Physikstudium

prinzQMP

Trekkie & Logiker
ID: 71890
L
11 Mai 2006
654
91
Hallo Leute,

ich gehe jetzt gerade aufs Abitur zu und es stellt sich die Frage was danach machen?
Studium ist für mich klar und eigentlich bin ich mir auch bei meiner Wahl sicher: Physik.
Nur in letzter Zeit höre ich von immer mehr Leuten das sie das nicht empfehlen würden.

"Schlechte Berufsaussichten. Man wandert von einem befristeten Job zum nächsten. Unsicheres Leben. Keine große Karriere.
.... Ja gut wenn du unbedingt Physik machen willst, Geld dir nicht so wichtig ist und du auch kein Problem damit hast mehr zu Arbeiten als andere ... Ist ja auch nicht so schlecht, aber wie wäre es denn mit: Verfahrenstechnik, Maschinenbau, etc. ...."

Hat jemand Erfahrung in diesem Bereich?
Vielleicht könnt ihr einfach mal davon erzählen.
 
Also du kannst Physik nicht wirklich mit Verfahrenstechnik und/oder Maschinenbau vergleichen. Das sind quasi zwei Paar Schuhe.

Das Beste wird sein, wenn du einfach mal zur Uni deiner Wahl gehst und da das Angebot der Studienberatung in Anspruch nimmst. Das ist i.d.R. kostenlos und die Leute ( die ja vom jeweiligen Fachbereich gestellt sind ) geben sich natürlich größte Mühe dich für ihren Bereich mobil zu machen.

btw. hat der Maschinenbauer ein Sem. Physik und das auch nur sehr halbherzig ... du kannst dir also vorstellen, wie "verwandt" die beiden Fächer sind. :D
 
Ich weiß nicht wie das bei Physiker ist, aber normalerweise soll man sich von solchen Aussagen wie, "Kaum Berufschancen" nicht beeindrucken lassen.

Damals hat man das bei Ingenieuren gesagt, heute werden sie händeringend gesucht.
Nach Trends zu studieren ist das schlimmste was man tuen kann, denn im Laufe kurzer Zeit kann sich sowas stark ändern.
 
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Das Beste wird sein, wenn du einfach mal zur Uni deiner Wahl gehst und da das Angebot der Studienberatung in Anspruch nimmst. Das ist i.d.R. kostenlos und die Leute ( die ja vom jeweiligen Fachbereich gestellt sind ) geben sich natürlich größte Mühe dich für ihren Bereich mobil zu machen.
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Also denkt jetzt nicht das ich mich nicht in dieser Richtung noch nicht bemüht hätte ^^
Habe schon nen Praktikum in der Uni im Bereich Physik/Elektronik hinter mir und war bei so einigen Informationsveranstaltungen (auch bei anderen Fächern - Verfahrenstechnik allerdings noch nicht, das hat mir erst vor kurzem ein befreundeter Professor geraten)
Ich weiß nicht wie das bei Physiker ist, aber normalerweise soll man sich von solchen Aussagen wie, "Kaum Berufschancen" nicht beeindrucken lassen.
[...]
Naja, beeindrucken nicht, aber Gedanken machen auf jeden Fall.
Komischer Weise steht das so krass im Widerspruch zu dem, das mir die Leute aus den Fachbereichen erzählt haben. Als ich damals danach gefragt habe sagten die Leute etwas davon, das auf jeden Physiker 5 Stellen kommen und das da Händeringend gesucht wird.
Das deckt sich aber auch mit der Meinung von cygnus, dass sie einen unbedingt haben wollen ;)
Deshalb hoffe ich hier ein paar unparteiische Meinungen zu bekommen. bzw. eine größere Bandbreite :)
 
Hi!
Also ich bin jetzt kein Physiker sondern Elektrotechniker, aber ich hatte ich auch sehr für das Fach interessiert und ich glaube man muss da zwei Sachen unterscheiden - zumindest wie mir das damals(2002/2003) erzählt wurde.

1. Die reinen Physiker, die wissenschaftlich in einem Gebiet arbeiten, dass mit Physik zu tun hat, also zum Beispiel in der Forschung. Davon gibts nicht allzu viele. Weil die Forschung halt sehr teuer ist und die reine Physik eher Grundlagenforschung betriebt. Da bleibt man dann also bei Arbeitgebern wie dem Max Planck Institut, dem Fraunhofer Institut oder der Helmholtz Gemeinschaft oder geht ins Ausland an ähnliche Institutionen, aber in der Industrie wird man da eher selten landen --> eher durchschnittliches Gehalt

2. Die Physiker, die ziemlich Fachfremd eingesetzt werden. Mir wurde mal erzählt, dass ein recht großer Teil Physikabsolventen bei Banken und Versicherungen arbeitet um z.B. Statistik zu betreiben. Ein Physiker, der sich fachlich noch ein bisschen weiterbildet kann bestimmt auch gut einen Ingenieur ergänzen, einfach weil er ein bisschen theoretischer und allgemeiner an Vieles ran geht. Da gibts natürlich einige Stellen, bei denen man bestimmt auch nicht schlecht verdienen kann.

Also Arbeitslos wirst du wohl eher nicht werden wenn du mit studieren fertig bist. Die Frage ist halt nur, was du dir für deinen Job später so vorstellst.

HTH
 
Hi!
Mir wurde mal erzählt, dass ein recht großer Teil Physikabsolventen bei Banken und Versicherungen arbeitet um z.B. Statistik zu betreiben.

Machen dass nicht eher Mathematiker? 8O
Hat Statistik soviel mit Physik zu tun, dass die das machen können - würd mich mal echt stark interessieren .. :-?
 
Also wie bereits gesagt, wurde mir das auch nur erzählt, aber auch die Physiker hören ja die ganze Standard-Mathematik und viele Vorlesungen ja auch zusammen mit den Mathematikern, daher können die das wohl auch ganz gut. Und dann hat es wohl auch was damit zu tun, dass man in der Physik viel Modellbildung unter praktischen Rahmenbedingungen betreiben muss, das hilft wohl auch.
 
Was ich so gehört habe "halten" sich die ganzen Betriebe einen Physiker oder so zum quer denken.

Kennt jemand vielleicht nen Physiker?


Zur Frage was ich später machen möchte.
Natürlich gerne Physik, aber in der Richtung Mathematik wäre es auch absolut okay ;)
So entscheidend ist der Verdienst jetzt für mich auch nicht, aber man würde doch schon gerne mehr verdienen. Kann ja nicht schaden ;)
 
Zur Frage was ich später machen möchte.
Natürlich gerne Physik, aber in der Richtung Mathematik wäre es auch absolut okay ;)
So entscheidend ist der Verdienst jetzt für mich auch nicht, aber man würde doch schon gerne mehr verdienen. Kann ja nicht schaden ;)

Hmm, so ähnlich hatte ich auch gedacht, und bin deshalb bei Maschbau gelandet ;) - da ist von allem nen bissle drin :biggrin:

Aber das ist natürlich auch nicht was für jeden, nur wenn du dir auch Mathematik vorstellen kannst, soweit ich weiß haben Mathematiker einen ziemlich großen Einsatzbereich, so dass da deine Jobchancen ganz gut sein dürften.
Ist aber auch alles nur hörensagen..
 
Naja, ein paar meiner Freunde machen Duales Studium Schiffsbau.
Fürs anmelden ist es jetzt natürlich auch schon zu spät. Aber klingt schon recht verlockend.
Bezahlung schon im Studium (700€ im Monat - später natürlich mehr ) und auch ziemlich gute Berufschancen.
Da überlegt man dann schon warum man eigentlich Physik machen und erstmal 3 vermutlich sogar 5 Jahre und vielleicht mehr nix verdienen will.
Bin noch am Zweifeln ob meine Entscheidung dagegen so gut war.
Wenn man mal faktisch denkt holt man diesen "Einkommensvorsprung" nicht so leicht auf
 
Nein, aber ich kenne zwei personen selber, die ein duales Studium machen, und von denen habe ich gehört, dass das ein ziemlich extremer Stress ist, den man da manchmal hat. Und ich bin mir sicher, dass ich neben meinem Studium jedenfalls aktuell nicht lange die Kraft hätte, noch zu arbeiten.
Jedenfalls nicht, ohne meine Freizeit aufzugeben, die ich mir dann doch lieber für andere(s) aufheben will..

Es ist halt immer eine Sache, auf der einen Seite steht das Geld und die Zeit, auf der anderen der Spaß. Von beidem viel ist in den seltensten Fällen möglich.
 
Naja, wenn du selbst Maschinenbau studiest weißt du ... du hast auch ohne duales Studium weder Zeit noch Geld und der Stress ist auch nicht unerheblich. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass wenn man die Möglichkeit hat seinen Studiengang als duales Ding zu bekommen ... ist jeder dumm, ders nicht macht. Was Anderes ist es natürlich, wenn man nur für das Geld auf nen bestimmten Abschluss oder gar ne Fachrichtung verzichten müsste ... aber wenn ich z.b. BWL studiern will bin ich doch dumm, wenn ichs selbst bezahle statt das ich mich von großer Firma X dafür auch noch bezahlen lass ... der Stress ist der Gleiche meiner Meinung nach ... nur hat man auf der einen Seite noch Geld, dass man ja dank großem Stress nicht ausgeben kann ~> super Start ins Leben nach dem Studium ... mal von der fast sicheren Position in großer Firma X abgesehen ...
 
Hallo
Ich studiere Physik und kenne daher viele Physiker (von der Uni, da arbeiten ja genug).
Bei Studienbeginn wurde uns gesagt, dass wir schon vor Abschluss des Studiums einen Arbeitsplatz hätten und was uns zur Bezahlung gesagt wurde ist auch voll OK. (Zum Schluss sollten es 100.000 Euro pro Jahr sein, am Anfang nicht so viel, vorrausgesetzt man gehört nicht zu den 20% der schlechtesten des Jahrgangs).

Allerdings wurde uns auch gesagt, dass die meissten Physiker nicht in der Forschung arbeiten würden, sondern bei Finanzdienstleistern und Unternehmensberatungen.

Bezüglich der Statistik:
Schon im Grundstudium lernt man sehr viel Stochastik und Statistik.
Statistische Physik ist ein wichtiger Bereich der Physik. Viele Vorgänge sind so komplex, dass sie nur statistisch berechnet werden können. (Vermischung von Flüssigkeiten, Wettersimulation...)

Auch die Quantenphysik wäre ohne die Statistik ziemlich hilflos.
 
Gut sowas hatte ich gehofft zu hören :)

da ich vermutlich, weil es so praktisch ist, einfach an der Uni hier in Bremen studieren werde steht mir Quantenphysik leider nicht zu Verfügung. Ich muss mal schauen für was genau ich mich entscheide.
Mich interessiert eigentlich irgendwie alles in der Physik. Ich glaube ich könnte mein ganzes Leben lang studieren XD
Naja, daher wäre Forschung wohl auch eher ein Berufsrichtung für mich als ein normaler Bürojob. Bin von Grund auf Neugierig :)

Ich habe mal gehört wenn man an einer Uni studiert hat, wird man von ihr im Regelfall nicht übernommen (als Angestellter). Stimmt das?
 
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Ich habe mal gehört wenn man an einer Uni studiert hat, wird man von ihr im Regelfall nicht übernommen (als Angestellter). Stimmt das?

Ich glaube verallgemeinern kann man das nicht.
Ich muss noch mal einen Bekannten fragen, der macht momentan seinen Abschluss in Theologie und so wie ich Ihn verstanden habe, macht er sich durchaus Hoffnung, nachher an der Uni bleiben zu können.

Zudem haben viele Studenten Jobs an der Uni während des Studiums. Wenn Da einer richtig gut ist, warum sollte man Ihn (oder Sie) gehen lassen?
Unis müssen da auch wie Unternehmen denken, immerhin arbeiten sie ja auch gegen Bezahlung für die Wirtschaft und sind auch an den besten Leuten interessiert.
 
Schlechte Berufsausichen? Wo hast den das gelesen. Physiker haben derzeit Hochkonjunktur. Nicht nur in der Industrie sondern vermehrt auch bei Unternehmensberatungen. Physik ist ein gute Wahl, aber auch nicht ganz leicht das Studium.
 
[...]
Physik ist ein gute Wahl, aber auch nicht ganz leicht das Studium.
Naja, ich denke mal jeder Studiengang hat so seine tücken.
Physik war bis jetzt immer mein Lieblingsfach und interessiert mich brennend, daher denke ich das ich das wohl packen werde. Außerdem war ich wie gesagt schon mal als Praktikant an der Uni und habe Praktika gemacht welche auch für die Studenten aufgebaut waren. So schwer war es nicht *g*.
Nur die Theorie könnte Probleme machen. Die ist nämlich ne kleine Schwäche von mir.
 
Ich habe nach dem Abi 6 Semester Physik studiert 8O bevor ich auf Informatik umgeschwenkt bin. Die Physik an der Uni unterscheidet sich doch deutlich von der Physik an der Schule. Ich würde mich - stünde ich nochmals vor der Wahl - sicher nicht mehr für Physik einschreiben :sick:.

Du solltest Dir vielleicht ein Limit von 2 Semestern setzen um herauszufinden, ob Dir die Physik im Uni-Stil auch noch Spaß macht. Wenn Du dabei darauf achtest, daß Du - im Falle eines Fachwechsels - möglichst viel auf das neue Fach "rüberretten" kannst (ich konnte beispielsweise die Ergebnisse der Vordiplomsprüfungen in Mathe und die für mein Nebenfach Chemie als entsprechende Leistungen für das Fach Informatik anrechnen lassen), spricht nichts dagegen, es in der Physik zu versuchen. Wer wirklich gut ist, sollte immer einen Job finden - der ist dann allerdings oft nicht in der Physik.

Ach ja: Physiker programmieren immer gerne in Fortran :ugly:. Lerne das! Aber lerne unbedingt auch C oder C++ oder Java - was vernünftiges eben - zusätzlich...
 
Was ist denn an der Uni so anders als in der Schule?
(Hört man eigentlich bei jedem Fach)

Und von Fortran habe ich noch nie was gehört.
Aber ich kann Java in Ansätzen ^^ (sagen wir lieber konnte)
 
Was ist denn an der Uni so anders als in der Schule?
(Hört man eigentlich bei jedem Fach)

Ist auch eigentlich in jedem Fach so, dass das in der Schule logischerweise nur die Spitze des Eisbergs war. Ich kann jetzt nut von der Ingenieur-Physik erzählen, und ein bisschen was erzählen, dass ich von Anderen gehört habe (schreibe meine Dipl. Arbeit am Institut für Physik, daher kenne ich ein paar Physiker *g*):
Die Uni-Physik ist bis auf ein paar Praktika eben nur Theorie und zwar eine, die sehr sehr abstrakt und Mathelastig ist. Gerade im Grundstudium könnte ich mir vorstellen, dass sich die meisten Vorlesungen vom Mathe-Studium nicht unterscheiden. Der Formelapparat ist einfach sehr sehr groß und du brauchst so ziemlich alles, was die Mathematik zu bieten hat (in der Quantenphysik brauchst du sogar so abartige Sachen wie Algebra und Gruppentheorie und das ist Hardcore-Mathe - wie ich finde...). Lediglich bei Differentialgleichungen pfuschen die Physiker meist und nehmen immer den Ansatz mit komplexen Exponentialfunktionen ;) *ein bisschen Vorurteile schür*.
Wenn du also Physik studierst solltest du Mathematik vlt nicht lieben aber schon sehr mögen.

MfG