Ritalin zur Prüfungsvorbereitung - Was sagt ihr dazu?

naja, ich glaub da kommen bestimmt noch zusätzlich Sachen dazu, die im Stundenplan nicht ganz so fest drin stehen... kann mir schon vorstellen, dass das stressig ist... :-?

ich hab jetzt auch nie mehr als 14-18 Stunden pro Woche gehabt 8O
(als Geisteswissenschaftler)
aber ich fühl mich manchmal auch leicht unterfordert und verplemper meine Zeit hier im Forum :biggrin:
 
naja, ich glaub da kommen bestimmt noch zusätzlich Sachen dazu, die im Stundenplan nicht ganz so fest drin stehen... kann mir schon vorstellen, dass das stressig ist... :-?

Ich hab' dieses Semester in vier Fächern ein Praktikum (bestehend aus 4-6 Versuchen), das jeweils mindestens fünf Stunden Vor- und Nachbereitung erfordert. Vor jedem Praktikum schreiben wir einen Test, welcher fehlerfrei bearbeitet werden muss, um zum Versuch zugelassen zu werden.

Fliegt man wegen fehlerhafter Bearbeitung raus, gibt es einen Neuversuch. Schafft man es beim zweiten mal auch nicht, kann die Klausur nicht geschrieben werden, da das Praktikum natürlich Voraussetzung für die Klausurzulassung ist. Dazu kommt, dass einige Praktika nur im Sommer- und andere nur im Wintersemester angeboten werden.
Mit etwas Pech verliert man also ein ganzes Jahr.

Dieses Semester stehen acht Klausuren an, für die es mehr als genug zu lernen gibt.

Jetzt kann man sich natürlich einreden, das sei ja alles nicht schaffbar und es sei völlig legitim, sich auf irgendeinem Wege Ritalin zu beschaffen, weil der Wunsch, über dem Durchschnitt zu liegen natürlich ist und ignoriert dabei jegliche moralische und gesundheitliche Bedenken.

Oder man sieht ein, dass es mit Eigenleistung nichts zu tun hat und man sicher nicht über dem Durchschnitt liegt, wenn man sich mit Ritalin zur 1,0 mogelt. Dabei sollte man natürlich nicht vergessen, dass man sich seinen Kommilitonen gegenüber einen unfairen Vorteil verschafft. Dass 15-20% der restlichen Studenten Ritalin benutzen ist dabei keine Rechtfertigung.
 
Man sollte sich erst einmal überlegen, warum man nach 14 Stunden nicht mehr Aufnahmebereit ist, da diese Müdigkeit eine Schutzfunktion des Gehirnes vor Überlastung ist, sollte man sich da nicht mit irgendwelchen Drogen einmischen.
 
@BuddyJesus: mir ist das schon vollkommen klar =)
ich will da ja auch nix rechtfertigen. Ich meinte nur, dass son Studium insgesamt schon stressig sein kann. Aber das is es eben auch für die anderen =)


ich kenn solche Horrorstories bei uns Geisteswissenschaftlern nicht, wie sie bei uns von den Juristen erzählt werden. Dass da Bücher für Hausarbeiten vor anderen Studenten versteckt werden, weil da nur die Besten weiterkommen und je mehr man die anderen in die Scheisse reitet, desto sicherer ist das eigene Vorankommen.

Die verstecken Bücher in der Bib an ner anderen Stelle, um sie nur selbst benutzen zu können. Reissen seitenweise Seiten raus, damit andere Kommilitonen nicht zu denselben Ergebnissen kommen können...

und DAS rechtfertigen die dann meist auch nur damit: "wenn ichs nicht tu, dann tuts ein anderer und ich bin der Depp..." :-?
 
Die verstecken Bücher in der Bib an ner anderen Stelle, um sie nur selbst benutzen zu können. Reissen seitenweise Seiten raus, damit andere Kommilitonen nicht zu denselben Ergebnissen kommen können...

Ja so Zeug habe ich auch schon gehört. Das ist echt ärgerlich.

Bei uns an der Uni haben es die Wiwis auch nicht leicht. Aufgenommen zu werden schon relativ. Aber dann wird ordentlich durchgesiebt.
Bei uns im Studiengang ist es glaube ich eher andersrum: Den platz zu bekommen ist schwer aber es gibt dann keine gewollten Durchfallquoten und so...

Aber von Doping und Drogen würde ich wie meine Vorredner abraten.

Und wirklich: Was hast du denn erwartet? Dass du hier in einem öffentlichen Forum fragst, ob du dir mit Medikation einen unfairen Vorteil gegenüber deinen Kommilitonen verschaffen sollst und alle rufen "JAAA, SUPER IDEE!"???
 
Hmm ich denke du solltest als erstes herausfinden welcher Lerntyp du bist, denn dann ist es einfacher eine Strategie zum effektiveren lernen zu entwickeln. Wenn du es nicht auf Anhieb sagen kannst, dann teste es einfach hier: https://www.philognosie.net/index.php/tests/testsview/150/
Ich selbst bereite mich gerade aktiv auf mein Examen vor, deshalb lerne ich täglich mehrere Stunden, mit Familie im Rücken ist das nicht einfach, aber das kann man gut organisieren, solltest du auch hin bekommen. Wirst du beim lernen gestört oder abgelenkt? Ist deine Methode nicht richtig für dich? Lernst du auch das wesentliche oder vielleicht gar zu viel drumrum?
Und so weiter.....viele Fragen und nur du kannst diese Fragen beantworten.
Von der Einnahme irgendwelcher Medikamente rate ich total ab.
Wenn deine Konzentration sinkt, mach einfach mal eine kurze Pause, manchen hilft ein kurzer Spaziergang, andere hauen sich für 15 Minuten vor den Fernseher....und so weiter. Wenn man sein eigenes Mass nicht kennt oder sich ständig über strapaziert, dann wird es irgendwann nix mehr, der Kopf ist dann einfach voll.
Vergiss beim lernen das essen und vor allem das trinken nicht.
Ich bin heute aus meinem einwöchigen Lernurlaub zurück gekommen. Echt eine super Woche mit Camping und so. Täglich habe meine Mitschülerin und ich nicht unter 12 Stunden gelernt, jedoch mit Pausen zum spazieren gehen und gute Mahlzeiten. Das war total effektiv.
Jetzt kann ich alles ruhiger angehen lassen und nach der Arbeit tgl. 3- 4 Stunden was tun.
Also lass es Ruck machen, lass die Pillen nicht an dich ran und überdenke deine Strategie, frag vielleicht Kommilitonen ob ihr zusammen mal was machen könnt, denn ein anderer erkennt vielleicht eher dein Problem, wenn eins da ist.
Im übrigen: Ehrgeiz ist echt gut, aber der Hang zur Übertreibung liegt dabei sehr nah. ;)
Viel Erfolg!
 
Ich hab jetzt nicht nochmal alle neuen Posts komplett durchgelesen, aber ein Punkt, der schon oft genannt wurde stimmt sicherlich:

Selbst, wenn da noch was dazukommt, ist das kein Stundenplan, der Ritalin erfordert... Nichts für Ungut, aber mein Stundenplan sieht fast von Montag bis Freitag so aus, wie hier der Dienstag 8O...
 
Finde es nicht ok, ist das selbe wie Doping im Leistungssport.
Und du sollst deine Bewertung für die Leistung erhalten die du ohne den Kleinenhelfer ablieferst.
 
Kann ich unterbieten: Hab dieses Semester 4 SWS (2 * 90 min) ;)
Die hör ich mir sogar nur noch zum Spaß an. Bin eigtl. fertig, fang nächste Woche mit meiner Diplomarbeit an.

Zum Thema wurde eigtl schon alles gesagt: Lernvorteil durch bewustseinserweiternde Drogen ist mal echt nicht die feine Art (nett ausgedrückt). Ich hatte BWL sowohl in der Oberstufe als auch im Studium als Studium Generale. So dermaßen schwer ist der Stoff nun wirklich nicht. Das meißte ist doch eh nur Auswendiggelerne. Und wenn du das selbst mit 14h am Tag (Im Ernst: Echt? Wie schaffst du das? Würd ich nie und nimmer durchhalten.) nicht schaffst, machst du definititf was falsch.
14h non-stop wären eine Qual für mich. Mach auch mal Pause und geh raus, mach das berühmte Nickerchen, spiel was am PC oder so. Hauptsache du kannst dein Hirn mal auf Durchzug schalten und verarbeiten lassen. Das ist wesendlich wichtiger als es die ganze Zeit zu malträtieren.

Und zum Schluss noch:
Gute haben nicht so viel Freizeit, weil sie gut sind. Sie sind gut, weil sie sich soviel Freizeit gönnen ;)
 
Wow, scheinbar gibt's das Thema Ritalin niemals in Verbindung mit gesundem Menschenverstand.

Denk immer daran, du wirst vermutlich bis 70 arbeiten müssen. Das sind noch 50 Jahre. Du kannst mit Ritalin niemals soviel gutmachen wie du dir potenziell kaputt machst. Allein der Gedanke daran zeugt davon, dass einiges in deinem Leben nicht so ist wie es sein sollte.

Dein Hausarzt erzählt dir gerne mehr darüber. Der ist tendenziell kompetenter wie deine drogengeschädigten Kommilitonen.
 
Bei den tollen Stundenplänen fühlt man sich mit 18 SWS ja richtig mies :(
[...]
Pff, also ich weiß ja nicht... Ich bin täglich von 9-18 Uhr in der Uni... Dann nach Hause Protokoll schreiben und wenn Zeit ist lernen... Morgen ist wenigstens meine letzte Bachelor-Klausur... Dann gehts mit Master los (nach Praktikum beim Max-Planck-Institut)... 8) [kleine Privatinfo... ;) ]

Aber soweit ich das überblicken kann, sehen die meisten BWLer nicht gerade hypergestresst aus...

Und zum Gehirn-Doping: Ich persönlich würde es nicht machen, da man ja keine Garantie hat, dass man besseres leisten kann mit dieser Hilfe... Ich habe auch schon gehört, dass man zwar meint, man könne alles besser, die Resultate aber dann dennoch nicht gerade herausragend sind.

Hier ein schöner Spiegel-Artikel: https://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,657868,00.html
 
Ich denke wenn man im 2ten Semsester schon mit soetwas spielt, dann sollte man das Studium vielleicht sofort abbrechen.

Denn was will man denn dann machen, wenn es wirklich stressig wird? Ich habe selbst noch nie soetwas versucht.

Wenn ich mal zu gestresst war habe ich mir ein Bier mit freunden geholt, das hat auch geholfen und ist vermutlich weit aus gesünder.
 
Ich denke wenn man im 2ten Semsester schon mit soetwas spielt, dann sollte man das Studium vielleicht sofort abbrechen.

das ist ne gewagte Aussage wenn es bei vielen Studiengängen so ist das man am Anfang besonders gestreßt wird um die Leute frühzeitig auszusortieren, allerdings hab ich bei Wirtschaftswissenschaften sowas auch noch nicht gehört
 
Natürlich wird am Anfang gesiebt, aber wer dann dafür Ritalin braucht, sollte wirklich mal überlegen ob er richtig ist...
 
Ich finde es bemerkenswert, wie viele sich hier ein Urteil erlauben, wie stressig oder nicht irgendwelche Studiengänge sind. Das können doch immernoch diejenigen am besten beurteilen, die diesen Studiengang wirklich gewählt haben. Und es ist längst nicht mehr so, dass nur Medizin oder Jura anstrengend ist. Und -entschuldigung- aufgrund eines Semesterwochenplans, der im Internet herumschwirrt, kann man definitiv nicht beurteilen, ob ein Studium stressig ist oder nicht :roll:

Es wird schon einen Grund haben, wenn immer mehr Studenten Ritalin o.ä. "benötigen" und meiner Meinung nach sollte man den Grund eher bei der Strukturierung der Studiengänge (Bachelor usw...) und allgemein bei der Gesellschaft und deren Ansprüchen suchen, die halt heutzutage keine gebildeten Menschen mehr will sondern eher Maschinen, die bestmöglich funktionieren sollen und ja keine Probleme machen dürfen.
 
Tut mir leid, aber zu solchen Drogen greifen zu müssen, ist definitiv nicht der Normalfall.
Wenn man einen stressiges Studium hat, soll man es lassen, wenn man nicht damit zurechtkommt, oder lernen den Stress zu bewältigen.
Klar jeder hatte mal ein stressiges Semster und ist froh, wenn dieses vorbei ist, aber das ist nicht der Normalfall, man hat sich einfach ein Semster zuviele Kurse zugemutet.
Und wenn die Threadstarterin schon schreibt, das ihr täglich 14 Stunden lernen nicht reichen, dann stimmt da etwas gewaltig nicht, also, ich komme auf nichtmal 8 Stunden, wenn ich bei manchen Fächern eine Woche vorher anfange und alles von 0 auf 100 durchlerne.
Vielleicht sollte ich mir an ihrer Stelle auch überlegen, meinen Lernen besser zu verteilen, denn sie kann mir nicht sagen, dass sie das ganze Semester komplett durchlernt und dann zu den Prüfungen immernoch 14 Stunden benötigt, da benötigt man die Zeit dann wirklich nur noch zum Auffrischen.
Und wenn sie die 14 Stunden benötigt um unter den besten 10% zu sein, muss man sich schon fragen wofür. Ich meine, was hat sie davon wenn sie in jedem Fach eine 1.0 hat, dafür aber kein Leben, weil ihr Tag nur aus 14h Lernen, 8h Schlaf und 2h sonstigem besteht?
Sie kann mir ja auch nicht erzählen, das sie das Zeug wirklich verstanden und verinnerlicht hat, wenn sie den Stoff nur auswendig lernt.
Da ist es doch kein Wunder, wenn man meint, man müsse zu Drogen greifen, sie hat den ganzen Tag ja nur ihren Blick auf ihre Unterlagen gerichtet und sonst nichts.


Und das immermehr Studenten Ritalin benötigen, halte ich für dahingestellt, der Teil der es wirklich nutzt wird verschwindet gering sein, und ob diese Personen es benötigen? Keine Ahnung.
Vllt ist es ja der Teil der sonst durch die Prüfung fällt, wenn dem so sein sollte, retten sie sich doch damit nur Semester für Semester, wirklich verstanden haben sie es nicht, sonst hätten sie nicht zu Ritalin greifen müssen, sie kommen nur irgendwie durch.