In Remember

08. Februar 1990:
Del Shannon, US-amerikanischer Rock-’n’-Roll-Sänger stirbt.
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Del Shannon (bürgerlich Charles Weedon Westover; 1934–1990) war ein einflussreicher amerikanischer Rock'n'Roll-Sänger, Songwriter und Gitarrist, der vor allem durch seinen weltweiten Nummer-eins-Hit "Runaway" aus dem Jahr 1961 bekannt wurde.

Karriere und Einfluss:
Pionierstatus: Shannon war einer der ersten weißen Rock'n'Roller, der den Großteil seiner eigenen Songs schrieb, was ihn zu einem frühen Vertreter des Singer-Songwriter-Genres machte.

Musikalische Innovationen: Sein Sound zeichnete sich durch melodische Sensibilitäten, die Verwendung von Moll-Akkorden und den innovativen Einsatz eines Musitron (einer frühen Form des Synthesizers) in "Runaway" aus.

"Runaway": Dieser Song mit seinem markanten Orgel-Solo verweilte wochenlang an der Spitze der Charts und wurde später von zahlreichen Künstlern, darunter Elvis Presley und die Traveling Wilburys, gecovert.

British Invasion Verbindung: Bevor die "British Invasion" die USA eroberte, tourte Shannon durch England und trat mit den damals noch wenig bekannten Beatles auf, die große Fans von ihm waren. Er war auch der erste amerikanische Künstler, der einen Lennon-McCartney-Song ("From Me to You") in den USA veröffentlichte.

Weitere Hits: Zu seinen weiteren erfolgreichen Singles gehören "Hats Off to Larry", "Hey! Little Girl", "Keep Searchin' (We'll Follow The Sun)" und "Little Town Flirt".

Späte Karriere und Vermächtnis: In den 1980er Jahren arbeitete er mit Künstlern wie Tom Petty und Jeff Lynne zusammen, die sein letztes Album "Rock On!" (1991 posthum veröffentlicht) produzierten. Im Jahr 1999 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Tod:
Del Shannon litt an Depressionen. Am 8. Februar 1990 starb er im Alter von 55 Jahren durch eine selbst zugefügte Schussverletzung.

 
09. Februar 1948:
Karl Valentin, deutscher Komiker, Kabarettist, Autor und Filmproduzent stirbt.
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(1882–1948) war ein renommierter bayerischer Komiker, Kabarettist, Autor, Filmproduzent und Volkssänger, der oft als der "Charlie Chaplin Deutschlands" bezeichnet wird. Er gilt als einflussreicher Vorreiter des absurden Theaters und der modernen Stand-up-Comedy, dessen einzigartiger Humor auf Sprachakrobatik und grotesker Situationskomik beruhte.
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Leben und Karriere:
Frühe Jahre und Durchbruch: Geboren als Valentin Ludwig Fey in München, absolvierte er zunächst eine Schreinerlehre. Seine Karriere als Komiker begann er 1902. Der Durchbruch gelang ihm 1908 mit dem Monolog "Das Aquarium" in einem Münchner Wirtshaus.

Bühnenpartnerschaft mit Liesl Karlstadt: Ab 1911 bildete er ein legendäres Komikerduo mit Liesl Karlstadt (Elisabeth Wellano), das jahrzehntelang das deutsche Kabarett prägte. Ihre gemeinsamen Sketche, die oft auf Missverständnissen und Wortspielen basierten, machten sie in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt.

Filme und andere Projekte: Valentin war auch ein Pionier des Films. Er produzierte und spielte in zahlreichen Kurzfilmen – sogenannten "Valentinaden" – und einigen Spielfilmen, darunter "Mysterien eines Frisiersalons" (1922) und "Die verkaufte Braut" (1932). Zu seinen exzentrischen Projekten gehörte auch ein kurzlebiges "Panoptikum" in München, in dem er Kuriositäten wie "Berliner Luft im Glas" ausstellte.

Einfluss und Tod: Mit seinem tiefgründigen, oft pessimistischen Humor beeinflusste er zahlreiche Künstler, darunter Bertolt Brecht, Samuel Beckett, Loriot und Gerhard Polt. Trotz seines Erfolgs geriet er gegen Ende seines Lebens in Vergessenheit und starb 1948 in Armut und an den Folgen einer Lungenentzündung.

Zitate und Vermächtnis
Viele seiner Sprüche sind zu geflügelten Worten geworden:
„Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“
„Alle reden vom Wetter, aber keiner unternimmt was dagegen.“
„Früher war sogar die Zukunft besser.“

Sein Vermächtnis wird im Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor in München bewahrt und gefeiert.