News Koma-Patientin darf nach 17 Jahren sterben

Das einzige was ich noch anmerken kann ist, dass - gerade weil keiner von uns weiß was die Frau wollen würde, gewollt hat etc. und auch ihre Familie kann ich mir nicht vorstellen, dass sie sich 100% sicher sind, dass síe sterben will, weil sie war 21 als der Unfall passierte, also in einem Alter in dem man nicht an so etwas denkt - und da kann ich mir echt schwer vorstellen, dass die Frau damals gesagt haben soll " bitte tötet mich falls ich mal ins Koma falle". Dafür spricht auch die Tatsache, dass - wenn sie es tatsächlich damals angeblich gewollt hätte - dann hätten die Eltern nicht 17 Jahre lang gewartet... So meine Meinung...

Normalerweise kennen Eltern ihre Kinder und könnten somit die Meinung zu diesem Thema einschätzen, auch wenn man jetzt nicht speziell darüber gesprochen hat.
Wenn man sich mit dem Thema jetzt hier aber mal weiter beschäftigt - so habe ich gerade im Spiegel online vom 08.02.09 gelesen, dass die Patientin vor Ihrem Unfall selbst jemanden in dieser Lage in einem Krankenhaus besucht hat und gegenüber ihrem Vater geäußert haben soll, dass sie so nicht enden wolle.
Ob es stimmt oder nicht, wissen wir alle nicht. Deshalb sage ich ja, man sollte der Familie schon vertrauen, dass sie wissen, warum und wofür sie so sehr kämpfen. Niemand geht vor Gericht, um sein Kind "wegzuwerfen" wie hier es so "nett" formuliert wurde. :roll:
 
Niemand. Und nu? Sterben oder leben? Wenn sterben - warum? Wenn leben - warum?
Welche Vor- oder Nachteile hat wer wenn sie lebt und und welche wenn das Gegenteil passiert?
Darüber kann man sich sicherlich streiten. Trotzdem bekenne ich mich als Befürworter des Lebens und ein Gegner des Sterbens.

Ich habe als 8-jähriges Kind 3 Monate im Koma gelegen, nachdem ich aus dem 4. Stock ausm Fenster gefallen war. Die körperliche Schäden trage ich bis heute mit mir herum und habe meinen Eltern über die Jahrzehnte sehr oft gesagt, sie hätten mich damals gehen lassen sollen. Sage ich sogar heute noch. Hätte ich damals selbst die Möglichkeit gehabt, hätte ich gesagt "Kinders, zieht den Stecker".

Die Frau liegt seit 17 Jahren im Koma - im Hirn ist da nur noch Suppengemüse und wegen den Folgen des Komas/langes bewegungsloses Liegen (Muskel-, Knochen und Nervenschwund) wird sie Schmerzen ohne Ende haben. Das nennst Du Leben? Sie wird nie wieder reden, lachen, sprechen, essen, pupsen können. Sie wird nichtmal sagen können, dass ihr der Hintern weh tut. Nie mehr. Soll sie weitere 50 Jahre so rumliegen und täglich (rund um die Uhr) leiden?
 
Trotzdem bekenne ich mich als Befürworter des Lebens und ein Gegner des Sterbens.

Das ist auch ok.
Nur ich frage mich immer, warum ihr "Befürworter des Lebens" nicht die Entscheidungen anderer akzeptieren könnt?
Ihr demonstiert, wettert, macht und tut - aber niemand denkt an den Patienten an sich, niemand macht sich auch nur annähernd die Mühe, an das Leiden zu denken, dass vielleicht die Frau durchmacht - was ist, wenn es wirklich eine Seele gibt, die den Körper schon irgendwie verlassen hat und dieses Elend sieht, in dem sie gerade liegt?

Davon mal abgesehen ist die Entscheidung vor Gericht zu gehen, nicht gerade vor ein paar Tagen von der Familie bzw. vom Vater getroffen worden, sondern der Rechtsstreit geht schon sein ca. 13 Jahren durch sämtliche Instanzen der Gerichte in Italien. Und was man dabei auch nicht vergessen sollte, ist eine Patientenverfügung wie wir sie hier in Deutschland kennen in Italien noch lange nicht gang und gäbe!
 
Ihr könnt mich ruhig "blauäugig" oder sogar "doof" nennen, aber ich glaube tatsächlich an das Wunder genannt Medizin. Ja, ich denke, dass die Medizin Fortschritte macht und, manche die leider schon gestorben sind, hätten es vielleicht nicht müssen, wenn sie noch "ein bisschen" warten hätten können. Zugegeben, das kann unter Umständen länger dauern als es uns lieb ist. Jedoch denke ich, im Sinne des Lebens, dass es sich mehr lohnt lebendig darauf zu warten, als zu sterben und wissen, dass es das entgültige Ende ist.
 
Jedoch denke ich, im Sinne des Lebens, dass es sich mehr lohnt lebendig darauf zu warten, als zu sterben und wissen, dass es das entgültige Ende ist.

Nach 17 Jahren im Koma weiß man aber gar nicht, ob man noch lebt oder schon gestorben ist. Man weiß gar nichts. Man liegt da wie Suppengemüse und hat Schmerzen rundum die Uhr - zu mehr Empfindungen ist das Hirn nicht mehr im Stande (nach der Zeit). Und was noch schlimmer ist: wenn man chronische Schmerzen hat, verselbständigen die sich - man hat also quasi irgendwann nur noch grundlos Schmerzen, weil alle Nervenbahnen ständig diese Signale rumschicken, dass hier oder da etwas kaputt ist, obwohl dem gar nicht so ist, und somit der Körper nur noch mit stetig zunehmenden Schmerzschübe darauf reagiert.
 
Ihr könnt mich ruhig "blauäugig" oder sogar "doof" nennen ...

Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass gerade von Lebensverfechtern wie du einer bist, die Entscheidungen anderer, die sich nunmal für eine Beendigung des Lebens in dieser Situation entscheiden, noch nicht mal ansatzweise akzeptiert werden. :roll:

Ich hab die Nachwirkungen von einem Koma, dass 6 Wochen dauerte, erlebt und das war schon schlimm genug. Wenn schon Ärzte bescheinigen, dass im Grunde "Hopfen und Malz" verloren ist und der Patient auch gehirnmäßig zu nichts mehr in der Lage sein wird, dann frage ich mich echt, warum weiter warten, nur damit die Lebensverfechter ihr persönliches Hochgefühl haben?

Ich persönlich maße mir nicht an, darüber entscheiden zu können. Ich konnte es damals nicht, ich werde es wohl nie können. Dazu kommt natürlich immer die Hoffnung, dass es besser werden könnte usw. Aber im Grunde ist das nur egoistisches Denken. Man will niemanden loslassen, den man liebt, aber was nützt es einen, wenn man ihn "leiden" lässt? Und der Patient - nehmen wir mal an, er erwacht doch irgendwann mal - dann hat der Patient die Qual alles neu lernen zu müssen: Schlucken, sprechen, laufen, bewegen usw. Diese Schmerzen haben nicht wir, sondern nur der Patient selber. Und das Trauma verarbeiten, dass man selber soviele Wochen, Monate oder vielleicht noch Jahre einfach nicht erlebt hat, weggewischt sind wie nix! Vorausgesetzt das Hirn hat keinen Schaden erlitten, was in diesen Fällen selten ist.
 
Na ja, wenn sie angeblich nur "Suppengemüse" ist und von nichts eine Ahnung hat, dann kann sie demnach auch keine Schmerzen oder sonstwas realisieren. Sie weiß also nichts, sie spürt nichts, sie denkt nichts. Sie hat zwar offene Augen, schläft aber. Grund genug um sie ins Jenseits zu befördern, weil sie ja leidet - obwohl sie keinerlei Empfindung hat??
 
Na ja, wenn sie angeblich nur "Suppengemüse" ist und von nichts eine Ahnung hat, dann kann sie demnach auch keine Schmerzen oder sonstwas realisieren. Sie weiß also nichts, sie spürt nichts, sie denkt nichts. Sie hat zwar offene Augen, schläft aber. Grund genug um sie ins Jenseits zu befördern, weil sie ja leidet - obwohl sie keinerlei Empfindung hat??

Ein Teil ihres Hirns funktioniert noch (eigentlich nur noch der Hirnstamm - der Rest ist auf Dauer defekt oder tot) und reagiert auf die Signale der Nervenbahnen im Körper. Dadurch hat sie Spastiken und sonstige Krämpfe. Sie selbst kriegt davon gar nichts mit. Im Grunde genommen laufen da nur noch Reflexe ab, worauf weder sie noch ein anderer Einfluß drauf hat. Ihr Bewusstsein ist weg - das bisschen Rest an Hirn tut quasi was er will mit dem Körper. Sie, als Person, empfindet tatsächlich nichts, ihr Körper dafür um so mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also.. für mch ist es ganz klar! Ich bin FÜR Sterbehilfe! Einen Huhnd lässt man ja auch nicht so leiden, wie es oft manch einen Menschen , der in einer solchen Situation ist.
Wenn die Lage tatsächlich aussichtslos ist, und der Patient vor seiner Erkrankung / seinem unfall..also als er noch bei vollem Bewusstsein war, bestimmt oder mehrfach gesagt hat, das er keine lebensverlängernden Maßnahmen in einem solchen Fall will, dann ist es das einzig Richtige nach seinem Willen zu handeln!
Ich muss am Mitwoch ins Krankenhaus..wieder Mal, und ich habe dort schon bei den letzten beiden Operationen eine Patientenverfügung hinterlegt. Zusätzlich befindet sich immer eine Abschrift derselben in meiner Brieftasche.
Und ich hoffe und bete, dass falls es soweit kommt, das man meine Wünsche nciht missachtet und sich daran hält.
Das heisst, wenn es so wäre wie bei der Frau.. keine Maschinen und keine künstliche Ernährung.. sollte davon auszugehen sein, das Schmerzen mit im Spiel sind , so bitte ich um die freundliche Gabe von Schmerzmitteln und das wars.
Jeder Menshc sollte das Recht haben selbst zu bestimmen und falls er/sie selber dies nicht mehr kann, dann die Menschen die der Person nahe stehen.
 
[N] Italienische Koma-Patientin Eluana Englaro ist tot

Folgende News wurde am 09.02.2009 um 20:58:35 Uhr veröffentlicht:
Italienische Koma-Patientin Eluana Englaro ist tot
DPA-News

Rom (dpa) - Die italienische Koma-Patientin Eluana Englaro ist tot. Das wurde am Montagabend aus Verwaltungskreisen und aus dem Altersheim in Udine bekannt, in das die 38-Jährige in der vergangenen Woche zum Sterben gebracht worden war. Die Sterbehilfe für die Frau, die seit 17 Jahren im Wachkoma gelegen hatte, war in Italien bis zuletzt heftig umstritten. Die Regierung von Silvio Berlusconi hatte noch mit einem Gesetz die Sterbehilfe für Eluana verhindern wollen. Die konservative Regierung Silvio Berlusconi bietet Staatspräsident Giorgio Napolitano dabei offen die Stirn: Sie wollte im Eiltempo einen Gesetzesentwurf durch den Senat pauken, um Englaros Tod zu verhindern. Die Abstimmung über den Entwurf, der nur einen Absatz lang ist und ganz auf den Fall Eluana zugeschnitten, war für diesem Dienstag geplant. Napolitano hatte sich am Freitag geweigert, ein einfaches Dekret der Regierung Berlusconi zu billigen, die damit den Sterbehilfe-Prozess für Eluana in letzter Minute stoppen wollte. Oppositionschef Walter Veltroni sprach am Montag von einem «beispiellosen Angriff auf die Verfassung». Der Medienmogul und Ministerpräsident wies diese Kritik zurück: «Ich habe auf die Verfassung geschworen, aber man kann sie ändern. » ***Die Koma-Patientin war vergangene Woche aus einer Klinik in ein Altersheim in Udine gebracht worden. Dort war der Sterbehilfeprozess am Freitag eingeleitet worden. Eluana war 1992 nach einem Autounfall ins Koma gefallen. Ihr Vater hatte jahrelang vergeblich darum gekämpft, die künstliche Ernährung seiner Tochter zu stoppen. Vor allem der Vatikan hatte immer wieder gegen eine Sterbehilfe protestiert. Im vorigen November hatte das oberste italienische Berufungsgericht in letzter Instanz bestätigt, dass die künstliche Ernährung der Frau eingestellt werden könne.
 
Und wer will wissen, dass sie es nicht vielleicht wollen würde?

Ich denke einfach, dass man einer Lebendigen immer noch Sterbehilfe leisten kann, sollte sie das wollen. Eine Tote kannst du aber nicht wieder aufwecken, weil sie vlt. nicht sterben wollte. Aus diesem einen Grund dachte ich, dass sie selbst entscheiden müsse.
Du sagtest, du könntest das abschätzen. Aber glaubst du wirklich, dass es bei dir ganz genau das gleich ist wie bei vielen anderen solcher Fälle?
 
Weiss denn irgendeiner von denen was es heisst täglich zu dem Bett zu gehen? welch eine Belastung das für alle ist?
Ich möchte gerne Sie dabei sehen und wissen was Siemachen würden!

Ich freue mich Für Sie und die Familie
 
Endlich hat die Menschlichkeit gesiegt - schön!

(Ja, "schön", denn es wird nun spätestens nach ein paar Tagen der Trauer allen Beteiligten besser gehen - vorbereiten konnte man sich ja leider lange genug auf diesen Tag)
 
Ja, buchstäblich Gott sei dank.


Ihr könnt mich ruhig "blauäugig" oder sogar "doof" nennen, aber ich glaube tatsächlich an das Wunder genannt Medizin. Ja, ich denke, dass die Medizin Fortschritte macht und, manche die leider schon gestorben sind, hätten es vielleicht nicht müssen, wenn sie noch "ein bisschen" warten hätten können. Zugegeben, das kann unter Umständen länger dauern als es uns lieb ist. Jedoch denke ich, im Sinne des Lebens, dass es sich mehr lohnt lebendig darauf zu warten, als zu sterben und wissen, dass es das entgültige Ende ist.


Wer sagt hier endgültig?

Abgesehen davon, glaube ich nicht, dass man von einer Komapatientin in diesem Fall von 'Leben' sprechen kann.