine Ausbildung abbrechen muss, weil er nicht mehr aus dem Bett kommt, hat ganz eindeutig ein Problem.

Ob's zum Psychologen oder zum Neurologen geht hängt IMO davon ab, ob deine Ärztin die Depressionen als Ursache oder Symptom ansieht.

Keine Angst vorm Psychologen! Ich selber hatte eine Phase, in der es mir sehr "dreckig" ging. Allein das erste Beratungsgespräch in einer Psychosozialen Beratungsstelle hat mir sehr geholfen.
Man muss halt den richtigen Psychologen erwischen. Bei meinem ersten Besuch an so'ner Beratungsstelle hatte ich jemanden vor mir sitzen, den ich eher als "verständnislose Vollpfeife" bezeichnen würde. Aber ich habe dann doch noch jemanden gefunden, mit dem ich besser klargekommen bin. Psychologen ticken irgenwie ganz komisch, da kommt man mit gesundem Menschenverstand einfach nicht weiter... ;)

MfG
Sven

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Opipramol
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schlafmangel
 
Grasfalter, hast du sonst noch Symptome? Nachts einschlafende Hände (falls du mal schlafen kannst) oder Gewichtszunahme?
 
Was ist denn mit nachts einschlafenende Händen?
Ich hab das nämlich sehr oft, teilweise bis zu den Schultern rauf, kann aber auch daran liegen, dass ich blöd liege...
 
Was ist denn mit nachts einschlafenende Händen?
Ich hab das nämlich sehr oft, teilweise bis zu den Schultern rauf, kann aber auch daran liegen, dass ich blöd liege...

Das liegt höchstwahrscheinlich daran das du falsch liegst, ich hatte das früher auch oft und hab dann die Kissen gewechselt. Weg vom Flauschekissen hin zu einer angenehm stabilen Nackenrolle. Probier das mal aus dich etwas anders hinzulegen was den Bereich der Halswirbelsäule angeht.

Falls das nix hilft ab zum Arzt mit dir, einschlafende Körperteile können auch andere Ursachen haben.
 
Einschlafende Hände deuten auf ein Karpaltunnelsyndrom hin. Aber in Zusammenhang mit Gewichtszunahme und Depressionen könnte es ne Schilddrüsenerkrankung sein. Ist bei mir so. Glücklicherweise hab ich momentan ne gute Dosis, so daß ich nicht mehr jeden Morgen mit eingeschlafenen Händen aufwache.
 
Okay, Gewichtszunahme hab ich nicht.
Wird wohl echt an meiner Liegeposition liegen.
Schlafe viel auf dem Bauch und zum Teil auch irgendwie auf meinen Armen, naja lässt sich auch schwer abstellen wenn man schläft.