Belegthondion
Well-known member
- 28 April 2006
- 227
- 16
Und da ist der nächste Schritt, es ging schneller als erwartet:
https://www.heise.de/newsticker/Kin...utzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450
Der aktuelle Entwurf für das Gesetzt, welches die Provider dann auch zur Sperrung zwingen wird, sieht nun doch einige Änderungen gegenüber den vorherigen Entwürfen und den Verträgen mit den freiwillig mitmachenden Providern vor:
- Die Provider betreiben die Server, welche das Stop-Schild ausliefern, selbst (das war wohl immer schon so geplant). Allerdings sollen nun doch IP-Adressen geloggt und "auf Anforderung" an die Behörden herausgegeben werden.
Ist natürlich super: Irgendeine Seite bettet eine einzelne Grafik von einem beliebigen gesperrten Server ein. Statt dieser wird die Stop-Seite geladen, ein Eintrag im Log erzeugt und man bekommt Hausbesuch. So kann man natürlich eine gigantisch tolle Erfolgsquote erzeugen.
- Es ist nun nicht mehr nur die Rede von Seiten die außerhalb des europäischen Rechtsraums liegen. Damit macht man es sich natürlich einfach: Statt die Serverbetreiber im Ausland zu verfolgen sperrt man einfach. Scheuklappen aufsetzen und alles ist gut! Die skandinavischen Länder habens vorgemacht: Hier standen auf den Zensur-Listen, die durchgesickert sind, etliche Server in Europa und auch in Deutschland!
- Hinzugekommen ist nun, dass auch Seiten blockiert werden, die Links zu geblockten Seiten enthalten oder Adressen nennen. Damit ist klar: Whistleblower-Logs, wie z.B. Wikileaks, die sich mit den Listen beschäftigen um den Unsinn aufzuzeigen, werden selbst zensiert werden. Eine korrdinierte Kontrolle, was gesperrt wird, ist so überhaupt nicht mehr möglich.
Der für mich größte Gag: Verpflichtet zur Sperrung werden nur "privatwirtschaftliche Provider". Öffentliche Stellen wie Unis und ähnliches werden scheinbar aus Kostengründen außen vor gelassen.
Da fällt mir nix zu ein. Man macht ein riesen Fass auf, tut so, als würde das Internet nur überquellen vor Kinderpornografie und zwingt Provider, Sperren einzuführen. Die Kosten trägt ja der Kunde. Gehts aber an das Staatsbudget, da muss man dann auf einmal auf die Kosten rücksicht nehmen.
Man kann nur hoffen, das Karlsruhe da mal wieder einschreitet und das zurecht stutzt...
Viele Grüße
Simon
https://www.heise.de/newsticker/Kin...utzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450
Der aktuelle Entwurf für das Gesetzt, welches die Provider dann auch zur Sperrung zwingen wird, sieht nun doch einige Änderungen gegenüber den vorherigen Entwürfen und den Verträgen mit den freiwillig mitmachenden Providern vor:
- Die Provider betreiben die Server, welche das Stop-Schild ausliefern, selbst (das war wohl immer schon so geplant). Allerdings sollen nun doch IP-Adressen geloggt und "auf Anforderung" an die Behörden herausgegeben werden.
Ist natürlich super: Irgendeine Seite bettet eine einzelne Grafik von einem beliebigen gesperrten Server ein. Statt dieser wird die Stop-Seite geladen, ein Eintrag im Log erzeugt und man bekommt Hausbesuch. So kann man natürlich eine gigantisch tolle Erfolgsquote erzeugen.
- Es ist nun nicht mehr nur die Rede von Seiten die außerhalb des europäischen Rechtsraums liegen. Damit macht man es sich natürlich einfach: Statt die Serverbetreiber im Ausland zu verfolgen sperrt man einfach. Scheuklappen aufsetzen und alles ist gut! Die skandinavischen Länder habens vorgemacht: Hier standen auf den Zensur-Listen, die durchgesickert sind, etliche Server in Europa und auch in Deutschland!
- Hinzugekommen ist nun, dass auch Seiten blockiert werden, die Links zu geblockten Seiten enthalten oder Adressen nennen. Damit ist klar: Whistleblower-Logs, wie z.B. Wikileaks, die sich mit den Listen beschäftigen um den Unsinn aufzuzeigen, werden selbst zensiert werden. Eine korrdinierte Kontrolle, was gesperrt wird, ist so überhaupt nicht mehr möglich.
Der für mich größte Gag: Verpflichtet zur Sperrung werden nur "privatwirtschaftliche Provider". Öffentliche Stellen wie Unis und ähnliches werden scheinbar aus Kostengründen außen vor gelassen.
Da fällt mir nix zu ein. Man macht ein riesen Fass auf, tut so, als würde das Internet nur überquellen vor Kinderpornografie und zwingt Provider, Sperren einzuführen. Die Kosten trägt ja der Kunde. Gehts aber an das Staatsbudget, da muss man dann auf einmal auf die Kosten rücksicht nehmen.
Man kann nur hoffen, das Karlsruhe da mal wieder einschreitet und das zurecht stutzt...
Viele Grüße
Simon