Sammelthread "Loveparade"-Katastrophe von Duisburg

Naja hätte ich nicht gedacht. Muss aber auch sagen, dass ich nicht wirklich auf Beerdigungen gehe. Aber im Fernsehen sieht man meistens eher so Sprüche wie "Ruhe in Frieden", daher hatte mich das verwundert und ich dachte ich frag mal.
So ein Spruch steht immer auf dem einen Banner und auf dem anderen die Namen. Schau mal die Google-Bildersuche nach Kränzen, wo man die lesen kann, fast immer die Namen mit drauf.

Marty
 
Komisch, Schaller hat doch schon Geld in einen Soforthilfefond gegeben? :think:

Ja, Schaller hat das zusammen mit der AXA eingerichtet und es wurden, nach meiner Information, eine Million Euro zur Verfügung gestellt. 1 Million für ~ 500 involvierte ist ein bisschen wenig (i.D 2000 Euro für jeden.)

Die AXA wird abwarten wie die Ergebnisse der Untersuchung aussehen und dann können sie entscheiden, ob gezahlt wird, oder ob es durch grobe Fahrlässigkeit die Möglichkeit gibt aus dem Vertrag auszusteigen.
 
Ja, Schaller hat das zusammen mit der AXA eingerichtet und es wurden, nach meiner Information, eine Million Euro zur Verfügung gestellt. 1 Million für ~ 500 involvierte ist ein bisschen wenig (i.D 2000 Euro für jeden.)

Die AXA wird abwarten wie die Ergebnisse der Untersuchung aussehen und dann können sie entscheiden, ob gezahlt wird, oder ob es durch grobe Fahrlässigkeit die Möglichkeit gibt aus dem Vertrag auszusteigen.

Naja, dann war Schaller aber ein bisschen ungeschickt (Auch wenn ich es ihm hoch anrechne, dass er persönlich Verantwortung übernimmt): Zivilrechtlich könnte man das ja so auslegen, das er persönlich Schuld eingesteht...
 
Naja, dann war Schaller aber ein bisschen ungeschickt (Auch wenn ich es ihm hoch anrechne, dass er persönlich Verantwortung übernimmt): Zivilrechtlich könnte man das ja so auslegen, das er persönlich Schuld eingesteht...

Dazu gab es ja extra die Aussagen, dass der Fond kein Schuldeingeständnis ist, sondern er sich moralisch verpflichtet sieht den Geschädigten zu helfen.

Die Schuldfrage ist weiterhin offen und ich denke mal, dass er nichts ohne Anwalt tut. Aber gerade wenn man das öffentliche bashing vom OB miterlebt, dürfte er gut beraten sein, sich zurückzuhalten und sich dem Fond nicht zu verweigern.
 
Selbst der Bericht der Stadt sagt ja nun eindeutig, dass nicht alles glatt lief und der Veranstalter quasi am Vortag noch nicht die gesetzlichen Auflagen erfüllt hat. Es gab Tage vor der Veranstaltung noch Diskussionen zwischen Stadt, Polizei und Veranstalter, weil Fluchtwege zu klein waren, die Fläche zu klein, der Zugang nicht geregelt etc., es qurden gesetzliche Vorgaben nicht erfüllt.

Irgendwer hat da also sein OK gegeben, obwohl er es nicht hätte geben dürfen. Und Frage ist jetzt, wer war das?

Das ist durchaus ein Argument, ein sehr gutes sogar. Aber bevor geklärt ist, ob der Bürgermeister von den kurzfristig eingetretenen Problemen wusste, ist eine Rücktrittsforderung (in meinen Augen!) einfach nur lächerlich.
Weil ich ihm (von dem ich, wie wohl die meisten anderen hier auch, noch nie gehört hab) einfach nicht übel nehmen kann, dass er vor Monaten zugesagt hat.

Wir sind mal wieder an dem Punkt, das nicht getrennt wird zwischen Schuld und Verantwortung. Er muss zurücktreten, nicht weil er Schuld hat, sondern, weil er verantwortlich ist. Sollte doch jedem einleuchten...:-?

Wieso trenne ich nicht dazwischen? Ich habe doch von Schuld gesprochen, nicht von Verantwortung. Weil ich ausschließlich auf die moralische Vertretbarkeit der Zusage zum Event hinauswollte, nichts weiter.
(Im Grunde hast du dich damit selber auf's Kreuz gelegt, weil du Verantwortung verstanden hast als ich Schuld geschrieben habe^^)

Ich mein, bei einer Beerdigung schreibt man doch auch nicht den eigenen Namen auf die Kränze, damit jeder sieht, von wem der Kranz ist?!

mag von Region zu Region unterschiedlich sein, aber hier auf dem Lande kommen auf die Kränze immer Namen. Ich stand schon auf zahlreichen Kränzen, auch wenn ich nie was bezahlt habe und von vielen nocht nichtmal wusste. (z. B. Großtanten und -onkeln)
 
Ich habe doch von Schuld gesprochen, nicht von Verantwortung. Weil ich ausschließlich auf die moralische Vertretbarkeit der Zusage zum Event hinauswollte, nichts weiter.

Dummerweise war schon die ganze zeit die Rede von Verantwortung. Die Frage der Schuld klärt ein Richter, wenn es so weit kommt. Also hättest du damit auch gar nicht anfangen brauchen - das wollte ich dir damit klar machen...

Ich hab leider vergessen, wie ermüdend nur nervig Diskussionen mit Dir sind... :yawn:
 
Duisburgs OB Sauerland verliert sein Amt

Folgende News wurde am 12.02.2012 um 19:52:14 Uhr veröffentlicht:
Duisburgs OB Sauerland verliert sein Amt
Top-Themen

Duisburg (dpa) - Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) verliert wegen der Loveparade-Katastrophe sein Amt. Bei einem Bürgerbegehren stimmten am Sonntag fast 130 000 Duisburger für die Abwahl des 56-Jährigen, wie Wahlleiter Peter Greulich am Abend mitteilte. Das waren deutlich mehr als die für eine Abwahl notwendigen rund 92 000 Stimmen. Für einen Verbleib Sauerlands im Amt sprachen sich nur rund 21 500 Wähler aus. Jetzt muss innerhalb von sechs Monaten ein Nachfolger gewählt werden. Ein Bürgerbündnis hatte mit Unterstützung von Parteien und Gewerkschaften die Ablösung des 56-jährigen gefordert. Die Gegner Sauerlands machten den Oberbürgermeister politisch verantwortlich für die Genehmigung der Techno-Party. Dabei waren vor eineinhalb Jahren 21 Menschen in einem Massengedränge gestorben und Hunderte verletzt worden. Die Kritiker warfen Sauerland außerdem «völliges Versagen» beim Umgang mit Opfern und Angehörigen vor. Der Oberbürgermeister hatte den Verletzten und Angehörigen der Opfer lange eine Entschuldigung verweigert. Bei den Trauerfeiern nach der Katastrophe war er danach von den Angehörigen nicht erwünscht und nahm mit Rücksicht auf deren Gefühle nicht teil. Einen Rücktritt lehnte Sauerland trotz heftiger Kritik stets ab. Die reguläre Amtszeit des Oberbürgermeisters hätte bis Spätsommer 2015 gedauert.
 
Naja der Mob konnte halt mal wieder Macht ausüben :)

edit:

Darkkurt schrieb:
Ich stelle fest: Diese Abstimmung mit den Füßen war NICHT erfolgreich...

Ist ja auch ein Beweis für die Absurdität der Abwahl. Menschen üben einfach gerne Macht aus und stürzen gerne die böse Obrigkeit. Aber die Moral geht dann nicht so weit ein paar Euro bei McFit zu sparen, die man in einem anderen Fitnessstudio mehr zahlen müsste. Um Moral geht es doch häufig nur nach außen hin. Die wahren Beweggründe sind oft ganz andere
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, "Mob" ist alles, was nicht Dreirad fährt :ugly:

Sauerland hat(te) ein politisches Amt, hat sich aber gänzlich unpolitisch verhalten. Ein Dilettant, von dem sich der Nicht-Duisburger fragt, wie der jemals OB werden konnte. Er hätte nicht am Tag nach dem Unglück zurücktreten müssen, aber er hätte sofort die Verantwortung übernehmen müssen anstatt dieses unwürdige Hin- und her schieben von angeblicher Schuld loszutreten.

Und wenn er unmittelbar nach dem Unglück zurückgetreten wäre, hätten ihm ALLE dafür Respekt gezollt. Da er aber an seinem Sessel klebte bis zur Abwahl, ist jeder Respekt ihm gegenüber verschwunden.
 
...Sauerland hat(te) ein politisches Amt, hat sich aber gänzlich unpolitisch verhalten....aber er hätte sofort die Verantwortung übernehmen müssen anstatt dieses unwürdige Hin- und her schieben von angeblicher Schuld loszutreten.

Warum, viele Politiker benehmen sich doch genau so, oder habe ich da bei Wulff, Guttenberg,... etwas falsch mitbekommen? Man eiert so lange hinn und her, bis man es - wie Kohl - ausgesessen hat.
 
Warum, viele Politiker benehmen sich doch genau so, oder habe ich da bei Wulff, Guttenberg,... etwas falsch mitbekommen? Man eiert so lange hinn und her, bis man es - wie Kohl - ausgesessen hat.

Immer dieses stänkern gegen die Obrigkeit :) Ist immer wieder witzig. Und Wulff muss da ja auch noch mal genannt werden. Die lächerlichste Hetze zur Zeit.

Wieso hätte ein OB, der in der SPD-Hochburg Duisburg wiedergewählt wurde zurücktreten sollen ohne zu wissen, ob dies der Wunsch der Mehrheit ist oder nur der Medien. Die Menschen haben nun abgestimmt und gut ist, vorher wäre es ein feiges verdrücken gewesen. Er wurde wieder gewählt, da sich etwas verändert hat seit seiner Wahl. Duisburg steht besser da.

Ich finde diese möchtegern moralische getue in Deutschland echt schlimm.
 
1.: Immer dieses stänkern gegen die Obrigkeit :) Ist immer wieder witzig. Und Wulff muss da ja auch noch mal genannt werden. Die lächerlichste Hetze zur Zeit.

2.: Wieso hätte ein OB, der in der SPD-Hochburg Duisburg wiedergewählt wurde zurücktreten sollen ohne zu wissen, ob dies der Wunsch der Mehrheit ist oder nur der Medien. Die Menschen haben nun abgestimmt und gut ist, vorher wäre es ein feiges verdrücken gewesen. Er wurde wieder gewählt, da sich etwas verändert hat seit seiner Wahl. Duisburg steht besser da.

3.: Ich finde diese möchtegern moralische getue in Deutschland echt schlimm.

Zu 1.: Das ist eine Beobachtung meinerseits. Ich kenne auch positive Gegenbeispiele, meist aber eher auf lokaler Ebene! Frau Käsmann würde mir spontan einfallen - Rücktritt, bevor das Amt Schaden nimmt!

Zu 2.: Wenn Sauerland zeitnah agiert hätte und sich für eine schnelle Aufklärung stark gemacht hätte und auch eingestanden hätte, dass Teile der Fehler auch in seinem Zuständigkeitsbereich lagen... - dann wäre es wohl nie zu dem Bürgerentscheid gekommen. Aber so habe ich - aus der Ferne - seine Arbeit nicht erlebt.
Dass die HEtze gegen Wulff in der Zwischenzeit überzogen ist ist auch wahr. Aber auch hier war die erste Reaktion auf Anschuldigungen ein Ausweichen und abwiegeln - das ist das was ärgert!

Zu 3.: Wäre dir ein unmoralisches Deutschland lieber?!?
 
Zu 1.: Das ist eine Beobachtung meinerseits. Ich kenne auch positive Gegenbeispiele, meist aber eher auf lokaler Ebene! Frau Käsmann würde mir spontan einfallen - Rücktritt, bevor das Amt Schaden nimmt!

Naja. Schaden nimmt es doch erst durch Hetze. Ansonsten ist es doch verblüffend, dass die Tat des Rücktritts von vielen mehr geachtet wird als die Missachtung dafür, dass sie andere Menschenleben durch das Fahren mit Alkoholeinfluss gefährdet hat. Ansonsten würde ich speziell bei der Kirche sagen, dass Vergebung eines der zentralen Themen einer Kirche sind. Sie sollte auch lernen sich selbst zu vergeben. Sie hat viele Menschen im Stich gelassen durch ihren Rücktritt, der das Geschehene nicht ungeschehen macht.

Zu 2.: Wenn Sauerland zeitnah agiert hätte und sich für eine schnelle Aufklärung stark gemacht hätte und auch eingestanden hätte, dass Teile der Fehler auch in seinem Zuständigkeitsbereich lagen... - dann wäre es wohl nie zu dem Bürgerentscheid gekommen. Aber so habe ich - aus der Ferne - seine Arbeit nicht erlebt.
Dass die HEtze gegen Wulff in der Zwischenzeit überzogen ist ist auch wahr. Aber auch hier war die erste Reaktion auf Anschuldigungen ein Ausweichen und abwiegeln - das ist das was ärgert!

Das Problem beim Sauerland war, dass er von Anfang an die Medien gegen sich hatte. Hat er eine unabhängige Gesellschaft engagiert, die die Schuld klären sollte (vom Land so angeordnet), wurde von allen gepöbelt, dass er dafür 450 T€ ausgegeben hat. Er konnte sagen und aufklären wie er wollte, am Ende war alles falsch. Das durch den Druck dann auch ein paar mehr Fehler passieren ist menschlich und ich denke keiner kann sich vorstellen wie schwer dies ist. Die erste Reaktion vom Wulff war menschlich. Wenn auch nicht unbedingt Staatsmännisch. Aber im Grunde bin ich froh, wenn wir von Menschen regiert werden, die auch Fehler machen. Die Frage ist nur immer, was am Ende überwiegt, die Fehler oder die positiven Taten. Und ob die Fehler bewusst getätigt wurden um anderen zu Schaden oder um andere zu nützen. Wir wollen doch alle, dass die Politik sich mit der Wirtschaft versteht. Ist halt eine schwere Situation, sich einerseits distanzieren zu müssen und gleichzeitig die Nähe suchen zu müssen um was zu bewirken.

Zu 3.: Wäre dir ein unmoralisches Deutschland lieber?!?

Kennst du das Buch "Der Wohlstand der Nationen"? Wenn der Mensch das beste für sich will, dann will er automatisch das beste für alle. Ich denke moralisch richtig ist es, wenn Taten dazu führen, dass es einer maximalen Zahl von Menschen gut geht. Natürlich gibt es da auch Extreme, wo man Ausnahmen definieren muss. Moralisch richtig ist es sicherlich nicht einen zu erschießen, damit 2 nicht hungern müssen. Aber es ist bei weitem nicht moralisch richtig, zurück zu treten und die Menschen in Stich zu lassen, welche einen gewählt haben, wenn diese Menschen durch ihre Wahl der Meinung waren, dass man etwas gutes für sie bewegt hat und diese einen wieder gewählt haben. Vorher war es Medienhetze und man wusste nicht, wie viele sich davon irre haben leiten lassen. Nun wurde ja abgestimmt und ein Rücktritt ist moralisch gegenüber denen vertretbar, die ihn gewählt haben und die sich darauf verlassen haben, dass er in Duisburg weiterhin etwas bewegt, was vorher nicht der Fall war.
 
Kennst du das Buch "Der Wohlstand der Nationen"? Wenn der Mensch das beste für sich will, dann will er automatisch das beste für alle.
Allein dieser Fall belegt doch, das diese Theorie falsch ist. "Das Beste" für Sauerland - Renommee für Duisburg und damit für sich selbst um JEDEN Preis - hat 21 Menschen das Leben gekostet und viele weitere traumatisiert.

Und der Nachlauf, in dem ALLE Verantwortlichen - Veranstalter, Behörden, Bürgermeister, "Das Beste" für Sich - nämlich keine persönliche Verantwortlichkeit - wollten, hat die Opfer verhöhnt, die Überlebenden erzürnt und eine Stadt für einen längeren Zeitraum stigmatisiert.

Sicherlich - es mag falsch sein, alles Fehlverhalten nur auf Sauerland zu fokussieren, und er mag auch nicht der einzige Verantwortliche sein, aber er ist auch nicht bloß ein Opfer des öffentlichen Rachedurstes. Er hat Fehler gemacht, und für die muss er sich verantworten - und zwar nicht auf die Art und weise, wie er es gemacht hat. Sein Auftreten war weder diplomatisch noch offen noch einsichtig.