Verfall von Überstunden?

Apocalyptica

ò_Ó
ID: 500290
L
4 Mai 2006
268
9
also seit neustem habe ich einen neuen job. ich bin nun leitender angestellter eines einzelhandels-unternehmen.

dort arbeite ich nun seit 2 monaten jeden tag 12 stunden. mein vertrag läuft auf 48 stunden die woche. da kommt einiges an überstunden zusammen.

frage:
können die überstunden verfallen bzw bis wann sollte ich die stunden ausbezahlt oder abgefeiert haben ?
 
Das ist immer firmenintern geregelt. Man sollte sie "zeitnah" ausgleichen, was auch immer das bedeutet. Je höher der Posten oder die Verantwortung, um so schwerer wird das. Man braucht ja auch eine gute Vertretung, an der mangelt es oft, aber die Arbeit wird ja nicht weniger.
Ist aber fast überall so.
Auszahlen, ok, wird aber oft auch nicht viel, weil da dann alle Sozialabgaben und Steuern mit anfallen.
Musst mal deinen Chef fragen, wie das gehandhabt wird und wie man das klären kann, damit es nicht zuviel wird
 
Das hängt von deinem Vertrag und von euren firmeninternen Regelungen ab. Viele Firmen schreiben in ihren Arbeitsverträgen, dass "alle Überstunden durch das Jahresgehalt abgegolten" sind. (Ein Bekannter von mir meinte neulich, dass eine solche Regelung unzulässig wäre, da die Zahl der enthaltenen Überstunden definiert werden müsse.) Tatsächlich gab es aber in meiner Firma (auch wenn im Arbeitsvertrag eben diese Klausel stand) die Regelung, dass alle Überstunden, die über 10% des Monats-Solls hinausgehen, auch erst später abgefeiert werden konnten. (Bei einem Soll von 168 Stunden und tatsächlich gearbeiteten 200 Stunden sind also 16,8 Stunden verfallen, und 15,2 Stunden konnten später abgefeiert werden.)
Wenn deine Firma an irgendwelche Tarifverträge gebunden ist, sind die natürlich zu berücksichtigen.
In deinem konkreten Fall solltest du dich wohl erstmal an eure Personalabteilung wenden...
 
Einzelhandel?!?!?!

Das sind Karriere-Stunden, die du freiwillig und unbezahlt machen darfst.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, eine gerechte Entschädigung dafür zu enthalten, oder? Das ist Alltag im Einzelhandel....

Und ja, ich bin auch im Einzelhandel tätig und bereue schon zum großen Teil meine Berufswahl....
 
Einzelhandel?!?!?!

Das sind Karriere-Stunden, die du freiwillig und unbezahlt machen darfst.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, eine gerechte Entschädigung dafür zu enthalten, oder? Das ist Alltag im Einzelhandel....

die darf ich machen wenn es keine andere möglichkeit gibt. in anderen filialen geht es aber auch das dort 2 leiter sind und sich ab und zu mal vertreten können. und alle haben unterschrieben das sie bundesweit einsetzbar sind. also können die mir auch mal jemanden zur vertretung schicken.

ich hab ja nix gegen überstunden, das die anfallen war mir von vorne rein klar. nur 2 monate lang nicht einen einzigen tag frei finde ich schon unmenschlich. ;)
will ja auch mal was ain ruhe einkaufen gehen können oder so.
 
Normal ist das vertraglich geregelt, wie das mit Überstunden gehandhabt wird. Bei bei leitenden Positionen im Einzelhandel sehe ich das leider auch so, dass Du wohl diese Stunden nicht bekommen wirst. Wenn Du Glück hast, bekommst Du einen Teil ausgezahlt...
Bei meinem alten Arbeitgeber (TVÖD) war es so geregelt, dass einmal im Jahr alle Überstunden über 120 verfallen und die Überstunden 41-120 ausgezahlt werden...
 
Bei uns im Unternehmen ist es so, dass die ersten 9 Stunden als normale Arbeitszeit gelten (obwohl Vertrag auf 40h-Woche läuft) und alles darüber dann abgefeiert werden kann. Aber das gilt nur für die normalen Angestellten, mein Chef muss da ne Sonderregelung haben (der arbeitet so viel, der könnte nach nem halben Jahr den Rest des Jahres frei nehmen :ugly:).

Also am besten Chef fragen, Personalabteilung fragen usw.

PlaciD
 
dort arbeite ich nun seit 2 monaten jeden tag 12 stunden. mein vertrag läuft auf 48 stunden die woche. da kommt einiges an überstunden zusammen.

frage:
können die überstunden verfallen bzw bis wann sollte ich die stunden ausbezahlt oder abgefeiert haben ?
Das hängt schwer davon ab, wer die Überstunden verursacht hat? Arbeitest Du einfach freiwillig länger, weil Arbeit da ist? Oder werden diese Überstunden von einem Vorgesetzten angeordnet?

Nur vom Arbeitgeber angeordnete Stunden kannst Du ausgleichen oder auszahlen lassen. Wenn Du ein Gleitzeitkonto hast, dann ist in der Regel auch festgelegt, wie und wann Mehrstunden abgefeiert werden können.

Gruss
Marty
 
Wenn alle was sagen, findet auf einmal der Chef keine Knechte mehr...
Joa und wenn alle aufs Auto verzichten und nur noch Fahrradfahren oder den öffentlichen Verkehr benutzen hamn wir auch weniger Übergewichtige Menschen und weniger Feinstaubbelastung.

Ich denke dass auch du weisst, dass es kaum möglich ist sowas durchzusetzn und dass es immer Leute gibt welche sich knechten lassen ... und wenn nicht im Betrieb hats meistens noch 2-3 draussn welche keine Arbeit hamn und diese liebend gerne machen würden.

Und die heutige Manager-Grundregel lautet nunmal ... wenns dir nicht passt kannst gehen :ugly:

Sowas ähnliches ist sogar in unserem Firmenleitfaden: Jmd der eine gute Einstellung hat aber schlechte Arbeit liefert wird behalten. Jmd der super Arbeit liefert aber eine schlechte Einstellung hat muss gehen
 
Ich denke dass auch du weisst, dass es kaum möglich ist sowas durchzusetzn und dass es immer Leute gibt welche sich knechten lassen ... und wenn nicht im Betrieb hats meistens noch 2-3 draussn welche keine Arbeit hamn und diese liebend gerne machen würden.

Es stellt sich doch die Frage, wie lange wir uns als Menschen darin selbst unterbieten, wie gut man sich vom Chef ausbeuten lässt.

Wenn keiner bereit ist, 12 Stunden zu arbeiten, schafft das auch noch Arbeitsplätze.

gruss kelle!
 
Wenn keiner bereit ist, 12 Stunden zu arbeiten, schafft das auch noch Arbeitsplätze.
Manche Firmen würden sicherlich noch Mitarbeiter einstellen um andere zu entlasten, nur reicht dafür das Geld nicht immer aus.

Wenn eine Firma nicht so pralle läuft kannst du ja nicht einfach neue Leute holen, die den anderen dann noch Arbeit abnehmen.
 
Einzelhandel?!?!?!

Das sind Karriere-Stunden, die du freiwillig und unbezahlt machen darfst.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, eine gerechte Entschädigung dafür zu enthalten, oder? Das ist Alltag im Einzelhandel....

Und ja, ich bin auch im Einzelhandel tätig und bereue schon zum großen Teil meine Berufswahl....



genau so ist das, da muss ich Slangoz mal recht geben.
ich hatte das auch mal, 14 Stunden gearbeitet damit ich mit der Arbeit fertig wurde und davon waren 9 bezahlt, 5 waren demnach also "freiwillige Mehrarbeit". Die wurden nicht als Überstunden gezählt und nix. Nach einer Zeit ist man dann so fertig, dass man eh nicht mehr kann und kündigt.
2 Filialleiter gibt es höchstens dann, wenn a) die Öffnungszeiten so lange sind dass ein einzelner das nicht mehr bewältigen könnte, und b) wenn der Umsatz in der Filiale stimmt, keine rießigen Inventurverluste vorliegen ect.
Machst du auch die Pläne für die Mitarbeiter? Dann versuch doch mal über den Weg einfach, die Stunden für dich zu kürzen oder anders aufzuteilen, dann bekommst du von oben eh eine Reaktion und du wirst sehen wie die damit umgehen.
 
Wenn keiner bereit ist, 12 Stunden zu arbeiten, schafft das auch noch Arbeitsplätze.
Im Prinzip hast Du Recht. Bei unserer Firma wirst im voraus davon in Kenntnis gesetzt, dass man eine 50 Stunden Woche hat und kannst dich darauf einstellen. Dementsprechend ist dafür aber auch das Gehalt angepaßt.

Überstunden fallen dennoch an.
 
Im Prinzip hast Du Recht. Bei unserer Firma wirst im voraus davon in Kenntnis gesetzt, dass man eine 50 Stunden Woche hat und kannst dich darauf einstellen.

Kleiner Tip: https://www.gansel-rechtsanwaelte.d...%FCrfen-nicht-pauschal-abgegolten-werden-.php

Ich finde es schon bedenklich, wenn Unternehmen die gesetzliche Höchstarbeitszeit so selbstverständlich überschreiten. Da sieht man, dass Gesetze und Tarifverträge schon lange nicht mehr zählen. Es hat nur einer die Macht, der Arbeitgeber.

Wenn man solche Jobs annimmt und von vornherein den Arbeitsumfang mitgeteilt bekommt und eine entsprechende Vergütung dazu, dann kann ich da ja noch ein Auge zudrücken.

Wenn aber Arbeitnehmer Tarifgehälter bekommen, dafür aber Tarif+40% arbeiten sollen, dann kommt mir die Galle hoch.

Marty
 
Wenn eine Firma nicht so pralle läuft kannst du ja nicht einfach neue Leute holen, die den anderen dann noch Arbeit abnehmen.

Und wovon zahlst Du die Überstunden?
Die Stunden müssen bezahlt werden, egal ob 12 Mann die Stunden erbringen oder 14.

Es hat nur einer die Macht, der Arbeitgeber.

Der Arbeitnehmer hat ebenso Macht, spielt sie nur nicht aus.
Wenn Leute hanebüchene Arbeitsverträge unterschreiben, sind sie doch in der Regel selbst Schuld.

Nen Mädel aus meinem Dorf hat vor kurzem folgendes unterschrieben:
- 40 h/Woche
- ein Jahr Kündigungsfrist
- bei jeder schlechte Röntgenaufnahmne muss sie die Platte zahlen
- 920 € im Monat brutto

gruss kelle!
 
Und wovon zahlst Du die Überstunden?
Die Stunden müssen bezahlt werden, egal ob 12 Mann die Stunden erbringen oder 14.
Ich würde einfach mal schätzen, dass Mitarbeiter zügiger arbeiten wenn sie Feierabend haben wollen.

Außerdem können Überstunden in schlechteren Zeiten auch mal abgefeiert werden. Weiter oben wurde ja auch schon beschrieben, dass Überstunden nicht immer als solche angerechnet werden.
 
Nen Mädel aus meinem Dorf hat vor kurzem folgendes unterschrieben:
- 40 h/Woche
- ein Jahr Kündigungsfrist
- bei jeder schlechte Röntgenaufnahmne muss sie die Platte zahlen
- 920 € im Monat brutto
Wenn sie mit dem Geld zufrieden ist :)

Das mit dem Bezahlen der Platten geht nur bei grober Fahrlässigkeit, da kann sie vorher unterschreiben, was sie will. Wenn der Arbeitgeber das nicht einsieht, kann er ja schon mal kündigen :D

Aber was hat sie bewogen, auch für sich ein Jahr Kündigungsfrist zu akzeptieren?

Marty