Hundeattacke

hasilover

Well-known member
ID: 303517
L
14 November 2007
63
3
Ich habe folgendes Problem. Wir haben hier daheim einen Rottweiler und einen Jack Russell. Der Rottweiler war bis vor kurzem auch ein sehr ausgeglichenes Tier (der Trainer der Hundeschule hat das auch beim Wesenstest bestätigt und mehrfach danach ohne Aufforderung bestätigt). Vor ein paar Wochen waren wir mit beiden Hunden spazieren. Dabei wurden sie von einem schwarzen Mischling attackiert, gebissen etc. Und offensichtlich stellt seit diesem traumatischen Erlebnis jeder schwarze Hund eine Bedrohung dar. Es kam dadurch auch schon zu einem unschönen Erlebnis mit unserem Rottweiler, dem Jack Russell und einem anderen schwarzen Hund.
Meine Frage ist jetzt ob es hier andere Hundehalter gibt, die mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen hatten? Gibt es hier sowas wie eine Therapie? Unser Rottweiler ist fast 2 Jahre alt und war bis zu dem Erlebnis vollkommen ausgeglichen. Er hat noch nicht einmal die Katzen auf unserem Bauernhof gejagt.
Wäre für Hinweise und Tips dankbar.
 
Naja, Hunde sind auch nur Menschen. Mein Hund ist damals urplötzlich auf Polizisten losgegangen, weil mich ein Bulle einmal zu fest am Arm gepackt hat und ich mich losreißen wollte. Man steckt halt in so einem Tier nicht drin.

Aber ich kann Dir versichern, dass man so ein Verhalten auch wieder aus dem Tier bekommt. Vor allem mit viel Zeit und Geduld. Leider haben sich in meinem Fall zu wenige Bullen bereit erklärt (um ehrlich zu sein, habe ich aber auch keinen gefragt), mit mir das Verhalten zu trainieren. Günstig wäre in Deinem Fall ein Hundeplatz.

Dort findet man oft Halter von Labradoren. Schwarze Labradore sind sehr ausgeglichene Hunde, die eher zurückstecken, als auszuteilen. Vielleicht anfangs mit Maulkorb (wenn Dein Rotti Maulkorb gewohnt ist) und mit Leine. Nicht laut schimpfen oder gar schlagen, wenn er aggressiv wird, sondern nur kräftig an der Leine reißen und bestimmend mit festem Ton auf das Tier einwirken. Das ständig wiederholen. Nach wenigen Tagen kommt vielleicht noch ein ganz tiefes Knurren aus der Magengrube, aber die offenkundliche Aggressivität ist erstmal weg.

Dann ohne Maulkorb, mit Leine weitermachen. Am besten täglich wiederholen, die Zeit muss man sich einfach nehmen. Vor allem, wenn Du mit dem Hund auf der Straße gehst und der Hund durch grummeln schon ankündigt, dass er gerade "sauer" wird, sofort mit ruhigem, aber festem Ton auf den Hund einwirken.

Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert es wie beim Menschen: Wiederholung ist alles. Ein negatives Erlebnis lässt sich nur schwer wieder ausbügeln, wenn dann nur mit viel Geduld und ständigem Training. Ein Hund ist wie ein kleines Kind. Man muss es loben, wenn es einen anderen (schwarzen) Hund friedlich beschnuppert und es tadeln, wenn es ohne Befehl aggressiv wird. Notfalls eben auch mit Leckerchen arbeiten. Geduld, wird schon wieder ;)

Gruß,
Photon
 
Danke für die Antwort

Dein Beitrag gibt mir wirklich Hoffnung. Danke für die sehr konstruktive Antwort. :)

Liebe Grüsse
 
Dein Beitrag gibt mir wirklich Hoffnung. Danke für die sehr konstruktive Antwort. :)

Liebe Grüsse



Ja ist ein sehr gelungener Beitrag mit viel ruhe lernt Dein Hund das nicht jeder andere schwarze Hund eine Bedrohung ist, zum Üben mal in Verwandten und Bekanntenkreis nach einem schwarzen (lieben ) Hund suchen damit er sieht das die keine Gefahr darstellen
 
Kein Problem. Sprich' doch einfach auch mal mit anderen Hundebesitzern auf dem Platz. Viele haben ähnliche Probleme und Leute, die auf Hundeplätze gehen, kennen sich auch oft gut mit Hunden und deren Erziehung aus. Sind eben keine Omas, die ihren Hunden ganze Monologe an die Backe quatschen, wenn der Hund nicht so will, wie sie wohl wollen. Und auch keine Deppen, die ihre Hunde gleich verprügeln, weil sie nach 3 Tagen noch immer nicht "Sit", "Go", "Stay" und "Wait" beherrschen.

Jaja, Geduld ist eine Tugend :) Aber es wird garantiert wieder. Du wärst sonst die erste, von der ich hören würde, dass es nicht funktioniert hat ;) Manchmal dauert es eben etwas länger, je nachdem, wie tief so ein Erlebnis in den Hund eingebrannt ist und was er sich aus der Situation gemerkt hat. Vielleicht bist Du ja auch dazwischen gegangen und der schwarze Hund ist vielleicht auch Dich angegangen. Nun stell' Dir mal so einen Rotti vor: Freut sich des Tages, wird mit einmal attackiert und dann sein Alpha auch noch. Klar, dass der fortan stinkig wird. So ein Verhalten muss man ihm mit Geduld wieder abgewöhnen und ihm zeigen, dass Alpha gar nicht einverstanden ist, dass er eigenmächtig auf Konfrontationskurs geht ;)

Gruß,
Photon
 
Danke nochmals für deine Antwort. Für mich war es einfach wichtig zu sehen wie andere Halter mit evtl. Problemen ähnlicher Art umgegangen sind. Wir haben schon seit Jahrzehnten Rottweiler gehabt. Allerdings kam es nie zu einer Konfrontation wie der von mir beschriebenen. Deswegen mein Hilfeersuchen in diesem Forum. Ich werde mich mit dem Hundetrainer in Verbindung setzen und ihm erläutern was Du (und auch ich nach deiner Anregung) für eine Lösung des Problems erachten. Hundeplätze haben wir hier ansonsten nicht wirklich, da wir mitten in der Pampa wohnen. In unserem Fall heisst das 700-Seelen-Dorf.