Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


  • Umfrageteilnehmer
    128
Mal ein kleiner Text zum Werbefinanzierten "Qualitätsfernsehen":

https://faz-community.faz.net/blogs...le-wie-man-einen-explosiv-beitrag-rettet.aspx

Im Ernst - ehe ich mir sowas angucke, zahle ich lieber GEZ, sogar einen höheren Betrag und auch für Soaps und überflüssige Internetauftritte...
honk.gif
 
Zum Glück fängt nächste Woche Big Brother wieder an. Dann hält das Qualitätsfernsehen endlich wieder Einzug in die private Senderlandschaft.

Marty
 
Also wird mir durch die Finanzierung der Privaten die Freiheit genommen, mir ein Produkt nach meinem Geschmack zu kaufen.

Recht freiheitlich das ganze...

Kapiere ich nicht :hö:
Ich kaufe ausschließlich Produkte nach meinem Geschmack und das obwohl ich überwiegend die Privaten gucke.

Ich wollte schon immer sehen, wie sich einer in die Hosen pisst.

gruss kelle!
Solange die Nachfrage das Angebot bestimmt, wirst du die Möglichkeit auch haben. Die Quoten sagen, dass das Volk nach solchen Inhalten schreit. Ich kann aber auch Umschalten mit dem beruhigenden Wissen, dafür nichts bezahlt zu haben.


Ich kann mich jedenfalls nicht mit der Geschäftspolitik anfreunden, dass die ÖR in alle Richtungen expandieren, ohne verstaubte Verlustbringer an anderer Ecke einzustampfen und wenn plötzlich das Geld nicht mehr reicht einfach die Gebühren erhöht werden.
Ich halte es für Möglich, dass durch ein überfälliges Gesundschrumpfen und Anpassung der Inhalte in Verbindung mit einer Lockerung des Staatsvertrages hinsichtlich der Werbeblöcke ein Finanzierungsmodell geschaffen werden kann, bei dem ich als Student nicht geneigt bin illegal zu handeln und dennoch qualitativ hochwertige ÖR habe.
Wobei sich mir manchmal die Frage stellt, ob die jetzige Situation mit Sendungen für die Zielgruppe Ü70 weiterhin und dauerhaft als qualitativ hochwertig betrachtet werden kann.

Über das enge Korsett regt sich die ARD ja sogar selber auf (unter "Regelungen") https://www.ard.de/intern/finanzen/werbung/-/id=55272/1gbj7f7/index.html
 
Aber die alternde Generation nimmt doch ihre Interessen mit.
Die Generation Rolling Stones sind doch nicht plötzlich alle scharf auf den Musikantenstadl ;)
 
Aber die alternde Generation nimmt doch ihre Interessen mit.
Die Generation Rolling Stones sind doch nicht plötzlich alle scharf auf den Musikantenstadl ;)

Dann wird es in 15-20 Jahren eben wieder "Beatclub" geben - nichts desto trotz
wirst du solche Sendungen in privaten Sendern nicht finden - egal, Welche Musik die "alte" Generation gerade hört.

Das ist doch das eigentliche Problem der Ö-Re Sender. Per Anordnung ein Programm für alle Schichten bieten zu müssen.

Analog zur Kritik an der dt. Post. Auf der einen Seite wird gemeckert, die sie Umsatzsteuerbefreit ist, auf der anderen Seite wird vergessen, dass Sie Ihre Dienstleistungen auch auf der Zugspitze und jeder Kleinen Hallig anbieten muss.
 
Ich möchte auch nicht den Damen und Herren ihr Programm auf 0 Streichen.
Die Frage ist halt, ob man Das Schloss am Wörthersee UND das Traumschiff UND den Musikantenstadl undundundoderoderoder braucht. Für mich läuft auch nicht 24/7 was im TV.
Genau so frage ich mich ob wir tatsächlich einen NDR und MDR und SWR und WDR brauchen, oder ob es nicht vielleicht auch nen Thementag Nord, Mitte, Süd, Ost, West tut (Radio mal außen vor).
Ich frage mich warum Wetten dass in einer Stierkampfarena auf Mallorca stattfinden muss und ob es überhaupt noch qualitativ hochwertig ist, wenn wiedermal irgendein Baufahrzeug-Fahrer irgendwas "kniffeliges" macht oder an Buntstiften leckt (ja ich weiß, lange her).
Und was bezweckt, die bereits erwähnte Konkurrenz zu Wer wird Millionär durch Pilawa, wenn man die tolle Quote nur rauchen kann, aber nicht versilbern?
Ein Reich Ranicki bezeichnet das sicherlich nicht als hochwertig ;)

In meinen Augen sind die ÖR zu einer teuren Blase geworden, die wesentlich schmaler ihren ursprünglichen Auftrag wahrscheinlich besser erfüllen würden.
 
Ein Großteil des Problems ist, und das hatten wir schon ein paar Mal, der Politische Einfluss auf die Ö-Re Sender (Aktuelles Beispiel: Koch sägt Cherfredakteur des ZDF ab).

Solange Stellen in Sendern nicht nach Leistung, sondern nach Parteien-Proporz vergeben wird, Macht man beim Ö-re halt alles 2 oder 3 mal. Auch aufgrund der Profilierung.

Wobei das durchaus sein gutes haben kann - Politische Magazine z.B.: "Report München" hat eine gänzlich andere politische Ausrichtung als "Monitor" oder "Report Mainz".

Wetten Dass ist in Zwischenzeit zu einem Dino verkommen, der sein Weiterbestehen ausschließlich der eigenen Legende verdankt. Wäre auch im Privatfernsehen nicht anders. Allerdings - wäre das Konzept ohne das ZDF jemals verwirklicht worden? Wohl kaum... ;)
 
In meinen Augen sind die ÖR zu einer teuren Blase geworden, die wesentlich schmaler ihren ursprünglichen Auftrag wahrscheinlich besser erfüllen würden.

:think:
Wieso haben wir, trotz der Wiedervereinigung genau so viel Landesrundfunkanstalten wie Mitte der 50er?

Wie willst Du mit weniger Anstalten mehr Abwechslung erreichen?

Wenn aufm ersten nix gescheites läuft, mir die Sendung im ZDF nicht zusagt finde ich aufm Dritten bestimmt nen Tatort...

gruss kelle!
 
Ich halte es für Möglich, dass durch ein überfälliges Gesundschrumpfen und Anpassung der Inhalte in Verbindung mit einer Lockerung des Staatsvertrages hinsichtlich der Werbeblöcke ein Finanzierungsmodell geschaffen werden kann, bei dem ich als Student nicht geneigt bin illegal zu handeln und dennoch qualitativ hochwertige ÖR habe.

Das mit dem Gesundschrumpfen kennen wir Arbeitnehmer sehr, sehr gut!
Du als Student sicher auch, angesichts der "Jüngsten Ereignisse".
Ich für meinen Teil wünsche Dir jedenfalls einen zukünftigen Arbeitgeber, der nicht allzuschnell Schrumpft! >>soll heißen von Nix kommt Nix<<
 
Wie willst Du mit weniger Anstalten mehr Abwechslung erreichen?

Wenn aufm ersten nix gescheites läuft, mir die Sendung im ZDF nicht zusagt finde ich aufm Dritten bestimmt nen Tatort...

gruss kelle!

Ziel ist ja nicht die Quantität sondern die Qualität.
Offenbar scheinen dir bereits 3 Sender zu reichen, so tief wollte ich gar nicht ansetzen. Mit ARD, ZDF, WDR, 3Sat, Arte, Kika, NDR, MDR, SWR, BR, HR und Phoenix komme ich schon auf 12. Mal ganz zu schweigen von EinsExtra, EinsFestival, EinsPlus, ZDFinfo, ZDFneo, ZDFtheater und was weiß ich nicht, was ich noch alles vergessen habe aufzuzählen.
Viele der Sender haben ein ähnliches Programm. Durch weniger Konkurrenz untereinander könnten Quoten gebündelt und (durch Lockerung des Staatsvertrages) Werbeblöcke zwischen den Sendungen effizient Vermarktet werden, ohne dabei zum Spielball der "Konzerne" zu werden.

Das mit dem Gesundschrumpfen kennen wir Arbeitnehmer sehr, sehr gut!
Du als Student sicher auch, angesichts der "Jüngsten Ereignisse".
Ich für meinen Teil wünsche Dir jedenfalls einen zukünftigen Arbeitgeber, der nicht allzuschnell Schrumpft! >>soll heißen von Nix kommt Nix<<
So sehr ich die persönlichen Schicksale der Arbeitslosen auch bedauere, aber die ÖR in vollem Umfang der Jobs wegen künstlich am Leben zu halten, halte ich für grundlegend falsch. Das ist auch nicht ihr Auftrag sinnlos Arbeitskraft auf kosten des Gebührenzahlers zu verschwenden. Da gibt es andere öffentliche Bereiche die mehr Personal deutlich nötiger hätten und wo Investitionen wesentlich konstruktiver und effizienter genutzt werden könnten. Ich wäre eher bereit von den gesparten Gebühren 2 Polizisten und 2 Krankenschwestern zu bezahlen, als 1 Reporter und 1 Kameramann, die 2 Wochen in Sydney die öffentlichen Parks filmen fürs ÖR um daraus ne 60-Minuten-Sendung zu schneiden.
 
:think:
Wieso haben wir, trotz der Wiedervereinigung genau so viel Landesrundfunkanstalten wie Mitte der 50er?

Wie willst Du mit weniger Anstalten mehr Abwechslung erreichen?

Wenn aufm ersten nix gescheites läuft, mir die Sendung im ZDF nicht zusagt finde ich aufm Dritten bestimmt nen Tatort...

gruss kelle!

Dachte das es für die Grundversorgung ist und nicht um deinen Geschmack zu treffen zu jeder Zeit.

Wenn das so wäre könnten wir ja noch 20 Sender auf machen und halt die GEZ-Gebühr einfach mal verzehnfachen.
 
:think:
Wieso haben wir, trotz der Wiedervereinigung genau so viel Landesrundfunkanstalten wie Mitte der 50er?
Trotzdem sind es zuviele. aessitt kann ich da völlig zustimmen. Es müssen nicht abends drei Tatorts gleichzeitig laufen, einer aus Köln, einer aus Hamburg und einer aus Leipzig. Das hat nicht mit Regionalprogramm zu tun. Das ist Geldverschwendung.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seine Aufgabe in der unabhängigen Information der Bürger über das politische, wirtschaftliche Geschehen in Deutschland und der Welt. Er hat qualitativ hochwertige Nachrichten zu liefern, Hintergrundberichte zu bringen und die Bürger zu informieren. Desweiteren sehe ich eine zentrale Aufgabe in der (Fort-)Bildung der Bevölkerung. Bildungsfernsehen wie früher das Schulfernsehen ist fast völlig aus dem Programm genommen, der Quote wegen. Das kann und darf nicht sein.

Abseits davon sehe ich ebenfalls eine Versorgung der Bevölkerung mit Unterhaltung. Ob das nun Wetten-dass oder Pilawa sein muss würde ich eher verneinen. Aber gerade Musiksendungen, Theater, überhaupt Kultur kommt in den Privaten wegen der Quote zu kurz (Pop-Stars und DSDS ist übrigens keine Kultur in meinen Augen).

Es dürfen auch gerne lokale, in Deutschland produzierte Filme sein. Gerade solche, die in grossen Kinos keine Chance hätten. Wenn dann in so einem Film auch noch ein Bildungsauftrag erfüllt wird, umso besser.

Vernünftiges Kinderprogramm würde ich auch als Aufgabe sehen, ebenso wie eine Programm für Behinderte. Wo im Privatfernsehen gibt es Sendungen für körperlich Behinderte, Ratgeber oder ähnliches? Wo werden Nachrichten in Gebährdensprache im Privatfernsehen gezeigt? Gar nicht. Dringende Aufgabe des ÖR.

Dazu muss es Programm mit regionalem Bezug geben. Das könnte man aber auch abends erledigen in einer "lokalen Stunde".

Sportübertragungen rechne ich übrigens in gewissen Rahmen auch zur Informationsaufgabe. Sportschau oder Olympia z.B. Das müssen aber keine teuren Übertragungsrechte werden.

Und wenn ich das alles überblicke, dann reichen dafür locker 2-3 Sender aus. Und eine Medienanstalt für das ganze Deutschland.

Und dann könnten wir eine Gebühr erreichen, die bei 3 Euro pro Bürger und Monat liegt. Und alle wären glücklich.

Marty