Unfreundlichkeit in Deutschland - Eure Meinung?

Loshai schrieb:
lol wie geil, du studierst das noch nichma nen Jahr und bezeichnest dich schon als Theologe ?

Tja, das ist typisch Wessiland. Nichts in der Tasche aber den Mund aufreißen...
Mehr Schein als Sein.

Passt wunderbar hier rein ;-)

gruss kelle!
 
Kelle du unfreundliche Nase :ugly:
Wasn mit dem Motorrad-UT? Gibts da noch was? Machste da wieder was? Oder magst uns User nimme? :cry:

Viel mir grad wieder ein als ich dein Namen lies ^^
 
Naja appropos unfreundlich sein im Dienstleistungsgewerbe. Wenn ich mitm Taxi fahre und der Taxifahrer sich schon selber das Trinkgeld raufrechnet dann ist wohl klar das ich dem zum Beispiel kein Trinkgeld mehr gebe. Gut das der das macht hängt wohl damit zusammen das viele seiner Kunden anscheinend kein Trinkgeld mehr geben und dadurch werden auch die anderen Taxikunden unfreundlich.

Grade im Dienstleistungsgewerbe muss ich sagen sind die Leute die darin arbeiten unfreundlicher geworden. Da is klar das die Kunden auch unfreundlich sind wobei man sagen muss das das sicherlich zuerst von den Kunden ausging.
Allgemein ist es in anderen Ländern auch nicht anders. In Tunesien gehts beispielsweise auf den Straßen zu wie im Irrenhaus.
Wo ich aber deutlich zustimme ist in dem Punkt das die Eltern ihren Kindern nicht mehr beibringen wie man sich zu verhalten hat. Ganz normale Tugenden wie Respekt vor dem Alter, anderer Leute arbeit und allgemein auch vor fremden Personen sind zunehmend unbekannt. Das sieht man schon daran das keinerlei Benehmen am Tisch mehr vorhanden ist und auch kein Respekt mehr gezollt wird.
Der Punkt ist einfach das viele Kinder einfach nicht mehr richtig erzogen werden weil die Eltern meist auch schon kein Benimm haben.

Man sollte also die Diskussion um freundlich oder unfreundlich nicht einfach nur alleine sehen sondern allgemein Tugenden und Verhalten im öffentlichen Leben sehen.

Zum Thema USA kann ich nur sagen das es dort wohl eher schlechter steht. Zwar hat sich der Dienstleister sehr sehr höfflich zu verhalten doch die Kunden sind wohl da noch schlimmer.
 
nachdem ich alles durchgelesen hab, klingt ich mich hier auch ma ein :D

ich muss sagen, dass ich das ganze nicht so empfinde. liegt vll auch daran, dass ich erst 19 bin (somit noch nicht viel rumgekommen) und auch auf dem "land" wohne. wurde ja vorher schon festgestellt, dass hier das ganze ein wenig anders aussieht.

allerdings hab ich auch schon ein wenig erfahrung mit unfreundlichkeit gemacht. ich arbeite z.b. für eine firma, die für europas größten autohersteller arbeitet.

und ich finde, es gibt (auch wenn es wie ein klischee klingt und ich keine großartige diskussion über das alte, leidige thema anzetteln möchte) immer noch einen unterschied zwischen ost und west. und natürlich spielt auch das alter dabei eine zentrale rolle.
 
Teuphil schrieb:
Naja appropos unfreundlich sein im Dienstleistungsgewerbe. Wenn ich mitm Taxi fahre und der Taxifahrer sich schon selber das Trinkgeld raufrechnet
Ich fahre selten mit dem Taxi aber das habe ich zum Glück noch nie erlebt, bei sowas würde ich auch sauer werden, was noch ginge, wäre, wenn jemand nach Trinkgeld fragen würde.

Unfreundlichkeit ist Mist, aber die freundlichen Schleimereien mit Hintergedanken sind auch nicht viel besser.

Das erlebe ich auch. Es wird gedrängelt, nicht nur auf der Autobahn, sondern auch zum Beispiel im Zug. Nicht nur die Unfreundlichkeit, sondern auch Aggression und das "hauptsache ich" dahinter ist ebenfalls schlimm.
Zur Drängellei habe ich schon so einige Sachen erlebt, wie sogar einmal "wenn du jetzt mein Platz besetzt, krigst du was auf die Fresse", natürlich hats keinen interessiert :sick:
Mode ist auch das Motto "wenn jeder an sich selber denkt, ist an alle gedacht", ja dieser Satz kam sogar 1:1 aus einem Munde.

Daraus folgt, flieg draußen bloß nicht böse auf die Fresse, denn in der Wüste ... ähm Sorry ... Fußgängerzone, ist der nächste Arzt weit weg.
 
Die Unfreundlichkeit kotzt mich schon irre an, besonders, wenn ich seh, wie mit Leuten aus dem Dienstleistungsgewerbe (Call-Center etc) umgegangen wird, wenn mal was nicht klappt.. Denn derjenige, mit dem man grad spricht, kann in den seltensten Fällen was für die Komplikationen..
Ich hab seit Monaten Ärger mit der Telekom, und dennoch würds mir nie in den Sinn kommen, so einen armen Kerl aus dem First-Level-Support anzumachen..

Naja, aber ehrliche Unhöflichkeit ist mir immernoch lieber als schleimige, gespielte Freundlichkeit (wies sie zB in den USA oft gibt)..

Irgendwie wird das ganze Umfeld in letzer Zeit unfreundlicher.. Nennt mich spießig, abers kotzt mich an, wenn Leute, mit denen man redet zb nichtmal "Gesundheit" sagen, wenn man niest..
 
Denn derjenige, mit dem man grad spricht, kann in den seltensten Fällen was für die Komplikationen..
Er ist aber der Ansprechpartner für den Kunden. Und wenn der sich beschwert, daneben benimmt und schreit was der Hals hergibt: der Servicemitarbeiter soll weiterlächeln und es über sich ergehen lassen.

Denn das ist seine gottverdammte Pflicht. In DE meinen aber wohl allzuviele Leute das sie in diesem Verhältnis eine gleichberechtigte Rolle spielen. Falsch gedacht, das ist nämlich nicht der Fall -> der Kunde ist König und ist so bu behandeln, egal wie er auftritt. In anderen Ländern klappt das auch, da muss man sich keine dumme Fresse der Aldi Verkäuferin angucken nur weil man um 2 Minuten vor Ladenschluss noch sein Kleingeld zählt.

EDIT: Ich habe mal in der 10. mal ein Praktikum am Flughafen gemacht, direkt vorne an der Front. Eine Arbeitsanweisung lautete eindeutig, daß jegliche Reklamation, verschuldet oder nicht, persönlich abzufangen sei. Da habe ich einiges ertragen müssen, und viel für andere gefedert. Aber letztlich bin ich nur der Angestellte, der dem Kunden vor mir in jedem Fall gerecht werden muss.
 
Casinomeister schrieb:
Er ist aber der Ansprechpartner für den Kunden. Und wenn der sich beschwert, daneben benimmt und schreit was der Hals hergibt: der Servicemitarbeiter soll weiterlächeln und es über sich ergehen lassen.
Denn das ist seine gottverdammte Pflicht. In DE meinen aber wohl allzuviele Leute das sie in diesem Verhältnis eine gleichberechtigte Rolle spielen. Falsch gedacht, das ist nämlich nicht der Fall -> der Kunde ist König und ist so bu behandeln, egal wie er auftritt. In anderen Ländern klappt das auch, da muss man sich keine dumme Fresse der Aldi Verkäuferin angucken nur weil man um 2 Minuten vor Ladenschluss noch sein Kleingeld zählt.

Das stimmt. Aber man kann sich auch vernünftig beschweren und muss dabei nicht unhöflich werden. Es gehört zwar zum Job, da geb ich dir Recht - aber muss das sein?
 
phil schrieb:
Das stimmt. Aber man kann sich auch vernünftig beschweren und muss dabei nicht unhöflich werden. Es gehört zwar zum Job, da geb ich dir Recht - aber muss das sein?
Moment. Wir unterscheiden hier natürlich.

Ich kann nicht in den Laden gehen, brüllen wie ein Berserker, die Einrichtung zerschlagen und anschliessend der Bedienung ins Gesicht spucken.

Sehr wohl aber kann man reingehen, den Vorgesetzten verlangen und sich zusammen mit ihm den/die unfähige Servicekraft vorknöpfen (ist woanders ganz normal und hat den Sinn das Verhalten der Angestellten nachhaltig zu verbessern).
Man kann auch hingehen und den Verein einen Saftladen, geführt von unfähigen Menschen nennen. Auch da erwarte ich das mein gegenüber lächelt und sich entschuldigt.

Das Grundproblem ist doch , daß gerade in DE und besonders im Service die Angestellten der Meinung sind sie könnten eine gewisse Freundlichkeit erwarten. Das ist falsch: sie bekommen diese weil sie selbst das tun was in der Natur ihrer Sache liegt, nämlich motiviert und freundlich, den Kunden über alles stellend, ihren Job zu erledigen.

Das aber ist i.d.R. leider überhaupt nicht der Fall. Erst vorgestern bat mich die Verkäuferin der Bäckerei doch bitte ein Stück Kuchen zu kaufen, weil sie sich 2 Minuten vor Geschäftsschluss nicht mehr in der Lage sah, mir ein Schinkenbrötchen zu schmieren. Das ist unhöflich, respektlos und geschäftsschädigend (und hier ein gutes & alltägliches Beispiel).
 
Zuletzt bearbeitet:
merke ich nicht, wenn man durch die Straßengeht dann denkt man die gucken alle komisch und aggressiv, spricht man einen an, ist dieser sehr zuvorkommend etc. Habe ich des öfteren bemerkt. Wenn mir natürlich einer kommt: ej sag mal wie spät ist es, brauch er nix zu erwarten.
 
Grundsätzlich muss ich sagen, das ich im persönlichen Umgang mit Menschen kein Problem mit "Unfreundlichkeit" habe. Ich bin ein Mensch der immer mit einem Lächeln im Gesicht unterwegs ist. Dementsprechend werde ich eigentlich auch fast immer freundlich behandelt. Sollte es dennoch mal vorkommen, das mir ein Mitmensch unfreundlich begegnet, kann ich äußerst "penetrant" freundlich sein. Dieses hat meistens zur Folge, das mein Gegenüber nach einiger Zeit kapituliert und gar nicht anders kann, also die Freundlichkeit zu erwidern.

Kleines Beispiel:
Wir sind vor ca. 2 Jahren in ein "kleines" 1000 Seelen Dorf gezogen. Eine äußerst eingeschworene Gemeinschaft. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, das wenn ich jemandem auf der Straße begegne ihm einen "Hallo" oder "guten Tag" entgegen zu bringen. Dieses wurde oft erwidert, aber halt nicht immer. Es gab Menschen die sich einfach wegdrehten, weiterginge, usw. Ich empfinde so etwas schon als unfreundlich, was mich dann gerade in so einem kleinen Dorf enorm anspornt. Beim nächsten Aufeinandertreffen wurde mein Gruß dann ein wenig "lauter", danach ein wenig eindringlicher. Die Folge von ständigem Grüßen war das die Menschen aufgaben und zurückgrüßten. Nach kurzer Zeit war es so, das mich die meisten Menschen schon zuerst grüßen, bevor ich überhaupt etwas sagen konnte da sie wussten sie kommen ohne einen Gruß nicht an mir vorbei ;) .

Mein Mann sagt immer ich "erziehe" mir die Leute freundlich :ugly: ...
Ich muss sagen das funktioniert meiner Erfahrung nach eigentlich in allen Lebenslagen.

Allerdings gibt es natürlich auch Situationen in denen diese Taktik nicht "zieht". Wie z.B. beim Autofahren ... aber dafür finde ich bestimmt auch noch eine Lösung :evil: .

Abschließend ist zu sagen, das ich nichts von meinen Mitmenschen erwarten kann, was ich nicht selber als selbstverständlich ansehe. Also immer mit offenen Augen, einem Lächeln und einem freundlichem Wort auf den Lippen durchs Leben gehen, und man stellt fest es gibt mehr freundliche Menschen als man meinen würde :)

In diesem Sinne ...

Liebe Grüße
Sandra

PS.: Es gibt da so einen Spruch (ich kann mich an den genauen Wortlaut leider nicht erinnern), das man keinen Menschen "verlassen" soll ohne ein wenig Wärme zurückzulassen ... .
Meiner Meinung nach das aller wichtigste in dieser "kalten" Zeit!
 
gruftinchen schrieb:
Niesen und "Gesundheit sagen" ist für die einen genauso selbstverständlich wie "Danke und Bitte" zu sagen

Mach ich zwar auch, ist aber wenn ich mich nicht verlesen habe laut neustem Knigge nicht mehr angebracht - da muss sich der, der niest entschuldigen :evil:

Bei Gelegenheit such ich das mal raus.

casinomeister schrieb:
Denn das ist seine gottverdammte Pflicht. In DE meinen aber wohl allzuviele Leute das sie in diesem Verhältnis eine gleichberechtigte Rolle spielen. Falsch gedacht, das ist nämlich nicht der Fall -> der Kunde ist König und ist so bu behandeln, egal wie er auftritt.
Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. JA zu dem Thema das der Kunde König ist, JA auch dazu das der Servicemitarbeiter nicht ausfallend werden darf oder ähnliches. Aber ganz klar NEIN dazu das er/sie sich alles anhören muss. Warum muss der KÖNIG Kunde sich benehmen wie ein Schw*** - sorry wenn ich das so sage. Wenn ich zuvorkommend bedient werden möchte, dann benehme ich mich dementsprechend - und wenn ich eine Reklamation habe, dann bringe ich diese ruhig vor (naja manchmal benutze ich auch ein wenig Ironie oder Sarkasmus wenns wirklich so ist, das versucht wird einen abzuwimmeln). So bin ich immer viel weiter gekommen.
An eines denke ich nämlich immer - mein Gegenüber mag in dieser Situation ein "Diener" sein, aber er ist immer noch ein Mensch.
 
Agroschx, genau so seh ichs das nämlich auch. Mann kann kritisieren, wenn man unzufrieden mit der Dienstleistung ist, man muss dabei auch nicht unbedingt freundlich sein, aber man muss doch auch nicht unfreundlich sein. Denn auch wenn der Mitarbeiter in der Situation ein "Untergebener" ist, so ist er in erster Linie ein Mensch, der auch entsprechend behandelt gehört..
 
Also unfreundlichkeit im Dienstleistungsgewerbe ist mir eigentlich noch nie begegnet, was aber auch daran liegen mag ,das meine Stadt nur 16000 Einwohner hat. Aber anderswo eigentlich auch nicht.
 
Stimmt Patrik ... jeder zieht nur noch sein eigenes Ding durch und ist mit sich selber beschäftigt. Jeder Mensch ist von Natur aus ein Egoist, auch ich, allerdings haben sehr viele Menschen inzwischen die Kontrolle über ihren Egoismus längst verloren. Zudem werden heut zu Tage moralische Werte mit Füssen getreten !! Rücksichtslosigkeit und Gier stehen dabei mit an erster Stelle !!
Ich selber habe auch beruflichen Stress vom "Feinsten" und habe als Dienstleister (Service und Reklamation) natürlich auch mit Kunden zu tun, trotzdem behaupte ich von mir, dass ich dennoch ein sehr verträglicher und freundlicher Mensch bin, was mir auch immer wieder seitens vieler unserer Kunden bestätigt wird.
Zudem sind sehr viele Menschen mit sich und ihrer Umwelt unzufrieden, sind krankhaft hektisch, haben keinen befriedigenden Ausgleich, wollen immer mehr, immer höher, immer weiter, immer schneller und und und ...
Jedoch ist das fast nie zu realisieren, was wiederum zu Frust und Aggressionen führt. Und somit schließt sich nach und nach der Kreis.
Mir ist in meinen langjährigen beruflichen Tätigkeit auch aufgefallen, dass besonders die Deutschen ausgesprochen ekelhaft sein können. Scheinbar liegt das mit deren Mentalität zusammen, sprich Arroganz, Überheblichkeit und solche Dinge. Die meisten ausländischen Kunden, insbesondere türkischer, griechischer, marokkanischer und italienischer Herkunft sind meines Erachtens um einiges freundlicher und umgänglicher. Übrigens bin ich selber gebürtiger Deutscher preussischer Herkunft ... und Missverständnisse gleich auszuräumen.
Alles in Allem tun mir die meisten Menschen in unserem Lande einfach nur leid, weil sie einfach kaum oder gar nicht in der Lage sind, mit anderen tolerant zu harmonieren. Wir Deutschen könnten bezüglich Umgang untereinander noch vieles von anderen Völkern lernen, aber scheinbar ist dieser Appell sinnlos ...