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- 25 April 2006
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Folgende News wurde am 18.08.2008 um 19:37:49 Uhr veröffentlicht:
Illegaler Datenhandel weitet sich aus
DPA-News
Illegaler Datenhandel weitet sich aus
DPA-News
Berlin (dpa) - Der Skandal um illegal gehandelte sensible Kundendaten zieht immer weitere Kreise. Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen wurden in einem Scheingeschäft sechs Millionen Datensätze angeboten, davon vier Millionen mit Kontonummern. In Kiel tauchte am Montag eine neue CD mit mehr als 130*000 illegalen Datensätzen aus Call-Centern auf. Daten- und Verbraucherschützer sowie die Kriminalpolizei forderten als Konsequenz aus dem Missbrauch von Kontodaten schärfere Sanktionen. Die Bundesregierung will zunächst die Ermittlungen über den mutmaßlichen Missbrauch von 17*000 Daten abwarten. Der Fall hatte vor einer Woche den Skandal ausgelöst. Vom illegalen Datenhandel sind nach Recherchen der NDR/WDR-Sendung «Kriminalreport» auch Kunden der Deutschen Telekom betroffen. Ein Call-Center in Bremerhaven habe sich illegal Zugriff auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten davon offenbar an Dritte weiterverkauft, heißt es in dem Fernsehbericht. Die Datenbanken enthalten laut Bericht persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden. «Die Deutsche Telekom ist offenbar Opfer hoch krimineller Machenschaften», sagte Unternehmenssprecher Philipp Blank am Montag auf Anfrage. Der Umfang sei allerdings vollkommen unklar. Auf jeden Fall würden die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die betroffenen Kunden informiert. Bisher habe der NDR der Telekom lediglich einen Betroffenen, einen Täter und einen Zeugen benannt und Angaben zu einer Handvoll weiterer Kunden in Aussicht gestellt. «Bisher haben wir keine Erkenntnisse, dass Kundendaten der Deutschen Telekom für Trickbetrügereien missbraucht worden sind», erklärte der Sprecher. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte den Gesetzgeber zum Handeln auf. Jetzt müsse auch dem Letzten klar geworden sein, dass Daten einen erheblichen wirtschaftlichen Wert hätten und nicht alle, die damit umgingen, sich an Recht und Gesetz hielten. «Das Sanktionensystem des Bundesdatenschutzgesetzes ist so löchrig wie ein Schweizer Käse», kritisierte Schaar am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Verbraucherschützern und dem Bund Deutscher Kriminalbeamter in Berlin. Das Bundesdatenschutzgesetz sieht bei Verstößen ein Bußgeld von maximal 250*000 Euro und in schweren Fällen eine Freiheitsstrafe von höchsten zwei Jahren vor. Schaar forderte ebenso wie der Vizevorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Bernd Carstensen, eine bessere personelle Ausstattung, um Datenmissbrauch entdecken und verfolgen zu können. Auch der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte die Politik zum Handeln auf. Seinem Verband lägen Hunderte von Beschwerden von Menschen vor, bei denen 50 bis 100 Euro illegal abgebucht worden seien. Der in Schleswig-Holstein publik gewordene Fall von 17*000 illegal gehandelten Daten sei nur die Spitze eines Eisberges. «In Deutschland findet ein illegaler Datenhandel in ungeheuerem Ausmaß statt. »Das Call Center Forum Deutschland verurteilte den illegalen Adresshandel. Im Fall der Adress-CD mit 17*000 Kundendaten handele es sich «augenscheinlich um kriminelles Handeln», teilte Verbandspräsident Manfred Stockmann mit. Die weit überwiegende Mehrzahl der Call-Center halte sich an Recht und Gesetz. Die Verbraucher- und Datenschützer forderten, das 30 Jahre alte Datenschutzrecht der Entwicklung der Informationstechnologie anzupassen. Höhere Strafen und eine Gewinnabschöpfung müssten dafür sorgen, dass sich Datenmissbrauch wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Datenhandel ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen dürfe nicht mehr erlaubt sein. Die CDU-Verbraucher-Politiker Peter Bleser und Julia Klöckner unterstützen die Forderung, Datenhandel für gewerbliche Zwecke ohne Einwilligung der Betroffenen generell zu verbieten: «Datenschutz muss rechtlich ein Teil des Verbraucherschutzes werden. »Mit dem Scheingeschäft wollten die Verbraucherschützer zeigen, wie der illegale Handel funktioniert. «Es ist kein großer Akt, an illegale Daten heranzukommen», sagte Billen, als er die auf einer DVD und zwei CDs gesammelten Datensätze präsentierte. Viele der zum Schein erworbenen Daten stammten laut Billen wiederum von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, forderte die Aufnahme von Datenschutzrechten ins Grundgesetz. «Jeder muss wissen und bestimmen können, wer hat meine Daten, was passiert mit ihnen und wer bekommt sie», sagte die frühere Verbraucherschutzministerin der «Financial Times Deutschland» (Montag). «Dafür muss das Grundgesetz überarbeitet werden. Diese Rechte gehören in die Verfassung. »
Internet: Datenmissbrauch: https://www. verbraucherzentrale. de; https://www. vz-bw. de/datenklau