Telekom denkt über Drosselung für DSL-Tarife nach

Echt? Wie schafft man denn als "normale Familie" 2,5 GB am Tag?

Ich komme als "heavy User", der die Leitung 10 Stunden am Tag nutzt, nicht über 40 GB im Monat.

Marty
 
Echt? Wie schafft man denn als "normale Familie" 2,5 GB am Tag?
Je nach Nutzungsverhalten problemlos...

Klar, daß ich da nicht mit EMails lesen hinkomme...

Aber gerade mit den immer populärer werdenden Streamingdiensten sind 75GB im Monat nicht mehr wirklich viel...
Ein paar Stunden Spotify, ein paar Filme oder Folgen auf Watchever, zwei Spiele über Steam gekauft, ein Update der Konsole und zwei Demos über den Marktplatz geladen, die eine oder andere Stunde Onlinegames plus Patches, ein paar skype Videokonferenzen... Da kommt dann doch einiges zusammen.

Gruß Aru
 
Und das ist dann eine Nutzung, die der Provider bitteschön pauschal abrechnen soll? Warum übernehmen nicht die Dienstanbieter diese Kosten?

Marty
 
Und das ist dann eine Nutzung, die der Provider bitteschön pauschal abrechnen soll?
Also es kann zumindest nicht meine Aufgabe als Kunde sein, mein Nutzungsverhalten der Bilanz des Providers anzupassen...
Wenn dieser mir einen Anschluss mit einer bestimmten Bandbreite zur Verfügung stellt und mir sagt, daß ich den ohne Zeit- oder Volumenbeschränkung nutzen darf, dann hab' ich bestimmt kein schlechtes Gewissen, das zu machen. ;)

Zumal die Telekom ja selbst Streaming- und Cloud-Dienste anbietet...

Warum übernehmen nicht die Dienstanbieter diese Kosten?
Stichwort: Netzneutralität.

Zumal es dafür ja auch keine Vorraussetzungen gibt, weder rechtlich noch geschäftlich seitens der Telekom. Auch technisch dürfte das nur schwer umsetzbar sein.

Gruß Aru
 
Also es kann zumindest nicht meine Aufgabe als Kunde sein, mein Nutzungsverhalten der Bilanz des Providers anzupassen...
Natürlich nicht. Aber Deinem Geldbeutel vielleicht.

Wenn dieser mir einen Anschluss mit einer bestimmten Bandbreite zur Verfügung stellt und mir sagt, daß ich den ohne Zeit- oder Volumenbeschränkung nutzen darf, dann hab' ich bestimmt kein schlechtes Gewissen, das zu machen.
Musst Du ja auch nicht. Wenn er den Vertrag aber dann kündigt und Dir einen neuen anbietet, der nur 75 GB beinhaltet und alles darüber entweder zu bezahlen ist oder langsam?

Zumal die Telekom ja selbst Streaming- und Cloud-Dienste anbietet...
Deren Traffic die Telekom sicherlich in ihren Preisen einkalkuliert hat. Vielleicht ist die Telekom deshalb auch manchmal teurer als Mitbewerber.

Stichwort: Netzneutralität.
Könntest Du das erläutern? Was hindert denn Maxdome daran, mit der Telekom und anderen Providern Verträge zu schliessen, die beinhalten, dass deren Traffic nicht gebremst wird. Maxdome bekommt dafür 2 Euro mehr vom Kunden, die sie durchreichen.

Hört sich ein bisschen so an, als wäre der Staat verpflichtet, Autobahnen bereit zu stellen, auf denen unebgrenzt schnelles Fahren möglich ist, weil Autohersteller solche Autos anbieten.

Zumal es dafür ja auch keine Vorraussetzungen gibt, weder rechtlich noch geschäftlich seitens der Telekom. Auch technisch dürfte das nur schwer umsetzbar sein.
Technisch ist es überhaupt kein Problem, Traffic von oder an bestimmte IPs nicht zu zählen. Macht die Telekom ja mit ihren eigenen Diensten auch. Und was sollte rechtlich dagegen sprechen? Ist die Telekom verpflichtet, Kunden ungerenzt Traffic zu liefern, wenn es dazu keine Vetragsgrundlage (mehr) gibt?

Marty
 
Also erstmal grundsätzlich... An irgendeinem Punkt scheinen wir uns missverstanden zu haben. 8)

Ich habe meine Meinung zu den Plänen der Telekom (noch) gar nicht geäussert, sondern lediglich deine Frage beantwortet, wie man denn im Monat auf 75GB Datenvolumen kommt ;)

Könntest Du das erläutern? Was hindert denn Maxdome daran, mit der Telekom und anderen Providern Verträge zu schliessen, die beinhalten, dass deren Traffic nicht gebremst wird. Maxdome bekommt dafür 2 Euro mehr vom Kunden, die sie durchreichen.
Grundsätzlich führt das erstmal zu einer Wettbewerbsverzerrung, wenn ich einige Anbieter ohne Beschränkung des Volumens nutzen kann und andere nicht.

Auch läuft das, gerade bei Trafficintensiven Services darauf raus, daß mein Provider indirekt Einfluss auf von mir nutzbare Dienste hat.

Sicher hast du natürlich recht, daß die Telekom ihre Angebote und Verträge frei gestalten kann. Mich persönlich stört aber die gesamte Vorgehensweise...

Man hängt sich in einen Wettbewerb, bietet immer mehr Bandbreite für weniger Geld an und beschwert sich, daß dieses Angebot genutzt wird, obwohl man die "illegalen Poweruser" (Filesharer) jahrelang in Kauf genommen hat, solange Max und Lisa Mustermann für ~500MB monatliches Datenvolumen eine 40€ Flatrate bezahlt haben.

Jetzt, da das genutzte Datenvolumen von Max und Lisa ansteigt, begründet man damit die Abschaffung aller Flatrates, obwohl es, alleine durch die Ankündigung, eigene Dienste vom Volumen auszuschließen, offenkundig (auch) darum geht, eben diese Dienste zu pushen.

Gruß Aru
 
Ich habe meine Meinung zu den Plänen der Telekom (noch) gar nicht geäussert, sondern lediglich deine Frage beantwortet, wie man denn im Monat auf 75GB Datenvolumen kommt
Entschuldige bitte, ich habe das missverstanden.

Grundsätzlich führt das erstmal zu einer Wettbewerbsverzerrung, wenn ich einige Anbieter ohne Beschränkung des Volumens nutzen kann und andere nicht.
Aber das gibt es doch in vielen Bereichen des Lebens. Fährst Du Bahn, darfst Du manchmal auch den Nahverkehr kostenlos nutzen. Die Taxifahrer finden das auch nicht gut.

Auch läuft das, gerade bei Trafficintensiven Services darauf raus, daß mein Provider indirekt Einfluss auf von mir nutzbare Dienste hat.
Nur dann, wenn man die kostenlose Nutzung erwartet. Aber grundsätzlich natürlich wettbewerbsrechtlich schwierig. Deshalb dann lieber allen Traffic zählen wäre vermutlich einfacher.

Man hängt sich in einen Wettbewerb, bietet immer mehr Bandbreite für weniger Geld an und beschwert sich, daß dieses Angebot genutzt wird, obwohl man die "illegalen Poweruser" (Filesharer) jahrelang in Kauf genommen hat, solange Max und Lisa Mustermann für ~500MB monatliches Datenvolumen eine 40€ Flatrate bezahlt haben.
Ja, und irgendwann stimmt die Misch-Kalkulation nicht mehr und man muss die Preise erhöhen. Ist bei den Handy-Flats längst geschehen, da werden die Poweruser richtig abkassiert. Und wer mit wenig zufrieden ist, kommt günstiger weg.

Wenn es sich dabei tatsächlich rein um eine "Werbemassnahme" für die eigenen Dienste handeln sollte, dann werden Wettbewerbshüter das schon verhindern. (hoffe ich)

Marty
 
Ich find die Drosselung natürlich nicht gut. Aber es sollte den Unternehmen freigestellt werden, zu drosseln wennn sie wollen. Im Prinzip habe ich als Kunde ja die Wahl, das Unternehmen zu wechseln. Wenn es genügend Nachfrage gibt dann wird es dementsprechend auch Anbieter für die geben, die höheres Volumen haben wollen. Wo ich mich selbst auch dazuzähle. Youtube Videos in Full HD, da kommt man recht schnell ans Limit.

Deutschland wird halt von anderen Ländern abgehängt was das angeht. In Südkorea mit ihren 1000MBit Leitungen lachen die schon über uns mit 5Mbit/Sec was der typische Nutzer so hat. Samsung arbeitet an 5G, 100 mal schneller als LTE... und LTE erreicht 100 MBit/sec...

So, wofür braucht man dann 10.000 MBit/sec wenn man ein 75gb volumen hat? Bald kommen Filme in 4k Auflösung raus. Ich bin mir nicht sicher, ob Deutschland nicht irgendwann hinten dran hängt, wenn man jetzt in der Zeit wieder zurück geht.
 
In Südkorea mit ihren 1000MBit Leitungen lachen die schon über uns mit 5Mbit/Sec was der typische Nutzer so hat.
Du möchtest Dich auch immer mit den Besten messen, oder? :D Du solltest dazu erwähnen, dass Südkorea auch der absolute Spitzenreiter ist, was die Versorgung angeht. Aber natürlich wäre das ein lohnenswertes Ziel.

Aber diese Anbindungen lohnen sich dann auch wirklich nur noch, wenn man auch Telefon, Fernsehen, Radio und alle anderen Dienste darüber laufen lässt.

Marty
 
Südkorea hat die beste Versorgung, Österreich das billigste Internet:

Am wenigsten für das mobile Internet nach diesen Kriterien zahlen überaschenderweise Kunden aus Österreich. Dort kostet eine Prepaid Flat für den Internet Stick oder das Handy mit 500MB Volumen monatlich nur umgerechnet 4.70 Dollar (etwa 3.60 Euro). In Deutschland liegen vergleichbare Datenangebote im Prepaid Bereich bei 12.40 Dollar, also fast drei Mal so hoch wie bei unseren Nachbarn.

Deutschland scheint in dem Bereich schon komplett abhängt zu sein :/
 
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schade für den thread hier ! da hätte ich auch mit abgestimmt !!

eines der wichtigsten themen meiner meinung nach, was die freiheit aller internetnutzer betrifft !!

tolle kommentare die geschwindigkeit beachtend !! lol , no comment to poster !!
 
Naja ... also was kommt denn wohl als Nächstes?
Wenn ich das korrekt zusammenfasse dann ist also immer noch der aktuelle Stand dieser hier:

- Die beabsichtigte Drosselung in der Art und Weise der Telekom-Strategen ist illegal
- Trotzdem ist die Drosselung "nur vorerst vom Tisch" ...
- Eine grundsätzliche Tendenz zu immer differenzierteren Tarifen im Internet wird es trotzdem in Zukunft geben, weil nach einem Umbruch die Wettbewerber relativ schnell nachziehen werden

Oder schätze ich diesen Stand falsch ein?
Im Handy-Markt gibt es ja schließlich auch mittlerweile so viele unterschiedliche Tarife, dass man bei der ganzen Fülle an Info's kaum noch durchsteigt.

Mittlerweile kommt es laut Gerichtsentscheidungen wohl auch alleine schon auf den genauen Wortlaut in der Bezeichnung des jeweiligen Tarifs an (gelesen auf https://www.arcor.de/).

Sobald das Wort "Flatrate" auftritt, soll dann anscheinend auch zwingend das gelten, was in dem Artikel angesprochen wird ... (Artikel https://www.arcor.de/content/digita...Flatrates:-Das-plant-die-Telekom,content.html)

Aber ob sich daran die Unternehmen wohl auch konsequent halten werden, ohne Ausnahmen?
 
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