Medikamenten Abhängigkeit

web2null

ehem. assactions
ID: 131418
L
20 April 2006
1.775
165
Huhu, mir ist grade was ziemilch krasses im Leben passiert. Ich fang am besten mal von vorne an.

Vor ca. 4 Jahren hatte meine Mutter ziemliche Rückenschmerzen, kein Arzt konnte ihr wirklich helfen, eines tages bekam sie das Medikament Tilidin was so ziemlich das schlimmste war was ihr passieren konnte.

Naja wie das so ist, nimmt man das Medikament und es hilft, es half ihr auch, sie merkte das es ihr dadurch besser ging, zuerst nahm sie es alle 2-3 Tage, später fast Täglich irgendwann merkte sie das es ohne nicht mehr ging, das war so nach 2 Jahren. Klar sie sah es selber nicht so dass sie ohne nicht mehr konnte, aber man merkte sie hat sich sehr verändert, war leicht reizbar, lustlos etc. Nach ca. 3 Jahren merkte ich dann auch das da etwas ganz schön schief geht, ich sprach sie als erster an, erstmal wies sie alles von sich und wollte es nicht wahr haben, irgendwann öffnete sie sich mir und erzählte wie es ist, das sie ohne Tilidin anfing zu zittern und es einfach nicht ohne ging, aber sie konnte nicht aufhören es zu nehmen, und so lebte sie ein weiteres Jahr ganz normal weiter mit Tilidin.

Irgendwann suchte ich im Internet nach berichten die auch „abhängig“ von Tilidin waren, als ich eine Story von einem 28 Jährigen lass der mittlerweile 5 Jahre lang Tilidin nahm und er wahrscheinlich sein 29 Geburtstag nicht mehr haben würde weil seine Leber Steinhart war, machte es klick bei mir ich druckte den Text aus und gab ihn meiner Mutter, meine Mutter fing an zu weinen, das war ziemlich hart, aber irgendwie musste ich ihr zeigen das sie damit aufhören musste, und das war glaub ich der beste weg. Nunja ihr war es sehr Peinlich zum Arzt zu gehen und zu sagen das sie Abhängig sei, aber sie nahm ihren ganzen mut zusammen und ging hin.

Mittlerweile ist sie in einer Entzugsklinik und kommt am Dienstag wieder. Normalerweise müssen Menschen die Tilidin abhängig sind auf geschlossenen Entzug, das wurde aber vorher nicht gesagt, meine Mutter zog es kanll hart durch, sie erzählte mir was sie für schmerzen hatte und wie schwer es war. Trotzdem ist sie super glücklich dass ich ihr zugehört habe und sie sozusagen dort hingeschickt habe. Sie hat sich 1000-mal bedankt. Mein Vater war das ganze so ziemlich egal dafür hasse ich ihn. Aber er war schon immer so ein charakterschwein!

Naja nun wollte ich von euch wissen, wie ich am besten mit meiner Mutter umgehe, sollte sie noch mal rückfällig werden, was ich nicht glaube und auch nicht hoffe, aber ich kann mir das halt schwer vorstellen, wie das ist wenn man malabhängig war. Und kennt Ihr vielleicht Leute die auch Tilidin abhängig waren oder es sogar sind?

lg assactions
 
Hi,
erstmal schön, dass du dich so um deine Mutter kümmerst :) Du siehst ja, wie du ihr geholfen hast.. Ich glaube, du machst das schon sehr gut.. Geh normal mit ihr um, zeig ihr, dass du stolz auf sie bist. Frag sie, wie du ihr am Besten helfen kannst und zeig ihr auch, dass du bemüht bist, ihr in jeder Lebenslage zu helfen. Setz sie nicht unter Druck, irgendwas zu tun oder zu lassen.

Kurz: Zeig ihr, dass du sie liebst und dass du für sie da bist und ermunter sie, deine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wohnt du noch bei ihr? Leben deine Eltern zusammen?
 
Ja lebe noch bei meiner Mutter. Meine Eltern sind auch noch zusammen, wobei nicht glücklich...

Ja ich versuche normal mit ihr umzugehen, aber manchmal is das schwer weil mir einfach die worte fehlen. Sie hat mich öffters gefragt warum ich so reagiert hab? Ich hab damals mal gekifft, wie jeder bestimmt mal probiert und so joa und sie hat mich sozusagen erwischt und hat ganz anders reagiert wie man sich das vorstellen kann. Nun stellt sie mir die frage warum ich nicht genau so reagiert hab wie sie, ich glaub ich hab damals sogar ne backpfeife kassiert. Und ich kann es ihr nicht wirklich erklären warum ich so reagiert hab und sie sozusagen anne hand genaommen hab um ihr den richtigen weg zu zeigen.
 
Vielleicht, weil du einfach so gekifft hast und Probleme beschworen hast und sie da so reingerutscht ist, weil sie ein Medikament brauchte und leider Gottes davon abhängig geworden ist? ;) Ist ein riesengroßer Unterschied..

Wie sieht das eigentlich aus? Hätte ein Arzt sie nicht überwachen und während der Behandlungszeit beraten und vor einer Sucht schützen müssen? Tilidin hat ja bekanntermaßen n hohes Suchtpotenzial..
 
So wie ich das gehört habe hat sie die Medikamente später auf Privatrezept bekommen, von 2 verschiedenen Ärzten. Sie ist meistens nicht selbst zum Arzt gefahren sondern hat es sich von meinem Bruder etc. abholen lassen. Die Ärzte haben ihr nie wirklich was von "sucht" erzählt. Ich hab’s ja auch erst später erlesen das das wirklich süchtig machen kann, vorher dacht ich halt ist ein Medikament wie jedes andere nur halt stärker.
 
Naja, grundsätzlich würd ich mich so verhalten wie von mir empfohlen (dummer Satz, ich weiß ;)). Das hilft einem ehemalig Süchtigem schon. Ansonsten frag halt in der Entzugsklinik nach, was du tun kannst - das kann ja nich sein, dass du und deine Mutter so alleine gelassen werdet..
Ich wünsch deiner Mutter viel Glück..
 
Ich empfehle auf jeden Fall eine Therapie nach dem Entzug. Auch wenns nur ne Selbsthilfegruppe ist. Ohne wirds frueher oder spaeter sicher sehr schwer.
Es gibt auch viele Stellen die Dir persoenlich als Co-Abhaengigen (ja, das heisst so) helfen koennen. Welche ist denn die naechstgroesste Stadt bei Euch?

Achja, und wie ist es jetzt seitdem sie wieder zu Hause ist?