Sind diese Arbeitsbedingungen überhaupt noch fair?

Das mit den Überstunden finde ich auch ein bisschen hart. Wenn die so viel zu tun haben, müssen sie halt noch ne Arbeitskraft mehr einstellen und fertig. Ist ja nicht so, dass es einen Mangel an Büroleuten gibt und man selbst nach Monaten/Jahren der Suche noch keinen gefunden hat.
Aber dass Betriebe versuchen die teilweise schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt auszunutzen ist ja auch nichts neues. Mein Kumpel macht ne Ausbildung in nem Betrieb, der ja grundsätzlich nur Schüler mit schlechtem Abschluss als Azubis einstellt. Die sind dann auf den Betrieb angewiesen und müssen zum Teil samstags noch Überstunden schieben (obwohl man das als Azubi eig nich müsste, ne). Die Überstunden kriegen sie zwar gezahlt, aber mit den 2€ irgendwas Stundenlohn den die kriegen is das auch nicht das Wahre.
Es geht also noch schlimmer.

Und von 8-20 Uhr arbeiten. Wo gibts denn sowas? Dann kann man mal machen, aber auf Dauer geht man daran doch kaputt. Wundert mich das deren Mitarbeiter scheinbar nich regelmäßig wegen Burn-Out im Krankenhaus liegen.
Die Urlaubssperre ausgerechnet von April bis September is auch en bisschen übertrieben find ich. Schließlich will man mal noch in Sommerurlaub.
Zum Geld kann ich leider nix sagen...bin ja kein Büromensch. Ich studier Informatik und da siehts mit den EInstiegsgehältern zum Glück ganz ander aus. 1250€ kriegen einige von uns ja schon im Praxissemester :-D
 
Hi,
ich möchte zum folgenden Fall mal eure Meinung hören und wissen was ihr davon haltet.
Ein Kumpel (gelernter Bürokaufmann und ein Jahr Berufserfahrung) war vor kurzem bei einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Bürokaufmann (keine Hilfskraft).

Natürlich steht ja in erster Linie das finazielle und die Arbeitsbedingungen im Vordergrund und da wurde ihm folgendes erzählt:

- Verdienst 1300€ brutto
- "40 Stunden Woche" Diese 40 Stunden zählen aber nur auf dem Papier, denn es wurde ihm gesagt, dass oft schonmal länger gearbeitet werden muss ( ist ja nicht das Problem) aber...Es hieß, dass es schon sehr häufig vor kommt auch von 8-20 Uhr zu arbeiten und teilweiße auch Samstags.
- Urlaubssperre ist immer von April bis ende September evtl auch Oktober

Was haltet ihr davon?

Lg Evilman64

Hallo,
war das ein Stellenangebot im Einzelhandel oder ein Handwerk?
War es ein großer Betrieb, oder eher ein "Familienbetrieb".

Im Einzelhandel wird deutlich schlechter gezahlt als im Bereich des Handwerks. Auch hängt es von der Aufgabenstellung innerhalb des Betriebes ab. Wird der Bürokaufmann als bessere "Tippse" angesehen - wird die Bezahlung deutlich schlechter sein, als bei einem weit gefächerten Tätigkeitsbereich.

Auch das Alter des Bewerbers spielt eine Rolle.

Um die Frage von Evilman64 zu beantworten- das ist kein guter Arbeitsvertrag, je nach Aufgabenstellung sogar eine Unverschämtheit.

---------------

Viele Unternehmen nutzen die Vielzahl der Bewerber aus um um für wenig Geld die bestmögliche qualifizierte Arbeitskraft zu bekommen.

Als gelernter Mittelstandskaufmann (beinhaltet Teile aus den Bereichen Büro-/Industrie-/Einzelhandels-/Großhandelskaufmann sowie Teile vom Kostenrechner, Finanzbuchhaltung und Personalführung) war ich u.a. längere Zeit als Geschäftsführer und einige Jahre selbständig gewesen.
Denke das ist ausreichend um sagen zu können das es immer noch die einfache "Tippse" gibt die sich hinter dem Begriff Bürokauf-Mann/Frau versteckt, die man auch zumehr nicht einsetzten kann.

Modern ausgebildete Bürokaufleute können heute in vielen Bereichen von Unternehmen eingesetzt werden und eine deutliche Entlassung in unterschiedlichen Abteilungen sein. Das hängt aber auch von dem/der Bewerber/in ab - wie er/sie sich in einem Einstellungsgespräch verkauft.

Zu den Arbeitszeiten, sofern man nicht im kommunalen Bereich arbeitet hat der Büromensch nicht wirklich eine feste Arbeitszeit, sehr oft gibt es kurz vor Feierabend noch etwas dringendes zu erledigen. Deutliche/Hohe Überstunden Zahlen (Bürobereich) sind meist ein Zeichen von schlechtem Management.

Zum Thema
Hätte der Mann mir das so erzählt, ich wäre im Gespräch aufgestanden- hätte mich für die Einladung bedankt und wäre gegangen.

Das war mein Betrag, danke fürs lesen.
 
Wenn die so viel zu tun haben, müssen sie halt noch ne Arbeitskraft mehr einstellen und fertig. Ist ja nicht so, dass es einen Mangel an Büroleuten gibt und man selbst nach Monaten/Jahren der Suche noch keinen gefunden hat.

Ja, das denke ich auch. Er hätte aber nur eine Stelle ersetzt, da vor kurzem jemand da gegangen ist ( Ich frag mich warum?!) und momentan eine Person die Arbeit von 2 machen muss.

war das ein Stellenangebot im Einzelhandel oder ein Handwerk?
War es ein großer Betrieb, oder eher ein "Familienbetrieb".

Das war kein Einzelhandel, es geht in die Richtung Handwerk und Dienstleistungen. Der Betrieb war nicht sehr groß, aber auch kein Familienbetrieb. Deshalb finde ich die Bezahlung eigentlich nicht wirklich fair, denn in unserem örtlichen Fahrradladen arbeiten nur 3 Leute und da verdient man im Büro schon 1400€ + Weihnachts- und Urlaubsgeld (Würde es bei dieser Firma auch nicht geben).

Auch hängt es von der Aufgabenstellung innerhalb des Betriebes ab. Wird der Bürokaufmann als bessere "Tippse" angesehen - wird die Bezahlung deutlich schlechter sein, als bei einem weit gefächerten Tätigkeitsbereich.

Die Aufgaben bei dieser Stelle waren sehr umfangreich und gingen weit über die Aufgaben eines Bürokaufmanns hinaus. Also keine bessere "Tippse".

Das hängt aber auch von dem/der Bewerber/in ab - wie er/sie sich in einem Einstellungsgespräch verkauft.

Verkauft hat er sich anscheinend sehr gut, da der Personalchef sagte, dass er noch nie so ein gutes Vorstellungsgespräch hatte.