Wirtschaft Privatisierung der Deutschen Bahn stoppen !!

Der Nahverkehr wird bei einer Privatisierung sehr leiden. Abgesehen davon, dass schon jetzt hoffnungslos gekürzt und gestrichen wird, was den Nahverkehr angeht, um den Börsengang zu erleichtern.

Und Steuergelder werden ganz sicher nicht gespart, vielmehr wurde die Bahn in der Vergangenheit mit Steuergeldern finanziert und jetzt für nen Appel und nen Ei verkauft. Angesehen davon wird fließen nach der Privatisierung jährlich 2,5 Milliarden Euro Subventionen.
 
Okay, schonmal einige gute Argumente für wie auch gegen eine Privatisierung der DB.

Ich habe eine Privatisierung einer Bahnstrecke direkt vor meiner Haustür erlebt. Es geht um die Strecke Hamburg(Altona) nach Westerland(Sylt). Diese Strecke wird seit nun etwa zwei Jahren von der NOB (Nord-Ost-Seebahn) befahren, hin und wieder fährt ein IC der DB noch dorthin, die DB benutzt die Strecke immer noch für den Autozugverkehr von Niebüll nach Westerland.

Was passierte nach der Privatisierung? Erstmal haben alle gemeckert. Die NOB hat sich wirklich oft verspätet, einige Züge sind ausgefallen, die Einschränkungen der auf den Zugverkehr angwiesenen Menschen waren so groß, dass die NOB einmal eine pauschale Erstattung von 50€ durchgeführt hat. Eigentlich ein Witz gegenüber den Konsequenzen, die für Arbeitnehmer und -geber entstanden.
Auf der anderen Seite sind die Züge der NOB wirklich um einiges bequemer, was Lautstärke und Sitze und Komfort angeht, als die Regionalbahnzüge.

Was mich selber betrifft, da ich täglich nach Sylt fahre, um da zu arbeiten, sind die massiv überfüllten Züge. Fahre ich nach Sylt, habe ich wirklich Glück, wenn ich einen Sitzplatz finde, einmal konnte ich den Zug nicht nehmen, da er so überfüllt war, dass man nicht einmal in die Tür-vorräume kam. Dieses Phänomen wurde natürlich der NOB in die Hose geschoben und war neben den Verspätungen das Haupt-mecker-Argument. Die NOB sollte längere Züge anschaffen und die Strecke öfter befahren.
Auch wenn die NOB zum Anfang wirklich einiges schlechte gelöst hat, so bezweifle ich, dass es mit der DB wirklich besser laufen würde. Grade gestern war der Zug, den ich benutzte wieder überfüllt, er war aber wirklich extrem lang, und mehr als viele lange Züge kann die NOB doch nicht einsetzen, damit der Verkehr flüssig läuft. Es sind einfach zu viele Touristen unterwegs.

Wenn eine Privatisierung erfolgt, hat das durchaus Potential, aber man muss aufpassen, dass keine dummen Fehler gemacht werden.

Mein Hauptaugenmerk ist die Monopolstellung, die ein Privatunternehmen bei so etwas wichtigem wie Personentransport bekommen kann. Da dies aber bei mir keine direkten negativen Konsequenzen hat und auch die Politik sich auch grade aktuell immernoch mit einmischt, träge aber immerhin, sehe ich da keine große Gefahr.

Worüber man nochmal nachdenken könnte ist der Aspekt der Umweltfreundlichkeit. Man soll Bus und Bahn benutzen, anstatt das Auto, aber wie umweltfreundlich sind diese Lösungen? Mit der Privatisierung gibt man Privatunternehmen damit eine große Verantwortung ab, die man jedoch mit festen Regelungen durchaus zwangsweise erfüllen könnte.

Wenn die wichtigen Aspekte beachtet werden, sehe ich durchaus wenig Gefahren bei einer Privatisierung.
 
Ich würde vorschlagen, dass man nicht nur nach England
schauen sollte, um etwas besser zu machen, sondern auch
mal in die Schweiz. Bei denen klappt das doch auch ganz
ohne Privatisierung.
Unsere "alte" Bahn sollte transparentere Angebote gestalten
und Vielfahrer/Pendler mit Angeboten wie der BahnCard 100
auf die Schienen locken.

P.S: Privatisierungen staatlicher Institutionen traue ich
seit dem Wechsel zu "Teledoof" nicht mehr. Die hätten
nach der RegTP schon längst im privaten Markt aufgehen
sollen ... und wie lange hat es gedauert?