[Uni] Suche Thema für Diplomarbeit - geht um WTO

deGiesen

Cleveland Cavalier
ID: 22495
L
4 Mai 2006
524
29
Hallo,

da ich im letzten Semester eine Seminararbeit mit dem Thema "GATT und WTO als Institutionen zur Lösung internationaler Handelskonflikte" geschrieben habe und mir die gesamte WTO-Thematik recht gut gefallen hat, wollte ich in meiner Diplomarbeit auch das Thema WTO (Welthandelsorganisation) / GATT als Hauptthema nehmen.

Allerdings bin ich noch auf der Suche nach einem richtigen Thema, also in welche Richtung ich gehen kann.

Falls ihr da irgendwelche Ideen/Denkanstösse habt, was sich da als Diplomarbeitsthema lohnen könnte, dann wäre ich euch sehr verbunden. ;)
 
Wie wär es wenn du über die WTO schreibst im Hinblick darauf, dass die Macht dieser Institution immer weiter sinkt. Die letzten "Runden" in Singapur, Honkong und Doha waren schließlich alles andere als ein Erfolg.
Der Interessenkonflikt zwischen Europa und den USA, zwischen Europa und Japan, zwischen USA und Japan und allgemein zwischen den entwickelten Ländern und den sich entwickelnden Ländern ist doch extrem groß.

Zwar wurden in unzähligen GATT-Rounds die tariffs reduziert, allerdings scheint es jetzt so, als wenn niemand einen Schritt auf den anderen machen will und die Situation "stalled" ist.

Denn obwohl all die entwickelten Länder immer groß verkünden, dass Free Trade das beste ist und von jedem genutzt wird, halten sie sich selber auch nicht daran.

Die USA schützen seit Jahrzehnten mit enorm hohen Subventionen ihre Zuckerindustrie und die EU schützt die Landwirtschaft, als wäre es das wichtigste. So haben logischerweise Exporte aus Afrika und Brazilien keine Chance gegen die Europäischen Preise zu bestehen... Vlt. kannste das dann auch noch mit den Freihandelstheorien verknüpfen von Smith und Ricardo, wobei du dann wohl zum Schluss kommst, dass es eher der Merkantillismus ist (hohe exporte, niedrige importe durch hohe Import tariffs) der heute benutzt wird.

Dann vlt. noch einen Ausblick geben, wie es mit der WTO weiter gehen könnte, falls es überhaupt weiter geht, denn vlt. sind die angesprochenen Interessenkonflikte einfach zu immens.

Denke, dass man da einiges interessantes schreiben, ob es genug Stoff für eine Diplomarbeit ist, weiß ich nicht, könnte es mir aber gut vorstellen, da 10-20k Wörter zu schreiben.
:D
Hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte ;)

PS: Falls dir mein Vorschlag gefällt, könnt ich dir da auch gerne ein paar Materialien gebe, die ich noch so habe.

PPS: Bin grad selber gespannt, ob du damit (meinem Vorschlag) was anfangen kannst ^^

PPPS: Ich könnte auch mal bei meinem Markoökonomie Dozent fragen, was er so für Ideen hat =)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
also schon mal riesen Dank und Lob für diese ausführliche Antwort.
Super, dass auch Leute aus der Klamm Gemeinde sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

Deinen Vorschlag finde ich schonmal recht gut, was die Folgen auf die Institution der WTO betrifft. Im Hinterkopf hatte ich so als Idee für das Thema der Diplomarbeit, was die fortschreitende weltweite Globalisierung für Auswirkungen auf die WTO hat. Dies kann man dann ja mit den ganzen Interessenkonflikten der Vertragsstaaten und auch dem Scheitern der letzten Runde kombinieren.

Denn in meiner Seminararbeit habe ich dieses Thema auch nur ganz kurz ankratzen können, genauso wie die Interessenkonflikte (hauptsächlich EU --> USA) der einzelnen Parteien.


PS: Falls dir mein Vorschlag gefällt, könnt ich dir da auch gerne ein paar Materialien gebe, die ich noch so habe.

Darauf würde ich gerne zurückkommen. :mrgreen:
Hast du auch eine Seminararbeit darüber geschrieben, oder woher sind deine Kenntnisse aus diesem Bereich?

dApLaYa schrieb:
PPPS: Ich könnte auch mal bei meinem Markoökonomie Dozent fragen, was er so für Ideen hat =)
Das wäre auch eine gute Idee!:D
Wär super, wenn du mir bescheid gibst, ob er noch andere Vorschläge hat.
 
Hi,
also schon mal riesen Dank und Lob für diese ausführliche Antwort.
Super, dass auch Leute aus der Klamm Gemeinde sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

Deinen Vorschlag finde ich schonmal recht gut, was die Folgen auf die Institution der WTO betrifft. Im Hinterkopf hatte ich so als Idee für das Thema der Diplomarbeit, was die fortschreitende weltweite Globalisierung für Auswirkungen auf die WTO hat. Dies kann man dann ja mit den ganzen Interessenkonflikten der Vertragsstaaten und auch dem Scheitern der letzten Runde kombinieren.

Denn in meiner Seminararbeit habe ich dieses Thema auch nur ganz kurz ankratzen können, genauso wie die Interessenkonflikte (hauptsächlich EU --> USA) der einzelnen Parteien.




Darauf würde ich gerne zurückkommen. :mrgreen:
Hast du auch eine Seminararbeit darüber geschrieben, oder woher sind deine Kenntnisse aus diesem Bereich?


Das wäre auch eine gute Idee!:D
Wär super, wenn du mir bescheid gibst, ob er noch andere Vorschläge hat.

Hi,

naja ich studiere ja Business Administration und in diesem Semester in Makroökonomie hatten wir uns u.a. damit beschäftigt. Der Prof hatte da einen sehr interessanten Vortrag drüber gehalten, daher mein Wissen. Die Blätter davon kann ich dir gerne einscannen und schicken, wenn es hilft =).

Ja finde deine Idee mit meiner kombiniert sehr interessant, besonders mit den Interessenkonflikten im Zuge der Globalisierung. Was ich auch sehr interessant find, auch wenn es nicht so zum Thema passt, ist das neuere Beitrittsländer in die WTO immer schärfere Bedingungen erfüllen müssen (s. CHina und Vietnam), hab da auch noch nen interessanten Artikel aus der FT von =).

Werde dem Prof dann mal eine Mail schreiben, da ja grad Semesterferien sind, wenn du möchtest kann ich dir auch seine Mail Addy geben, steht ja offen auf der Seite der FHW, also ist da nix mit Datenschutz oder so, so lange du ihn nicht zuspammst :biggrin:
 
Die eingescannten Blätter kannst du mir gerne schicken, wenn das nicht zuviele Umstände macht. ;) Ich hab dann auch schon ein wenig angefangen mit der Materialsuche und werd auch morgen mal in unsere grosse Uni-Bibo gehen und schon mal ein paar Bücher zum Thema anlesen.

Das die Länder bei Neueintritt in die WTO so scharfe Bedingungen erfüllen müssen wusste ich noch gar nicht, ich habe nur beim Beispiel von Russland halt mitbekommen, dass es dort recht grosse Interessenkonflikte gibt und man nicht wirklich zu einer einigung kommt.
Allerdings finde ich, das man die schärferen Bedingungen für Neueintritte bestimmt auch mit in die Arbeit einbeziehen könnte. Denn die fortschreitende Globalisierung wird ja auch durch die Beitritte von neuen Länder immer stärker vorangetrieben. Und die WTO weiss ja dann auch ganz genau, dass durch einen Beitritt von China oder Vietnam der Handel von gefälschten Markenwaren immens zunehmen wird, daher dann sicherlich diese starken Auflagen. Das Thema kann man dann bestimmt auch noch ganz gut einflechten. :biggrin:
Du hast ganz gute Ideen, wie ich finde. :ugly:
Kannst mir ja mal den Link von der FT schicken, falls dus aus dem Netz hast.

Was den Prof betrifft, wär es vielleicht besser, wenn du ihm ne kurze Mail mit eventuellen Themavorschlägen schicken könntest, ich würde ihn dann bestimmt später löchern, wenn es etwas mehr ins Detail geht. ;)

Jedenfalls nochmal Danke für deine Mühe :D
 
wenn du globalisierung als beseitigung von hemmnissen für den freien handel und die integration der nationalen volkswirtschaften durch vielfältige institutionen, die wirtschaftswachstum für alle schaffen sollen, verstehst, wie joseph stiglitz es in seinem buch "schatten der globalisierung" tut (les ich gerade, is sehr interessant, auch wenn es primär um iwf und weltbank geht. stiglitz ist wirtschaftsnobelpreisträger und ehemaliger präsident der weltbank bzw. mitglied der clinton administration, btw.), dann ist Gatt/WTO gleich Globalisierung oder zumindest ein wichtiger teil davon.

mir fallen ganz spontan drei punkte ein, die mich interessieren würden:
zuerst die schon genannten diskrepanzen zwischen "entwicklelter welt" und den "enwicklungsländern". Hier könnte man mal prüfen, wie die interessenverteilung im detail so ausschaut, wer wovon profitiert, schlagwort heuchelei bzw. verkackte konferenzen, ob es nicht im falle einiger sich im aufbau befindlicher volkswirtschaften sinnvoller wäre, ein gesundes mass an protektionismus aufrechtzuerhalten,...

zweiter punkt:ich glaube, die gründung der wto, also die zementierung internationaler handelsabkommen in einer institution mit allem, was dazu gehört, gatt, trips, geschichte, gegenwart, zukunft, bietet genug stoff für einen diplomarbeitskrimi

dritter punkt: ist es nicht an der zeit, dass eine organisation, die sich ausschliesslich auf ökonomische belange konzentiert, auch soziale Belange in ihr kalkül aufnimmt. die wirtschaft ist für den menschen dar, und nicht der mensch für die wirtschaft. anders gesprochen: gibt es im rahmen einer global-governance-architektur einen diskurs, oder besser gesagt, wird die wto von anderen institutionen wie der Weltbank ,Ilo, NGO´s eingerahmt, oder kann sie (respektive die dahinter stehenden Länder entsprechend ihrer jeweiligen machtposition) tun und lassen was sie will.
 
Hallo meffi,

danke für deinen konstruktiven Beitrag. :)

Da sind interessante Punkte dabei, gerade dein dritter Stichpunkt hört sich interessant an, so dass man den noch ein wenig überdenken könnte und dann mit Sicherheit in den Kontext der Folgen und Ausblicke für die WTO mit reinnehmen kann.

Durch euch hab ich schon gut was auf dem Stichpunktzettel stehen. :ugly:
Hab mich übrigens vorhin schonmal mit ca. 20 Büchern aus der Bibo abgeschleppt...

Hab das Buch (Schatten der Globalisierung) übrigens im Bibo Bestand entdeckt, mal sehen, vielleicht schaue ich da dann auch mal hinein, obwohl es wohl eher unter populärwissenschaftliche Literatur fällt und daher dann doch eher nicht in meiner Literaturliste der Diplomarbeit auftauchen sollte (wird nicht so gern gesehen).
Aber Anregungen kann man sich da ja trotzdem holen, dass wissen die Professoren ja nicht. ;)
 
lDer Mann ist einer der weltweit bekanntesten ökonomen und hatte professuren in yale,princeton,oxford,stanford und new york inne und war ausserdem chefvolkswirt der weltbank. ich weiss nicht, ob man seine ansichten dann mit fug und recht als populärwissenschaftlich bezeichnen darf. mir ist klar, was du meinst, es ist halt kein wissenschaftliches standardwerk mit bezugnahmen auf andere inhalte, aber gerade deshalb liefert es interessante und sehr persönliche einsichten, die du mit sicherheit zitieren darfst. das haben schon renomiertere autoren als wir getan. ;).
na wenn du dich noch ein bisschen in der literatur umschaust, wird dir stiglitz bestimmt nochmal über den weg laufen.
wenn du noch fragen hast, ich schreib auch grad diplomarbeit, hab zwar nicht wirklich plan von gatt/wto, hab die thematik aber doch in einigen seminaren bzw. im rahmen der diplomarbeit gestreift, und kann dir bestimmt einige literaturtips geben
 
Ja danke Meffi, auf die Literaturtipps komme ich dann sicher zurück, ich werd mich jetzt erstmal so ein wenig auf mündliche Prüfung vorbereiten. Leider ist es doof mit dem vorbereiten, da erst in ca. 2 Wochen ausgelost wird welches (von 2) mündlichen Fächern nun rankommt. Daher ist dafür zu lernen immer recht schwierig. ;)

Naja mit Stiglitz hast du sicher recht, ich meinte halt nur (wie du sicher weißt), dass es wohl halt kein Lehrbuch in dem eigentlichen Sinne ist. Aber du hast mich ja schon auf das Buch gebracht, das werde ich mir dann auch bei dem nächsten Bibobesuch mal mitnehmen. ;)
 
Thema ist festgelegt:

Konflikte zwischen Industrieländer und Entwicklungsländer in den WTO Verhandlungen.

Drei Bereiche soll ich hauptsächlich mit beachten:
TRIPS
Agrarbereich
Textilbereich

Ab morgen muss ich dann auch mal den Schweinehund überwinden und auch mal Literatur sichten gehen. ;)