Weder Bund noch Zivi machen...

finde es gut, wenn der geringere bedarf beim bund auch einen geringeren zivibedarf nach sich zieht (obwohl der bedarf an zivis grundsätzlich eher steigt als fällt).
Das widerspricht sich doch jetzt irgendwie. Erklär mir mal den Sinn dieser Aussage. :doh:

kann doch nicht sein, dass das wehrdienstsystem für die aufrechterhaltung des gesundheitswesens mißbraucht wird und so ein zweiter bzw. dritter arbeitsmarkt geschaffen wird, gleichzeitig aber viele arbeitswillige keinerlei möglichkeit kriegen, ihren lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Ob es wirklich so viele Arbeitswillige gibt, die die Aufgaben, die jetzt die Zivis erledigen, übernehmen wollen? Manchmal wäre es sicherlich gar nicht so einfach dafür jemanden zu finden.
 
Bin da gerade über einen Artikel im Spiegel gestolpert ...
jens schrieb:
Der Anwalt wird dann durch diverse Schreiben wieder etwas Zeit gewinnen und wird dich zu verschiedenen Ärzten schicken die dich noch mal genauer unter die Lupe nehmen.
Der Spiegel (11/07) schrieb:
Bei der Musterung Krankheiten vorzutäuschen ist gefährlich: Versicherungen und öffentliche Arbeitgeber können später in die Akten schauen.
[...]
Und das kann teuer werden: Mehr als 24.000 Euro Jahresrente hatte ein Lackierer aus der Gegend um Gießen von seiner Versicherung erwartet, als er - angeblich gesundheitsbedingt - seinen Job hinschmiss. Im Antrag für seine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, im Jahr 1999, hatte er bei allen Fragen nach Vorerkrankungen "nein" angekreuzt. Bei seiner Musterung, neun Jahre zuvor, hatte der Mann noch etwas ganz anderes erzählt: "Erhebliche Knieprobleme" und "massive Atemwegsprobleme", so die Recherchen der Versicherungsfirma, hatte er sich von Ärzten bescheinigen lassen, um nicht zum Bund zu müssen. Es liege auf der Hand, dass solche Leiden "zu einer Erhöhung des Berufsunfähigkeitsrisikos führen", argumentierte die Versicherung, weigerte sich zu zahlen und kündigte den Vertrag.
 
Das widerspricht sich doch jetzt irgendwie. Erklär mir mal den Sinn dieser Aussage. :doh:
will heißen: gerade im Gesundheitswesen und der Altenbetreuung gibt es einen steigenden Bedarf an Arbeitskräften, da ja die Zahlen zu versorgender ansteigen. Unser Sozialsystem ist derzeit nicht willens/in der Lage, solche Hilfsaufgaben durch höher bezahltes Personal erledigen zu lassen. Da die Aufgaben aber nicht weniger werden, nur weil es weniger Zivis gibt, müssten per se mehr Leute eingestellt werden in diesem Bereich. Ich bilde mir ein, dass das irgendwann auch mal so ist, da die bestehenden Aufgaben nicht mehr vom vorhandenen Personal übernommen werden können. Deshalb steigt der Bedarf 'grundsätzlich' an, während die Zahl der Zivis an den Wehrdienstleistenden orientiert wird und mithin fällt.

Wer macht das denn für das Geld? :think:
genau das ist ja das Problem. Aber irgendwann muss mal wieder mehr Kohle in diese Systeme fließen, sonst können wir medizinische/pflegerische Standards nicht länger aufrecht erhalten.

Ob es wirklich so viele Arbeitswillige gibt, die die Aufgaben, die jetzt die Zivis erledigen, übernehmen wollen? Manchmal wäre es sicherlich gar nicht so einfach dafür jemanden zu finden.
Kann mir gut vorstellen, dass es Langzeitarbeitslose gibt, die gern wieder etwas mehr Einkommen hätten und zudem ihr Selbstwertgefühl durch Mitarbeit an der Gesellschaft heben wollen. Das Problem ist, wie Maastaaa schon sagt, einzig das Geld.
 
Da die Aufgaben aber nicht weniger werden, nur weil es weniger Zivis gibt, müssten per se mehr Leute eingestellt werden in diesem Bereich. Ich bilde mir ein, dass das irgendwann auch mal so ist [...]
Wollen wir es doch mal hoffen! Im Moment wird ja überall wo es geht Personal abgebaut, da ja weiterhin gespart wird ohne Ende. Immerhin sortieren Zivis in Krankenhäusern schon die Medikamente...